Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Ute Tintemann

Zu den Sprachstudien von Julius Heinrich Klaproth

Julius Heinrich Klaproth (1783-1835) galt als einer der umstrittensten Wissenschaftler seiner Zeit. Einerseits erwarb er schon in jungen Jahren den Ruf eines ausgezeichneten Kenners orientalischer Sprachen und Literaturen; ein Ruf, der ihm dank der Fürsprache Wilhelm von Humboldts 1815 eine an keinerlei Verpflichtungen gebundene Professur einbrachte, die es ihm ermöglichte, sich in Paris ausschließlich der Forschung zu widmen. Andererseits wurde Klaproth wegen seiner "Ätzigkeit" (Humboldt), wegen seiner mit Unerbittlichkeit geführten Fehden gegen andere Wissenschaftler, aber auch wegen eines ihm unterstellten Mangels an wissenschaftlicher Seriosität häufig kritisiert.

Von seinen Sprachstudien wurde vor allem die Zusammenstellung der asiatischen Sprachen nach Lautähnlichkeit in seinem Werk Asia polyglotta von 1823 bereits von den Zeitgenossen als überholt beurteilt. Dies hat sicher dazu beigetragen, daß auch Klaproths anderen sprachwissenschaftlichen Werke nahezu in Vergessenheit geraten sind. Seine Sprachanalysen sind jedoch nicht auf bloße Wortsammlungen zu reduzieren, wie ich anhand einer Analyse der sprachwissenschaftlichen Verfahren Klaproths zeigen möchte.