Marcus Becker
„Weißes Eisen“: zur Farbfassung der Lauchhammer Eisenkunstgüsse. Materialikonologie am Ende des 18. Jahrhunderts.
Die Bedeutung und Bekanntheit der Produkte der Berliner Gießerei hat dazu geführt, daß das mattschwarze Erscheinungsbild der Objekte bis heute meist als „natürliche“ Farbe des Materials Gußeisen rezipiert wird. Ein Blick auf die den preußischen vorangehenden weißgefaßten oder bronzierten Kunstgüsse des seinerzeit sächsischen Lauchhammers läßt jedoch erkennen, daß die preußische Produktion in einem ideologischen und ästhetischen Diskurs zu verorten ist, dessen spezifische materialikonologische Codierung eines Werkstoffes nicht als generell gültig für die Epoche des Klassizismus betrachtet werden darf.