Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Björn Biester

Die Bildung unbezwinglicher Herzen. Minister Altenstein (1770–1840) und die Berliner Altertumswissenschaften

Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein wurde 1799 von seinem Förderer Hardenberg als Finanzfachmann nach Berlin geholt. Das Amt des Kultusministers übernahm Altenstein erst 1817, aber sein Interesse an Fragen der Wissenschaftsorganisation bestand viel früher. Im Mittelpunkt steht die von Altenstein verfaßte Reformdenkschrift von 1807, die ein auf Berlin zugeschnittenes Kapitel über Bildungs- und Universitätsfragen enthält. Besonders zu berücksichtigen für Altensteins Wissenschaftsverständnis – neben dem geistigen Einfluß Fichtes – ist die Bekanntschaft mit B. G. Niebuhr, der 1808 in einem Brief an Altenstein schrieb: „Sollen unsre Enkel einmal frei werden [...] so kann es nur durch Philologie begründet werden. Wenn einmal vom Fürsten bis zum Rat, vom Edelmann bis zum Handwerker [...] jeder die Alten liest, (wenigstens in einer Approximation) alsdann können unbezwingliche Herzen gebildet werden die ein neues Thermopylä