Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Christof Wingertszahn

Mystische Vorstellungsart? - Moritz und der Quietismus

Fünf Jahre nach der kritischen Darstellung des Quietismus im ersten Band des Anton Reiser (1785) beschäftigt sich Moritz erneut mit der Mystik von Madame Guyon und ihrer deutschen Adepten: diskursiv im Magazin zur Erfahrungsseelenkunde, fiktional im Roman Andreas Hartknopfs Predigerjahre.

Auch der Wortschatz der Mystik scheint in einigen Moritzschen Äußerungen zustimmend verwendet worden zu sein. Handelt es sich damit um ein Revival von Moritz' quietistischer Erziehung?

Der Beitrag situiert Moritz im zeitgenössischen Umfeld der Mystik-Rezeption und untersucht, inwieweit Moritz' Autonomieästhetik und Psychologie quietistisch inspiriert sind. Leitmotive der Untersuchung sind dabei die Kategorien Eigennutz, Ertötung, Opfer und Reinigung.