Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Hahn

„Parallelen und Kontraste“. Der Ornamentwandel im Berliner Kunstgewerbe 1800-1850

Matthias Hahn, Berlin

Mit der Gründung der Königlichen Eisengießerei in Berlin betritt ein bedeutender Großproduzent den preußischen und damit den Berliner Markt. Obzwar sich die dort produzierten Erzeugnisse hinsichtlich ihrer Funktion und Dimension aufs Äußerste unterscheiden, besitzen sie dennoch eine wesentliche Gemeinsamkeit: Ganz gleich, ob es sich um Groß-, Klein- oder Kleinstgüsse handelt, allen Erzeugnissen unterliegt ein an deren Reproduzierbarkeit geschultes ‚design’, das – je nach Produkt mehr oder minder – staatlicherseits verordneten ökonomischen, technologischen und ästhetischen Kriterien genügen sollte. In diesem Sinne konnte der Eisenkunstguß für den Bereich des Kunstgewerbes eine Bereicherung darstellen, zugleich aber auch eine Gefahr offenbaren.

Im Vortrag soll anhand einzelner Produkte aus Eisenguß des Zeitraums von 1800 bis 1850 erörtert werden, inwiefern sich das Spektrum von ästhetischer Bereicherung und ästhetischer Banalisierung an den Objekten manifestiert und in welchem Spannungsverhältnis sich hierbei das Ornament bewegt. Das Schlaglicht wird dabei nicht ausschließlich auf den Erzeugnissen der Königlichen Eisengießerei Berlin liegen, zumal sie ab den 1830er Jahren ihre Monopolstellung und vermutlich auch ihre Dominanz auf diesem Gebiet eingebüßt hatte.