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Schriftenverzeichnis

(Werke, deren Titel kursiv gesetzt sind, wurden eingesehen.)

1795
Dissertatio de causis neglecti studii litterarum inprimis philosophiae apud antiquiores Romanos. Stettinum: Leich, 1795. [8°]
Gesamttitel: Commentationes de Carneade, Diogene et Critolao Graecis philosophiae apud Romanos conditoribus.
Nachgewiesen: Greifswald, Universitätsbibliothek.
(Deutsch:) Erörterung über die Ursachen der vernachlässigten Literaturwissenschaft besonders der Philosophie bei den älteren Römern. (Gesamttitel:) Abhandlung über die griechischen Gründer der Philosophie bei den Römern, Carneades, Diogenes und Critolaos.

1796
Über die Idee eines Denkmals Friedrichs des Zweyten.In: Denkwürdigkeiten und Tagesgeschichte der Mark Brandenburg, II. Band, Oktober 1796, S. 1009-1034.[8°]
Eingesehen: Freie Universität, Friedrich-Meinecke-Institut: 6 MS 23/2
Autorschaft: Unterzeichnet mit"J. A. C. L*****w.«
Motto:"- Vt omnia facta dictaque Ejus secum revolvant, famamque ac figuram animi magis quam corporis complectantur. Non quia intercedendum putem imaginibus, quae marmore aut aere finguntur: sed vt vultus hominum, ita simulacra vultus imbecilla ac mortalia sunt, forma mentis aeterna. - - - Quidquid ex (Friderico) amavimus, quidquid mirati sumus, manet, mansurumque est in animis hominum, in aeternitate temporum, fama rerum. Nam multos veterum, velut inglorios et ignobiles, oblivio obruet: (Fridericus) posteritati narratus et traditus superstes erit. - Tacitus.«
(Deutsch:) Damit alles, seine Worte und Taten neu entfacht und der Ruf und die Gestalt seines Geistes mehr umfaßt als die seines Körpers. Nicht weil ich meine, die Bildnisse, die aus Marmor oder Erz geformt sind, müßten vermittelnd wirken: sondern gleich dem Antlitz der Menschen, sind die Abbildungen des Antlitzes schwach und sterblich, die Erscheinung des Verstandes aber ist ewig. Was immer wir an Friedrich liebten, was immer wir bewunderten, bleibt, und es wird in den Herzen der Menschen, in der Ewigkeit der Zeit, in dem, was man über die Dinge erzählt, bleiben. Denn viele der Alten, z. B. die Ruhmlosen und die Unbekannten, wird das Vergessen ereilen: Friedrich wird der Nachwelt als einer, von dem man erzählt und berichtet, erhalten bleiben.
Zusammenfassung:
Einleitend weist Levezow (S. 1009f.) auf die zwei Jahre zurückliegende Aufforderung der Akademie der freien Künste und mechanischen Wissenschaften an die"Künstler des Vaterlandes« hin, (S. 1010)"Ideen und Zeichnungen" für ein in Berlin zu errichtetendes Denkmal Friedrichs II. einzureichen,"um davon die, der Würde und des erhabenen Gegenstandes angemessenste Idee aus[zu]wählen, und sie der Ausführung des Werkes selbst zum Grunde legen zu können". Absicht des Denkmals ist es,"den Nahmen Friedrichs zu verewigen". Gleichzeitig würde es der Nachwelt"von dem Geiste, dem Geschmack und der Kunst des preußischen Nation" künden.
Die von der Akademie gestellte Aufgabe sieht Levezow als"eine der größten, die vielleicht je der denkenden Kunst gemacht worden" ist, an. Sie ist für"das höhere Genie" bestimmt, das sich (S. 1011)"über die eingeschränkte Sphäre der Zufälligkeiten des Zeitalters, der Individualität der Nation und der Persönlichkeit eines Königs, bis in die abstrakte Region der reinen Menschlichkeit - wo nur die höhere Kunst ihre Triumphe feiert - erheben wird und muß." Levezow fordert, daß das Denkmal"eben so einzig, eben so ausserordentlich, eben so ehrwürdig und unvermischt mit dem Zufälligen in der Natur und Kunst" wie das Genie sein muß. Im folgenden (S. 1012) kommt Levezow dann zur Beurteilung der"Idee eines solchen Denkmals". Sie muß wesentlich"von dem Begriffe ab[weichen], den man gewöhnlich mit einem Denkmale verbindet". Ihm zufolge ist die preußische Nation"vornehmlich zuerst" durch Friedrich II. gebildet, so daß die"richtende Nachwelt" (S. 1013)"bei der Betrachtung seines Denkmals Forderungen machen" werde, die nicht durch"die nochmalige Wiederholung eines schon so oft wiederholten Alltagsgedanken - und hätte er auch in Griechenland und Rom seinen Ursprung genommen" befriedigt werden kann.
Wesentlich ist somit die Frage, worin das Friedrichsdenkmal bestehen soll. Die Antike (S. 1017) bediente sich gewöhnlich der Denkmalsstatue. Statuen wurden dann auch"bei den neuern Nationen fast ausschließend zu Denkmälern der Persönlichkeit irgend eines großen Menschen bestimmmt". Sie schicken sich jedoch nur, wenn"man keine höhere Forderung macht und sie zu machen auch nicht berechtigt ist". Da es (S. 1018) bei dem Friedrichsdenkmal nicht um die Erfassung der Individualität des Königs, sondern um die Darstellung (S. 1020) seines"entrückte[n] Geist[es]" gehe, ist eine Statue (allein) als Denkmal ungeeignet. Eine Statue würde nicht hinreichend belehren"wer er war". Um ein Friedrich würdiges Denkmal zu schaffen (S. 1022f.), ist von den Mängeln der Zeit Friedrichs, seiner körperlichen Erscheinung und den Mängeln der Staatsverfassung der eigenen Zeit abzusehen. Es liegt Levezow jedoch fern (S. 1023)"
Eine (S. 1030) offene Ansicht der Statue auf"igendeinem freien öffentlichen Platz" lehnt Levezow ab; die Wirkung ginge unfehlbar verloren. Die Kraft der Gewohnheit und der"fast tägliche Anblick der Statue" würde den Betrachter dem Denkmal gegenüber gleichgültig machen. Das Denkmal (S. 1031),"dieses Heiligthum", ist"von dem geräuschvollen Schwarme der Menge, von dem Tummelplatz der Geschäfte" abzusondern. Es ist"vor dem ehrerbietungslosen Hinanstürzen der Gaffer und Müßiggänger" zu schützen."Ein erhabener Tempel, groß und einfach, ruhend auf der würdevollen Stärke der Dorischen Ordnung, nehme das kostbare Bild des Unsterblichen in seine hohe und weite Halle auf", fordert Levezow. Der Tempel"erfülle mit seinem ehrfurchtsvollen Schauer schon aus der Ferne den sich nahenden Wanderer und verscheuche von seinen heiligen Stufen, durch den Eindruck der unaussprechlichen Majestät, den Leichtsinn und den entweihenden Frevel!" - Nichts mehr glaubt Levezow dem"begeisterten Künstler hinzusetzen zu dürfen. Seinem Genie bleibt natürlich die Anordnung, Ausdehnung und Verbindung (S. 1032) der einzelnen Theile zu dem großen Ganzen frei überlassen."
Am Schluß (S. 1033) wendet Levezow sich noch kurz ausführungspraktischen Fragen zu - für die Statue zieht er carrarischen Marmor einer Ausführung in Metall (Bronze) vor, für das"nothwendig umfangsvolle architektonische Werk" des Tempels nimmt er Sandstein an - und bringt, fast beiläufig (S. 1034), noch einen wesentlichen Punkt zum Ausdruck:"Daß übrigens ein Werk dieser Art frei von dem Zusammenhange mit andern fremdartigen Gebäuden von allen Seiten den Zugang und die ungestöhrte Betrachtung darbieten müsse; durchaus nicht durch Nachbarschaft, sowohl der Bestimmung als dem Style nach, unedler Gebäude, gleichsam entweiht, sondern vielmehr durch das Gegentheil nothwendig erhöht, und folglich auch auf einem freyen Platze, errichtet werden müsse, ist eine Bedingung, die bei dem entstandenen Bedürfnisse eines solchen Werkes, selbst die Aufopferung geringerer Gebäude zur Pflicht machen würde, wenn sie der Ausführung von jenem im Wege ständen."

1797
Lehrbuch der Geographie und Geschichte von Pommern und Rügen für den Unterricht der vaterländischen Jugend ... Entworfen von J. A. C. Levezow ... Stettin: Leich, 1797. [8°]
Nachgewiesen: Greifswald, Universitätsbibliothek; Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek.

1801
Denkschrift auf Friedrich Gilly, königlichen Architecten und Professor der Academie der Baukunst zu Berlin, von Konrad Levezow. Berlin, im Verlage der Realschulbuchhandlung. 1801. [40 S., 4°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, Au 5491
Neudruck: Kat. Gilly 1984, S. 217-242.
Rezension: Der Teutsche Merkur, 1801 (Februar), S. 158f.
Widmung:"Den Freunden und Verehrern des Entschlafenen geweiht."

1801
Über den Raub des Palladiums auf den geschnittenen Steinen des Alterthums. Eine archäologische Abhandlung, von Konrad Levezow, öffentlichem Lehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin. Nebst zwei Kupfertafeln. Braunschweig 1801. Bei Friedrich Vieweg. [XII S., 79 S., 2 Tafeln, 4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 87005 4°
Rezension: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen, 118. Stück, 25.7.1801, S. 1172-1175 (Heyne), S. 1173:"Eine artige Schrift, welche uns Hoffnung macht, daß die Stoschische Gemmensammlung in Berlin bald Früchte für das kunstliebende Publicum bringen wird." Neue Berlinische Monatschrift herausgegeben von Friedrich Biester, 8/1801, Oktober, Nr. 2.
Widmung:"Piis manibus Friderici Gilly D. F. Pomerani. Architecti et in regia Berolinensi proffessoris. Animi Candore. Morum comitate. Pietate. Humanitate. Ingenio liberaliter Exculto. Arte. Intelligentia. Disciplina ad simplicem sublimemque Graecorum hominum normam et elegantiam perpolita. Directa. / Dum noster erat. / Insignis. / Nunc eheu. / Virtuti. Amicitiae. Musis. Patriae. Praematura morte. In ipsis aquis carolinis. D. III. M. Augusti. MDCCC. Nono et vigesimo aetatis anno erepti. Et sui in aevum desiderandi. Sacrum esse voluit Conradus Levezow."
(Deutsch:) Dem frommen Andenken an Friedrich Gilly D. F. aus Pommern, den Architekten und Professor in der Königsstadt Berlin. Wegen des Glanzes seines Geistes; der Freundlichkeit seines Charakters; seiner Frömmigkeit; seiner Menschlichkeit; seiner frei ausgebildeten Begabung; seiner Geschicklichkeit; seiner Einsicht; seiner Bildung, die an den schlichten und erhabenen Maßstab und an der Eleganz der Griechen verfeinert und ausgerichtet wurde. Solange er unser war, war er ausgezeichnet; jetzt - wehe! Der Tugend; der Freundschaft, den Musen lebte er. Durch verfrühten Tod wurde er in Karlsbad selbst uns am 3. August 1800 im 29. Lebensjahr entrissen. Daß es ein heiliger Brauch sei, will Konrad Levezow.
Zusammenfassung:
Grundlage (S. V) der Abhandlung bildet eine in der Mark Brandenburg gefundene (antike) Bronzestatuette, in der Levezow eine Darstellung des Raubes des Palladiums erkennt. Von ihr ausgehend lenkt Levezow seinen Blick auf alle ihm bekannten Denkmäler der Glyptik gleicher Thematik, wobei er zu Resultaten kommt,"die oft denjenigen Resultaten großer Alterthumsforscher und Glyptographen verschieden sind, welche ihnen die nur gelegentliche Betrachtung der einzelnen Denkmäler dieses Inhalts darbot". Grundsätzlich fordert Levezow einen vorurteilsfreien Blick, Kennerschaft, Gründlichkeit usw., denn nur so (S. VII)"kann jene Wissenschaft [Altertumskunde/Archäologie] von den mancherley Verunstaltungen wieder befreit werden, die ihr der bisherige Mangel eines Systems archäologischer Critik zugezogen hat." Levezow stellt fest, daß"die einzelnen Grundsätze dieses Systems" - auf das er nicht näher eingeht -"von dem größten Theil
Levezow eröffnet die Abhandlung (S. 3f.) mit einer Schilderung des Raubes des Palladiums, einer Episode des Trojanischen Krieges, die auf zahlreichen Gemmenbildern und anderen Werken der Bildnerei dargestellt ist. Als erstes beleuchtet er überlieferten Schriftquellen und stellt fest, daß der Raub des Palladiums (S. 5) nicht von Homer geschildert wird, sondern (S. 6f.) eine Erfindung späterer Dichter ist. Die Handlung selbst teilt Levezow in fünf Momente oder (S. 12)"Classen": (S. 13-16) 1."Diomedes schon innerhalb des Tempels der Minerva dargestellt, aber noch hat er nicht Hand an das Palladium selbst gelegt", mit 5 Beispielen; (S. 17-18) 2."Diomedes im Begriff das Palladium zu rauben", mit 6 Beispiele; (S. 19-61) 3."Diomedes, nachdem er den Raub vollbracht hat, mit dem Palladium in der Hand, innerhalb des Tempels der Minerva"; weiter unterteilt in (S.19-51) a."Diomedes ohne Ulysses", mit 24 Beispielen und (S. 51-61) b."Diomedes
Nach eingehender Betrachtung der Denkmäler, stellt sich Levezow (S. 69) die Frage, warum Steinschneider das Thema so oft behandelt haben. Eine Begründung sieht er (S. 70) im Mythos selbst sowie in der Person des Helden: Dem Palladium wurde schützende Kraft zugesprochen, und gleichzeitig stelle der Raub"eine der denkwürdigsten Begebenheiten des heroischen Zeitalters der Griechen" dar, wohl einer der Gründe, warum gleich mehrere griechische und römische Städte behaupteten, das trojanische Palladium zu besitzen. Gleichzeitig könnte dem Palladium (S. 73) eine schützende Kraft beigelegt worden sein; die Gemmen wären somit nach Levezow auch als Amulette anzusprechen.

1802
Fragmente einer Geschichte des Schlosses Marienburg in Preußen. In: Historische und architectonische Erläuterungen der Prospecte des Schlosses Marienburg in Preußen. Herausgegeben von Friedrich Frick. Berlin, 1802. Gedruckt bei G. Hayn, in der Zimmerstraße No. 19. [X S, 119 S., 4°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, 50 MB 3393
Autorschaft: In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 151 als Werk Levezows genannt. Bemerkung: Dem mit"Fr. Frick." unterzeichneten Vorwort der Erläuterungen (S. V-X) folgt Levezows nicht unterzeichneter Aufsatz (S.1-56) und, ebenfalls ohne Verfasserangabe, die"Beschreibung und Erklärung der Kupfertafeln nebst einige Bemerkungen über die Baumaterialien am Marienburger Schlosse." (S. 57- 119).

1803
Vorbericht [1 Bl., 14 S., 2°] zu dem Tafelwerk Schloß Marienburg in Preußen. Nach seinen vorzüglichsten äußern und innern Ansichten dargestellt. Herausgegeben von F. Frick. Berlin 1799[-1803] geschrieb. und gestochen von F. Frick. [18 Tafeln, 2°].
Eingesehen: (Tafelwerk) Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, Sz 9125 Rara
Autorschaft: Im Tafelwerk der Staatsbibliothek findet sich der alte Eintrag"1803 erschien zu den Tafeln ein Vorbericht". Diesen"Vorbericht" erwähnt H. Reelfs (Kat. Gilly 1984, S. 100, 102) und gibt den Hinweis, daß die"Historischen Data" von Levezow stammen.

1803
Christian Tobias Damm's, ehemaligen Rektors des Köllnischen Gymnasiums zu Berlin, Mythologie der Griechen und Römer. Sechzehnte Auflage. [= 7.] Nach der von Friedrich Schulz [1786] veranstalteten Ausgabe aufs neue bearbeitet von Konrad Levezow. Mit acht und zwanzig neuen, nach Antiken gestochenen Kupfern. Berlin, 1814. Bei Johann Daniel Sander. [VIII S., 257 S., 28 Tafeln, 8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: 99 A 1294
Autorschaft: Unterzeichnet mit"Berlin. im April 1803. Konrad Levezow."
Bemerkung:"Dieser neue Abdruck der Damm'schen Mythologie erscheint aus den in der obigen Vorrede angegebenen Gründen ganz unverändert. Berlin, den 18. Februar 1814. Konrad Levezow."
Erstmals: Einleitung in die GötterLehre und Fabel-Geschichte der ältesten Griechischen und Römischen Welt, Berlin 1763. [268 S., 24 Tafeln, 8°]
Zusammenfassung:
In der Vorrede (S. IIIf.) zur 14. und 15. Ausgabe weist Levezow darauf hin, daß viele der wichtigsten Artikel"gänzlich umgearbeitet" worden sind, und daß man allen"wesentliche Verbesserungen im Styl und im Inhalte zu geben versucht" hat. Weiter sei die Anzahl der Kupfertafeln um zwölf vermehrt worden. Alle sind sie"nach antiken, zum Theil weltberühmten, Urbildern gestochen worden. Man kann wohl dreist behaupten, daß dadurch dieses Buch einen nicht gewöhnlichen Vorzug bekommen, und daß überhaupt kein anderes mythologisches Lehr- und Handbuch sich einer so guten Ausstattung von Seiten der Kupfer zu rühmen hat."
Gliederung: (S. III-IV)"Vorrede"; (S. V-VII)"Erläuterndes Verzeichniß der Kupfertafeln"; (S. 1)"Griechische und Römische Mythologie"; (S. 3-10)"Einleitung"; (S. 11-100)"Erster Theil. Von den eigentlichen Gottheiten der Griechen und Römer"; (S. 11-59)"I. Die höheren Gottheiten"; (S. 60-100)"II. Die unteren Gottheiten der Griechen und Römer"; (S. 60-63)"1. Die Gottheiten der Gewässer"; (S. 63-66)"2. Die Gottheiten der Wälder, Berge und Fluren"; (S. 66-69)"3. Die Gottheiten des Schlafes und des Todes"; (S. 69-72)"4. Die Dämonen oder Genien"; (S. 72-76)"5. Weibliche Unter-Gottheiten"; (S. 76-81)"6. Einzelne männliche Untergottheiten"; (S. 81-86)"7. Einzelne weibliche Untergottheiten"; (S. 86-100)"8. Männliche und weibliche Gottheiten, die bei den Römern national waren, und welche die Griechen nicht kannten"

1803
Kunstschätze des Königlichen Hauses. In: Der Freimüthige, Berlinische Zeitung für gebildete, unbefangene Leser, 1/1803, Nr. 16, 28.1.1803, S. 63, Nr. 17, 31.1.1803, S. 67f. [8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, 50 Mf 518-2 (Mikrofiche)
Zusammenfassung:
In dem kurzen Artikel weist Levezow (S. 63) auf den reichhaltigen Antikenbesitz des preußischen Königshauses hin und bedauert dessen Zerstreuung über die Schlösser und Gärten von Berlin, Potsdam und Charlottenburg. Seiner Überzeugung nach ist es wohl der natürliche"Wunsch des patriotischen Kunstfreundes [...] daß doch alle diese Schätze, zum Vortheile der Künste und Wissenschaften, in der Hauptstadt des Preußischen Staats, in einem großen, ihrer würdigen Museum vereinigt werden möchten." Im zweiten Teil des Artikels (S. 67f.) Beschäftigung Levezow der Ganymed (Betende Knabe), der größten Zierde der königlich-preußischen Antikensammlung.

1803ff.
Redaktion der Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen.
Hinweis: GStAPK I. HA Rep 76 alt (ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen- und Schulsachen) III, Nr. 88, Bl. 114-117: 15.3.1804: Beschwerde Levezows über die Verpflichtung zur unentgeltlichen Anfertigung von Katalogen (zu den Akademie-Ausstellungen). Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen, Registerband, S. 11 (H. Börsch-Supan):"Die Kataloge wurden, wie das Reglement von 1790 bestimmte, vom Lehrer der Theorie und der Alterumskunde zusammengestellt, und zwar vermutlich nach Angaben, die die Künstler lieferten".

1804
Über statuarische Gruppen-Anordnung und Aufstellung bei den Alten. In: Der Neue Teutsche Merkur, 1804, 1. Band, 1. Stück (Januar), S. 29-58; 2. Stück (Februar), S. 91-99. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: 119h:F8
Autorschaft: Unterzeichnet mit"Berlin im Novbr. 1803. Konrad Levezow."
Bemerkung: Weitgehend identisch mit 1804: Über die Familie des Lykomedes in der Königlichen Preußischen Antikensammlung, S. 16-32. In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 152: Über die verschiedenen Gruppendarstellungen der alten Bildhauer.
Zusammenfassung:
Fußnote (S. 29f.):"Dieser Aufsatz ist ein Abschnitt aus einer ausführlichen kritischen Untersuchung: Über die Familie des Lykomedes in der Antiken-Sammlung Seiner Majestät des Königs von Preussen, welche unter diesem Titel von zehn Kupfertafeln in Folio begleitet, zu Anfang des künftigen Jahres [1804] in Kommission der Realschulbuchhandlung in Berlin erscheinen wird. Diese Untersuchung nebst den Abbildungen der zehn Statuen, welche die vermeinte Familie des Lykomedes ausmachen und im Antiken-Tempel im Garten von Sanssouci bei Potsdam stehen, soll als Vorläufer und Probe eines größeren Werks dienen, welches sämtliche königlichen Antiken in Marmor und Bronze, in einzelnen Heften abgebildet und erläutert, enthalten wird und wovon die Ankündigung zugleich mit jener archäologischen Schrift ausgegeben werden soll. (D[er] Eins[ender])" Als Begründung für den Aufsatz bzw. dessen separate Veröffentlichung gibt Levezow (S. 30) an, daß antike Gruppenkompositionen bisher von der Forschung nicht beachtet worden seien, obwohl ihre Erforschung sowohl für die"Geschichte der alten Kunst" wie für die"neuere Kunst" von Bedeutung ist.

1804
Über die Familie des Lykomedes in der Königlichen Preußischen Antikensammlung. Eine archäologische Untersuchung, von Konrad Levezow, öffentlichem Lehrer am königlichen Friedrich Wilhelms Gymnasium in Berlin. Nebst zehn Kupfertafeln. Berlin, 1804. In Kommission der Realschulbuchhandlung. Gedruckt bey Friedrich Späthen. [VI S., 62 S., 10 Tafeln (Dähling del. Jügel fc.), 2°]
Widmung: an Hardenberg und Massow.
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 59476 2°
Unterzeichnet:"Berlin, im Februar 1804. Konrad Levezow."
Bemerkung: S. 16-32 weitgehend identisch mit 1804: Über statuarische Gruppen-Anordnung und Aufstellung bei den Alten.
Rezension: Neue Berlinische Monatschrift herausgegeben von Friedrich Biester, 11/1804 (Mai): Beschreibung der Antiken in der Königl. Preußischen Sammlung: die sogenannte Familie des Lykomedes von Hrn Levezow. Nr. 4, S. 374-386: Vorsatz und Anfang einer Beschreibung der Antiken hieselbst. Göttingische gelehrte Anzeigen, 92. Stück, 9.6.1804, S. 915-920 (Heyne). Die Neue Berlinische Monatschrift sieht in dem Werk (S. 377) eine"treffliche Probe" des"großen wahrhaft verdienstlichen Vorhabens" der Publikation der preußischen Antiken geliefert und gibt im folgenden (S. 378-385) eine Zusammenfassung der Schrift. In den Göttingischen gelehrten Anzeigen erläutert Heyne Levezows Vorhaben, die Antiken aus königlich-preußischem Besitz zu publizieren. Vorhaben und Vorgehensweise finden sein Wohlwollen. Es bedürfte (S. 916) dann"nur noch der archäologischen Kenntnisse des Kunst-Interpreten", damit man sich"von einem Kunstwerke eine ziemlich deutliche Vorstellung, selbst eine gewisse Beurtheilung des Kunstwerthes, gleichsam im Geiste", machen könne. Weiter lobt Heyne die Arbeit des Zeichners Dähling und des Kupferstechers Jügel, und daß Levezow sich des Rates und der Leitung Hirts versichert habe und Massow das Unternehmen unterstütze.
Zusammenfassung:
(Ohne Seitenzählung) Der Widmung folgt ein Verzeichnis von annähernd 60 Pränumeranden- und Subskribenten, unter ihnen Gentz, Gilly, Langhans, Nicolai, Rösel, Schadow, Uhden und Wachsmann. In der Vorrede (S. I) konstatiert Levezow ein Interesse von Kunstkennern und Altertumsforschern an der"Sammlung der königlichen preußischen Antiken" und weist auf ihre nachteilge Zerstreuung über die Schlösser und Gärten von Potsdam, Sanssouci, Berlin und Charlottenburg hin. Ihre Aufstellung birgt die Gefahr der Zerstörung durch Witterung in sich und erschwert sie"das Studium dieser Werke sowohl auf Seiten der Künstler als der Alterthumsfreunde [...] und verhindert nicht wenig den wichtigen Einfluß auf Wissenschaft und Kunst". Wünschenswert ist ihm ihre"Vereinigung zu einer einzigen und leichter zugänglichen und leichter zu übersehenden Sammlung". Hinzu kommt der Wunsch nach genauen und korrekten Abbildungen zur Betrachtung und zum Studium der Werke."Mit allerhöchster Bewilligung" will Levezow zur Erfüllung dieses Wunsches beitragen, (S. If.)"und sämmtliche Antiken in Marmor und Bronze, welche die königliche Sammlung ausmachen in zweckmäßigen Abbildungen, von den nöthign Erläuterungen begleitet, unter dem Titel Museum der königlichen preußischen Denkmäler der alten Kunst, heftweise" herausgeben. Vorliegende Abhandlung möchte Levezow"als den Vorläufer des ganzen größeren Unternehmens angesehen wisssen". Im folgenden erläutert Levezow sein Vorhaben näher. Er will sämtliche Antiken in Marmor und Bronze, auch die künstlerisch unbedeutenderen zeichnen und stechen lassen."Der Kenner der Archäologie weiß, daß nur durch die Vergleichung vieler Monumente einer Klasse, einer Art, eines und desselben Inhalts für die Wissenschaft, ihre Geschichte, ihre Kritik und Hermeneutik wichtige Fragen allein entschieden werden können, daß nur dadurch gewisse einzelne Beobachtungen, gewisse einzelne Resultate erst zu allgemeineren Wahrheiten, zu wahren Grundsätzen gedeihen können." Möglichst viele Denkmäler griechischer und römischer Kunst sollen so bekannt gemacht werden,"weil nur so erst das ganze Kunstfeld des klassischen Alterthums, in so weit wir es besitzen, ganz und sicher übersehen werden könnte." Die Archäologie ist hier in einer der Naturwissenschaft vergleichbaren Lage. Es sollen keine Prachtwerke entstehen, sondern bezahlbare. Zwar sollen und können (S. III) Abbildungen von Antiken"das Studium und den Genuß der Denkmäler selbst nicht überflüssig und entbehrlich machen", doch können sie beides"befördern und darauf vorbereiten helfen": Das Studium der Originale bleibt unabdingbar. Levezow hält in Hinsicht auf die oben beschriebene Absicht es für"vollkommen hinreichend, Form und Charakter im korrekten Umriß und in dem wahren Verhältniß des Ganzen zu seinen Theilen aus dem eigenthümlichen Gesichtspunkt des Monuments zu geben." Wichtig ist, um Irrtümer zu verhindern, daß Ergänzungen kenntlich sind. Im folgenden (S. IVf.) erläutert er dann den Aufbau der Abhandlung: Provenienz, Angaben zur Größe und zu Restaurierungen, schließlich"eine ungeschminkte, simple Beschreibung dessen, was das unbefangene Auge in Hinsicht auf Komposition, Form und Styl gewahr wird, und was vornehmlich der Umriß nicht allein bemerkbar [...] machen kann"; - Grundsätze von denen Levezow sich auch in den folgenden Abhandlungen leiten lassen wird. Levezows Dank (S. VI) gebührt Massow und Hirt. Letzterer hat"einen nicht geringen Einfluß auf Form und Inhalt des vorliegenden Werks gehabt" und wird ihn freundschaftlichst"bei der Ausführung des Angekündigten mit seinem schätzbaren Rathe und seinen Einsichten unterstützen."
Kurz (S. 1f.) schildert Levezow die Provenienz der Statuen und geht auf die durch eine männliche Statue in weiblicher Kleidung veranlaßte Restaurierung der Statuen zur Familie des Lykomedes ein. Diese Restaurierung war willkürlich und wurde bereits von Winckelmann angezweifelt. Es folgt (S. 3-9) eine Literaturdiskussion (Winckelmann, Heyne u. a. werden zitiert). Levezow will zeigen, daß (S. 9) die"zehn Statuen insgesammt, nichts weniger, als ein großes gemeinschaftlich zusammen hängendes Werk seyn können, wodurch die Familie des Lykomedes hat vorgestellt werden sollen". Zweitens will er"einige Vermuthungen über die ursprüngliche Bedeutung jeder einzelnen Statue mit Gründen zu unterstützen versuchen, die vielleicht nicht ganz ohne Gewicht in den Augen der Alterthumsforscher seyn werden." Es folgt (S. 9f) die Offenlegung der literarischen Grundlage die zur Bennung der Statuen als Familie des Lykomedes führten, (S. 10) die Auseinandersetzung von neuzeitlichen Künstlern mit dem Lykomedes-Stoff (u. a. Angelika Kaufmann) sowie (S. 11-15) Nachweise (Plinius, Pausanias, Denkmäler) antiker Umsetzungen des Stoffes. Nochmals weist Levezow auf das Problem der Zuordnung der Statuen zu einer Gruppe hin und diskutiert in einem Exkurs (S. 16-32) die statuarische Gruppen-Anordnung und Aufstellung bei den Alten. Levezow geht systematisch vor und unterteilt die antiken Gruppendarstellungen in Gruppen: (S. 22-25):"A. Beispiele von bloß gesellschaftlichen Gruppen", weiter unterteilt in"a. solcher, die auf einer gemeinschaftlichen Base standen, oft aus einem einzigen Blocke oder Stein gebildet waren", mit 7 Beispielen,"b. Gesellschaftliche Gruppen auf verschiedenen Basen neben einander gestellt", mit 7 Beispielen; (S. 25-31)"B. historisch-dramatische" Gruppen, wiederum unterteilt in"a. auf einer gemeinschaftlichen Basis, oft aus einem einzigen Blocke verfertigt", mit 5 Beispielen (u. a. Laokoon, Farnesischer Stier);"b. Historisch-dramatische Gruppen auf abgesonderten Basen", mit 3 Beispielen (u. a. Niobiden, Florenz). Die Resultate des Exkurses wendet Levezow dann auf die Familie des Lykomedes an, schickt aber gleich voraus (S. 33f.), daß eine von den Resultaten"sehr weit [...] abweichende Anordnung der Figuren" zu beobachten ist. Weiter werde die Untersuchung der einzelnen Statuen deutlich machen, daßdie eigenthümliche alte Bestimmung der meisten dieser Statuen, die schwerlich bei genauerer Ansicht verkannt werden kann, mit jener willkührlich angenommenen Idee [in ihnen die Familie des Lykomedes zu sehen] im größten Widerspruch stehet." Es folgt (S. 34-37) eine knappe Beschreibung der einzelnen Statuen, die erbringt, daß die"Figuren ehemals unmöglich so mit einander verbunden gewesen seyn können, um dadurch die Darstellung einer, zu einem einzigen Moment harmonisch verbundenen Handlung zu bewirken." Sie sind (S. 38)"ohne in einem historischen Zusammenhange gedacht", haben"nie zusammen eine Gruppe dramatischen Inhalts, im Geist und Sinn des Alterthums, gebildet". In den Statuen (S. 39) kann keine"nothwendige und sich selbst charakterisirende Vereinigung zu einem Ganzen" erblickt werden. Zur Prüfung des Urteils wendet sich Levezow schließlich (S. 40-45) den Restaurierungen zu und benennt (S. 46-61) die Figuren neu. In Achill und Odysseus erkennt Levezow Apollo-Statuen, in fünf der weiblichen Statuen Musen, in der Königin eine Matrone, in der knieende Gestalt die jüngste Tochter der Niobe der Gruppe in Florenz sowie in der Gestalt mit dem erhobenen Arm wahrscheinlich eine Dienerin. Im Schlußwort (S. 61f.) betont Levezow, daß die Figuren trotz der verlorenen Gruppenzugehörigkeit ihren Wert behalten. Mehrere von ihnen"bleiben ohne Widerspruch ausgezeichnete Zierden der königlichen Sammlung", besonders dann, wenn"sie noch einmal befreit [werden] von den lästigen und unwürdigen Anhängseln, womit sie der leichtsinnige Ergänzer verunstaltet hat" und"ihrem ursprünglichen Charakter gemäß und mit ihrer älteren Bedeutung völlig übereinstimmend, von einer geschickten Hand" ergänzt würden.

1805
Iphigenia in Aulis. Trauerspiel in fünf Akten von Konrad Levezow. Halle, in der Rengerschen Buchhandlung, 1805. [215 S., 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: Ys 2131
Rezension: Der Neue Teutsche Merkur, 1805 (April), S. 288-299: Über Prof. Levezow's Iphigenie; S. 296-299: Auszug aus dem 4. Akt.
Bemerkung: (S. 1)"Zum erstenmal aufgeführt auf dem königlichen Nationaltheater in Berlin, am 3ten August 1804, zur Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Königes."
Personen:
Agamemnon, König von Argos, oberster Feldherr der Griechen wider Troja;
Klytämnestra, seine Gemahlin;
Iphigenia, ihre Tochter;
Menelaus, Agamemnons Bruder;
Kalchas, Wahrsager und oberster Priester im griechischen Heer;
Nestor; Ulysses; Achilles; Diomedes; Patroklus; Automedon;
Mädchen und Weiber im Gefolge Klytämnestras und Iphigenias;
Griechische Helden, Krieger, Priester, Jungfrauen, Volk aus Aulis.
Szenenanweisung:"Der Ort der Handlung ist im griechischen Lager im Hafen von Aulis; im zweiten Akt allein zu Argos im Pallast des Agamemnon."

1806
Über die Wahl des Stoffes zu einem großen historischen Drama. Bruchstück einer Abhandlung über die Frage: Kann Luther in ästhetischer Hinsicht dramatisch dargestellt werden? In: Eurynome, September, 1806.
Hinweis: Wilhelm Kosch, Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Klagenfurt-Wien 1960, Band II, S. 1228.
Bemerkung: Fernleihbestellung im April aufgegeben.

1808
De iuvenis adorantis signo ex aere antiquo hactenus in regia Berolinensi nunc autem Lutetiae Parisiorum conspicuo. Commentatus est Conradus Levezow, antiquitatum in Academia bonarum Artium et in Gymnasio Friderico-Wilhelmino Berolini professor societatibus Scientiarum Gottingensi Regiae et antiqiutatum Cassellis Hassorum itemque Academiae italicae Liburnensi in Etruria partim literarum commercio partim honoris caussa coniunctus. Adiecta est tabula aenea. Berolini 1808. Apud Augustum Fridericum Kuhn. [S.18] Berolini, 1808. Excudebat Carolus Fridericus Amelang. [18 S., 1 Tafel, 4°]
Widmung: an den französischen Archäologen Aubin Louis Millin
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 53512 4°
(Deutsch:) Über die alte Erzstatue des Betenden Knaben bislang im Berliner Schloß, nun aber in Paris zu sehen ...
Ankündigung: Göttingische gelehrte Anzeigen, 203. Stück, 19.12.1807, S. 2021f. (mit knappen Angaben zum Inhalt der im Manuskript vorliegenden Schrift); Göttingische gelehrte Anzeigen, 100. Stück, 23.6.1808, S. 1000 (erschienene Schrift).
Bemerkung: Im Vorwort (ohne Seitenzählung) erwähnt Levezow, daß er die Abhandlung auf Initiative Millins geschrieben und der französische Archäologe ihn unterstützt habe.
Zusammenfassung:
(nach Göttingische gelehrte Anzeigen, 1807) Der Rezensent bringt sein Bedauern über die Verschleppung der Statue nach Paris zum Ausdruck. Der Sage nach wurde die Statue im Tiber gefunden und erhielt, wie für jugendliche Figuren üblich, die Bezeichnung mit Antinous, was jedoch"weder der Stellung noch der Geschichte gemäß ist."

1808
Geschichte der königlichen Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin aus gedruckten und archivalischen Nachrichten entworfen von Konrad Levezow, Professor der Alterthümer an der Königl. Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften wie auch am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften zu Göttingen, der italienischen Akademie zu Livorno Korrespondirenden und der Sozietät der Alterthümer zu Kassel Ehrenmitgliede. Besonders abgedruckt aus der Eurynome und Nemesis. Stettin, bei Johann Samuel Leich. Leipzig, in Friedrich Bruders Buchhandlung. 1808. [42 S., 8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: 4549g
Vorabdruck: Eurynome und Nemesis.
Neudruck: In: Verzeichniß derjenigen Kunstwerke, welche von der königlichen Akademie der Künste ... öffentlich ausgestellt sind. Berlin, 1814. Gedruckt bei Louis Quien, S. III-LXIV (leicht gekürzt).
Reprint: (des Neudrucks) Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen, Bd. 1, 1814.
Fortsetzung: 1818: Fortsetzung der Geschichte der Königl. Akademie der Künst vom Jahre 1805 bis 1818.
Zusammenfassung und Gliederung:
Regierung Friedrichs III./I. (S. 3-16): Die Akademie entstand unter der"glänzenden Regierungsperiode Friedrichs des Dritten", dessen Prachtliebe"besonders den Beistand der schönen Künste" erforderte. Bevorzugt wurden niederländische Künstler und eingewanderte Franzosen. Berlin wurde zu einem"Sammelplatz einer beträchtlichen Anzahl guter Meister in allen Gattungen der bildenden Künste". Nicht zu übersehen war das Bestreben Friedrichs III./I."seinem Zeitgenossen Ludwig dem vierzehnten von Frankreich in der Beförderung und Anwendung der Künste des Friedens nachzuahmen". 1694 machte Terwesten dann"dem Kurfürsten den Vorschlag, nach dem Vorbilde der Kunstakademien in Paris und Rom eine ähnliche Akademie der Künste in Berlin zu errichten." Unter Hinzuziehung Schlüters erhielt Terwesten den Auftrag,"den ersten Plan zu einem solchen öffentlichen Institute zu entwerfen". Eingerichtet wurde die Akademie im Obergeschoß des Vordergebäudes des Marstalls, deren sechs Zimmer Levezow kurz beschreibt. Die Einweihung fand am Geburtstag Friedrichs III./I. 1699 statt. Es folgen (S. 7-14) Auszüge aus der Stiftungsurkunde, Auszüge aus den Protokollen akademischer Konferenzen von 1700 bis 1705 und Auszüge aus dem gedruckten Entwurf"In was Ordnung die Collegia publica bey der Königlichen Preuß. Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften allhier in Berlin das Jahr hindurch sollen gelesen und gehalten werden" von 1706.
Regierung Friedrich Wilhelms I. (S. 16-17): Es kam zum"schleunigen Verfall dieser bis dahin so schön und schnell aufblühenden Anstalt [...] die ihr damals vom Staat zufließende Unterstützung [war] kaum im Stande [...], ihren Namen und ihre Existenz vom völligen Untergange zu retten." Regierung Friedrichs II. (S. 17-29): Kriegsereignisse gleich am Beginn der Regierung Friedrichs des Großen verhinderte die Wiederherstellung der"gänzlich verwaisete[n] vaterländische[n] Anstalt". Hinzu kam das geringe Zutrauen Friedrichs II."zu dem Kunstgenie seiner Nation". Kurz geht Levezow auf den Brand im Akademiegebäude 1743 ein. Vorschläge Le Sueurs zur Wiederherstellung der Akademie wurden nicht angenommen. Zu Verbesserungen kam es erst 1786 unter seinem Nachfolger Bernahrd Rohde, wesentlich auf den Einfluß des"einsichtsvolle[n], gelehrte[n], kunstliebende[n] und patriotische[n] Staatsmann[es]" Heinitz."Von dem Tage seiner Übernahme des akademischen Kuratoriums" begann"die neue und glänzende Periode der Wiederherstellung der Akademie". Noch unter der Regierung kam es zur Reform des Akademie-Reglements von 1699.
Regierung Friedrich Wilhelms II. (S. 29-40):"Schon längst" war Friedrich Wilhelm II."Freund und Beschützer deutscher Kunst und Wissenschaft". Den Beginn seiner Regierung verherrlichte er durch"Aufmunterungen und Gunstbezeigungen, die er einheimischen deutschen Gelehrten und Künstlern" bewies. Er berechtigte"die vaterländische Kunst gleich anfänglich zu der Hoffnung, daß er die heißesten Wünsche der Akademie für ihre Wiederherstellung erfüllen würde, woran nur der Tod den großen Friedrich verhindert hatte." Friedrich Wilhelm II. übertraf"die kühnsten Erwartungen", die bezüglich der Wiederherstellung der Akademie gehegt wurden. Er erhöhte die Einkünfte der Akademie und gab ihr 1790 ein neues Reglement, das Levezow als"Wiederherstellungs-Urkunde" bezeichnet. Die Bestimmungen gibt Levezow wieder. Festgeschrieben ist, daßvon Zeit zu Zeit, wo möglich alle Jahre, [...] eine öffentliche Ausstellung von Kunstwerken, sowohl aus den höheren als untergeordneten Gattungen der Künste statt haben [soll], und einheimische und auswärtige Künstler [...] aufgefordert werden [sollen], ihre Arbeiten dazu einzusenden, die ihnen nach geendigter Ausstellung wieder zurückgegeben werden." Regierung Friedrich Wilhelms III. (S. 40-42): Es kommt unter dem Nachfolger Heinitz', Hardenberg zu weiteren Verbesserung einzelner Teile und der inneren Organisation der Akademie. Besonders erwähnt Levezow (das von Mitgliedern der Akademie) 1803-1806 herausgegebene Elementar-Zeichenwerk zu zu akademischen Unterrichtszwecken. Auch erwähnt Levezow die Stiftung einer eigenen"Akademie der Baukunst" 1799, wodurch"zwar der architectonische Unterricht von der Akademie der bildenden Künste ganz getrennt [wurde]; aber dennoch verblieb den Zöglingen der Akademie der bildenden Künste das Recht an den für sie zunächst nutzbaren Lektionen der Lehrer der Akademie der Baukunst freien Antheil zu nehmen." Kurz erwähnt Levezow den Antritt Schadows als Direktor der Akademie, daß der Kriegsausbruch 1806 bisher keine Störungen im akademischen Lehrbetrieb verursacht habe und schließt mir den Worten:"Mag der Schutzgeist der Menschheit für immer über eine Anstalt walten, deren Hauptzweck die Pflege und Wartung einer der schönsten und edelsten Blüten der Humanität gebildeter Völker ist!"

1808
Über den Antinous dargestellt in den Kunstdenkmälern des Alterthums. Eine archäologische Abhandlung von Konrad Levezow, Professor der Alterthümer an der Königlichen Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften, wie auch am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin, der Königl. Societät der Wissenschaften zu Göttingen und der italienischen Akademie zu Livorno Korrespondenten. Nebst zwölf Kupfertafeln. Berlin, 1808. Bei Johann Friedrich Weiss. [X S., 137 S., 12 Tafeln, 4°]
Eingesehen: Hochschule der Künste: RK 0110
Unterzeichnet: (Vorrede)"Berlin, den 25. August 1808. K. Levezow."
Widmung:"Seinem theuren hochverehrten Freunde und Kollegen Herrn A. Hirt [...], dem scharfsinnig unbefangenen Forscher des Alterthums und seiner Kunst widmet diese Abhandlung zu einem Denkmale innigster Verehrung Konrad Levezow."
Ankündigung: Göttingische gelehrte Anzeigen, 203. Stück, 19.12.1807, S. 2022-2024 (mit knapper Zusammenfassung, wohl nach Angaben Levezows).
Rezension: Göttingische gelehrte Anzeigen, 199. Stück, 12.12.1808, S. 1986-1992. Der Rezensent (S. 1987) lobt die Druckqualität und fährt (S. 1987f.) fort:"Eine so reiche, mit so vielem gelehrten Fleiße, guter Zusammenstellung, feinem Kunstsinn, bearbeitete Schrift haben wir, so viel der Rec. sich erinnern kann, noch von keiner Classe der Antiken."
Zusammenfassung: In der Vorrede (S. Vf.) verweist Levezow auf die sieben Jahre zuvor erschienene Abhandlung Über den Raub des Palladiums, die bereits in der Absicht entstand,"den Versuch zu machen, eine zahlreiche Gattung von Denkmälern des Alterthums über einen und denselben Gegenstand nach einem in ihnen selbst liegenden Prinzip systematisch geordnet aufzustellen"; ein Verfahren, das für das Studium des Alterthums und der alten Kunst erhebliche Vorteile mit sich bringt, vor allem eine leichtere Übersicht ganzer Massen von zerstreuten Denkmälern. Den sprechendsten Beweis für die Vorteile der systematischen Anordnung einer Klassen von Denkmälern liefern die Münzen:"Jeder einzelne Versuch dieser Art darf daher wohl als ein nicht unwillkommener Beitrag angesehen werden, zu einer allgemeinen Klassifikation aller vorhandenen Denkmäler, indem diese nur erst durch solche allmählige Annäherungen in monographischen Bearbeitungen möglich werden kann." In vorliegender Schrift übergibt Levezow dem Publikum somit einen erneuten Versuch."Er betrifft eine sehr zahlrei
Einleitend (S. 3) weist Levezow auf die zahlreichen, durch Statuen, Büsten, Reliefs, Gemmen und Münzen bekannten Darstellungen des Antinous hin."Merkwürdig sind sie wenigsten fast alle im Vergleich unter einander durch die Mannigfaltigkeit der Darstellungsart und die auffallende Verschiedenheit der Attribute, mit denen man die Gestalt des Jünglings bezeichnete." Bedeutend sind die Denkmäler auch hinsichtlich der Beurteilung des Zustandes"der Kunst in einer der späteren Perioden des römischen Alterthums". Sie bieten (S. 3f.)"mannigfaltige Belege zu manchen Nachrichten der alten Schriftsteller über einige wichtige Erscheinungen in dem Kulturzustande der damaligen Welt, und als Beiträge zur Aufklärung über gewisse Punkte des religiösen Kultes der Alten, in so fern er mit der bildenden Kunst in Verbindung stand." Es folgt (S. 4) eine Literaturübersicht. Einzelne Denkmäler sind bereits bearbeitet, (S. 5)"Aber e
Der ersten Klasse (S. 18) schickt Levezow"die allgemeinen und besonderen Merkmale [voran], woran die Gestalt und der Charakter des Antinous an und für sich in den alten Kunstwerken sicher erkannt werden" kann und gibt weiter Gründe an,"worauf sich diese Erkenntnissemerkmale stützen". Ausführlich (S. 37-57) erörtert Levezow in der zweiten Klasse das Problem der Heroisierung des Antinous. Nach der systematischen Betrachtung aller ihm bekannten Denkmäler kommt Levezow zu dem Schluß, daß sie (S. 130) fast ausschließlich aus hadrianischer Zeit stammen. Sie sind ihm Zeugnis von dem (S. 134) Zerfall der Kunst der Zeit. Die hadrianischer Kunst (S. 135) ist weit von der"glückseligen Periode freier und genialerWirksamkeit griechischer Schöpferkraft" entfernt.

1808
Über die Frage ob die Mediceische Venus ein Bild der Knidischen vom Praxiteles sey. Eine archäologische Abhandlung von Konrad Levezow, Professor der Alterthümer an der Königlichen Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften, wie auch am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin, der Königlichen Societät der Wissenschaften zu Göttingen und der italienischen Akademie zu Livorno Korrespondirendem, und der Societät der Alterthümer zu Kassel Ehren-Mitgliede. Nebst einer Kupfertafel. Berlin, 1808. Im Verlage des Kunst- und Industrie-Komptoirs. [S. 96:] Gedruckt bei Karl Friedrich Amelang. Neue Friedrichs-Straße No. 56. [96 S., 1 Tafel, 4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 53512 4°
Unterzeichnet: (Vorrede)"Berlin, am 18ten Januar, 1808".
Widmung:"Dem ehrwürdigen durch Schrift und Rede unsterblich verdienten Lehrer der Alterthums-Wissenschaft Herrn Geheimen Jusitzrath Heyne in Göttingen widmet diese Abhandlung zu einem öffentlichen Denkmal seiner Ehrfurcht und Dankbarkeit der Verfasser."
Ankündigung: Göttingische gelehrte Anzeigen, 203. Stück, 19.12.1807, S. 2017-2021: Zusammenfassung der im Manuskript vorliegenden Schrift.
Rezension: Göttingische gelehrte Anzeigen, 100. Stück, 23.6.1808, S, 997-1000. Der Rezensent lobt (S. 997) den"schönen und ansehnlichen" Druck und würdigt die Abhandlung als"selten gründliche, nicht mit Kunstgeschwätze angefüllte, sondern echt-critische" Schrift, in der gezeigt werde,"daß man in der Beantwortung jener Frage [ob in der Mediceischen Venus die Knidische des Praxiteles zu erkennen ist] über eine, zwar hohe und überwiegende, Wahrscheinlichkeit nicht hinausgehen kann", die aber doch erhellt, daß in der Mediceische Venus wohl nicht die Knidische zu erkennen ist.
Zusammenfassung:
Veranlassung für die Schrift lieferte der Artikel eines Kunstgelehrten in der Jenaischen Literatur-Zeitung vom 16. September 1806. In der Vorrede (S. 5f.) weist Levezow darauf hin, daß die Schrift durch Heyne der Göttinger Königlichen Societät der Wissenschaften am 28. November 1807 vorgelegt und kurz darauf in den Göttingischen gelehrten Anzeigen mitgeteilt wurde. Den dort gegebenen Hinweis, daß die Beweiskraft"der Knidischen Münzen für die richtige Vorstellung der Knidischen Venus [...], noch durch mehrere Beispiele ähnlicher Art aus den Münzen hätte erläutert werden können" nimmt Levezow auf und führt ihn zu der Nebenuntersuchung:"In wiefern sind auf Münzen des Alterthums überhaupt gültige Abbildungen ehemals ausgezeichneter und berühmter Kunstwerke enthalten?" sind.
Nach Levezow (S. 9) ist die antiquarische Kritik (S. 11 als archäologische Kritik bezeichnet) innerhalb der Altertumswissenschaft die schwierigste Disziplin. Als Gründe führt er (S. 10) an, daß nur wenige Denkmäler erhalten sind, deren Verfertiger namentlich bekannt sind, darunter so gut wie keines im Original. Originalwerke seien fast ausschließlich von den Schriftstellern her bekannt, deren Nachrichten jedoch oft unzulängich sind. Seit längerer Zeit werde nun schon in der Mediceischen Venus (S. 12)"ein Bild der Knidischen Venus von Praxiteles" gesehen, begründet durch den Ruhm der Statue, in ihrer Ähnlichkeit mit den antiken Beschreibungen und ihrer Schönheit im Vergleich mit anderen Venusdarstellungen. Auch werde (S. 13f.) in der Mediceischen Venus ein Originalwerk gesehen, trotz anders lautender Berichte. Bereits (S. 15) Heyne und Visconti hätten aufgrund knidischer Münzbildnisse die Mediceische nicht als Kopie der Knidischen angesehen, wogegen sich wiederum (S. 16) der Rezensent der Jenaischen Literatur-Zeitung aussprach. Aus dem Artikel, in dem die Dresdner Venus mit der Mediceischen Venus verglichen und ein"Herrn B." (Böttiger?) herangezogen wird, zitiert Levezow (S. 16-20) ausführlich. Der Rezensent wünscht,"dass ein gelehrter Alterthumsforscher" in die Diskussion eingreift.
Levezow nimmt den Faden auf und geht wie in bereits mehrfach erprobter Weise systematisch vor: (S. 22-37) 1. Frage:"Welche Nachrichten geben uns die alten Schriftsteller von der Beschaffenheit der Knidischen Venus des Praxiteles?"; (S. 37-46) 2. Frage:"Ob die Mediceische Venus diesen von den Schriftstellern angegebenen Merkmalen entspreche, oder nicht, und in wiefern"; (S. 46-79) 3. Frage:"Welche Beweiskraft haben die Knidischen Münzen für die Behauptung, daß die darauf enthaltene Vorstellung einer Venus und die ihr ähnlichen vorhandenen Venusstatuen Bilder der wahren Praxitelischen Venus sind?" (S. 47-65) Exkurs über Münzdarstellungen der Knidischen Venus; (S. 79-92) 4. Frage: Bemerkungen zu den Schlußfolgerungen des Rezensenten des Jenaer Literarischen Zeitung; (S. 92-95) Resultate.
Aus der Behandlung des ersten Punktes folgert Levezow, daß das Wenige, was die antiken Schriftsteller (Plinius, Lucian, Pausanias) von der Knidischen Venus berichten, (S. 37)"bei weitem nicht hin[reicht], um uns eine bestimmte Vorstellung von der Idee, der Gestalt, dem Charakter und den mit der Göttin etwa noch verknüpften Attributen zu geben". Die Nachrichten reichen"durchaus nicht hin, um bestimmt die Ähnlichkeit zwischen ihr und einem andern noch vorhandenen Kunstwerk darauf allein antiquarisch zu gründen." Ergebnis der zweiten Frage ist, daß (S. 45)"mit Recht als wahrscheinlich gefolgert werden [kann], daß entweder die Mediceerin ein im Alterthum selbst ein hochberühmtes Originalwerk war, oder, daß sie einem noch schöneren Original, als sie selbst ist, nachgebildet wurde." Levezow hält es für statthaft in der Mediceerin die Knidische Venus Praxiteles zu sehen,"so lange sich nicht andere Gründe ergeben, welche die Aufmerksamkeit auf eine neue Form hinlenken", was durch einen Fund Knidischer Münzen geschehen ist, auf denen eine andere Venus als die Mediceische dargestellt ist. Levezow sieht es (S. 46) als sehr wahrscheinlich an, daß auf diesen Münzen Praxiteles' Venus dargestellt ist. In dem unter dem dritten Punkt eingefügten Exkurs (S. 47-65) beschäftigt Levezow die Frage,"In wiefern sind auf den Münze des Aterthums gültige Abbildungen ehemals berühmter und ausgezeichneter Kunstwerke enthalten" sind, und ob sich die Münzschneider"dabei strenge an gewisse Vorbilder hielten, oder nicht?". Als problematisch sieht Levezow (S. 54) grundsätzlich die extreme Verkleinerung auf den Münzen an und nimmt an, daßnicht alle charakteristischen Merkmale, die sich an dem Original befanden, oft nicht einmal alle Attribute" aufgenommen werden konnten. Aus der eingehenden Betrachtung der Münzbilder schließt Levezow (S. 64f.),"daß sich die Alten in ihren Münzbezeichnungen, wie überall, strenge, so weit es die freilich eingeschränkte Sphäre einer Münze zuließ, häufig nach wirklichen Vorbildern der Bildhauerkunst richteten; daß sie ferner zur Lokalbezeichnung sich der Haupttempelbilder, oder anderer an einem Orte vorzüglich berühmter Kunstwerke bedienten, und daß folglich, wenn noch vorhandene Bildsäulen aus dem Alterthum genau" mit Münzbildern übereinstimmen, als sicher angenommen werden kann, daß beide"einem und demselben berühmten oder vorzüglich ausgezeichneten Prototypus nachgebildet" wurden. Für Levezow besteht kein Zweifel darin, daß (S. 67) auf Knidischen Münzen die Venus des Praxiteles dargestellt ist. Er sieht (S. 68) keinen Widerspruch zwischen den Münzdarstellungen und den antiken Beschreibungen der Statue. Andere (S. 73-79) in römischen Kopien überlieferte Venusstatuen, lassen sich jedoch viel besser auf die Knidischen Münzbilder beziehen, als die Mediceische. Die Mediceische Venus scheint ihm für ein Tempelbild zu klein, sie ist eher im privaten Zusammenhang zu sehen. Schließlich widerlegt Levezow unter dem vierten Punkt die Meinung des Rezensenten der Jenaischen Literatur-Zeitung, der die Mediceische Venus für ein Werk des Praxiteles hält. Levezow (S. 85) geht von einer"Verschiedenheit der Idee" aus,"welche höchstwahrscheinlich der Knidischen und der Mediceischen Venus zum Grunde liegt". In den Resultaten faßt Levezow die Ergebnisse dann nochmals in elf Punkten zusammen.

1809
Leben und Kunst der Frau Margarete Luise Schick, gebornen Hamel, Königl. Preuss. Kammersängerin und Mitglied des Nationaltheaters zu Berlin; von Konrad Levezow. Mit dem Bildnisse der Künstlerin nach der Büste von F. Wichmann. Berlin, 1809. Bei Duncker und Humblot. [S. 76:] Berlin, 1809. Gedruckt bei Karl Friedrich Amelang. [75 S., 1 Tafel, 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, Yp 1616
Bemerkung: Margarete Luise Schick, geboren am 26.4.1773 in Mainz, gestorben am 29.4.1809 in Berlin.
Gliederung: (S. 5-9) Allgemeine Wirkung der Schauspielkunst; (S. 9-75) Biographie.

1812
Beschreibung und Erläuterung eines Denkmals von gebranntem Thon, welches der verewigten Königin Luise von Preußen in dem Hause des Königlichen Salzfaktors Pilegaard bei Frankfurth an der Oder gewidmet ist. (Diese Schrift wird zum Vortheil der Luisenstiftung verkauft.) Berlin, 1812. [24 S., 4°]
Eingesehen: Hochschule der Künste: RK 0055
Autorschaft: In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 151 und Neuer Nekrolog der Deutschen, 1835, Bd. 13, T. 2; S. 871 Levezow als Verfasser genannt. Im eingesehenen Exemplar Levezow alt als Verfasser handschriftlich nachgetragen.
Zusammenfassung:
Einleitend verleiht Levezow (S. 3) seiner Trauer um Luise, der"schönste[n] Zierde des Volkes", der"unvergeßliche[n] Königin" Ausdruck. Die Trauer ist allgemein, umfaßt das ganze Volk und erregt"das Mitgefühl befreundeter Nazionen". Der Tod (S. 4) der"verklärten Königin" zeige nun die"unausbleiblichen Wirkungen ihrer Tugenden im größten Umfange"; und (S. 4f.)"jedwede Kunst hat die Gestalt ihres schönen Körpers, wie die ihrer erhabenen und liebenswürdigen Seele zu bewahren gesucht; Denkmäler in Stein und Metall werden ihren Namen der Nachwelt übergeben." Zu den eben erwähnten Denkmälern gehört auch das hier behandelte, von Pilegaard in Auftrag gegebene. Veranlassung für den Auftrag (S. 5) war ein Besuch Luises und Friedrich Wilhelms III. 1800 auf einer Reise nach Schlesien im Amtshaus des Salzfaktors Pilegaard bei Frankfurt an der Oder. Nach dem Tod Luises wünschte Pilegaard (S. 6) an den Tag zu erinnern und beauftragte Schadow mit dem Relief. Mit Rücksicht auf die Vermögensverhältnisse Pilegaards entschied Schadow sich (S. 7) für"reinen vaterländischen Thon", ein Werkstoff, der sich auch in der Antike findet. Gebrannt wurde das Relief von Feilner, der Rahmen (S. 8)"vom schönsten grau gebeitzten Holze mit vergoldeten Zierrathen, eine Art Altarrand mit einem von gereiften Pilastern getragenen Gesimse" nach einer Zeichnung Schinkels vom Tischlermeister Cords angefertigt. Im folgenden (S. 8-10) unterzieht Schadow das Relief einer eingehenden Beschreibung, setzt sich (S. 11-13) mit der Allegorie im allgemeinen auseinander, skizziert (S. 13-23) die Geschichte plastischer gebrannter Tonwaren von der Antike (Vasen, Standbilder in Pompeij) über die Renaissance (Luca della Robbia) bis in die eigene Zeit (in Lambeth bei London von Coade, gegründete"Fabrik von künstlichen Thonarbeiten" mit dem Namen Litho di pyro, Toreutika-Fabrik von Klauer in Weimar, Fabrik(?) des Kunsthändlers Rost in Leipzig, Ofenfabrik Höhler und Feilner in Berlin) und erläutert die Herstellung des Schadowschen Reliefs. Weiter erwähnt Levezow noch, daß Pilegaard (S. 23) auf einen Obolus der Besucher seiner Hauses hofft, den er zur Unterstützung der Luisenstiftung in Berlin verwenden will. Auch will er das Relief durch einen Kupferstich verbreiten lassen. Der Verkaufserlös soll ebenfalls an die Luisenstiftung gehen. Der Stich soll (S. 24) von Buchhorn in Berlin im Folioformat gestochen und zusammen mit der Schrift Levezows vertrieben werden. Zwecks Pränumeration und Subskription kann sich der Interessent an Pilegaard in Frankfurt oder Schadow in Berlin wenden. Das Erscheinen des Stiches wird für 1814 angekündigt.

1814
Arien und Gesänge aus: Die Fischer bei Kolberg, vaterländisches Schauspiel mit Gesang in zwei Akten von K. Levezow. Musik von C. F. Rungenhagen. Berlin, 1814. [29 S., 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, Musikabteilung, Mus T 22,2
Bemerkung: In Neuer Nekrolog der Deutschen, 1835, Bd. 13, T. 2, S. 869 als Die Fischer an der Ostsee genannt.
Personen und ihre Darsteller:
Leutenant von B., verwundet, von der Garnison der Vestung Kolberg ... Hr. Rebenstein;
Walter, ein Fischer ... Hr. Gern;
Hannchen, dessen Tochter ... Dem. Eunicke;
Wilhelm, ein junger Fischer ... Hr. Stümer;
Zwei Offiziere ... Hr. Stich, ... Hr. Holzbecher;
Jäger, Soldaten von der Besatzung von Kolberg.
Ein Offizier ... Hr. Gern S.;
Ein Sergeant ... Hr. Bauer;
Soldaten von den feindlichen Truppen.

1814
Erinnerungen an einige Ursachen und Wirkungen der Denkmäler großer Männer: in Beziehung auf ein Denkmal Friedrichs des Zweiten; und für ein Denkmal der Rettung Berlins und seiner Nachbarn im Jahre 1813. Zwei Reden gehalten am 25. Januar 1812 und am 22. Januar 1814 am Stiftungsfeste der Gesellschaft der Freunde der Humanität in Berlin von D. Konrad Levezow, Königlichem Professor. Halle, in der Rengerschen Buchhandlung 1814. [XIII. S., 46 S., 8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Ri 12800
Rezension: Göttingische gelehrte Anzeigen, 167. Stück, 17.10.1814, S. 1670-1672. Der Rezensent ist voller Lob:"Ein Paar Reden, der großen Gegenstände, denen sie geweiht sind, ebenso würdig, als des heiligen Zweckes, weßhalb sie durch den Druck bekannt gemacht wurden! Treffend werden diejenigen widerlegt, welche es in unsern Zeiten für unnöthig erklärten, den zwey großen Männern Luthern und Friedrich den Einzigen Denkmähler zu errichten, und schön die Gründe zur Errichtung derselben aus dem Innern und Wesen des menschlichen Geistes und aus der herrlichen Wirkungen der Denkmäler dargestellt"; und zur zweiten Rede:"Die Rede ist mit Begeisterung entworfen und ausgeführt: Wahrheit herrscht durchgehends: Verstand und Herz werden ergriffen, und indem jener überzeugt wird, so spricht aus alles mit Rührung unsre Gefühle an. Dazu kommt die schöne Anordnung und der gebildete Stil. Die Rede ist ein Muster in ihrer
Zusammenfassung:
Beide Reden wurden (S. III)"vor einer zahlreichen und gemischten Versammlung und im Gefolge anderer Reden und Vorlesungen" auf Stiftungsfesten der Gesellschaft der Freunde der Humanität zu Berlin gehalten. Levezow geht auf die politischen Verhältnisse Anfang 1812 und 1814 ein und betont, daß die erste Rede einen Tag nach dem 100. Geburtstag Friedrichs des Großen gehalten wurde. Ihm zufolge (S. Vf.) konnte das Vorhaben zur Errichtung eines Friedrichsdenkmal,"da Friedrichs Ehre, selbst in den Augen der Feinde Preußens, ein immer mit großer Theilnahme und regem Enthusiasmus betrachteter Gegenstand gewesen ist, zu einem unverdächtigen, dennoch aber großen und wirksamen Mittel dienen, die ganze Nation zu einem großen fruchtbaren Gedanken, bei allem getrennten Interesse der gefährlichen Gegenwart, zu vereinigen." Mit Eintritt in die Befreiungskriege 1813/14 (S. VIII) war Preußen dann"wieder würdig geworden ein großes Ehrendenkmal Friedrichs auf freiem Grund und Boden zu besitzen: denn es ist wieder fähig geworden, ein solches Denkmal, als Palladium seines Ruhms und seiner Freiheit, zu bewahren." Der Anlaß für die zweite Rede (S. X) bildete"die Idee, welche Herr Schadow [...] in einem Modell zu einem Denkmal der Rettung Berlins und seiner Nachbarn im Jahre 1813" in der Versammlung Gesellschaft der Freunde der Humanität zu Berlin im Januar 1814"zum ersten Male öffentlich ausstellte und mit einer mündlichen Erläuterung selbst begleitete" Gern übernahm Levezow "den begeisternden Auftrag zu einem Vorwort desselben, um die Nothwendigkeit eines solchen Ehrendenkmals der Nationaldankbarkeit mit einigen Bemerkungen zu erörtern." Der Vortrag erhielt bald den"Charakter einer Volksrede". Mit dem Druck der Reden bezweckte Levezow (S. Xf.) die Unterstützung von patriotischen Landsleuten in Stettin.
Die erste Rede (S. 1-16) eröffnet Levezow (S. 3) Hinweis auf zurückliegende Bestrebungen zu Errichtung eines Luther- und eines Friedrichsdenkmal. Levezow stellt sich gegen die Ansicht, daßdie unsterblichen Verdienste" Luthers und Friedrichs des Großen"keines andern Erinnerungsmals [bedürften], als ihre eignen Werke, mit denen sie sich"das herrlichste Denkmal ihrer Größe und ihres Ruhms gesetzt" hätten. (S. 7)"Denkmäler großer und verdienter Männer" sind von hoher erzieherischer Wirkung. Sie wirken auf die"sittliche Freiheit" und die"Gemüther der Zeitgenossen und der Nachwelt"; sie regen"die Liebe zu Volk und Vaterland" und feuern zur Nachahmung an; sie wecken die Begierde nach Verdienst, Ruhm und Unsterblichkeit. Nach einem stark suggestiven Abschnitt (S. 8-10) wendet Levezow sich (S. 11) der historisch-künstlerische Hierarchie der Denkmäler zu. Die niedrigste Stufe machen"rohe Zeugnisse der Natur" mit Inschriften aus. Diese reichen für Zeitgenossen und Wissende, jedoch nicht für den"fremden Wanderer". Sie sind einem bedeutenden Mann nicht unbedingt angemessen. Die zweite Stufe machen (S. 12) die Erz- und Marmorstatuen der Antike aus, in denen die Individualität des zu Ehrenden überliefert wird. Für ein Luther- oder Friedrichsdenkmal suggeriert Levezow (S. 12f.) eine dritte Stufe. Wirkt das Thema nicht"auf die Begeisterung des Künstlers", fragt er,"auf sein Streben nach höherer Vollendung und Ruhm? auf seinen Wettkampf mit gepriesenen Vorgängern und Nebenbuhlern?" Denkmäler (einer dritten Stufe) gibt es (bisher) nicht in Deutschland, obwohl"es ihm an großen außerordentlichen Männern, nie an verdienten, edlen gefehlt" hat. Deutschand hat (S. 13f.), hinsichtlich eines Denkmals (dritter Stufe für Luther und Friedrich den Großen)"gefehlt für die Genugthuung seiner selbst in Hinsicht auf die heiligste Pflicht, gefehlt für den Reiz der Nachahmung und Vaterlandsliebe, gefehlt für die Beförderung und Ausbildung seiner Kunst, - noch immer viel zu sehr gefehlt an Denkmälern ihrer Tugend, ihrer Größe, ihres Ruhms, ihrer Unsterblichkeit." Es folgt (S. 14-16) ein Hymnus auf Friedrich. Emphatisch fordert Levezow die Errichtung eines Denkmals für Friedrich, der"nicht bloß ein Fürst der Brennen, nein, ein Fürst der Menschheit war".
Die im Januar 1814 gehaltene zweite Rede (S. 17-46) leitet Levezow damit ein, daß (S. 19) die von gerechter Furcht und schwacher Hoffnung für das Vaterland bewegte Seele" (zum Zeitpunkt der ersten Rede, Januar 1812) noch nicht ahnen konnte,"daß die große Zeit nahe" war,"worin sich die Rage des Ruhms, wie im Jahrhunderte Friedrichs, und noch im erhöhertem Glanze, neu verklären und die Ursachen zur Aufstellung würdiger Denkmäler, in steigender Größe, wie niemals, fast mit jeder neuen Sonne häufen und drängen würden. [...] Preußen, das heilige Vaterland, ist wiedergegeben der Freiheit und seinem alten Ruhm". Levezow prophezeit (S. 21) die Entstehung zahlloser Denkmäler -"oder soll künftig keine öffentliche Halle prangen mit den Bildern der großen Rettungsschlachten [...] ?". Beklagt wird (S. 24f.) die Kunstarmut der Gegenwart. Für Phantasie und Kunstgeist war in den vergangenen Jahren keine Zeit geblieben. Er ruft (S. 26) die Künstler,"einheimisch in der ewigen Welt des Ideals" auf,"zu einem Denkmal der Kunst, großen Thaten und Verdiensten geweiht". Mit dem Hinweis (S. 36) auf die gefallenen"edelsten Söhne des Vaterlandes und selbst dieser geretteten Stadt", weist Levezow auf die Schuld des Augenblicks hin, die Versorgung der (S. 39) der Krieger, der Witwen und Waisen der Gefallenen. Doch (S. 40),"es muß [auch noch] einen Lohn geben, der die Tugend und Größe des Helden der Freiheit weit über den engen, kleinen Umfang seines Lebens erhebt." Dieser Lohn besteht in einem Denkmal. Berlin (S. 44) werde es nicht unterlassen, seine"Ehrfurcht und Dankbarkeit" auf seine"neuesten und wahrlich nicht [...] geringsten Wohlthäter zu erhöhen." Im folgenden (S. 45f.) verschmilzt dann das Friedrichsdenkmal mit dem zur Rettung Berlins.

1815
Vorwort an die Zuschauer des Festspiels: Des Epimenides Erwachen.*) In: Des Epimenides Erwachen. Ein Festspiel von Göthe. Berlin, bei Duncker und Humblot. MDCCCXV. [S. V-XIV, 8°] *) Bei Gelegenheit der ersten Darstellung auf der Bühne des Königl. Opernhauses in Berlin zur Feier des 30. und 31. März.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, Yr 5901b
Autorschaft: Unterzeichnet (S. XIV) mit"K. L.". In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 152 als Werk Levezows genannt. Im eingesehenen Exemplar das Kürzel"K. L." alt zu Konrad Levezow ergänzt.
Bemerkung: (S. II)"Die Musik zu diesem Festspiel ist von Herrn Kapellmeister Bernhard Anselm Weber, welcher dieselbe besonders herausgeben wird."
Zusammenfassung:
Nach der Zusammenfassung des griechischen Mythos (S. Vf.) weist Levezow (S. VIf.) auf den aktuellen Bezug des Stoffes hin:"Was auch immer [...] der bedeutungsvolle Sinn dieser Mythe gewesen sein mag, der uns verbliebene Grundzug derselben, das Erwachen nach so langer an Wechsel und Veränderung der Dinge reichen Zeit und die dadurch gewonnene Erhöhung der geistigen Seherkraft, - konnte nicht anders, als höchst willkommen und glücklich sich darbieten dem großen Dichter unserer Zeit, um daraus ein Werk seines schaffenden Genius zu entwickeln, bestimmt, damit auf der Bühne der Kunst würdig die Feier einer der größten Begebenheiten der neusten Welt zu verknüpfen." Levezow stellt einen direkten Bezug zur französischen Revolution und zu Napoleon her. Die Ursachen der Umwälzungen liegen seiner Ansicht nach in einem seit Jahrhunderten vornehmlich von Paris ausgehenden"betrüglichen System arglistiger Politik", das"allmählig die verschlossenen Pforten der Unterwelt zu öffnen begonnen" hatte."Welche Schlafsucht lähmte nicht allmählig die Völker, durch den Sirenengesang einer falschen Freiheit bezaubert!". fragt er."Und welche Gestalt Europens zunächst", fährt er (S. VIII) fort,"bot sich dem vergleichenden Auge des Beobachters, gleichsam den erhöhten Blicken eines zweiten, nach langem Schlaf erwachten Epimenides dar!" Der Beobachter, der neue Epimenides, ist der Zeitgenosse Friedrichs des Großen, der auf das neue Jahrhundert blickt. Erst als (S. IXf.)"die Schläfer erwachten [...], da trat die Einheit des Willens in die Reihen der Völker und Herrscher", und"es erscholl der Triumphgesang des Sieges zwischen den schon wild bewachsenen Trümmern der Reiche und Staaten, und mit gemeinsamer Kraft richteten die Vereinten wiederum auf die gestürzten Säulen und Trümmer des alten Baues der Herrlichkeit und Macht. So wird erfreulich Göttern und Menschen wiederum dastehn das hehre Gebäude der Freiheit, des Rechts, des Ruhms und der Wohlfahrt der Völker!" Der neue Epimenides,"der erwachte Weltzeuge des glückseeligen Wechsels der Dinge und ihrer großen Wiedergeburt, kann, mit der Entzückung des Weisen, den feiernden Zeitgenossen aller Zungen, aller Geschlechter und Stände zurufen: ›Und wir sind Alle neu geboren; / Das großen Sehnen ist gestillt; / Bei Friedrich's Asche war's geschworen / Und ist auf ewig nun erfüllt!‹"

1815
Am dreizehnten Julius 1815. (Gesprochen auf dem Köbnigl. Operntheater v. Demois. Beck.).</> In: Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 1. halber Jahrgang, Nr. 2, 15.7.1815, S. 9.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, Yp 2156 4°
Autorschaft: Unterzeichnet mit"K. Levezow".
Bemerkung: Gedicht auf den Geburtstag von Charlotte von Preußen, der ältesten Tochter Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise.

1815
Des Epimenides Urtheil. Ein Festspiel in einem Akt von K. Levezow. Zur Feier des Sieges bei la belle Alliance und des Einzuges der Preußen und des vereinigten brittischen Heeres in Paris und zur Geburtsfeier Sr. Majestät des Königes, aufgeführt am 16. und 17. Julius und dem 3. August 1815 auf dem großen königlichen Operntheater zu Berlin, mit der Musik zu den Chören vom königl. Kapellmeister Bernhard Anselm Weber. Berlin, 1815. In Kommission der hallischen Waysenhaus-Buchhandlung. [46 S., 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, 2 an: Ys 3601
Rezension: Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 1. halber Jahrgang, Nr. 4, 29.7.1815, S.27-30 (»R. A.").
Bemerkung: Wortführer und Dämonen finden sich wie in dem Schauspiel Goethe. Die Tugenden sind bei Goethe als Chöre gestaltet. Zusätzlich findet sich dort die Beharrlichkeit.
Vorwort: (2 Seiten ohne Zählung) Das"dramatische Festgedicht" entstand in schnellster Eile;"denn das wußten wir - der kühne Adler Blücher stürmt im Siegesfluge unaufhaltsam vorwärts nach Galliens Hauptstadt, und an jedem nächsten Tage durften wir die Botschaft erwarten: er ist mit seinen Preußen an der Seite seines großen Freundes Wellington und dessen Britten triumphirend eingezogen in das zum zweitenmal überwältigte Babel der neusten Zeit. Die Kunstfeier dieser Weltbegebenheit auf der Bühne durfte nicht verzögert werden, wenn sie nicht einen großen Theil ihres Werths und ihrer Bestimmung einbüßen sollte." Als Vorbild für sein Festspiel gibt Levezow Goethes (wenige Monate) zuvor aufgeführte Schauspiel an, aus dem er auch zwei Chöre übernimmt.
Personen:
Genien: Borussia, Britannia, Gallia, Lutetia;
Wortführer: Epimenides;
Dämonen: der Unterdrückung, des Krieges, der List;
Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung, Eintracht;
Zwei Genien, Begleiter des Epimenides;
Ein verwundeter preußischer Krieger;
Chöre: der Krieger, der List, der Sieger, der Genien.
Gefolge: der Gallia und Lutetia.
Szenenanweisungen:"Zu Anfang Palast des Epimenides; gegen das Ende Platz am Thor St. Martin zu Paris." (S. 30) 12. Aufrtitt:"Platz am Thore Saint Martin zu Paris. Aussicht durch das Thor auf die Straße der Vorstadt." (S. 36) 14. Auftritt:"Der Triumphzug der Sieger geht durch das Thor." Gallia und Lutetia stehen am Rand. Detailliert beschreibt Levezow den Zug und seinen Auftritt. Er führt Vexillen (altrömische Fahnen) mit dem Namen des Schlachtenortes La belle Alliance und den Namen der Sieger, Blücher und Wellington mit sich und weitere mit einer Viktoria, dem britischen Löwe, der Borussia und Britannia.

1815
Abschied von der Heimath oder die Heldengräber bei Großbeeren. Ein Schauspiel mit Gesang in einem Akt von K. Levezow. Zur Feier des am 23sten August 1813 bei Großbeeren erfochtenen Sieges aufgeführt auf dem großen königlichen Operntheater zu Berlin den 23sten und 27sten August 1815, mit der Musik des königlichen Kapellmeisters Anselm Bernhard Weber. Berlin, 1815. In Kommission der hallischen Waysenhaus-Buchhandlung. [40 S., 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, 1 an: Ys 3601
Rezension: Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 1. halber Jahrgang, Nr. 9, 2.9.1815, S. 71f.; Nr. 10, 9.9.1815, S. 75f. (»R. A.").
Personen:
Herrmann, Offizier der Berliner Landwehr, Führer einer Schaar Freiwilliger und Landwehrmänner zum Heere des Königs;
Sophie, dessen Gattin;
Karl, ihr Sohn, Kind von drei Jahren;
Reinhold, Bürger Berlin's, ihr Vater;
Friedrich, ihr Bruder, freiwilliger Jäger;
Ein Gefreiter, vom kolbergischen Regimente;
Ein Wanderer, aus der Gegend des Rheins;
Landwehrmänner und Freiwillige aus Berlin;
Landmädchen aus Großbeeren und der Nachbarschaft.
Die Zeit ist der Monat Mai 1815.
Szenenanweisung:"Die Bühne stellt einen Theil des Schlachtfeldes bei Groß-Beeren hinter diesem Dorfe vor. Im Mittelgrunde an der rechten Seite ein Hügel, über welchen ein Weg herabführt. Über die Fläche, auf welcher man, in den gehörigen Entfernungen vom Hügel ab, die Dörfer Groß-Beeren im Grunde, jenseits desselben Heinersdorf, Marienfelde und Mariendorf erblickt, ragen am Horizonte die Thürme Berlins hervor. Im Vordergrunde der Bühne erblickt man aufgeworfene Todtenhügel gefallener Preußen unter und an den Eichen, welche die Kulissen bilden. Zwischen dem ersten und zweiten Hügel, dem Proscenio nahe, steht ein großes Kreuz, mit der Inschrift: Sieg bei Groß-Beeren den 23. August 1813."

1816
Am 18ten Januar, zur Feier des Krönungs- und Friedens-Festes im Opernhause: Rede, gedichtet vom Herrn Professor Levezow, gesprochen von Herrn Beschort. Hierauf: Die Zauberflöte, große Oper in zwei Abtheilungen von E. Schikaneder, Musik von Mozart. (Neu einstudiert und besetzt.) Wiederholt am zwanzigsten Januar.
Hinweis: (auf die Rede) Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 2. halber Jahrgang, Nr. 6, 10.2.1816, S. 42-44.
Rezension: Ebd.,"v. G". Über die Rede schreibt der Rezensent (S. 43) lediglich:"Würdig und wohltuend ward dieser Abend begonnen durch eine von Herrn Professor Levezow gedichtete, von Hrn. Beschort gesprochene, tief und innig empfundene Rede, welche die Empfindung der zahlreich Versammlten wahr, kräftig und rührend aussprach."
Bemerkung: Die Rede wurde vor der Premiere der Zauberflöte in der Ausstattung Schinkels gehalten. In diesem Zusammenhang dürfte sie auch im Druck erschienen sein (vgl. den folgenden Eintrag).

1816
Am neunzehnten Oktober zur Jahresfeier für die Völkerschlacht bei Leipzig: Rede, von Konrad Levezow, im königlichen Opernhause von Herrn Wolff gesprochen. In: Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 3. halber Jahrgang (= 2. Jahrgang), Nr. 19, 9.11.1816, S. 145f.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: 4 Yp 2156 4°
Bemerkung: Auf die Rede folgte die Aufführung von"Zaire, Oper in zwei Abtheilungen. Musik vom Königl. Bayerschen Hof-Kapellmeister, Ritter von Winter."

1817
Denkmünze der Stadt Berlin, auf den Fürsten Blücher von Wahlstatt. In: Kunst-Blatt, 1817, Nr. 20, S. 77-79 (= Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände, 11/1817, Nr. 275, 17.11.1817).
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, Ac 6835a Rara
Autorschaft: Unterzeichnet mit"K. Levezow."
Zusammenfassung:
Die von Levezow eingehend beschriebene Denkmünze wurde nach einem Entwurf und unter der Leitung Schinkels von dem Stempelschneider König angefertigt (S. 77). Auf der Vorderseite ist das Brustbild Blüchers, nach Levezow wohl nach einem Vorbild Rauchs, mit der umlaufenden Inschrift"Dem Fürsten Blücher von Wahlstatt die Bürger Berlins im Jahre 1816" gegeben; auf der Rückseite die Jahreszahlen 1813, 1814 und 1815, letztere in der Mitte, und der Erzengel Michael,"wie er durch seine höhere, ihm von Gott verliehene Kraft, den gefallenen Satan im Kampfe überwunden und zu Boden geworfen hat". Nach Levezow (S. 78) war kein Symbol passender als der Erzengel Michael, die Antike habe nichts vergleichbares zu bieten, um"den Charakter und Ausgang des großen Kampfes zu bezeichnen, der in den angedeuteten Jahren alle physischen, intellektuellen und moralischen Kräfte Europas und eines Theils von Asien in Bewegung gesetzt hat. Es war der Kampf des allmählig unterdrückten guten Prinzips mit der furchtbaren Tyranney des Bösen, welches die Herrschaft der Welt zu befestigen und für immer zu erringen drohte." Ausführlich geht Levezow (S. 78f.) auf die Entwicklung des Motivs und die Ikonographie des Engels ein.

1817
Oratio de christianae ecclesiae instauratione humanitatis studiis praeparata et munita. Quam cum sacra saecularia tertia reformationis ecclessiae Berolini die iv. m. novembris a. MDCCCXVII Gymnasium Regium Friderico Wilhelminum concelebraret publice habuit Conradus Levezow phil. d. et ll. aa. m. in Gymnasio Frider. Wilhelmino et in Academia Bonarr. Artium Antiquitatum Professor, societatibus et Academiis Litterarum Gottingensi, Monachensi, Italicae Liburnensi, Teutonicae Regiomontanae et Antiquitatum Cassellis Hassorum, partim litterarum commerciis, partim honoris causa coniunctus. Berolini apud G. Hayn, typographum et bibliopolam. MDCCCXVII. [23 S., 4°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 1: Cm 5600 (S. 23 fehlt)
(Deutsch:) Rede zu der durch den Humanismus verbreiteten und gefestigten Wiederbelebung der christlichen Kirche. Diese hielt öffentlich, als das königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin am 4. November 1817 die 3. Säkularfeier der Kirchenreformation beging, Konrad Levezow ...
Bemerkung: Rede zum Reformationsfest 1817.

1817
Phidias, oder die Begeisterung des Künstlers. Monodrama von K. Levezow. (Aufgeführt den 6ten Januar 1817, am Feste des Künstler-Vereins zu Berlin. Dargestellt durch den königlichen Schauspieler Herrn Maurer, mit Musik begleitet von Hrn. Rungenhagen.). In: Dramaturgisches Wochenblatt in nächster Beziehung auf die königlichen Schauspiele zu Berlin, 4. halber Jahrgang (= 2. Jahrgang), Nr. 29, 18.1.1817, S. 225-227.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: 4 Yp 2156 4°
Szenenanweisung:"Werkstatt des Phidias zu Olympia, die durch eine offene Bogenhalle die Aussicht aufs Freie gewährt. Auf einem Bossirstuhle steht eine Büste des Jupiters; daneben liegt auf demselben eine Pergamentrolle, die Gesänge Homers enthaltend."
Zusammenfassung:
Phidias klagt über sein vergebliches Streben,"Des Gottes Allgewalt und Majestät" in der Büste zu fassen. Die Büste soll als Modell für den Kopf des Gold-Elfenbeinstandbildes für den Zeustempel von Olympia dienen. Rettung bringt Phidias die Pergamentrolle mit den Gesängen Homers, dem"Freund des Künstlers und des Weisen, Freund Der Götter und der Musen größter Sohn". Wolken ziehen auf. Zeus macht sich durch Blitz und Donner bemerkbar, die Wolken lichten sich und es erscheint"die kolossale Gestalt Jupiters, wie ihn Phidias hernach in seiner Bildsäule zu Olympia dargestellt". Das Monodram endet mit einem"Gesang der Götter".

1818
Fortsetzung der Geschichte der Königl. Akademie der Künst vom Jahre 1805 bis 1818. In: Verzeichniß derjenigen Kunstwerke, welche von der königlichen Akademie der Künste ... öffentlich ausgestellt sind, Berlin, 1818. Gedruckt bei Louis Quien, S. I-XVIII.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, HA 6 Aa 3100 (Reprint, Lesesaal)
Autorschaft: Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen, Registerband, S. 11 Levezow als Verfasser angegeben.
Reprint: Ebd., Bd. 1, 1818.
Zusammenfassung: Levezow beschreibt die Tätigkeit der Akademie von 1805 bis 1818 und gibt (S. III-IX) ein Verzeichnis der Akademiemitglieder.

1819
Die Baukunst. Ein Monolog von Konrad Levezow. Mit musikalischer Begleitung von F. Rungenhagen, gesprochen von der Königl. Schauspielerin Frau Auguste Stich, geb. Düring. Zur Mitfeier des Stiftungsfestes des Berlinischen Künstler-Vereins, am 6ten Januar 1816; wiederholt am 9ten Januar 1819. Berlin 1819. [14 S., 8°]
Eingesehen: Hochschule der Künste: RK 0653 8°
Widmung:"Dem achtbaren Künstlerverein gewidmet."
Szenenanweisung: (S. 7)"Ehe der Vorhang sich aufrollt kündigt eine ernste, prachtvolle Musik die Erscheinung des Genius der Baukunst an; sie geht während der Rede desselben in eine bloß angemessene Begleitung über. Sobald sich der Vorhang öffnet sieht man den Genius im Proscenio, rechter Hand, an einem Säulenpostamente stehen; er hat sich mit dem rechten Arm daran gelehnt und hält in der linken Hand Zirkel, Dreieck und Winkelmaaß. Nach dem völligen Schluß der musikalischen Einleitung tritt der Genius in die Mitte des Proscenius hin." (S. 9f.)"Der mittlere Vorhang der Bühne rollt sich auf. Man erblickt einen Tempel, mit der Inschrift: Der Baukunst, dessen Portikus von vier Karyatiden gebildet wird, von denen die erste auf ihrem Kopfe das Kapitäl der dorischen Säule, das zweite Kapitäl der ionischen, die dritte das Kapitäl der korinthischen und die vierte, der ersten gleich wieder das Kapitäl der dorischen Säu
Zusammenfassung:
Der Genius der Baukunst vergleicht sich mit Apoll. Zwar schmücke seine Hand keine Leier, doch geben (S. 7f.)"Dreieck, Winkelmaß und Zirkel" an ,"daß Maaß und Zahl" in seinem"Werk sich verkünden". Die Baukunst schützt den Menschen im"Kampf mit der Natur Geschicken" und schafft dem Gott den Tempel. (S. 9) Im"Sturm der dunklen Zeiten" sei zwar"der Lichtglanz" der Völker, die die Baukunst einst ehrten, untergegangen, doch finden sich noch Zeugnisse jener Verehrung: Die Pyramiden,"ein Felsenbau - und dennoch nur ein ödes Grab". (S. 9f., Szenenwechsel: klassische Antike) Was bei den Pyramiden"schroff und starr" war, wurde bei den Griechen"zur stolzen Pracht, zum schönen Luftrevier". Der Genius weist auf die dorische, (S. 11) die ionische und (S. 12) die korinthische Karyatide und charakterisiert das Wesen der jeweiligen Ordnung. (S. 13)"Die Musik wird ernst bis zum Feierlichen." Der Weg des Genius führt nach Rom, wo"die Herrlichkeit der hohen [korinthischen] Säule" zu schauen ist."Gleich einem Palmenwald" nimmt ihn die Vorhalle des Pantheons auf. Er tritt (S. 14)"in des Tempel's heil'ge Runde und lenkt zum hohen Domgewölbe" seinen Blick, von wo herab die Kunde von der Baukunst"und der Völker ewig Geschick" tönt.

1819
Ratibor und Wanda. Schauspiel in 5 Akten, Musik von Karl Friedrich Rungenhagen, Karl Friedrich Zelter und G. A. Schneider.
Autorschaft: In Kat. Schinkel 1981, S. 223 Levezow als Textdichter genannt.
Bemerkung: Im Druck nicht nachweisbar.

1820
Amor und Ganymedes die Knöchelspieler. Zur Erläuterung eines alten Kunstwerks in dem königlichen Schlosse zu Charlottenburg bei Berlin. (Mit einer Kupfertafel. Tafel V.). In: Amalthea, Bd. 1, 1820, S. 175-197. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 554:F8
Autorschaft: Unterzeichnet mit"Berlin. K. Levezow."
Sonderdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz"Von Konrad Levezow. Nebst einer Kupfertafel. 1820. (Besonderer Abdruck aus Böttiger's Amalthea, im I. Bande.)"
Rezension: Amalthea, Bd. 1, 1820, (Vorbericht) S. XXXIIIf. (Böttiger):"Wir begrüßen in der mit eben so viel Scharfsinn als Geschmack gegebenen Erklärung des Knöchelspielenden Amors aus der Feder des Herrn Professor Levezow gleichsam einen Erstling aus den reichen Alterthums- und Kunstsammlungen, die bald in zweckmäßiger Zusammenstellung das K. Preußische Museum in Berlin schmücken werden. [...] Vielleicht hätte die gelehrte Abhandlung dadurch noch einige Aufhellung mehr erhalten können, wenn sich ihr Verfasser auch über die Gesetze des Knöchelspiels, wie es hier Eros und Ganymed spielend gedacht wird, antiquarisch hätte vernehmen lassen wollen."
Zusammenfassung:
Nach Levezow (S. 175) ist es ein Irrtum, daßdie alten Künstler nicht sehr häufig Kinder gebildet hätten und auch nicht sehr glücklich in Darstellung derselben gewesen" sind und gibt zahlreiche, ihm aus Sammlungen und Schriftquellen bekannte Beispiele von antiken Kinderstatuen. Zu ihnen zählt auch der Charlottenburger Amor, der (S. 179) würdig ist,"genauer betrachtet und erläutert zu werden." Die Statue stammt aus der Sammlung Polignac und ist mit neun anderen Statuen faßt gleicher Größe im runden Gartensaal des Charlottenburger Schlosses aufgestellt. Levezow führt (S. 180f.) die Beschädigungen und Ergänzungen an und unterzieht die Statue einer detaillierten Beschreibung. Traditionell als Amor bezeichnet, hält sie Knöchel in der linken Hand. Es fehlt der Mitspieler, dem die Würfel abgenommen hat wurden. (S. 182)"Einige Stellen der griechischen Schriftsteller" erlauben nach Levezow,"daß man sich hier den Amor in Gesellschaft des kleinen Ganymedes mit Knöcheln spielend im Olymp zu denken habe". Daß beide im Olymp Spielkameraden waren, belegen auch andere Kunstdenkmäler. Als wichtigste literarische Quelle (S. 183-185) sieht Levezow Apollonius den Rhodier und dessen III. Buch der Argonauten, Vers 111ff. an und kommt zu einem überraschenden Schluß. Die Frage, ob es sich bei dem Berliner Amor um ein Original oder eine Kopie handelt, beantwortet Levezow nicht eindeutig (Kopie scheint wahrscheinlicher); doch nimmt er mit ziemlicher Gewißheit an,"daß der Dichter dem Künstler seine Schilderung verdanke, und ein wirkliches Kunstwerk vor Augen gehabt habe, weil er sich in so engen Schranken hielt und fast nichts mehr und nichts weniger sagt, als was im Kunstwerke enthalten ist, da doch die Dichter umgekehrt, wenn sie sich unabhängig ihrer Phantasie überlassen, reicher in ihren Schilderungen zu seyn pflegen als die Künstler, und es auch seyn können; da diese von viel engeren Gränzen bei ihrer Darstellung eingeschlossen werden." Weitere Dichter späterer Zeit werden herangezogen. Zum Schluß (S. 191f.) verneint Levezow noch die Frage, ob es sich bei dem Charlottenburger Amor um eine Kopie des von Plinius erwähnten Astragalspielers des Polyklet handeln könnte und geht (S. 193f.) auf die Statuen von knöchelspielenden Mädchen ein; deren schönste, ebenfalls aus der Sammlung Polignac, in der Bildergalerie von Sanssouci steht.

1821
Beitrag/Beiträge im Tübinger Kunstblatt
Hinweis: Hamberger/Meusel: Das gelehrte Teutschland, 5. Aufl., Bd. 23 (1834).

1822
Über die Königlich Preußischen Sammlungen der Denkmäler alter Kunst. In: Amalthea, Bd. 2, 1822, S. 339-394. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 554:F8
Sonderdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz"Von D. Konrad Levezow, Professor und Mitaufseher des Königl. Kabinets der Alterthümer und der Kunstkammer zu Berlin, Ehrenmitglied der Königl. deutschen Gesellschaft zu Königsberg in Preußen und der Societät der Alterthümer zu Kassel, der Königl. Großbritt. Societät der Wissenschaften zu Göttingen, der Königl. Baierischen Akademie der Wissenschaften zu München und der italiänischen Gesellschaft der Wissenschaften und Künste zu Livorno Korrespondenten. 1822. (Besonders abgedruckt aus Böttigers Amalthea II. Bd.)"
Fortsetzung: Amalthea, Bd. 3, 1825, S. 213-240; Berliner Kunst-Blatt 1/1828, Heft 11 (November), S. 313-325.
Motto: -"Sit igitur divisio, rerum plurium in singulas partitio, singularum in partes discretus ordo et recta quaedam locatio prioribus sequentia annectens: dispositio utilis, rerum ac partium in locos distributio." - Quintilianus, L. VII. c. 1.
Zusammenfassung:
Im Vorwort des Aufsatzes (S. 339) erläutert Levezow die Veranlassung zu der Schrift. Er folge mit ihr der mehrfachen Aufforderung,"einige vorläufige Nachrichten zu geben über Klassen, Zahl, Inhalt und Werth derjenigen Denkmäler der alten Kunst, welche das unschätzbare Eigenthum Sr. Majestät des Königs von Preußen sind", und teilt (S. 339f.) weiter mit, daß die antiken Kunstdenkmäler, von denen ein großer Teil noch verstreut ist, eine der Hauptabteilungen des Kunstmuseums ausmachen sollen. In dem Aufsatz will er folglich (S. 341) auch nur einen"flüchtigen Vorläufer einer künftigen größeren, kritischen Arbeit" gesehen haben, zu der er schon seit 20 Jahren einzelne Abhandlungen geliefert habe. Der"Antikenschatz" befindet sich im"sogenannte[n] Antiken-Kabinet auf dem Königlichen Schlosse zu Berlin" sowie"als untergeordnete Verzierungsmittel der Königlichen Schlösser und Gärten in Berlin, Charlottenburg, und bei Potsdam, und hier sowohl in der Villa Sanssouci auf der Terrasse, als im neuen Palaste des Parks von Sanssouci, und im Marmorhause des neuen Gartens am heiligen See". Hinzu kommen Gipsabgüsse und Abdrücke in der Königlichen Akademie der Künste und Schloß Monbijou.
Levezow teilt die Werke (S. 342f.) in 16 Klassen auf: 1."ägyptische, größere und kleinere Menschen- und Thier-Mumien"; 2."Bildsäulen aller Größen in Erz und Marmor"; 3."Büsten und Köpfe von gebrannter Erde, Erz und Marmor"; 4."Kleinere Bilder und Idole von gebranntem Thon, Erz, Marmor und anderen Steinarten"; 5."Erhobene Arbeiten in gebranntem Thon, Erz und Marmor"; 6."Einige alte Malereien auf Kalk, Holz und Leinwand"; 7."Musivische Arbeiten"; 8."Vasen und Gefäße aller Art und Bestimmung, aus gebrannter Erde, Erz, Glas und Marmor"; 9."Allerhand Hausgeräth, Waffen, Schmuck, Opferinstrumente, Pateren, Lampen, Sarkophage, Urnen, Cinerarien u. s. w. aus gebrannter Erde, Erz und Stein"; 10."Einige Inschriften und Wachstafeln"; 11."Griechische Völker, Königs-, Städte-Münzen, römische Asse, Konsular-, Familien- und Kaiser-Münzen, in allen Metallen und Größen"; 12."Geschnittene Gemmen aller Art, theils vertieft, (Intaglios) theils erhoben, (Kameen) und antike Glaspasten"; 13."Die Abdrücke der Stoschischen Gemmensammlung und der Gemmen des Königlich Französischen Kabinets"; 14."Die Mionnetschen Schwefelabgüsse der Pariser Königl. Sammlung der alten Münzen"; 15."Die Gypsabgüsse mehrerer der berühmtesten und schönsten antiken Gruppen, Statuen, Büsten, Reliefs, Basen, Kandelaber und architektonischen Zierrathen der Museen in Rom, Florenz, Paris, London, München, St. Ildephonse, Dresden und Berlin"; 16."Die altdeutschen und slavischen Denkmäler, größtentheils auf Preußischem und benachbarten Grund und Boden entdeckt und ausgegraben".
Bevor Levezow über die einzelnen Klassen"einige besondere Bemerkungen" mitteilt, wendet er sich (S. 342-350) der Geschichte der Sammlung zu, beginnend mit Kurfürst Joachim II., mit der die Sammlung ihren Anfang nahm, über den Großen Kurfürsten, Friedrich III./I., Friedrich den Großen, Friedrich Wilhelm II. bis auf Friedrich Wilhelm III. Den Abgängen (S. 350-352) durch Diebstahl und Tausch folgt (S. 352-385) die Charakteristik der Klassen und (S. 386-389) eine summarische Übersicht der größeren Kunstdenkmäler, Statuen, Büsten und Reliefs, nach ihrem mythischen und historischen Inhalt. Nochmals weist Levezow auf die Notwendigkeit eines Museumsbaues zum Schutz und zur Zusammenführung der Sammlung hin.

1823
Einige Bemerkungen über die Entstehung einer angeblich an der Pommerschen Küste gelegenen großen Handelsstadt, Namens Vineta. Von D. Konrad Levezow. In: Pommersche Provinzial-Blätter für Stadt und Land. (= Haken's Pommersche Provinzial-Blätter), 5/1823, S. 1-35. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Rm 216:F8
Sonderdruck: Auch als lose Schrift nachweisbar.
Bemerkung: (S. 29, Anm. 1)"Dieser Aufsatz wurde am 18ten May 1811 in der Versammlung der Gesellschaft der Freunde der Humanität zu Berlin gelesen."
Zusammenfassung:
Levezow beginnt (S. 1-3) mit einer Nacherzählung der Geschichte der Stadt. Vineta soll auf Usedom gelegen haben und Mitte des 9. oder 12. Jahrhunderts, nachdem sie von den Dänen angegriffen worden war, von der Ostsee verschlungen worden sein. Die Stadt soll zu ihrer Zeit eine der größten Städte Europas gewesen sein, von Wenden oder Slaven, von allen Handel treibenden Nationen bewohnt gewesen sein, namentlich Griechen und Sachsen. Jede Nation habe dort ihren Gottesdienst üben können, nur die Christen nicht. Durch Handel, der bis nach Indien führte, waren die Bewohner unermeßlich reich. Die Verfassung der Stadt war demokratisch. Nachfolgerin Vinetas wurde Julin auf der Insel Wollin.
Aus der Geschichte der Stadt folgert Levezow (S. 3f.), daß angenommmen werden muß,"daß das Volk, durch dessen Thätigkeit und Bildung eine solche Anlage bewirkt und vervollkommnet werden konnte, auch jenen berühmten Völkern des Alterthums gleich oder ähnlich gewesen sei, die, der Natur der Sache nach, nur durch die Lage ihrer Länder in dem Mittelpunkte der damals bekannten und gebildeten Welt, deren Klima, den Reichthum an mannichfaltigen Erzeugnissen des Bodens, durch Kunstfertigkeiten und Gewerbefleiß jeder Art, durch Macht und Ansehn, und vervollkommnete bürgerliche Verfassung sich zu einer solchen Verbindung mit dem übrigen Menschengeschlechte erheben konnte." Dagegen sprechen (S. 4f.) die Berichte der ersten christlichen Missionare des 12 Jahrhunderts. Sie fanden keinerlei Spuren von dem obem genannten. Urwälder herrschten vor, die Jagd spielt eine größere Rolle als Ackerbau und Viehzucht, Gewerbe und Handwerk waren kaum bekannt, die Bewohner waren"vollends ohne Kunst und Wissenschaft". Die Geldwirtschaft war unbekannt, weder von eigenen noch fremden Prägungen fanden sich Spuren usw."Dieser Widerspruch in der Sache selbst ist", nach Levezow (S. 6),"zu auffallend, als daß er nicht auf den ersten Blick gerechte Zweifel gegen die Richtigkeit und Aufrichtigkeit jener anderweitigen, glänzenden Nachrichten über Vineta erwegen sollte." Levezow vermißt eine"ächt kritische [ältere] Forschung" und gibt (S. 6-8) eine Übersicht der neueren Literatur. Um Klarheit zu erlangen, hat Levezow sich (S. 8)"einer neuen Revision dieses Gegenstandes in den Quellen selbst, mit Benutzung der besten der eben genannten neueren Forschung unterzogen". Neues ist nicht zu erwarten, doch hofft er, durch die Art und Weise seiner Beweisführung das,"von Andern nicht nur geahnte, sondern selbst schon klar erkannte Resultat vollkommen gegen allen Zweifel uralter, festgewurzelter und oft mit einem Schlage nicht zu vertilgender Vorurtheile gesichert und dem unbefangenen Verstande auch ungelehrter Leser leicht erkennbar dargestellt zu haben." Levezow listet (S. 10f.) die Quellen auf und zitiert (S. 11-24) aus den ältesten Berichten über Vineta. Die Quellen unterzieht er jeweils einer Kritik und Analyse. Er weist auf Les- und Übertragungsfehler hin - mit Vineta und Julin u.ä. ist ein und dieselbe Stadt gemeint -, belegt, daß mit Griechen Russen gemeint sein müssen usw. Das Ergebnis (S. 25) ist ernüchternd."Durch eine unbefangene Beleuchtung des Inhalts [...] und ihres wahren Gehalts [schmilzt] die aufgeblasene, prunkende Beschreibung vieler neueren Pommerschen Geschichtsschreiber von Vineta oder Julin um ein beträchtliches, wenigstens auf ein nicht ganz unwahrscheinliches, der Zeit und dem Ort angemessenes, historisches Faktum, zusammen." Auch handle es sich (S. 27f.) bei den vermeintlichen Ruinen Vinetas vor Usedom, die 1798 von einer"Gesellschaft von ganz dazu geeigneten Forschern" untersucht wurden, lediglich um große Feldsteine.

1823
Innocentia, Trauerspiel.
Hinweis: Kosch, Deutsches Theaterlexikon, Bd. 2 (1960), S. 1228; Hella Reelfs in ADB, S. 394, hier 1819.
Bemerkung: Im Druck nicht nachweisbar.

1823
M. Tullii Ciceronis oratio pro A. Licinio Archia poeta. Cui accommodavit praecepta et specimen eloquentiae exterioris Petrus Francius. Accedit eiusdem viri oratio pro eloquentia. In usum studiosae iuventutis denuo edidit D. Conradus Levezow. Berolini. Apud G. C. Nauk. MDCCCXXIII. [XXX S., 256 S., 8°]
Widmung: an Friedrich Koch, Stettin, und Gustav Georg Koepke, Berlin-kölnisches Gymnasium.
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 1, Wq 1224a
(Deutsch:) Die Rede des Marcus Tullius Cicero für den alten Dichter A. Licinio. Für diese richtete Petrus Francius Lehre und Vorbild der ausländischen Beredsamkeit ein. Es kommt hinzu die Rede für die Beredsamkeit desselben Mannes. Zum Gebrauch für die studentische Jugend hat sie Konrad Levezow von neuem herausgegeben.

1825
Andeutungen über die wissenschaftliche Bedeutung der allmählig zu Tage geförderten Alterthümer Germanischen, Slavischen und anderweitigen Ursprungs der zwischen der Elbe und Weichsel gelegenen Länder, und zwar in nächster Beziehung auf ihre Geschichte. Von Dr. Konrad Levezow, Professor der Alterthümer und Mitaufseher des Antikenschatzes Sr. Majestät des Königes zu Berlin. In: Pommersche Provinzial-Blätter für Stadt und Land, (= Haken's Pommersche Provinzial-Blätter), 6/1825, S. 401-437. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Rm 216:F8
Sonderdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Unterschied: Levezow als"Professor der Geschichte", nicht"der Alterthümer" bezeichnet."Gedruckt bei H. G. Effenbart's Erben in Stettin. 1825."
Motto: Quis autem est, quem non moveat clarissimis Monumentis testata consignataque Antiquitas? Cicero de Dvin. L. I. c. 40.
(Deutsch:) Wen aber bewegt nicht das durch die herrlichsten Monumente bezeugte und verbürgte Altertum?
Zusammenfassung:
(S. 401) Seit Jahrhunderten werden zwischen Elbe und Weichsel, wie in andern germanischen Provinzen,"eine Menge von Gegenständen entdeckt und zu Tage gefördert, welche alle den Charakter eines hohen Alterthums und eines fremdartigen Ursprungs an sich tragen." Es bestehen (S. 404) mehrere Sammlungen solcher Gegenstände, doch häufig ohne genaue Herkunftsangabe und geklärte Fundumstände. (S. 405)"Ein solcher Wust kann natürlich in den Augen des wahren Kenners und gründlichen Forschers fast gar keinen, oder nur sehr geringen Werth haben." Den Gegenständen geht"alle besondere wissenschaftliche Bedeutung und ihr ganzer historischer Werth ab, wenn nicht streng bewiesen werden kann, wo sie gefunden worden, und in welchem Zusammenhange." Häufig stammen die (S. 406f.) in den Ländern zwischen Elbe und Weichsel (Mecklenburg, Pommern, Preußen, brandenburgische Marken, Großherzogthum Posen und Schlesien) gemachten Funde aus der
Die Beachtung folgender Punkte (S. 428-435) ist bei der Behandlung der aufgefundenen Denkmäler zu beachten, damit sie wissenschaftlich ergiebig sind. 1. Fundort und -zusammenhang sind festzuhalten. Der Fund ist nicht auseinanderzureißen. Die Stücke sind im Einzelnen und im Zusammenhang zu beschreiben. 2. Die Funde dürfen nicht mit anderen vermischt werden. 3. Die Funde müssen"in einer größeren, zahlreichen, zumal öffentlichen Sammlung, chorographisch und topographisch angeordnet aufgestellt werden." Erst wenn unter Beachtung der ersten drei Punkte"ein bedeutender Vorrath gesammelt und angeordnet [worden ist], dann erst ist man 4. im Stande, diese Alterthümer zu Grundlage näherer, allgemeiner und besonderer Forschungen anzuwenden." Es ist eine nicht auf die Region beschränkte, vergleichende Forschung, die Levezow fordert. In einer Abschweifung fordert er bei den von ihm als solche nicht bezeichneten Steinzeitdenkmälern (Feuerstei

1825
Über die Königlich-Preußischen Sammlung der Denkmäler alter Kunst. Erster Nachtrag. Von D. Konrad Levezow. In: Amalthea, Bd. 3, 1825, S. 213-240. [8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 554:F8
Fortsetzung aus: Amalthea, Bd. 2, 1822, S. 339-394.
Fortsetzung: Berliner Kunst-Blatt 1/1828, Heft 11 (November), S. 313-325.
Sonderdruck: Unter dem gleichen Titel mit dem"Von D. Konrad Levezow, Professor und Mitaufseher des Königl. Kabinets der Alterthümer und der Kunstkammer zu Berlin, Ehrenmitglied der Königl. deutschen Gesellschaft zu Königsberg in Preußen und der Societät der Alterthümer zu Kassel, der Königl. Großbritt. Societät der Wissenschaften zu Göttingen, der Königl. Baierischen Akademie der Wissenschaften zu München und der italiänischen Gesellschaft der Wissenschaften und Künste zu Livorno Korrespondenten. Leipzig, bei Georg Göschen, 1824."
Zusammenfassung:
Übersicht der Neuerwerbungen seit 1822. Zugänge gab es vor allem (S. 214-238) in der 1. Klasse (ägyptische Altertümer), wozu der Ankauf der Sammlung Minutoli wesentlich beigetragen hatte. Von Erwerbungen betroffen waren weiter die 2. Klasse (Antike Statuen), die 11. Klasse (Münzen), die 15. Klasse (Gipsabgüsse) und die 16. Klasse (»altdeutschen und slavischen Monumente").

1826
Jupiter Imperator in einer antiken Bronze des königlichen Museums der Alterthümer zu Berlin. Eine archäologische Vermuthung von Konrad Levezow. Nebst zwei lithographirten Tafeln. Berlin, MDCCCXXVI. Auf Kosten des Verfassers. [S. 36] Berlin, gedruckt von A. W. Hayn. [36 S., 2 Tafeln, 4°] S. 33-36: Anmerkungen zur Titelvignette.
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Univrsitätsbibliothek: Nr 84767 Rara 4°
Rezension: Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, 1827, Nr. 39-40 (Februar), Sp. 317-319 (Hirt). Hirt stimmmt der Deutung der Statuette wie auch der ihrer Verwendung als Bekrönung einer Standarte zu. Er weist lediglich auf einen kleineren Übersetzungsfehler und auf zwei, Levezow entgangene Vergleichsbeispiele hin.
Zusammenfassung:
Levezow berichtet (S. 1f.), daß 1825/26 auf einem Feld im Besitz des Grafen Hardenberg bei Lichtenberg bei Berlin Urnen gefunden wurden. Levezow nimmt an, daß es sich bei dem Feld um eine»alt germanische Grabstätte" handelt. Bei den Urnen (S. 2f.) lag eine"Figur von Erz". Die Figur,"wenn gleich kein vollendetes Erzeugniß einer der besten Perioden alt klassischer Kunst", stellt sie in seinen Augen doch"ein wahrhaft antikes Produkt römischer Kunst, in noch ziemlich guten Verhältnissen und mit geübter Kunstgeschicklichkeit gearbeitet, dem ersten Anblicke nach, einen stehenden römischen Feldherrn oder Krieger dar". Levezow (S. 3-6) unterzieht die Figur einer eingehenden Beschreibung und deutet sie. Es dürfte sich bei ihr (S. 6) kaum um die Statuette eines"gemeinen Kriegers", sondern wohl um die"eines Befehlshabers, ja vielleicht eines Imperators selbst" handeln und datiert sie in die Zeit der Antonine oder
Nach ihrer Auffindung (S. 31) wurde die Statuette auf Befehl Friedrich Wilhelms III. mit den beiden Urnen dem"Königlichen Museum der Alterthümer in Berlin" überreicht, womit Friedrich Wilhelm dem Wunsch des Besitzers, des geheimen Rechnungsrats Paris, entsprach, der die Statuette unter die"vaterländischen Momumente" aufgenommen wissen wollte. Am Schluß lobt Levezow (S. 32) noch die"patriotische Gesinnung" des ersten Besitzers, der das Bild"zu sicherer Aufbewahrung und allgemeiner Belehrung dem antiquarischen Central-Museum der ganzen Monarchie unaufgefordert überließ."
Im folgenden beschäftigt Levezow sich noch mit der Titelvignette der Schrift, die (S. 33) in einem Holzschnitt des"hiesigen Künstlers Hrn. Vogel", in Originalgröße"die Abbildung eines sehr schönen, erhobenen Werks der alten Steinschneidekunst, eines Cameo in Onyx, welches aus der ältern Königl. Preuß. Sammlung geschnittener Steine herstammt [zeigt]. Es stellt einen stehenden Adler mit ausgebreiteten Flügeln vor, wie er häufig auch auf andern alten Kunstdenkmälern in mancherlei Beziehungen, als Begleiter oder Diener Jupiters, nicht selten als Träger seiner Blitze, erscheint."

1826
Verzeichniss der geschnittenen Steine in dem Königlichen Museum der Alterthümer zu Berlin. Berlin, gedruckt in der Druckerei der Königl. Akademie der Wissenschaften. 1826. Erste Hauptabtheilung. Ehemalige von Stoschische Gemmensammlung. [VIII S., 238 S., 8°]
Eingesehen: Hochschule der Künste: RK 1194
Autorschaft: In E. Dobbert, W. Grohmann (Bearbeiter): Katalog der Bibliothek der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, Berlin 1893, S. 172 Levezows als Verfasser genannt.
Zusammenfassung und Gliederung:
Im Vorwort (S. V) weist Levezow darauf hin, daß die Sammlung der geschnittenen Steine sich im"Königlichen Museum der Alterthümer zu Berlin" befindet, und daß das Verzeichnis dazu bestimmt sei,"die vollständige Sammlung von harten Gypsabdrücken und Pasten in Glas und Email, zu begleiten, welche auf Veranstaltung des hohen Ministeriums der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten, durch den hiesigen akademischen Künstler Herrn Reinhart verfertigt worden und von ihm käuflich bezogen werden kann." Das Verzeichnis ist (S. Vf.)"eine im Auszuge von Hrn. Dr. Bolzenthal abgefasste deutsche Übersetzung der von Winckelmann französisch herausgegebenen Description des pierres gravées du feu Baron de Stosch, dediée à son Eminence Monseigneur de Cardinal Alexander Albani, par M. l'Abbé Winckelmann, Bibliothécaire de son Eminence. A Florence MDCCLX. 4. (Mit den 11 Kupfertafeln, in der schönern Ausgabe)." Die Sammlung der Originale ist wie die Sammlung der davon genommenen Abdrücke nach Winckelmanns Beschreibung geordnet. Bei dem (vorliegendem) Auszug aus der Beschreibung Winckelmanns ist nach Levezow allein die Steinart, aus welcher die Gemme besteht,"und der durch Winckelmann bestimmte Inhalt der Vorstellung hauptsächlich berücksichtigt", ohne damit"alle von Winckelmann gegebenen Erklärungen unterschreiben zu wollen". Es besteht (S. VII) die Absicht, wenn"die vereinten Bemühungen und Prüfungen mehrerer Archäologen, es möglich gemacht haben werden, ein kritisches, verbessertes Verzeichnis davon in Zukunft zu entwerfen. Zu diesen Prüfungen werden hoffentlich die nun allgemein mittheilbaren Pasten die bequemste Gelegenheit darbieten." Beschädigungen usw. der Originale sind angegeben.
Katalog: (S. 1-11)"Erste Klasse. Ägyptische, oder auf den Kultus dieser Nation Bezug habende Steine, nebst einigen altpersischen geschnittenen Steinen"; (S. 1-3) 1."Hieroglyphen", Nr. 1-36; (S. 4-7) 2."Isis und Osiris", Nr. 37-80; (S. 7-9) 3."Harpokrates", Nr. 81-102; (S. 9-11) 4."Anubis und Kanopus", Nr. 103-139; (S. 12-142)"Zweite Klasse. Götter-Mythen der Griechen, der Etrusker, der Römer nebst allem, was den Kultus derselben und die Ceremonien betrifft"; (S. 12) 1."Saturn", Nr. 1-7; (S. 12-14) 2."Cybele, Provinzen und Städte", mit weiterer Untergliederung, Nr. 8-26; (S. 14-25) 3."Jupiter", mit weiterer Untergliederung. Nr. 27-175; (S. 25-28) 4."Minerva", Nr. 176-220; (S. 28-32) 5."Ceres", Nr. 221-238."Triptolemus", Nr. 239-244."Attribute der Ceres", Nr. 245-279; (S. 33-37) 6."Diana", mit weiterer Untergliederung, Nr. 280-350; (S. 37-38) 7."Pluto", Nr. 351-361; (S. 38-43) 8."Merkur", mit weiterer Untergliederung, Nr. 362-435; (S. 43-49) 9."Neptun", mit weiterer Untergliederung, Nr. 436-533; (S. 49-56) 10."Venus", mit weiterer Untergliederung, Nr. 534-615; (S. 56-70) 11."Cupido", Nr. 616-839; (S. 70-75) 12."Psyche", Nr. 840-908; (S. 70-89) 13."Mars", mit weiterer Untergliederung, Nr. 909-1110; (S. 89-109) 14."Apollo", mit weiterer Untergliederung, Nr. 1111-1432; (S. 110-127) 15."Bacchus", mit weiterer Untergliederung, Nr. 1433-1678; (S. 128-136) 16."Herkules", mit weiterer Untergliederung, Nr. 1679-1807; (S. 136-142) 17."Untere Gottheiten, religiöse Gebräuche und Opfer", Nr. 1808-1879; (S. 143-168)"Dritte Klasse. Heroen-Mythen, nebst dem, was in die mythische Geschichte gehört"; (S. 143-153) 1."Das fabelhafte Zeitalter", Nr. 1-171; (S. 153-155) 2."Zug der sieben Helden gegen Theben", Nr. 172-190; (S. 155-166) 3."Der Trojanische Krieg", Nr. 191-346; (S. 166-168) 4."Die Rückkehr des Ulysses", Nr. 347-364; (S. 169-189)"Vierte Klasse. Alte Geschichte"; (S. 169-176) 1."Geschichte der Perser und Griechen", Nr. 1-117; (S. 176-189) 2."Geschichte der Römer", Nr. 118-351; (S. 190-208)"Fünfte Klasse. Spiele, Feste, Vasen und symbolische Ringe"; (S. 190-195) 1."Spiele" Nr. 1-81; (S. 195-196) 2."Feste", Nr. 82-90; (S. 196-204) 3."Vasen", Nr. 91-201; (S. 204-208) 4."Symbolische Ringe und andere Symbole", Nr. 202-251; (S. 209-218)"Sechste Klasse. Das Schiffswesen der Alten", Nr.1-86; (S. 219-232)"Siebente Klasse. Thiere", mit weiterer Untergliederung, Nr. 1-253; (S. 233-238)"Achte Klasse. Abraxas, Steine mit orientalischen Charakteren und geschnittene Steine neuerer Zeit"; (S. 233-235) 1."Abraxas", Nr. 1-58; (S. 235-236) 2."Steine mit orientalischen Charakteren", Nr. 59-81; (S. 236-238) 3. Geschnittene Steine aus neuerer Zeit", Nr. 82-121.

[1826/27]
De disciplinae archaelogicae laudibus et praestantia, ad bonarum litterarum studiosos adhortatio.
(Deutsch:) Über die Vorzüge und die Vortrefflichkeit der archäologischen Disziplin. Eine Ermunterung an die Studenten der schönen Wissenschaften.
Autorschaft: In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 152 als Werk Levezows für 1826/27 angekündigt. Im Neuen Nekrolog der Deutschen, 1835, Bd. 13, T. 2, S. 871 als Werk Levezows genannt (ungeprüfte Übernahme aus Gelehrtes Berlin?).
Bemerkung: Im Druck nicht nachweisbar. Das Werk könnte in 1834: Über archäologische Kritik und Hermeneutik aufgegangen sein.

[1826/27]
De Numis aliquot Graecis antiquissimis et antiquioribus in Magno Ducatu Posnaniensi nuper repertis. c. tab. aen.
(Deutsch:) siehe Bemerkung.
Autorschaft: In Gelehrtes Berlin im Jahre 1825, S. 152 als Werk Levezows für 1826/27 angekündigt. Im Neuen Nekrolog der Deutschen, 1835, Bd. 13, T. 2, S. 871 als Werk Levezows angeführt (ungeprüfte Übernahme aus Gelehrtes Berlin?).
Bemerkungen: Im Druck nicht nachweisbar. Das Werk dürfte in 1834: Über mehrere im Großherzogthum Posen in der Nähe der Netze gefundene uralt griechische Münzen aufgegangen sein.

1828
Albrecht Dürer. Lyrische Dichtung zur Gedächtniß-Feier des Künstlers in Berlin, den 18. April 1828, von Konrad Levezow. In Musik gesetzt von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Berlin, gedruckt bei A. W. Hayn. [20 S., 4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nym 54720 4°
Bemerkung:1828 erschienen.
Rezension: Albrecht Dürers Säcular-Feier zu Nürnberg am 7ten April und zu Berlin am 18ten April 1828, in: Berliner Kunst-Blatt, 1/1828, 4. Heft (April), S.103-130; die Berliner Feier S. 111-130. In der Rezension ist Levezows Dichtung in das Gesamt der Feier einbezogen. Erwähnung findet (S. 129f.) im wesentlichen die Musik:"Den Beschluss der Feier machte die Aufführung einer von Professor Levezow gedichteten und von Felix Mendelssohn-Bartholdy in Musik gesetzte Cantate. Fliessend, gefällig, melodisch, an einigen Stellen selbst zum Schmelzen sich hinneigend, bemeisterte dieselbe sich aller Herzen, und entsprach dem nächsten Zweck aufs vortrefflichste; wiewohl nachher Einige behaupten wollten, es habe die vorherrschend weiche zärtliche Haltung derselben, um der Feier eines Deutschen Mannes des sechzehnten Jahrhunderts noch mehr zuzusagen, vielleicht einiger ernsteren Züge bedurft. [...] Dem trefflichen Componisten bezeugte der KünstlerVerein den seinigen [Dank] noch insbesondere dadurch, dass er ihn zu seinem Ehrenmitgliede aufnahm."
Bemerkung: In Jamben abgefaßt."Anmerkungen" (S. 17): Die Feier fand in der Singakademie statt. Die Ausstattungen verantworteten Schinkel, Schadow und Tieck. Zu dem Dürerstandbild von L. Wichmann, kamen Statuen der Malerei, Geometrie, Perspektive, Kriegsbaukunst von Tieck hinzu. Über der Säulenstellung hatte Dähling die"Die Ruhe des Welterlösers in dem Schooße des ewigen Vaters. Nach einem Holzschnitt Dürers in dessem Stil gemalt." Die übrigen Dekoration stammten von Gropius. Weiter geht Levezow auf den Verlauf der Veranstaltung ein und weist auf das im Saal aufgestellte Modell von Rauchs Dürer-Standbild hin.
Zusammenfassung:
Der Chor (S. 3) fordert zur Öffnung des Tempels auf. Er will an dem"kunstgeweihten Orte" Weihrauch streuen. Einige Stimmen fragen wem zu Ehren sie singen. Eine Stimme antwortet. Sie beginnt mit einem Lob auf Nürnberg, die Stadt,"die sich an Friedrichs Burg so traulich schmiegt". Sie hat (S. 4)"den großen Mann geboren, / Dem preisend unser Festgesang ertönt". Der Chor benennt ihn: Albrecht Dürer. Eine Stimme, unterbrochen vom Chor hebt zum Lob auf Dürer an. Das Lob (S. 5) gipfelt in dem Hinweis auf"Apellen's Kunst" und die"Kunst der Raphaele", die"Dürer's fromme, große Seele" umfaßte. Der Chor weist auf die Natur als einziges Vorbild der Kunst Dürers. Hinzu kommt (S. 6f.)"des Glauben's heil'ge Stärke" (Erste Stimme). Der Glaube ließ Dürer"die Gottheit schaun" (Zweite Stimme);"und was Er geschaut hat er verkündet, / Erd' und Himmel uns enthüllt" (Dritte Stimme). Der Chor (S. 8) begehrt Einlaß in die Hallen, die"Dürer's heil'ge Werke" hegen, und fährt fort:"Mag die Andacht unsre Herzen füllen! / Laßt im Glauben uns, mit Ehrfurcht nahn! / Dann wird sich dem innern Sinn enthüllen, / Was in Bildern uns're Augen sahn." Auf mehrere Stimmen verteilt wird (S. 8-11) die biblische Heilsgeschichte erzählt. Der Chor (S. 12) zieht das Fazit:"Du nicht nur mein Aug' entzückest / Mit dem bunten Farbenspiel, / Nein, die Seele mir entrückest / Zu der Künste höchstem Ziel, / Mich zum Göttlichen erhebst". Eine Stimme weist darauf hin, das Dürer"zu den Sphären heimgegangen" ist, aus denen er kam, doch (S. 12f.):"Ein Abbild dennoch soll die Welt empfangen, / Wie lebend Du gestaltet, - immerdar. / Dein treues Abbild von Erz will sich erheben, / Dein theures Antlitz auf uns niederschweben!". Lysipp und Praxiteles werden angerufen. Sie sollen"dem Erz die großChor (S. 15) ruft die Pictura an und schließt mit dem Aufruf an die Künstler (S. 16):"So strebt muthvoll dann zum Ziele, / Die Ihr im heiligsten Gefühle / Dem Schönen, Großen Euch geweiht! // Es winken Euch des Sieges Kränze, / Die an der Laufbahn steilen Gränze / Des Ruhmes Genius verleiht!"

1828
Über die neuesten Vermehrungen der Königlich Preussischen Sammlungen der Denkmäler alter Kunst. Von K. Levezow. In: Berliner Kunst-Blatt 1/1828, Heft 11 (November), S. 313-325. [4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbiblithek: 3208:F4
Fortsetzung aus: Amalthea Bd. 2, 1822, S. 339-394; ebd., Bd. 3, 1825, S. 213-240. Sonderdruck unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz:"(aus dem elften Heft des Berliner Kunstblattes besonders abgedruckt.) Berlin 1828."
Zusammenfassung:
Es werden (S. 313) die "neuesten Erwerbungen für die Abtheilung der Alterthümer" vorgestellt."Ohne Verzug" will Levezow"mit der Erwähnung des Erwerbes ganzer Sammlungen" beginnen, um anschließend"zu Einzelnem über[zu]gehen": (S. 313f.) Im Juni 1827 trifft"von Paris mit dem ehemaligen Besitzer, dem Herrn Joseph Passalacqua, aus Triest gebürtig, die vom Könige angekaufte, große Sammlung altaegyptischer Denkmäler hier in Berlin ein", zusammengetragen während eines siebenjährigen Ägypten-Aufenthalt. Levezow lobt den von Passalacqua herausgegebenen Katalog der aus 1600 Stücken bestehenden Sammlung. Sie bereichert die schon vorhandene ägyptische Abteilung um fast das Doppelte, deren Grundstock die Sammlung von Minutoli, bereichert um Schenkungen der Grafen Sack und Pourtales bildet. Die Sammlung wird vorläufig im Gartensaal des Schlosses Monbijou aufgestellt, wo sie, obwohl räumlich"von dem eigentlichen Museum der übrigen Alterthümer getrennt", doch einen"Theil des ganzen Antiquariums" bildet. In Zukunft sind"die beiden jetzt noch getrennten (Minutolische und Passalacquasche) Sammlungen [...] in eine enge, systematische Verbindung" zu bringen, denn es (S. 314f.)"liegt in der Natur der Sache, die jede vereinzelte Aufstellung besonderer Sammlungen in einem wissenschaftlich zu ordnenden Museum nicht gestatten kann." Die Erwerbung der Sammlung des Ende 1827 in Rom verstorbenen ehemaligen preußischen Generalkonsuls Bartholdy bedeutete ein weiterer Zuwachs an ägyptischen, aber auch an hetrurischen, griechischen und römischen Altertümern. Im Sommer 1828 wurde dann (S. 316) annähernd 1350 Vasen aus der Sammlung des verstorbenen Kaiserl. Österreichischen Feldmarschal-Lieutenants Baron von Koller erworben. Levezow behält sich vor, in einem der nächsten Stücke der Zeitschrift"eine Uebersicht und nähere Charakteristik dieser überaus kostbaren Erwerbung zu geben". Um die Jahreswende 1827/28 kam es (S. 317) durch Erwerbungen aus der Sammlung des Grafen Ingenheim und durch Erwerbungen des (preußischen) Ministerresidenten in Rom, Bunsen, zu einer Erweiterung der Klasse der griechisch-römischen Marmorwerke. Levezow beschreibt (S. 317-323) eine Auswahl der erworbenen Statuen, Büsten, Köpfe, Reliefs und kleineren Gegenstände. Zusätzlich erfuhr (S. 323) das Münzkabinett eineVermehrung seiner Sammlung. Levezow (S. 325) schließt mit den Worten:"Und so mögen auch die in diesen Notizen enthaltenen Thatsachen den Leser überzeugen, dass wir nicht stille stehen; sondern dass die für den Flor der Künste und Wissenschaften unter uns mit so grosser Liberalität besorgte Regierung keine Gelegenheit vorübergehen lässt, auch die Hilfsmittel der antiquarischen Studien auf das Erfreulichste und Fruchtbarste zu vermehren."

1828/29
Über die freiherrlich von Kollerschen Sammlungen klassischer Alterthümer, als neueste Bereicherung des königl. Museums der Alterthümer zu Berlin. Von K. Levezow. (Vorgelesen am 1. December 1828 in der Versammlung des wissenschaftlichen Kunstvereins zu Berlin). In: Berliner Kunst-Blatt, 1/1828, Heft 12 (Dezember), S. 341-361; 2/1829, Heft 1 (Januar), S. 4-14. [4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: 3208:F4
Sonderdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz:"(besonders abgedruckt aus dem zwölften Heft [1828 und dem ersten Heft 1829] des Berliner Kunstblattes). Berlin, 1828."
Zusammenfassung:
Die Sammlung (S. 341) wurde am 24. Juli 1828 vom Königlichen Museum erworben, wodurch es"in einem einzigen Erwerb einen neuen Zuwachs der mannigfaltigsten und werthvollsten Denkmäler erhalten [hat], wie es in diesem Umfange und dem Grade der Bedeutsamkeit seit Friedrich's II. Zeit nicht geschehen ist." Levezow war an der Erwerbung beteiligt. Die Sammlung (S. 342f.) war Friedrich Wilhelm III. im Mai 1828 angeboten worden. Levezow begutachtete sie und empfahl ihren fast vollständigen Ankauf. Dem Abriß über die Geschichte der Sammlung und ihrer Erwerbung läßt Levezow eine»nähere unparteiische, doch kurze Charakteristik" der ersten fünf Abteilungen und der getroffenen Auswahl aus der sechsten Abteilung des Museums Kollers folgen: (S. 343-361) Erste Abteilung: 1348 bemalte, griechisch-italische Vasen. Die ältere königliche Sammlung beinhaltete 600 Vasen, die Bartholdi-Sammlung 120, so daß mit der Kollerschen Sammlung nun mehr als 2000 Stück an"antiken bemalten griechischen Gefässen, die sich an Zahl, Schönheit, Merkwürdigkeit des Inhalts und Seltenheit den ausgezeichnetsten und reichsten Museen dieser Art an die Seite stellen können", zusammen kamen. (Fortetzung, S. 4-7) Zweite Abteilung: 671"Werke von gebranntem Thon", bei denen es sich um Köpfe, architektonische Verzierungen, Lampen usw. handelt, rundplastisch und im Relief. (S. 7-8) Dritte Abteilung: Gläser griechischen und römischen Ursprungs. Zusammen mit (den wenigen) in der königlichen Sammlung bereits vorhandenen Gläsern und denen der Bartholdi-Sammlung ergibt sich ein Museum mit einer Zahl von mehr als 400 antiken Gläsern,"das, mit Ausnahme des Königl. Borbonischen zu Neapel, leicht eines der reichsten und kostbarsten unter seines Gleichen sein mögte." (S. 8-11) Vierte Abteilung: Antike Denkmäler aus Bronze. 693 Werke, darunter auch Abgüsse, Kopien und Bronzearbeiten neuerer Künstler. Zusammen mit älterer Königlichen Sammlung, der Bartholdi Sammlung (300) ergibt sich ein Kabinett mit wenigsten 2000 Stück"antiker Bronzen, das als eins der reichsten in dieser Art anzusehen sein wird." (S. 11-13) Fünfte Abteilung: Marmorwerke und Mosaiken. 135 Werke, in erster Linie der Kleinkunst und Fragmente. (S. 13-14) Sechste Abteilung, Ägyptische Momunete. Levezow wählte 29 Werke aus, Grabstelen, Scarabeen, Tafeln mit Hieroglyphen.

1830
Übersicht über die Gallerie der bemalten altgriechischen Vasen im Königlichen Museum zu Berlin. Von K. Levezow. Berlin: Kgl. Akad. d. Wiss., 1830. [15 S., 8°]
Nachgewiesen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: Haus 2, Nx 8421.
Bemerkung: Z. Z. nicht einsehbar, Buchbinderei.

1833
Über die Entwicklung des Gorgonen-Ideals in der Poesie und bildenden Kunst der Alten. Von Hrn. Levezow. (Gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 12. April, 15. November und 6. December 1832 und 25. April 1833). In: Historisch-Philologische Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1832, 1834, T. 1, S. 137-234. [5 Tafeln, 4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Aa 7220a 4°
Vorabdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz"Eine archäologische Abhandlung gelesen in der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 12. April, 15. November, 6. December 1832 und 25. April 1833 von Dr. Konrad Levezow, Direktor des Antiquariums im Königl. Museum, Professor der Alterthumskunde und Mythologie an der Königl. Akademie der Künste, Ritter des rothen Adlerordens 3. Klasse, ordentlichem Mitgliede der Königl. Akademie der Wissenschaften, Ehrenmitgliede der Königl. Akademie der Künste zu Berlin u. s. w. Mit fünf Kupfertafeln. Berlin. Gedruckt in der Druckerei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 1833."
Zusammenfassung:
Nach eigenem Bekunden (S. 137) verfolgt Levezow den Gang des frühen Mythos vom Haupt der Medusa bis hin zur Plazierung des Kopfes auf dem Brustschild der Pallas Athene. Nach Levezow (S. 138) verstand es der"der alles verschönernde Geist der Griechen auch dieser uralten, greuelvollen Gestalt ein Ideal hoher jungfräulicher Schönheit abzugewinnen [...], welches [...] dem Beschauer doch nur ein sehr gemildertes, ja selbst mit Theilnahme und Mitleid gemischtes Grauen einflößt". In der Abhandlung soll nun (S. 139) der Weg von der"rohen Uridee", den"ersten rohen Anfängen bis zur höchst möglichen Vollendung und Verschönerung der Gestalt und ihrer einzelnen Züge" verfolgt werden. Grundlage bildet"eine Gesamtmasse von Dokumenten über Urbeschaffenheit, Entwicklung und Vollendung des Gorgonenideals in der griechischen Kunst", die es erlaubt, daßeine Geschichte desselben gegenwärtig auf das vollständigste entworfen werden kann". Die"Gesamtmasse von Dokumenten" bilden (S. 140) Arbeiten in Ton, Stein, Bernstein, Metall, Münzen, erhobenen und vertieft geschnittenen Gemmen, Gemälden auf Kalk und Vasen. Besonders erwähnt Levezow, daß keine Statuen der Medusa bekannt sind. Von Bedeutung ist, daß die Dokumente"augenscheinlich aus verschiedenen Perioden der Kunst" stammen und allgemein gut erhalten sind. Nach Levezow"lassen sich an ihnen mehrere Stufenfolgen der sich entwickelnden Gorgonen-Idee zur klarsten Anschauung bringen". Nach dieser Stufenfolge (S. 141) will Levezow die"ausgezeichnetesten Werke" betrachten, was den Vorteil mit sich bringt,"auch ein aufklärendes Licht über so manche Stelle der alten Dichter, Mythographen und Historiker zu verbreiten", denen die"bildlichen Momumente" weitgehend unbekannt waren. Die Abhandlung wird so dazu beitragen,"gelegentlich die Bemerkungen anderer Archäologen, wie zunächst Winkelmanns, Böttigers und Millins zu vervollständigen und mit ihnen vereinigt eine desto reichere gorgonische Bilderschau" zu ermöglichen. Bevor er jedoch zum eigentlichen Thema kommt, möchte Levezow noch einen Blick"auf den allgemeinen Gang, den die Entwicklung des Gorgonen-Ideals und [auf] dessen Charakteristik in den noch auf uns gekommenen schriftlichen, besonders poetischen Denkmälern genommen hat" werfen.
Folglich beschäftigt Levezow sich im ersten Abschnit (S. 141-158) mit der"Entwicklung des Gorgonen-Ideals in der Poesie der Alten", wozu er sich durch die (S. 142) innige"Wechselwirkung zwischen alter Poesie und Kunst" verpflichtet fühlt. Seine Absicht ist es jedoch nicht, jeden einzelnen Nebenzweig oder jede lokale Variante des Mythus zu verfolgen, der in"einer der frühesten und rohesten Perioden des hellenischen Alterthums" entstand und dessen (S. 146)"historisch-physischen Grundlagen [...] an der nördlichen Küste Afrika's" zu suchen sind. Das Urbild des Medusenhauptes bildeten die dort lebenden"großen, zähnefletschenden, zungeausreckenden, höhnenden, drohenden undd selbst in gereitzer Wuth Menschen zerfleischenden Affen-Arten". Köpfe dieser Affen bildet Levezow ab (Taf. I, 1a-c). Nach Levezow (S. 147) war der Gorgonen-Mythos wohl schon vor Homer bekannt. Der Dichter selbst (S. 148-150) schilderte sie. Weiter führt Levezow (S. 150-157) Hesiod, Pindar, Aeschylus, Apollodorus und Ovid an.
Der zweite Abschnitt (S. 158-234) beschäftigt sich dann mit der"Entwicklung des Gorgonen-Ideals in der bildenden Kunst der Alten." Deutlich wurde (S. 158f.) bei der Betrachtung des Mythos in der Dichtung,"wie die furchtbar scheußliche Vorstellung davon [vom Mythos] bei den ältesten und älteren Dichtern sich allmälig bei den späteren nicht nur milderte, sondern auch, in Hinsicht auf Medusen zunächst, zu einem hohen Ideal jungfräulicher Schönheit ausbildete". In den"Werken der bildenden Kunst der Alten" werde"derselbe Gang der Entwicklung" deutlich werden. Demzufolge teilt sich die"ganze Masse der vorhanden Monumente in die zwei Hauptklassen der älteren und neueren Charakteristik". Hinzu kommt"eine besondere Darstellungsweise, welche den Anfang der neueren Charakteristik bezeichnet". Sie bildet eine"dritte oder vielmehr mittlere Stylgattung".
Für die (S. 159-201)"I. Denkmäler im ältesten und älteren Styl" nimmt Levezow wie in der Dichtung (S. 159) vorhomerische Darstellungen der Gorgonen an. Ihr (S. 164)"pathognomische[r] Ausdruck ist der einer thierischen, gereitzten Wut, mit grinsendem Hohn oder Spott gemischt, und auf das widerwärtigste, abscheuerregendste dargestellt." Sämtliche Denkmäler ordnet Levezow nach dem Handlungsablauf des Mythos. Zur Darstellung im ältesten und älteren Stils gelangen (S. 164-174)"A. Erster Moment. Vor der Enthauptung Medusens"; (S. 175-190)"B. Zweiter Moment. Die Enthauptung Medusens", mit zahlreichen Beispielen; (S. 191-192)"C. Dritter Moment. Medusa unmittelbar nach ihrer Enthauptung" und (S. 193-201)"D. Vierter Moment. Die Verfolgung des Perseus durch die beiden gorgonischen Schwestern nach der Enthauptung Medusens". Es folgen (S. 201-214)"II. Denkmäler im mittleren Styl", in dem die Gorgonen grundsätzlich ihren furchtbaren Charakter verlieren. Zur Dartellung gelangen die Szenen, (S. 203-208) E."nach der Ermordung Medusens und der Verfolgung des Perseus, klagend bei Neptun" und (S. 209-214) F. die"Übergabe des Medusenhaupts an Minerven"; und (S. 214-233)"III. Denkmäler im neuesten und schönen Styl." Nachdem am Ende des mittleren Stils (S. 214)"die griechische Kunst dahin gekommen war [...] aus dem Medusen-Antlitze die Schrecken und Entsetzen erregenden Merkmale und Bestandtheile zu verbannen, welche den Hauptcharakter des ältesten und älteren Ideals ausgemacht hatten, eilte sie nunmehr mit starken Schritten der Vollendung desselben entgegen." Auch hier hat nach Levezow (S. 215)"die Poesie der bildenden Kunst unfehlbar dem Weg gezeigt. Die schöne, unglückliche Geliebte des meerbeherrschenden Gottes war es, welche die Stelle jener alten Greulgestalten einnehmen sollte, die früher durch ihren Anblick nur Schrecken, Entsetzen und Verderben verbreitet hatte." Im neuesten Stil wird (S. 216) die"Schlangenverbindung an Kopf und Körper Medusens" entwickelt und werden"Flügel am Kopfe derselben" angenommen. Am Schluß der Entwicklung steht (S. 228) die"Idee des lockenumwallten Hauptes der Medusa".

1834
Über mehrere im Großherzogthum Posen in der Nähe der Netze gefundene uralt griechische Münzen. Von Hrn. Levezow. (Gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 9. Mai 1833.). In: Historisch-philologische Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1833. Berlin 1835, S. 181-224b. [3 Tafeln, 4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Aa 7220a 4°
Vorabdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz"Gedruckt in der Druckerei der königlichen Akademie der Wissenschaften. 1834."
Bemerkung: In die Abhandlung dürfte [1826/27:] De Numis aliquot Graecis antiquissimis aufgegangen sein. Das Originalmanuskript der Abhandlung bewahrt die Bibliothek des Münzkabinetts, Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kunstbesitz.
Zusammenfassung:
Einleitend weist Levezow (§ 1, S. 226f.) auf grundsätzliche Probleme hinsichtlich der Beschäftigung mit der schriftlichen Hinterlassenschaft der Antike hin: Alter, (verlorener) kultureller Horizont, vor dem die Schriften entstanden sind, Problem der Überlieferung."Geschäft der Hermeneutik oder der theoretischen Auslegekunst" ist es nun, die Gesetze und Regeln zu entwickeln, nach denen bei der Untersuchung der Literatur zu verfahren ist, um zu einem richtigen Verständnisse der Schriftsteller zu gelangen. Ein entsprechendes Verfahren ist (§ 2, S. 227f.) auf die"zweite Klasse der Denkmäler des Alterthums", die Kunstdenkmäler anzuwenden. Wie die Schriften müßten die antiken Kunstwerke"ohne Zuthun einer höheren Belehrung und Aufklärung, nach wie vor, Räthsel und Geheimniß bleiben." Wie im Fall der Literatur sind auch die Kunstdenkmäler von ihrem Entstehungshintergrund her zu beurteilen."Es muß bei der Ähnlichkeit, oder gar bei der Übereinstimmung wesentlicher Verhältnisse zwischen alter Litteratur und alter Kunst für die letztere eben so gut eine wissenschaftliche Anweisung geben können, welche lehrt, wie diese Werke zu erklären sind, als wir die Existenz einer solchen Disciplin für die Litteratur schon längst zu ihrem Vortheil erkannt haben." Levezow fordert (§ 3, S. 228) eine"Anleitung die speciellen Kunstdenkmäler der Alten zu erklären". Im folgenden (§ 5, S. 230f.) setzt Levezow sich dann mit den theoretischen Grundlagen der Erklärung eines Kunstwerkes auseinander, mit der"Beziehung des Zeichens auf das Bezeichnete". Der Erklärung eines Kunstwerkes liegt ein dreifacher Parallelismus zugrunde:"1. mit Natur und Kunst überhaupt, 2. mit alter Kunst und 3. mit alten Ideen, oder Erudizion [Gelehrsammkeit]; wodurch zugleich die Erkenntnisquellen und Mittel des Inhalts der alten Kunstwerke genannt worden sind." Die Erkenntnisquellen (§ 6, S. 232) sind: die Schriften der Alten; die alten Kunstwerke, die Natur- und Kunstwerke überhaupt. (§ 8)"Das Geschäft der Erklärung der alten Kunstwerke selbst kann [...] Exegese der alten Kunstdenkmäler genannt werden." Die neue Wissenschaft (§ 9, S. 232f.)"würde archäologische Hermeneutik genannt werden können, da die Wissenschaft, welche sich mit der Kenntniß der alten Kunstdenkmäler beschäftigt, nach einem fast allgemein angenommenen Namen, Archäologie genannt wird und man der theoretischen Auslegungskunst den Namen Hermeneutik gegeben hat." Der Inhalt dieser neuen Wissenschaft (§ 10, S. 233) würde liegen:"1. in einer Untersuchung der Erkenntnisquellen und Mittel der alten Kunstdenkmäler, in nächster Beziehung auf die sich darauf stützende Erklärungsfähigkeit der letzteren. [...] 2. Den zweiten Bestandtheil des Inhalts der archäologischen Hermeneutik bilden dann die Resultate, aus diesen besonderen Untersuchungen gezogen und zu Grundsätzen der Ausübung, also zu Regeln für die das praktische Verfahren, die Exegese selbst, vereinigt." Weiter wird (S. 235) die archäologische Hermeneutik"3. nicht entbehren können der Grundsätze einer vorläufigen Untersuchung über die Ächtheit oder Unächtheit der zu erklärenden alten Kunswerke, oder der Aufstellung der Regeln, die sich auf Erforschung dieses wichtigen Gegestandes beziehen; folglich der Grundsätze der archäologischen Kritik." Wesentlich für die Bestimmung der Echtheit (§ 12, S. 236) ist die Untersuchung des 1. Materials, sind 2. Inschriften, ist 3. der Ort (der Auffindung), ist 4. die"Vergleichung mit ähnlichen oder gleichen Werken" und sind 5. historische Nachrichten. Die Erkenntnisgründe für die Altertümlichkeit eines Kunstwerkes lassen sich in innere (»Ideen und Formen") und äußere (oben angeführte Punkte) einteilen. Die (§ 13, S. 236f.) Beschäftigung mit den inneren Gründen könnte als"höhere", die mit den äußeren Gründen als"niedere Kritik" bezeichnet werden. Geht diese Kritik aufs ganze Werk, handelt es sich um eine"Totalkritik", geht es ihr um die Echtheit einzelner Teile, handelt es sich um eine"Partialkritik" - Unterscheidungen, die in der Kunst von geringerer Bedeutung als in der Literatur sind. Hinzu kommt die"Konjectural-Kritik, die"das Verfahren der Restaurazion" einzelner Theile" ansehen kann und muß, da"ohne die schärfste kritische Untersuchung über Idee und Form, bis in die feinsten Unterschiede verfolgt, keine Wiederherstellung im Sinne und Geiste, im Styl und in der Manier des ursprünglichen Verfassers möglich ist." Hauptinhalt der archäologischen Kritik (§ 17, S. 239) sind folgende Punkte: 1. die Frage nach der Altertümlichkeit des Werkes oder Teile von ihm; 2. die Frage"von welchem Volke es her stamme"; die Fragen 3. nach der Periode und 4. nach dem Künstler, sowie ob es sich 5. um ein Original oder eine Kopie oder 6."nur eine mehr oder weniger strenge Nachbildung und Wiederholung einer gleichen oder ähnlichen Idee" handelt. Bei der archäologischen Kritik sind (§ 18, S. 240) jedoch weit mehr Vorsichtsmaßregeln zu beachten als bei der literarischen Kritik. Weiter steht die archäologische Kritik in enger Verbindung mit der Hermeneutik,"da beiden gleiche Erkenntniß-Quellen und Mittel gemeinschaftlich, die Operazionen beider nahe mit einander verwandt sind und die eine die andere notwendig bedingt und voraussetzt." Da die antike Kunst (§ 19, S. 240f.) alles erschöpft hat,"was das Gebiet der einzelnen Künste Hauptsächliches umfasst", muß die archäologische Hermeneutik zur"Voraussetzung der Grundsätze der allgemeinen Kunst-Hermeneutik" werden. Hat die archäologische Kritik (§ 21, S. 241) die"oben angegebenen Fragen als Vorarbeit der Exegese entschieden, und hat die Exegese selbst, nach den Grundsätzen der Hermeneutik ihr Geschäft, soweit es ihr möglich war, vollendet, so tritt endlich die Kunstkritik hinzu, um ihr Urtheil abzulegen über den artistischen Werth des Kunstwerkes". Die Kunstkritik liegt außerhalb der archäologischen Kritik und Hermeneutik. Die archäologische Kritik und Hermeneutik ist (§ 22, S. 242)"für die Archäologie selber nur als propädeutische Disciplinen anzusehen", ist aber (§ 23) gleichzeitig auch ein wesentlicher und selbständiger Teil der Archäologie. Noch hat sich die Hermeneutik (§ 24, S. 245f.) nicht mit der"Wissenschaft, welche sich mit den Kunstdenkmälern des Alterthums beschäftigt" formell verbunden, wie es bei der der "Auslegung der Schriften der Alten" schon länger der Fall ist. Der Grund ist das relativ späte Einsetzen der Beschäftigung mit antiker Kunst, bei der zudem wegen der"Unbekanntschaft mit den Regeln einer gründlichen Hermeneutik" bis heute Fehler gemacht werden. Weiter fehlt es in der Archäologie (§ 25, S. 246f.) an der Bereitschaft zuzugeben, ein Monument nicht erklären zu können, was der Wissenschaft"unendlich viel Schaden" und"nicht selten den Namen der Alterthümelei" einbrachte. Nach Levezow (§ 26, S. 247) wurden, abgesehen von zwei Versuchen deutscher Gelehrter zu einer Systematisierung, bisher die Grundsätze einer archäologischen Kritik und Hermeneutik nicht formell dargestellt. Er hofft, daß (§ 27, S. 248) sich seine Abhandlung"zu einer Revision dessen verwenden läßt, was an ächtem und festen Grunde und Boden einer Wissenschaft bisher gewonnen ist, deren Gegenstand als die zweite Hauptquelle unserer Kenntniß vom klassischen Alterthum immer mehr und mehr angesehen zu werden anfängt, und ohne deren Beihülfe selbst die Literatur des Alterthums dem größten Theil ihres Inhaltes nach ihren Freunden entweder ganz unverständlich, oder was noch schlimmer ist, nur halb oder falsch verstanden werden muß."

1834
Über archäologische Kritik und Hermeneutik. Von Hrn. Levezow. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften am 21. November 1833.). In: Historisch-philologische Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1833, Berlin 1835, S. 225-248. [4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Aa 7220a 4°
Vorabdruck: unter gleichem Titel mit dem Zusatz"Von Dr. Konrad Levezow, Director des Antiquariums im Königl. Museum, Professor der Alterthumskunde und Mythologie an der Königlichen Akademie der Künste, Ritter des rothen Adlerordens 3. Klasse, ordentlichem Mitgliede der Königl. Akademie der Wissenschaften, Ehrenmitgliede der Königl. Akademie der Künste zu Berlin, Mitgliede der Königl. deutschen Gesellschaft zu Königsberg, der Nordischen Alterthumsforscher zu Kopenhagen, des archäologischen Instituts zu Rom, der historisch-antiquarischen Gesellschaften zu Stettin und Leipzig, und der Königl. Societät und Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und München Correspondenten. Berlin. Gedruckt in der Druckerei der Königl. Akademie der Wissenschaften. 1834. In Commission bei F. Dümmler."
Bemerkung: In die Abhandlung ist möglicherweise [1826/27:] De Disciplinae Archaelogicae aufgegangen.
Zusammenfassung:
Einleitend weist Levezow (§ 1, S. 226f.) auf grundsätzliche Probleme hinsichtlich der Beschäftigung mit der schriftlichen Hinterlassenschaft der Antike hin: Alter, (verlorener) kultureller Horizont, vor dem die Schriften entstanden sind, Problem der Überlieferung."Geschäft der Hermeneutik oder der theoretischen Auslegekunst" ist es nun, die Gesetze und Regeln zu entwickeln, nach denen bei der Untersuchung der Literatur zu verfahren ist, um zu einem richtigen Verständnisse der Schriftsteller zu gelangen. Ein entsprechendes Verfahren ist (§ 2, S. 227f.) auf die"zweite Klasse der Denkmäler des Alterthums", die Kunstdenkmäler anzuwenden. Wie die Schriften müßten die antiken Kunstwerke"ohne Zuthun einer höheren Belehrung und Aufklärung, nach wie vor, Räthsel und Geheimniß bleiben." Wie im Fall der Literatur sind auch die Kunstdenkmäler von ihrem Entstehungshintergrund her zu beurteilen."Es muß bei der Ähnlichkeit, oder gar bei der Übereinstimmung wesentlicher Verhältnisse zwischen alter Litteratur und alter Kunst für die letztere eben so gut eine wissenschaftliche Anweisung geben können, welche lehrt, wie diese Werke zu erklären sind, als wir die Existenz einer solchen Disciplin für die Litteratur schon längst zu ihrem Vortheil erkannt haben." Levezow fordert (§ 3, S. 228) eine"Anleitung die speciellen Kunstdenkmäler der Alten zu erklären". Im folgenden (§ 5, S. 230f.) setzt Levezow sich dann mit den theoretischen Grundlagen der Erklärung eines Kunstwerkes auseinander, mit der"Beziehung des Zeichens auf das Bezeichnete". Der Erklärung eines Kunstwerkes liegt ein dreifacher Parallelismus zugrunde:"1. mit Natur und Kunst überhaupt, 2. mit alter Kunst und 3. mit alten Ideen, oder Erudizion [Gelehrsammkeit]; wodurch zugleich die Erkenntnisquellen und Mittel des Inhalts der alten Kunstwerke genannt worden sind." Die Erkenntnisquellen (§ 6, S. 232) sind: die Schriften der Alten; die alten Kunstwerke, die Natur- und Kunstwerke überhaupt. (§ 8)"Das Geschäft der Erklärung der alten Kunstwerke selbst kann [...] Exegese der alten Kunstdenkmäler genannt werden." Die neue Wissenschaft (§ 9, S. 232f.)"würde archäologische Hermeneutik genannt werden können, da die Wissenschaft, welche sich mit der Kenntniß der alten Kunstdenkmäler beschäftigt, nach einem fast allgemein angenommenen Namen, Archäologie genannt wird und man der theoretischen Auslegungskunst den Namen Hermeneutik gegeben hat." Der Inhalt dieser neuen Wissenschaft (§ 10, S. 233) würde liegen:"1. in einer Untersuchung der Erkenntnisquellen und Mittel der alten Kunstdenkmäler, in nächster Beziehung auf die sich darauf stützende Erklärungsfähigkeit der letzteren. [...] 2. Den zweiten Bestandtheil des Inhalts der archäologischen Hermeneutik bilden dann die Resultate, aus diesen besonderen Untersuchungen gezogen und zu Grundsätzen der Ausübung, also zu Regeln für die das praktische Verfahren, die Exegese selbst, vereinigt." Weiter wird (S. 235) die archäologische Hermeneutik"3. nicht entbehren können der Grundsätze einer vorläufigen Untersuchung über die Ächtheit oder Unächtheit der zu erklärenden alten Kunswerke, oder der Aufstellung der Regeln, die sich auf Erforschung dieses wichtigen Gegestandes beziehen; folglich der Grundsätze der archäologischen Kritik." Wesentlich für die Bestimmung der Echtheit (§ 12, S. 236) ist die Untersuchung des 1. Materials, sind 2. Inschriften, ist 3. der Ort (der Auffindung), ist 4. die"Vergleichung mit ähnlichen oder gleichen Werken" und sind 5. historische Nachrichten. Die Erkenntnisgründe für die Altertümlichkeit eines Kunstwerkes lassen sich in innere (»Ideen und Formen") und äußere (oben angeführte Punkte) einteilen. Die (§ 13, S. 236f.) Beschäftigung mit den inneren Gründen könnte als"höhere", die mit den äußeren Gründen als"niedere Kritik" bezeichnet werden. Geht diese Kritik aufs ganze Werk, handelt es sich um eine"Totalkritik", geht es ihr um die Echtheit einzelner Teile, handelt es sich um eine"Partialkritik" - Unterscheidungen, die in der Kunst von geringerer Bedeutung als in der Literatur sind. Hinzu kommt die"Konjectural-Kritik, die"das Verfahren der Restaurazion" einzelner Theile" ansehen kann und muß, da"ohne die schärfste kritische Untersuchung über Idee und Form, bis in die feinsten Unterschiede verfolgt, keine Wiederherstellung im Sinne und Geiste, im Styl und in der Manier des ursprünglichen Verfassers möglich ist." Hauptinhalt der archäologischen Kritik (§ 17, S. 239) sind folgende Punkte: 1. die Frage nach der Altertümlichkeit des Werkes oder Teile von ihm; 2. die Frage"von welchem Volke es her stamme"; die Fragen 3. nach der Periode und 4. nach dem Künstler, sowie ob es sich 5. um ein Original oder eine Kopie oder 6."nur eine mehr oder weniger strenge Nachbildung und Wiederholung einer gleichen oder ähnlichen Idee" handelt. Bei der archäologischen Kritik sind (§ 18, S. 240) jedoch weit mehr Vorsichtsmaßregeln zu beachten als bei der literarischen Kritik. Weiter steht die archäologische Kritik in enger Verbindung mit der Hermeneutik,"da beiden gleiche Erkenntniß-Quellen und Mittel gemeinschaftlich, die Operazionen beider nahe mit einander verwandt sind und die eine die andere notwendig bedingt und voraussetzt." Da die antike Kunst (§ 19, S. 240f.) alles erschöpft hat,"was das Gebiet der einzelnen Künste Hauptsächliches umfasst", muß die archäologische Hermeneutik zur"Voraussetzung der Grundsätze der allgemeinen Kunst-Hermeneutik" werden. Hat die archäologische Kritik (§ 21, S. 241) die"oben angegebenen Fragen als Vorarbeit der Exegese entschieden, und hat die Exegese selbst, nach den Grundsätzen der Hermeneutik ihr Geschäft, soweit es ihr möglich war, vollendet, so tritt endlich die Kunstkritik hinzu, um ihr Urtheil abzulegen über den artistischen Werth des Kunstwerkes". Die Kunstkritik liegt außerhalb der archäologischen Kritik und Hermeneutik. Die archäologische Kritik und Hermeneutik ist (§ 22, S. 242)"für die Archäologie selber nur als propädeutische Disciplinen anzusehen", ist aber (§ 23) gleichzeitig auch ein wesentlicher und selbständiger Teil der Archäologie. Noch hat sich die Hermeneutik (§ 24, S. 245f.) nicht mit der"Wissenschaft, welche sich mit den Kunstdenkmälern des Alterthums beschäftigt" formell verbunden, wie es bei der der "Auslegung der Schriften der Alten" schon länger der Fall ist. Der Grund ist das relativ späte Einsetzen der Beschäftigung mit antiker Kunst, bei der zudem wegen der"Unbekanntschaft mit den Regeln einer gründlichen Hermeneutik" bis heute Fehler gemacht werden. Weiter fehlt es in der Archäologie (§ 25, S. 246f.) an der Bereitschaft zuzugeben, ein Monument nicht erklären zu können, was der Wissenschaft"unendlich viel Schaden" und"nicht selten den Namen der Alterthümelei" einbrachte. Nach Levezow (§ 26, S. 247) wurden, abgesehen von zwei Versuchen deutscher Gelehrter zu einer Systematisierung, bisher die Grundsätze einer archäologischen Kritik und Hermeneutik nicht formell dargestellt. Er hofft, daß (§ 27, S. 248) sich seine Abhandlung"zu einer Revision dessen verwenden läßt, was an ächtem und festen Grunde und Boden einer Wissenschaft bisher gewonnen ist, deren Gegenstand als die zweite Hauptquelle unserer Kenntniß vom klassischen Alterthum immer mehr und mehr angesehen zu werden anfängt, und ohne deren Beihülfe selbst die Literatur des Alterthums dem größten Theil ihres Inhaltes nach ihren Freunden entweder ganz unverständlich, oder was noch schlimmer ist, nur halb oder falsch verstanden werden muß."

1834
Verzeichniss der antiken Denkmäler im Antiquarium des Königlichen Museums zu Berlin. Erste Abtheilung: Gallerie der Vasen. Entworfen von Konrad Levezow, Director des Antiquariums des Königlichen Museums u. s. w. Mit 24 Kupfertafeln. - Berlin. Gedruckt in der Druckerei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 1834. [XXX S., 376 S., 24 Tafeln, 8°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Nr 6008
Bemerkung: Mehr nicht erschienen.
Zusammenfassung:
Nach Levezow (S. III) handelt es sich bei der Berliner Vasensammlung um eine der"größten und mannigfaltigsten" Europas. Vorliegendes Verzeichnis soll als Wegweiser durch die Sammlung dienen und in"kürze Auskunft über Form, Größe, Fabrik und Fundort jedes Denkmals" geben sowie die Sammlungen bezeichnen,"aus welchen es in die Königliche des Antiquariums übergegangen ist und endlich den Inhalt der bildlichen Vorstellungen beschreibend" andeuten, die den"Gefäßen zur Hauptzierde gereichen und ihren besonderen, hauptsächlichen Werth für Kunst und Alterthumswissenschaft bestimmen." Bewußt verzichtet Levezow auf eine Beschreibung der Formen; aufgrund ihrer"fast unendliche[n] Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit" würde letzteres"ein vergebliches Bemühen" sein. Als weiteren Grund (S. IV) für die Enthaltsamkeit hinsichtlich der Formbeschreibung und Formbenennung, gibt Levezow das Fehlen einer deutschen Terminologie an. Zwar habe"sich für die Hauptform bei den neueren Archäologen, besonders den italienischen, eine Art stehende Terminologie gebildet", doch ist sie für die Beschreibung von"besonderen Eigenheiten und Abweichungen in der Form keinesweges als genügend und vollkommen" zu bezeichnen. Auch könnte sie"in vielen Fällen [...] dem Gefäße eine Bestimmung geben, welche ihm ursprünglich im Alterthum selbst fremd war und daher der Gefäßkunde des Alterthums Begriffe unterschieben, welche sich bei genaueren Forschungen als irrthümlich aufgestellt zu erkennen geben." So weicht Levezow nach eigenen Worten (S. V) auch der Schwierigkeit aus,"wozu ihn der Vorgang einiger Archäologen der neuesten Zeit hätte verleiten können, die Gefäße etwa mit Namen zu Bezeichnen, welche die Griechen selbst" den Vasen gegeben hatten. Ins Verzeichnis mit aufgenommen sind (S. VI) jeweils Angaben zur Größe, zum Fabrik- und Fundort jedoch nur dann, wenn sich sichere Angaben fanden. Angaben zum (S. VII)"Inhalt und [zur] Bedeutung der Vorstellung" sind nur dort wo sie als gesichert gelten können, aufgenommen. Lassen sich entsprechende Angaben nicht machen, beläßt Levezow es (S. VIIf.)"bei einer bloßen Beschreibung, oder höchstens bei einer leisen Andeutung einer wahrscheinlichen Vermuthung, oder der bloßen Anführung der Meinung eines namhaften Archäologen bewenden." Weiter gibt Levezow soweit vorhanden zu jedem Objekt Literaturhinweise. Auch bildet er (S. IX)"alle auf den Gefäßen vorhandene, noch lesbare und verständliche Inschriften [...] auf 7 besonderen Tafeln" ab, und zwar"in der Form der Schriftzüge der Originale [...], weil auch [wie bei den Vasenformen] nur auf diesem Wege eine richtige Ansicht ihres epigraphischen Charakters in der Entfernung zu bewirken ist." Weiter erläutert Levezow"die Anordnung und Aufstellung der Gefäße im Antiquarium", die durch folgende Umstände bedingt war:" 1."Beschaffenheit des gegebenen Lokals im Museums-Gebäude", 2. Licheinfall und 3."durch die Forderung einer sehr wünschenswerthen, gut und zierlich in die Augen fallenden Anordnung". Das Antiquarium befindet sich im Untergeschoß des Museum. Thema des"Vorzimmers" (S. Xf.) sind die Gefäßformen. Auch sind hier die Gefäße, die dem"›Orientalismus‹" nahe stehen, und vielleicht als Beispiele der ältesten Gefäßkunst der Griechen anzusehen sein mögten" untergebracht sowie"Gefäße, welche ächt etruskischen Urpsrungs sind". Aufgestellt sind die Objekte auf 2 großen, freistehenden Glastischen, in 4 Glasschränken und auf mehrere Wandkonsolen. Das"Vorzimmer" bildet so die"Vorschule und Einleitung zur näheren Kenntnis der griechischen Gefäßkunst" der Blütezeit. Es folgt die große Galerie mit fünf Fenster zur Straße und drei zum Hof. Eine in der Mitte des Saales der Länge nach verlaufende Reihe dorischer Säulen teilt ihn in drei fast gleich breite Schiffe. Er (S. XIf.)"wurde zur Aufnahme der ausgezeichnetesten, mit figürlichen Darstellungen bemalten Gefäße ächt griechischer Kunst, sowohl des älteren, des mittleren und des neuesten Styls aller Fabriken bestimmt". Detailliert beschreibt Levezow (S. XIIf.) die Aufstellung der Vasen. Im einfenstrigen Hinterzimmer finden sich schließlich die (S. XIV) italischen Vasen, nolanische und apulische,"so wie auch noch ein kleiner Theil von Gefäßen etruskischen Ursprungs". Bevor Levezow zu der Geschichte der Sammlung (S. XV-XVIII) und näher auf die Klassifizierung der Vasen (S. XVIII-XXIII) eingeht, erwähnt er noch den unter den Tischen und Glasschränken vorhandenen Stauraum, und daß die drei Räume des Antiquariums nach Westen und Norden liegen. Am Schluß des Vorwortes (S. XXIV-XXX) charakterisiert er dann nochmals die Berliner Sammlung. Sie enthält 1. Beispiele fast aller Vasenformen. 350 Formen sind auf den Tafeln wiedergegeben. Sie enthält weiter 2. Beispiele fast aller Größen; 3. (und 4.)"([...] mit der einzigen Ausnahme der ganz bunt bemalten, seltneren attischen Gefäßen), Beispiele aller bis jetzt bekannten Fabrikazions-Weisen, Firniß-, Zeichnungs- und Styl-Arten in der Malerei aus allen Perioden und im Geschmack der ältesten und älteren Periode" und schließlich 5. Beispiele aller"Gattungen von Darstellungen, welche überhaupt auf den bemalten Gefäßen der Griechen vorzukommen pflegen." Schließlich listet Levezow noch die neun von ihm unterschiedenen"Gattungen von Darstellungen" bis hin zu den Inschriften auf. Im Katalog (S. 1-376), dessen Großkapitel den Zimmern entsprechen, finden sich dann zu jedem Objekt Angaben zur Form (Hinweis auf die Tafeln) und soweit möglich Angaben zum Fabrik bzw. Fundort, zur ursprünglichen Sammlung sowie Literatur- und Abbildungshinweise.

1835
Über die Ächtheit der sogenannten Obotritischen Runendenkmäler zu Neu-Strelitz. Von Hrn. Levezow. (Gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 23. Januar und 24. Julius 1834.). In: Abhandlungen der historisch-philosophischen Klasse der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1834, Berlin 1836, S. 143-206. [4°]
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Aa 7220a 4°
Vorabdruck: unter dem gleichen Titel mit dem Zusatz"Erste und zweite Abtheilung. Berlin. Gedruckt in der Druckerei der königlichen Akademie der Wissenschaften. 1835."
Bemerkung: Die (S. 206) offensichtlich geplante Fortsetzung erschien nicht.
Zusammenfassung:
Den ersten Abschnitt (S. 143-166), die"historisch-litterarische Einleitung", beginnt Levezow mit der Aufzählung der in zwei Vorzimmern der großherzoglichen Bibliothek zu Neustrelitz aufbewahrten Denkmäler,"deren größter Theil aus Mecklenburgischem Grund theils zufällig, theils durch absichtliche Ausgrabungen, zu Tage gefördert worden ist". Die"Sammlung vaterländischer Denkmäler besteht aus thönernen Graburnen verschiedener Größe, Form und Technik, thönernem Geräthe und Spielzeuge mancherlei Art; aus Waffen, Schmuck, Werkzeugen und Gefäßen von Stein, Bronze und Eisen; ferner vorzüglich aus unbehauenen Steinen mit Runenschrift und rohen Bildern in Umrissen bezeichnet, endlich in einer noch ungleich beträchtlicheren Zahl größerer und kleinerer Idole von gegoßener Bronze und aus ebenderselben Materie gegossener Schaalen, Tafeln, Reliefs und Geräthe, welche gleichfalls durch Runenschrift nicht sparsam ausgezeichnet erscheinen." Sein besonderes Augenmerk richtet Levezow dabei auf die Runenschriften (S. 144)"mit größtentheils bekannten Runenzügen und [...] eingeritzten Figuren von Menschen und Thieren". Die Schrift gibt"Wörter eines altslavischen Dialekts zu erkennen", während die Figuren nur"den Schein eines äußerlichen, alterthümlichen Gepräges an sich" tragen. Bezüglich ihrer Echtheit hegt Levezow Zweifel. Sie ist zu prüfen, bevor aus ihnen Rückschlüsse auf"die Geschichte, die Mythologie, den Kultus, die Sitten und Gebräuche, die Sprache und die Schrift der Völker" gezogen werden können. Bei der Frage nach den Fundumständen, der Provenienz und (S. 145) nach älteren Publikationen kommt Levezow zu überwiegend negativen Ergebnissen. Die frühesten Aufzeichnungen über die Fundumstände beruhen auf (S. 147) mündlicher Überlieferung, die"metallenen Denkmäler [befanden] drei Generazionen hindurch sich in den Händen von lauter Goldschmieden", was Fälschungen wahrscheinlicher macht, und darüber hinaus wurden (S. 152f.) Stücke aus verschiedenen Fundzusammenhängen vereinigt. Eine genaue Untersuchung (S. 157) der Objekte vor Ort im Herbst 1825 führt zu dem Ergebnis, daß es sich bei dem"angeblichen Gesammtfund" um"vier verschiedene Gattungen von erzenen Kunstproducten" handelt, darunter (S. 159) Objekte,"welche theils Originalen des griechischen und römischen Alterthums nachgebildet und nach davon genommenen Formen abgegossen sind; theils aus Originalfiguren selbst, die einer viel späteren Zeit, sogar schon dem sechzehnten Jahrhunderte angehören," bestehen. Levezow (S. 160) glaubt an Fälschungen, und Lehrlinge und Gehilfen der Goldschmiede Gebrüder Sponholz, von denen ein Teil der Sammlung erworben wurde, werden auf Wunsch Levezows von September 1827 bis August 1829 vernommen. Ergebnisse der Befragung (S. 161-164) ist, daß um 1777/78 in der Werkstatt der Gebrüder Sponholz entsprechende Fälschungen vorgenommen wurden. Aufgrund der Runeninschriften, die sich in keinem Werk publiziert finden, geht Levezow (S. 165f.) davon aus, daß ein"mecklenburgischer Gelehrter mit der Sache entweder in näherer oder entfernterer Verbindung gestanden [...] und behülflich gewesen sein mag." Ergebnis ist, daß es sich bei allen von Potocki (Johann Potocki, Voyage dans quelques Parties de la Basse-Saxe puor la Recherche des Antiquités Slaves ou Vendes, fait en 1794 ..., Hamburg 1794) publizierten Objekten es sich um Fälschungen handelt, einzig unter den früher von Masch veröffentlichten Denkmälern (A. G. Masch, Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten aus dem Tempel zu Rhetra am Tollenzer See, Berlin o. J. [1771]) könnten sich Originale befinden.
Im zweiten Abschnitt prüft Levezow dann die die von Masch beschriebenen Denkmäler auf ihre Echtheit, wobei er wie folgt vorgeht (S. 167): Prüfung des Fundberichtes von Masch, Untersuchung der"artistischen Beschaffenheit und des bildlichen Charakters" der Denkmäler sowie"der eigenthümlichen Form der darauf vorkommenden Runenschrift und ihres mehr oder weniger übereinstimmenden Gebrauchs". Die von Masch aus mündlicher Überlieferung wiedergegebenen Fundumstände und frühen Geschichte der Sammlung scheinen Levezow von"einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit im Allgemeinen", eine Ansicht die (S. 167-181) ausführlich begründet wird. Ebenso ausführlich beschäftigt Levezow (S. 181-192) der"artistischen Charakter" der von Masch publizierten Denkmäler. Levezow erwägt (S. 182f.) die Möglichkeit einer chemischen Untersuchung der Objekte, lehnt diese jedoch wegen dem"vermeinten antiquarischen Werth" ab."Dem Augenschein" nach ist von Seiten des Metalls ist nichts gegen die Echtheit der Objekte einzuwenden. Das gleiche gilt für das Herstellungsverfahren. Die kleineren Objekte sind im Hohl-, die größeren im Vollguß hergestellt. Aufgrund des höheren Schwierigkeitsgrades (S. 189) ist der Hohlguß in hohem Grade unvollkommen. Abschließend (S. 192-203) wendet Levezow sich dem Stil der Objekte zu, der"das auffallendste, verschiedenartigste Gemsich von Formen und Darstellungen [zeigt], wie es die Kunstprodukte keiner anderen Nazion jemals verrathen" hat. Levezow kommt zu dem Ergebnis (S. 204),daßder Verfertiger [...] ein Metallarbeiter von sehr geringer Geschicklichkeit, oder ein Dilettant ohne alle Erfahrung und Übung [war], etwa im siebzehnten Jahrhunderte, wenn die Sage von dem Zeitpunkte des gemachten Fundes richtig ist". Levezow (S. 205f.) glaubt, daßohne weiteren Zusatz, es jedem Leser selbst überlassen zu können, das Resultat für oder wider die Ächtheit dieser Gegenstände aus allen diesen unbefangenen, unparteiischen Beobachtungen über den Styl derselben, und die Art und Weise seines Ursprungs, zu ziehen" und fordert zum Vergleich mit"ächt slavischen, mehrentheils kleinen und einfachen Bilder[n] in Thon, Stein und Metall" auf. In den nächsten Abschnitten werde er dann "zur Prüfung des Charakters der Runen-Inschriften auf diesen Bildwerken" übergehen.

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