Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Achim Stiegel

Möbel aus Eisen? Zur Verwendung von Metallen in der Innenausstattung (Berlin, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts)

Die Wirkung eines Möbels beruht nach dem Entwurf wesentlich auf der Wahl des Materials und der Qualität seiner handwerklichen Ausführung. Deutlichen Anteil daran hat die abschließende Oberflächenbehandlung, die zu den genannten Grundlagen in ein komplexes Verhältnis treten kann.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lässt sich ein differenzierter Umgang mit einer kaum überschaubaren Vielfalt an Materialien und Oberflächen beobachten. Die Vertrautheit mit den Werkstoffen, ihrer Verarbeitung (sowie den damit verbundenen Kosten) und ihren charakteristischen Qualitäten wie Farbigkeit oder Struktur gehörte in einem Zentrum wie Berlin für viele – Hersteller wie Käufer – zum Alltag. Im Zentrum der Studie steht der Versuch zu klären, welche Rolle den Metallen in der Innenausstattung gegeben wurde und zu zeigen, welche Vielfalt an Ausführungen (auch in der Oberfläche) damit einherging. Vor diesem Hintergrund wird greifbar, welche Qualitäten die Zeitgenossen im Eisenguss sahen und welche Möglichkeiten dieser– oftmals nicht schwarz gefirnisste – Werkstoff für die Innenausstattung bot.