Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Stephan Hadraschek

Eiserner Grabschmuck auf Berliner Friedhöfen – von „Totengärtchen“ und anderem Schmiedewerk

Metallarbeiten erscheinen auf Berliner Friedhöfen in größerem Umfang ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts - mit Gründung der Königlichen Eisengießerei - in Form von Gusskreuzen, Gussgrabtafeln und besonders Grabgitter. Dabei verhalfen der Grabschmiedekunst zwei Dinge zum Durchbruch: das aufstrebende Bürgertum und die Friedhofsordnungen, die um Erbbegräbnisse ausdrücklich Einzäunungen vorschrieben. Dieser Durchbruch fällt etwa mit der Gründerzeit ab 1870 zusammen. Die Blüte der Grab(schmiede)kunst ist gegen 1900 zu verzeichnen und war mit dem Ende des Ersten Weltkriegs im Grunde vorbei. Kritik an den Grab-gittern übte die Friedhofsreform, die sol-chen Parzellierungen die Einheitlichkeit einer das Friedhofsbild bestimmenden Natur entgegensetzte (z.B. Georg Hannig : Der Friedhof und seine Kunst (1908) im Kapitel über „Die Einfriedungen“).