Zimmermann
Carola Zimmermann
„Ist es denn nur für Konversationsstücke gebauet?“ Das Berliner Schauspielhaus von Carl Gotthard Langhans
Das Nationaltheater (1800 bis 1803 erbaut, 1817 abgebrannt) entstand am Ende einer Reihe von Großbauten, die Carl Gotthard Langhans in seiner Funktion als Direktor des Berliner Oberhofbauamts für die preußische Monarchie in Berlin errichtete. Bislang wurde dieser Bau fast ausschließlich als Vorläuferbau für Schinkels Schauspielhaus betrachtet, eine eigenständige Würdigung fehlt jedoch. Die Vorstellung des Hauses soll den Augenmerk weniger auf eine Darstellung der Baugeschichte legen, sondern vielmehr untersuchen, unter welchen gesellschaftlichen und künstlerischen Anforderungen das Theatergebäude entstand. Schuf Langhans ein „Vergnügungszentrum“ bürgerlicher Art oder doch eher einen höfischen Repräsentationsraum? Der Gendarmenmarkt erhielt durch das Theater eine neue Wirkung als urbaner Platz. Ein Blick auf zeitgenössische Quellen kann das Vorurteil widerlegen, daß die Berliner das Nationaltheater nur mit pejorativen Bezeichnungen belegt hätten.