Christiane Salge
Das adlige "Land-Gut" in Brandenburg und der Einfluß der Berliner Architektur um 1800
Christiane Salge, Berlin
"Man hat sich vielleicht nirgends mehr, als bey Landhäusern und Gartengebäuden, von der reinen Schönheit und edlen Einfalt der Architektur entfernt", mit diesen Worten charakterisiert Christian Cay Lorenz Hirschfeld in seinem fünfbändigen Werk "Theorie der Gartenkunst" den allgemeinen Zustand der adligen Landbaukunst um 1780. Im Tagungsbeitrag soll anhand von einzelnen Beispielen vorgestellt werden, wie sich der brandenburgische Adel um 1800 beim Herrenhausbau langsam von den von Hirschfeld beklagten Vorgaben des Barocks löste und es nicht nur in Berlin, sondern auch im Umland zu einer architektonischen Neuorientierung kam.
Neben der Architektur der adligen Schlösser und Herrenhäuser werden vereinzelt auch die Innenausstattung, die Wirtschaftshöfe sowie die neuen - nach englischem Vorbild angelegten - Landschaftsgärten in die Untersuchung mit einbezogen.
Desweiteren wird die Frage interessieren, inwiefern der adlige Gutsherr über persönliche Kontakte zum Berliner Hof verfügte und dadurch mit dem neuen Stil der Berliner Architekten (C.G. Langhans, D. und F. Gilly, H. Gentz und später K.F. Schinkel) in Berührung kam oder ob er eher durch die zahlreichen theoretischen Schriften inspiriert wurde, wie zum Beispiel Hirschfelds Werk über die Gartenkunst, David Gillys "Handbuch der Landbaukunst" oder Friedrich Gillys publizierten Entwürfen für Landhäuser.