Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Ute Tintemann

"Da der Wohlklang im Italiänischen ein Hauptgesetz in der Sprache ist": Zur Italiänischen Sprachlehre für die Deutschen

Ute Tintemann, Berlin

Mit seiner Italiänischen Sprachlehre von 1791 beabsichtigt Moritz, seinen Lesern nicht nur Kenntnisse des Italienischen zu vermitteln, sondern er möchte sie darüber hinaus zum eigenen Nachdenken über Sprache allgemein anregen.

Daher beschränkt Moritz sich nicht auf eine strukturelle Beschreibung der italienischen Grammatik für deutschsprachige Lerner; vielmehr versucht er, die Entstehung einzelner sprachlicher Phänomene zu erklären. Zu diesem Zweck greift er auf die von Johann Christoph Adelung im Umständlichen Lehrgebäude der Deutschen Sprache (1782) aufgestellten Sprachgesetze zurück.

Im Hinblick auf das Italienische konstatiert Moritz, daß bei der Ausbildung dieser Sprache das Gesetz des Wohlklangs am stärksten gewirkt habe. In meinem Vortrag möchte ich zunächst darstellen, inwiefern sich Moritz auf Adelung bezieht und in welcher Weise er die von Adelung aufgestellten Sprachgesetze innerhalb der Italiänischen Sprachlehre anwendet, um dann in einem weiteren Schritt Moritz' Argumentation im Hinblick auf die Kategorie "Wohllaut" näher zu analysieren. Da es sich hierbei um eine aus der Rhetorik entlehnte ästhetische Kategorie handelt, möchte ich abschließend fragen, inwiefern sich die Betonung des "Wohllauts" auf Moritz' Hinwendung zu ästhetischen Fragestellungen zurückführen läßt.