Christiane Salge
Langhans’ Vorstellung von der idealen Baumeisterausbildung – Die Reform der Architekturklasse der Berliner Akademie der Künste (1798/99)
Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein gab es im deutschsprachigen Raum noch keine kanonisierte Ausbildung zum Architekten. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts lassen sich zunehmend Bestrebungen zur Reform und der Wunsch nach einer straffen Durchstrukturierung der Baumeisterausbildung feststellen. Ausgehend von einem Gutachten Langhans’ aus dem Jahre 1798 anlässlich der geplanten Gründung einer Berliner Bauakademie, wird in dem Vortrag diese Suche nach der idealen Baumeisterausbildung am Beispiel Preußens vorgestellt. Langhans hatte selbst Mathematik und Sprachen studiert und sich sein architektonisches Wissen weitgehend autodidaktisch durch das Studium von Büchern und auf Studienreisen erworben. In seinem Gutachten plädiert er, ganz in der Tradition Vitruvs stehend, für einen Baumeister, der sowohl im Bereich der Praxis als auch Theorie Kenntnisse aufweisen kann. Im Vortrag soll Langhans’ Stellung innerhalb der Debatte um die „richtige“ Architektenausbildung vorgestellt und im Kontext seines Werks analysiert werden.