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Ernst Leberecht Troschel (Berlin 1776- nach 1850)

Justizrat und Malerdilettant in Berlin. 1816 Mitglied des Berlinischen Künstler-Vereins, langjähriges Vorstandsmitglied

Quellen: Ausst.kat. ‘... und abends in Verein’. Johann Gottfried Schadow und der Berlinische Künstler-Verein 1814-1850. Berlin Museum 1983

Werke: Stadtmuseum Berlin, graph. Slg.

Autobiographie, 1831,[1] kommentiert von Reimar F. Lacher

Ich soll meine Lebensgeschichte erzählen und zwar einem Verein von bewährten Künstlern,[2] der schon vor mehren Jahren mir die Ehre erwiesen hat, mich unter sich freundlich aufzunehmen, obgleich ich nie darauf Anspruch gemacht habe, selbst für einen Künstler zu gelten. So arm mein Leben an Kunsterzeugnißen und selbst an Kunsterfahrungen ist, aber so reich ist dasselbe stets an Kunstliebe gewesen und der gütigen Vertauschung dieser beiden Eigenschaften kann ich es daher nur verdanken, wenn der Berliner Künstlerverein mir einen Platz in seiner Mitte und die Erlaubniß ertheilt hat, seinen Versammlungen beizuwohnen, welche mir seit geraumer Zeit eben so viel Belehrung als Genuß und Erhohlung gewährt haben. Wenn mein Lebenslauf nur in künstlerischer Beziehung für den verehrten Verein ein Interesse haben kann, so werde ich die übrigen Momente desselben nur kurz berühren und dasjenige auszudeuten mich bemühen, was einigermaßen in meinem Leben als mit der Kunst verwandt erscheint.

Ich bemerke zu dem Ende, daß meine Vorfahren schon Künstler unter sich zählten. Ein auf mich gekommenes und fortwährend fortgesetztes Stamm Register meiner Vorfahren, welches in so weit zu den Seltenheiten gehört, als es, obgleich meine Familie nie zu dem privilegirten Stande eines Erbadels gehört hat, sondern sich immer zum honetten Bürger Stande gezählt und in demselben bewegt hat, dennoch mit Sorgfalt seit Jahrhunderten geführt ist, giebt meinen ältest bekannten Stammvater unter dem Nahmen Hans Troschel, Uhr- und Kompaßen-Macher wie auch Kupferstecher zu Nürnberg an, welcher am 5. December 1549 gebohren und am 30. Mai 1612 gestorben ist.

Dieser mein Ahne, von dem ich in gerader Linie abstamme, ist kein unberühmter Künstler gewesen, denn in einer gedruckten Geschichte der Künstler Nürnbergs,[3] welche mein Sohn von dem Dürerfest von dort aus mitgebracht hat,[4] ist dieser Hans Troschel als ein Künstler aufgeführt, der seines gleichen nicht hatte. In den Seitenlinien meiner Familie haben sich noch mehrere Troschels als Künstler ausgezeichnet, und findet sich einer als Hofmaler des Königs von Pohlen und noch ein Kupferstecher aufgeführt und es scheint daher Künstler Blut in unsern Adern zu fließen.[5]

Bemerkenswerth ist es auch, daß ich meine Existenz gewißermaßen einem Kunsterzeugniß zu verdanken habe. Mein Grosvater war nemlich Prediger zu Heiligenbeil in Ostpreußen, woselbst auch mein Vater gebohren ist.[6] Er war dem Könige Friedrich dem großen früher als Feldprediger bekannt geworden. Als der König hier das Opernhaus erbaut hatte,[7] fand dies unter einigen strengen Theologen Anstoß und ein Pastor der Jerusalems Kirche scheute sich nicht, darüber von der Kanzel herab zu räsonniren und zu sagen: es stehe darauf die Inschrift Apollini et Musis, welches heiße dem Teufel und seinen Engeln. Der König erfuhr dies, befahl seine Entfernung aus der Residenz und meinem Grosvater sofort seine Pfarre in Heiligenbeil demselben zu räumen und dagegen die Prediger Stelle an der Jerusalemer Kirche in Besitz zu nehmen. Dem Opernhause verdanke ich es daher, daß mein Vater als ein Kind nach Berlin gekommen, hier erzogen, angestellt, und mein Vater geworden ist.

Ich bin am 9. April des Jahres 1776 in Berlin gebohren. Ich war das siebente Kind meines Vaters, aber sein ältester Sohn, und da er seinem Wunsch entgegen bis dahin sechs Töchter erzeugt hatte, so war ich für ihn eine sehr angenehme Erscheinung. Meine Kindheit hatte aber mit fortwährender Kränklichkeit zu kämpfen. Einen Monat alt bekam ich einen sogenannten Ansprung über das Gesicht, der 4 Jahre dauerte und mit einem lebensgefährlichen hitzigen Fieber endete.[8] Später bekam ich die natürlichen Pocken, die mich dem Grabe sehr nahe brachten, und weiterhin habe ich viel mit Brust-Übeln zu kämpfen gehabt.

Als Prediger und da unter meien Verwandten viel Prediger gelebt hatten und noch lebten, wünschte mein Vater, daß auch ich mich dem geistlichen Stande widmen möchte, weshalb zu diesem Zweck manches von ihm geschah, jedoch ohne Erfolg. – Da ich nur sechs ältere und zwei jüngere Schwestern, und erst späterhin einen Bruder hatte, der sechs Jahr jünger war als ich, fehlte es mir an männlichen Gespielen. Überdies war das Prediger Haus am Petri Platz, wo ich erzogen ward, eng und ohne bedeutenden Hofraum, so daß ich eine Stubenerziehung erhielt, die nur durch seltene Spatzirgänge mit meinem Vater unterbrochen ward. Dies gab mir von Kindheit an eine ernste Stimmung, ja selbst eine melancholische Laune, die erst in meinen späteren Jahren in Heiterkeit des Gemüths sich verwandelt hat. In meinen Erholungs Stunden fand ich am meisten Vergnügen an mechanischen Beschäftigungen und Zeichnungen. Mein Schreibelehrer auf der cöllnischen Schule, Schilbach, componirte viele so genannte quodlibets und die Sauberkeit und Sorgfalt mit der er dies betrieb, erregten in mir den Trieb zur Nachahmung. Ich habe daher schon als Kind viele dergleichen gemacht und hatte eine ziemliche Fertigkeit, die gedruckte Schrift mit der Feder nachzumachen, erworben.

Im Zeichnen hatte ich schon in einem Alter von 8 Jahren in einer Privat Schule des Professors Meyer Unterricht und daß ich dafür ein Intereße hatte, davon erhielt ich mir unbewußt dadurch einen Beweis, daß der Professor einem Kopf, den ich in Rothstift abgezeichnet hatte, die Ehre erwies, ihn an die Wand zu befestigen.

In der cöllnischen Schule gab der Zeichenlehrer Sahlert von der Kunstacademie Unterricht.[9] Dieser Mann hatte die Eigenheit, daß er sich selten von seinem Sitz erhob, dann aber gewöhnlich mit einem Ochsenziemer den unartigen oder plaudernden Schülern einige Streiche zu geben pflegte. Eines Tages befand ich mich in seiner Stunde mit meinem Nachbar auch in einem angenehmen Gespräch begriffen, als ich bemerkte, daß Herr Sahlert aufgestanden war und sich hinter mir langsam näherte. Ich krümmte schon meinen Rücken, um einen Strafstreich zu empfangen, zu meinem Erstaunen überreichte mir Herr Sahlert jedoch eine von ihm gefertigte Zeichnung mit der Unterschrift: / Vor angewandten Fleiß und / gutte Aufführung / Sahlert. / Ich wusste selbst nicht, wie ich diese Auszeichnung verdient hatte.

Auf dem Friedrichswerderschen Gymnasio gab ein gewißer alter Krüger den Zeichen Unterricht,[10] wobei so wenig geschah, als in Gymnasien überhaupt in den Zeichenstunden zu geschehen pflegt. Aber auch hier machte ich mir unbewußt die Erfahrung, daß mir doch wohl einiges Talent beiwohnen müßte. Es wurden die Schüler von tertia aufgefordert, Zeichnungen anzufertigen, welche im Examen öffentlich vorgezeigt werden sollten, und Herr Krüger hatte zu dem Ende eine Mappe mitgebracht, in der sich viele Blätter zum copiren befanden. Ich fand darin einen Apostel ganze Figur in groß folio und beschloß, diesen in Tusch zu kopiren, obgleich ich noch nie einen Versuch mit dem Pinsel gemacht hatte. Mein Fleiß ersetzte meine Schwäche, mein Vater sah mit Vergnügen bei dieser Arbeit zu, und als ich sie vollendet im Gymnasium übergab, stritt man mir ab, ob ich diese Copie selbst gemacht hätte, welches mich einerseits verdroß und auf der anderen Seite mir schmeichelte. Diese Zeichnung wurde ganz vorne, als die beste der Arbeiten in das Buch geheftet und erregte in mir zuerst die Idee, daß ich zum Zeichnen wohl natürliche Anlagen haben möchte. Mein Unterricht im Zeichnen hörte bald ganz auf, ich beschäftigte mich aber dennoch gern für mich selbst mit der Kunst, jedoch ohne alle Vorkenntnisse und Leitung. Jedes Altar Blatt, welches mir gefiel, veranlasste mich, es im kleinen in Wasserfarben aus dem Kopf nachzubilden und da ich eigentlich eben so wenig zeichnen als mit Farben umgehen konnte, so wurde daraus jedesmal ein elendes Machwerk. Als ich im Jahre 1796 die Universität Halle bezog, um dort die Rechte zu studiren, nahm ich mir vor, gar keine Versuche weiter in der Kunst zu machen, überzeugt, daß dies bei meinem gänzlichen Mangel an künstlerischer Bildung und ohne Kenntniß der ersten Kunst Elemente nur Zeitverschwendung sei. Ich vernichtete daher alles was ich an Zeichen und Mahler Apparat besaß, um es mir unmöglich zu machen, dieser Neigung ferner nachzuhängen. In Halle lernte ich aber zufälligerweise den Professor Prange, dem der Unterricht der Studenten in den bildenden Künsten anvertraut war, kennen.[11] Ich erzählte ihm, daß ich allerhand verunglückte Versuche im Zeichnen und Mahlen gemacht, dies aber endlich ganz aufgegeben hätte. Dieser redete mir aber zu, die Kunst doch nicht ganz aufzugeben, und lud mich ein, ihn zu besuchen. Ich musste bei ihm eine Probezeichnung machen und da diese erträglich ausfiel, gab er mir Elfenbein, Pinsel und Farben und ließ mich einige von seinen Copien aus der Dresdener Gallerie in miniature copiren. Ich mahlte bei ihm den Amor von Mengs, den Christus Kopf von Carlo Maratti, dessen Auszug aus der Nacht des Corregio und das Portrait des Directors Lippert der Dactyliothek;[12] ward aber gewahr, daß dieser Unterricht mir nicht weiter helfen konnte, da Herr Prange selbst von dem mechanischen der Miniatur Mahlerei nichts verstand. Ich entschloß mich daher lieber für mich selbst zu mahlen, erhielt ein gutes Portrait des Geheimen Raths und Universitäts Directors Klein in Oel und copirte dies in Miniatür mit einigem Glück,[13] so daß die Geheime Räthin meine Arbeit in ein Medaillon faßen ließ und es vor der Brust trug. Von nun an mahlte ich fleißig portraits in Miniatür nach dem Leben, und wenn ich eines guten Miniatür Portaits habhaft werden konnte, copirte ich es. Meine Neigung dazu war so heftig, daß ich einige mal vom frühen Morgen bis spät Abend ununterbrochen gemahlt und mein Mittagsessen, welches mir auf meine Stube gebracht wurde, darüber ganz vergessen hatte. Meine Portraits nach der Natur waren zwar sehr ähnlich, aber grau, weil ich die Farben so zu sehen glaubte, als sie mir relativ zu ihren Umgebungen erschienen und es dauerte sehr lange, bis ich diese optische Täuschung überwinden und wärmer mahlen lernte. Wäre ich damals mein eigener Herr und im Besitz eines Vermögens gewesen, welches mir eine einiger maßen sorgen freie Existenz gesichert hätte, ich hätte auf der Stelle der Jurisprudenz valet gesagt und mich ganz allein der Kunst gewidmet. Ob ich gleich schon über zwanzig Jahr alt war, hätte dies dennoch meiner ausgezeichneten Liebe zur Kunst gelingen können, ich hätte vielleicht die mir fehlenden Vorkenntniße in der Kunst dennoch errungen und es wäre möglicherweise noch ein tüchtiger Künstler aus mir geworden. Dies hat aber nicht sein sollen, und so habe ich mich mit der Bewunderung der Kunstwerke wo ich sie traf und mit Kunstversuchen als Dilettant begnügen müßen. Meine geringen Kunstfertigkeit hat mir jedoch manchen Nutzen gebracht. Auf meinen kleinen Reisen, während meiner academischen Laufbahn, habe ich manches Portrait an Orten gemahlt, wo eben kein Künstler hin kam und mir dadurch Beifall und Freunde erworben. In Weimar besaß der Geheime Rath v Voigt ein Bild der berühmten Vatermörderin Cenghis,[14] welches ihm Goethe aus Italien mitgebracht hatte, dies habe ich ebenfalls in Miniatür copirt und es ist bei der Geheimen Räthin in einen Rahmen gefaßt und aufgehangen.

Nach meiner Rückkehr nach Berlin fing ich an in Pastell zu mahlen, theils Portraits theils Copien nach Compositionen in Oel.[15] Mein Freund der Prediger Helm,[16] wie ich Dilettant, richtete sich ein Mahlerzimmer ein, woselbst wir beide fleißig erst in Pastell und hinterher selbst in Oel mahlten. Ich habe mich späterhin auch in der Landschaft in Oel versucht, indessen bei der Zunahme meiner Amtsgeschäfte gefunden, daß diese sich besonders mit dem Oelmahlen nicht vertrugen und nachdem ich mehrmals meine Arbeiten zerstören mußte, weil ich durch schleunige Geschäfte unterbrochen sie aufgeben und dem Verderben preiß geben mußte, so entsagte ich der Oelmahlerei ganz. Seitdem habe ich nur wenig gezeichnet, aber ich werde bis an mein Lebensende an der Kunst und den Kunsterzeugnißen der ältern und neuern Zeit den lebhaftesten und innigsten Antheil nehmen. Ich erlaube mir nur bei dieser Gelegenheit die Bemerkung, daß in allen Fächern der Kunst das reciproque Arbeiten dem Gedeihen derselben nach meiner Überzeugung den größten Schaden thut. Das zu große Vorurtheil für die Zeit wo die Mahlerei in Italien am höchsten blühte, erregt die ungerechte Verachtung der Werke der neuern Zeit, und ein Nachbilden der ältern Vorbilder stört das Gedeihen der Kunst, weil Nachahmungen jedesmal hinter den Mustern zurückbleiben. Besonders verderblich war für eine nicht längst verfloßene Zeit dies Manieriren nach der alt deutschen Schule, welches mit einem übelberechneten Restaurations Sistem in der Politik und in den Wissenschaften in Verbindung stand. Dieser Unfug scheint Gott sei Dank aufgehört zu haben. Aber eben so ungedeihlich ist die Absicht des Künstlers, alles vorausgegangene durch Schwung und Kraft zu überflügeln, dies kann am Ende nur zu Verzerrungen und allen Falls zu Effect Kunststücken führen, wie wir besonders in der französischen Schule sehen. Ein Künstler, der Talent, Phantasie und Geschmack hat, muß seine Geisteserzeugniße mit liebender Hand ohne efforts zu Tage fördern und wenn wir dies in neuerer Zeit besonders in der Düsseldorfer Schule wahrnehmen, so dürfen wir uns davon die schönsten Früchte versprechen.

Wenn ich nun noch über meine sonstigen Verhältniße etwas anführen soll, so bemerke ich kürzlich, daß ich im Jahre 1802 nachdem ich im Gefolge einer Cabinetsordre schleunigst das examen rigorosum machen müssen, zum Justiz Commissarius und Notarius des Cammer Gerichts verpflichtet bin und schon vorher Justiziarius von Niederschönhausen ward. Dies bin ich alles noch. Im Jahre 1818 hat des Königs Majestät von Teplitz aus mir ein Patent als Justiz Commissions Rath ertheilt. Im Jahre 1803 habe ich die Tocher des Königl. Hofpredigers Stosch geheiratet und mit derselben 12 Kinder erzeugt,[17] von denen 7, fünf Söhne und zwei Töchter leben. Mein zweiter Sohn hat sich der Kunst und zwar der Bildhauerei ganz gewidmet und sein Talent giebt für seine künftigen Leistungen die besten Hofnungen, zu dessen Gedeihen.[18] Meine Liebe zur Kunst, die er von Kindheit an beobachtet und die ihn selbst zur Nachahmung und Versuchen aufgemuntert hat, wie denn überhaupt Kinder gern das treiben, was der von ihnen geachtete Vater treibt, nicht wenig bei getragen hat. Den Tag meines Endes kann ich noch nicht angeben.

ETroschel / d 5ten Nov. 31


[1] Autograf, 8 Seiten, gebunden, 2°, Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Archiv Bildende Kunst, Verein Berliner Künstler Nr. 60 (aus den Beständen des Berlinischen Künstlervereins).

[2] Der ‚Berlinische Künstlerverein’, gegründet 1814 durch Louis Catel, Schadow u. a. Ein Vereinsbeschluß aus dem Jahr 1818 hielt die Mitglieder dazu an, ihre Biografie und ihr Porträt hier zu archivieren. Von Troschel, der seit 1816 Mitglied und 1819-40 Vorstandsmitglied war, sind im Stadtmuseum Berlin ein Selbstporträt sowie ein Bildnis von der Hand Blechens aus dem Besitz des Künstlervereins erhalten.

[3] Johann Gabriel Doppelmayr: Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, welche fast von dreyen Seculis her durch ihre Schrifften und Kunst-Bemühungen die Mathematic und mehreste Künste in Nürnberg vor andern trefflich befördert … Nürnberg 1730 (Nachdruck Hildesheim/New York 1972).

[4] Feier des dreihundertsten Todestages 18.4.1828.

[5] Bei Doppelmayr aufgeführt sind die Söhne des genannten Hans, der Kupferstecher Johann (gest. 1633), bei Isselburg und in Rom bei F. Villamena ausgebildet; sowie der Maler Jacob (gest. 1624), ausgebildet bei Juvenel und Lindner in Nürnberg, gestorben als polnischer Hofmaler in Krakau.

[6] Gottlieb Philipp Jakob Troschel (gest. 1777) kam 1744 als Prediger an die Jerusalemskirche zu Berlin. Zwei Söhne, die er mitbrachte, wurden ebenfalls Prediger: Daniel Philipp (1740-1816), zunächst Prediger in Potsdam, dann an der Jerusalemskirche, später an Nikolai- und Klosterkirche. Jakob Elias (1735-1807), zunächst an der Sebastians-, ab 1775 an der Petrikirche, der Vater von Ernst Leberecht.

[7] Als erstes größeres Gebäude Friedrichs II. 1741-43 Unter den Linden erbaut.

[8] Ansprung: Geschwür, Schorf.

[9] Otto Christian Sahler (1732/33-1810), Wachsbossierer, Pastellmaler, Zeichenlehrer. Seit 1770 in Berlin. Anstellung als Zeichenlehrer am Köllnischen Gymnasium, ab Mitte der 80er Jahre auch Lehrer in den Zeichenklassen der Akademie. Namhaft durch Profile von Fürstlichkeiten und Gelehrten in Wachs und Gips.

[10] Johann Christian Sigismund Krüger (1726-1790[?]) aus Anhalt-Zerbst, Porträtmaler und Zeichenlehrer am Friedrichswerderschen Gymnasium, seit 1748 in Berlin. Gleichzeitig war der Maler Johann Conrad Krüger (1733-1791) aus Stettin Prof. für Zeichenkunst an der Kunstakademie.

[11] Christian Friedrich Prange (1756-1836), Malerdilettant, bedeutender Kunstschriftsteller. Seit 1772 Prof. für Mathematik und Zeichenkunst an den Gymnasien in Halle, 1787 Prof. der bildenden Künste an der dortigen Universität. Vordenker des preußischen Provinzialkunstschulwesens; 1785 Eröffnung einer Kunstschule für Handwerker und angehende Künster, die 1790 in eine Provinzialkunstschule der Berliner Akademie umgewandelt wurde. 1786 Ehrenmitglied der Berliner Akademie.

[12] Der Amor von Mengs gehörte zu den meistkopierten Bildern der Dresdner Galerie. Die freie Teilkopie Marattis nach Correggios ‚Heiliger Nacht’ ebenso wie das Vorbild am Ort erhalten. Einen ‚Christus Kopf’ von Maratti gab es in der Dresdner Galerie nicht. Entweder Prange hat ihn anderswo kopiert oder es ist der Dresdner Christuskopf von A. Carracci (Kriegsverlust) gemeint. Als Vorlage für das Porträt von Philipp Daniel Lippert (1702-1785) - seit 1764 Prof. der Antiken an der Dresdner Kunstakademie, nach Entwicklung einer eigenen Methode zum Abdruck von Gemmen Aufbau einer herausragenden Daktyliothek – diente Troschel sehr wahrscheinlich die Kopie eines der Porträts Lipperts von der Hand Graffs.

[13] Ernst Ferdinand Klein (1744-1810), einer der bedeutendsten Juristen der Aufklärung, 1791-1800 Direktor der Universität Halle, danach als Mitglied des Obertribunals und der Gesetzkommission in Berlin.

[14] Beatrice Cenci (1577-1599), röm. Edelfräulein, ermordete mit dem Beistand ihrer Familie ihren tyrannischen Vater und wurde dafür hingerichtet. Ihr Porträt in der Galleria Nazionale d’Arte Antica Rom, wurde traditionell G. Reni zugeschrieben, neuerdings dessen Umkreis.

[15] 1806 beteiligte sich Troschel mit einem Pastellporträt an der Berliner Akademieausstellung.

[16] Karl Helm (geb. 1777) kam 1807 als Diakon (1808 Prediger) der Petrikirche nach Berlin.

[17] Ferdinand Stosch (1750-1821), seit 1792 Hof- und Domprediger in Berlin.

[18] Julius Troschel (1806-1863), 1821 Schüler Rauchs, 1833 Staatspreis, seitdem in Rom. Auch dessen Sohn Wilhelm (geb. 1844 in Rom) wurde Bildhauer.


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