Friedrich August Calau: Leipziger Tor, Aquarellierte Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Johann Jakob Engel (1741 - 1802). Ein Architekt der Berliner Aufklärungssozietät

Freitag/Sonnabend, den 05./06. Juli 2002
Akademiegebäude Jägerstraße 22-23

Organisation: PD Dr. Alexander Kosenina

Die Veranstaltung dieser Tagung erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preussische Seehandlung

Johann Jakob Engel war einer der profiliertesten Köpfe der Berliner Aufklärung. Er kam 1775 aus dem Leipziger Kreis um Garve, Platner, Weiße und Zollikofer nach Berlin, wo er - von vier Jahren in Schwerin abgesehen - bis zu seinem Tod wirkte. Als Lehrer am Joachimsthalschen Gymnasium (1775 - 87), Mitglied der geheimen Mittwochsgesellschaft (seit 1783), der Akademie der Wissenschaften (seit 1786), Prinzenerzieher des späteren Königs Friedrich Wilhelm III. (1787) und Direktor des Nationaltheaters (1787 - 94) prägte er wie wenige seiner Zeitgenossen das kulturelle und intellektuelle Profil Berlins.

Außer durch diese vielfältigen organisatorischen und institutionellen Aktivitäten profilierte Engel als Schriftsteller und Kritiker maßgeblich den legendären Ruf der Berliner Aufklärung weit über die Grenzen Preußens hinaus.

Mit seinem Philosoph für die Welt gab er der einflußreichen Popularaufklärung ihren einschlägigen Namen, mit den Ideen zu einer Mimik brachte er die seit Riccoboni, Diderot und Lessing brodelnde Diskussion um eine konzeptionelle Fundierung der Schauspielkunst zu einem vorläufigen Abschluß, mit der Vernunftlehre und dem Fürstenspiegel setzte er Maßstäbe im Bereich der Pädagogik und mit seinem Herr Lorenz Stark experimentierte er mit der modernsten Form des anthropologischen Romans, der inneren Geschichte des Menschen. Die Reihe der Meriten wäre mit seinen Dramen und den Arbeiten zur Ästhetik, Gattungstheorie, musikalischen Ausdruckslehre sowie zur Physik von Licht und Kraft fortzuführen.


Programm

Freitag, 5. Juli 2002

9.30
Conrad Wiedemann, Berlin:

Begrüßung

10.00
Alexander Kosenina, Berlin:
Eröffnung der Tagung

"Engel und die Berliner Aufklärung"

10.45 - 11.00 Pause

11.00
Manfred Beetz, Halle:

Aufklärung über Vorurteile in Engels Roman Herr Lorenz Stark

12.00
Jörg Paulus, Berlin:

Engels Dramen (Der dankbare Sohn; Der Edelknabe; Eid und Pflicht; Der Diamant)

13.00 - 14.30 Mittagspause

14.30
Stefan Trappen, Cluj-Napoca/Klausenburg:

Engels psychologische Poetik (Ueber Handlung, Gespräch und Erzählung)

15.30 - 15.45 Pause

15.45
Sieglinde Grimm, Köln:

J.J. Engel: Popularphilosophie und Dichtung

16.45
Rainer Godel, Gunhild Berg, Halle:

Engels Modell aufklärerischer Selbstbefragung. Selbstreflexivität und Urteilsbildung im Philosoph für die Welt


Samstag, 6. Juli 2002

9.30
Hartmut Grimm, Berlin:

Engels Beitrag zur Musikästhetik

10.30
Iwan-Michelangelo D’Aprile, Berlin:

Private Vorlesungen Engels im Hause von Humboldt

11.30 - 11.45 Pause

11.45
Mark Georg Dehrmann, Berlin:

Englische Moralphilosophie und Engels dialogisches Prinzip (Vernunftlehre; Über Handlung, Gespräch und Erzählung)

12.45 - 14.15 Mittagspause

14.15
Giulia Cantarutti, Bologna:

Die Wahrnehmung der Berliner Aufklärung in Italien, am Beispiel Engels

15.15 Abschlußdiskussion

Gemeinsamer Bericht zu den Tagungen "Johann Jakob Engel (1741 - 1802). Ein Architekt der Berliner Aufklärungssozietät" (05.-06.07.02) und "Daniel Jenisch - Kant-Exeget, Popularphilosoph und Literat in Berlin" (19.-20.09.2002; in Kooperation mit dem "Forschungszentrum Europäische Aufklärung e. V." Potsdam). mehr...