Sotera Fornaro
„ Nicht Bücher, sondern Menschen“. Wilhelm von Humboldt und das Studium der Antike
Der Vortrag versucht eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Rolle die griechische Sprache in Humboldts sprachtheoretischen Äußerungen spielte und inwiefern Humboldt seine Theorien in den amtlichen Arbeiten und Plänen des Jahres verwirklichte, das er an der Spitze der Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht der preußischen Regierung verbrachte. Zwischen Humboldts ersten theoretischen Äußerungen und seiner politischen Tätigkeit liegen sechzehn Jahre: Die erste gedruckte Arbeit über die Antike erschien 1793, die Rückkehr nach Berlin nach dem Zusammenbruch Preußens und die Übernahme der Sektion im Preußischen Innenministerium erfolgten 1809. In der Zwischenzeit hatte sich das politische und kulturelle Klima grundlegend gewandelt, und Humboldt selbst hatte sich von einer (noch auf den Einfluß Christian Gottlob Heynes zurückgehenden) historisch-anthropologischen Betrachtung des Griechentums ab- und einer idealistische