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Schriftenverzeichnis

Eingesehen wurden die in Berliner Bibliotheken greifbaren Schriften (Titel kursiv und fett).
Kapitel- und Abschnittsüberschriften Catels sind kursiv gesetzt.

1801
Anzeige von einer Fabrik von musivischen Stuck-Arbeiten welche die Künstler Gebrüder Catel in Berlin unter ihrer Leitung etablirt haben. Berlin im Jahre 1801. [31 Seiten, 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: Nz 4310
Autorschaft: S. 31: »Franz Catel, Mahler. Louis Catel, Architekt, und in Bezug auf die Mosaische Stuck-Fabrik, Königl. Preuß. Akadem. Künstler.«
Bemerkung: Schrift zusammen mit dem Bruder Franz Ludwig Catel (1778-1856) verfasst.
Zusammenfassung:
(S. 3-7) »Anzeige von einer in Berlin, unter der Leitung der Brüder Catel etablirten Fabrik von musivischen Stuckarbeiten.« Nach Aussage der Autoren werden in der Fabrik »Tisch, Sekretair- und Komoden-Platten, Öfen, Aufsätze auf Öfen, Verzierungen an Sekretairs und anderen Meubelen, ganze Zimmer-Decorationen, Superporten, Vasen, Postamente, Candelaber, Thermen, Spiegel-Rahmen, Rauchtabacks-Dosen und Kästchen, Uhrgehäuse und andere Kleinigkeiten angefertigt.« Als Material dient ein sehr harter Stuck, der sich vom Gipsmarmor darin unterscheidet, dass er fast die Härte von echtem Marmor erreicht. Die Politur übertrifft sogar die von echtem Marmor und widersteht mäßigen Stößen. Die Platten usw. sind mit einem Schwamm abwaschbar. Kaffee-, Wein- und Ölflecken schaden nichts, wenn sie nicht zulange stehen bleiben. Bei allzu großer Hitze zerspringen die Platten allerdings. Sie sind nicht für den Außenbereich geeignet. Sollten Polituren matt geworden sein, so erreichen sie durch Aufschleifen wieder ihren alten Glanz. Das Aufschleifen kann mehrfach wiederholt werden. Das besondere an den Stuckarbeiten sind die Verzierungen nach »Art [antiker] römischer und florentiner [wohl Arbeiten in Pietra-dura] Mosaiken« in den Oberflächen. Da die von den Brüdern Catel als »musivische Mahlerey« bezeichneten Verzierungen im Grund des Stucks liegen, können auch sie aufgeschliffen werden. Betont wird die lebhafte Farbigkeit, die allerdings hinsichtlich der »kristallartigen Durchsichtigkeit der Farben« hinter die der römischen und florentiner Mosaike zurückfällt. Dadurch, dass das Material weniger wertvoll als das der Vorbilder ist und geringere Schwierigkeiten bei der Bearbeitung macht, haben die von den Brüder Catel hergestellten »musivischen Arbeiten« den Vorzug eines »hundertmal geringeren Preis[es] als das ächte«: »Bisher war das ächte Mosaik nur ein Luxus-Artikel für Fürsten und für die reichste Klasse der höheren Stände; dagegen diese Gattung in einem für Jedermann bezahlbaren Preise steht.« Vorteile sind weiter, dass sich in ihm »regelmäßige Verzierungen« arbeiten lassen, die im »florentinischen Mosaik unausführbar bleiben, und im Römischen nur mit vielen Schwierigkeiten bewerkstelligt werden können (der feinen Linien wegen;) so können auch Landschaften und Historien-Stücke darin so gut wie im Römischen Mosaik ausgeführt werden. Man kann sogar annehmen, dass wenn bey jenem sich erst auf vier Schritte weit die Farben zu einem Total-Effekt verschmelzen, diese schon auf zwey Schritte seine gehörige Wirkung thut. Ein Vortheil, der bey Verzierungen der Meubeln u. d. g., die nahe gesehen seyn wollen, sehr wesentlich ist.«
(S. 8-25) [Katalog] »Über die verschiedenen im Anfange dieses Aufsatzes angeführten Waaren-Artikel und über ihre Preise.« (S. 8-11) »Komode-, Secretair-, und Tisch-Platten.« Größe von 1 bis 6 Fuß, viereckig, rund und oval. Der Preis ist abhängig von Größe, Arbeits- und Materialaufwand. Angegeben sind die Mittelsätze [mittleren Preise] für eine ovale Platte 2,5 und 1,5 Fuß Durchmesser und einer runden von 2 Fuß Durchmesser. Sie sind zu bekommen als Marmornachahmung, Marmornachahmung mit Fries usw. bis hin zu »ganz hetrurischer Nachahmung«, schwarz mit Fries und »Hetrurischen Figuren« und »Landschaften, Vögel und Arabesken en camayen oder colorirt«. Diese Platten kosten 20 bis 50 Rthlr. Ihr Gewicht beträgt 10-12 Pfund. Es folgen Angaben zum Transport und zu den Transportkosten. (S. 11-14) »Öfen.« Musivische Stuckarbeiten als Umkleidung eines herkömmlichen in Kacheln oder Mauersteinen aufgeführten Ofens, im Abstand von 6 Zoll um diesen Ofen. Betont wird, dass die »Umschirmung« nach oben und unten hin offen sein muss, damit Luft zirkulieren kann. Sie Kosten von 80 bis 150 Rthlr. Die »Umschirmung« besteht aus 3 oder 4 Teilen, jedes wiegt 1 bis 1,5 Zentner: »Für fürstliche oder andere Prachtzimmer kann nichts empfehlender seyn, als diese Art Öfen, welche durch ihre Politur, ihren Reichthum der Verzierungen, und durch die Akuratesse der Ausführung weit vor allen Kachelöfen und ausgemahlten Bisquit-Öfen den Vorzug verdienen.« (S. 14-16) »Öfen-Aufsätze.« Sie sind für ein nicht so wohlhabendes Publikum gedacht, das aber dennoch »nicht gern auf elegantere Öfen, als die gewöhnlichen Kachel-Öfen, Verzicht thun will«. (In einer Fußnote werden die Kacheln der »Hölerschen Ofen-Fabrik« empfohlen, in denen die Farben des violetten, rötlichen und bräunlichen Porphyrs »sehr gut nach[ge]ahmt«, und die nicht teurer als die »ordinären glasirten weißen Kacheln« sind.) Die Öfen werden in klassischen Formen aufgemauert, wobei die Stuck-Arbeit dann »ein reich verziertes Hauptgesims mit Fries und Unterbalken vorstellt, oder irgend eine andere Art von Decoration ausmacht.« Ein solcher Ofen würde 30 bis 50 Rthlr. kosten, wobei die Brüder Catel nur den Aufsatz liefern. (S. 16f.) »Kamin-Sturze.« Preis von 25 bis 60 Rthlr. (S. 17f.) »Verzierungen an Secretairen, Komoden, Stühlen, Spinden und dergleichen Meubeln.« Die Stuckarbeiten sind der Bronze vorzuziehen und werden in die Möbel eingelegt oder umziehen sie als Friese. Eine »mäßig verzierte Komode mit Platte« kostet dabei 40 Rthtlr., ein Sekretär 100 Rthlr. Die »musivischen Verzierungen« werden auch an Tischler geliefert. (S. 19f.) »Trumeaux- und Spiegelrahmen.« Bei ersteren besteht die Stuckarbeit, die für 30 bis 100 Rthlr. zu haben ist, aus mehreren, in die Wand eingedübelten Teilen. Bei Spiegeln ist eine »Platte von Stuck mit einer musivisch inkrustirten Verzierung.« als Bekrönung vorgesehen. Der Preis beträgt 6 bis 20 Rthlr. Auch hier werden Platten zum Preis von 4 bis 15 Rthlr. an Spiegelfabrikanten und Tischler geliefert. (S. 20-22) »Ganze Zimmerverzierungen, Ofen-Nischen und und Superporten.« Diese Arbeiten müssen vor Ort gemacht werden. Supraporten, die auch in der »Fabrik« gefertigt werden, kosten 10 bis 50 Rthlr. (S. 22-25) »Vasen, Postamente und Kandelaber.« »In dieser Gattung von Fabrikaten findet eine unendliche Verschiedenheit der Formen statt.« Zu haben sind sowohl Nachahmungen »hetrurischer« Vasen wie auch eigene Erfindungen. »Die Hetrurischem Figuren sind mit aller möglichen Genauigkeit nach antiken Mustern kopirt.« Weiter gibt es Nachahmungen von Porphyr, Lapislazuli und anderen seltenen Steinarten zum Preis von 1 bis zu 25 Rthlr. Stuckpostamente kosten 20 bis 80 Rthlr. und sind damit bis zu 20mal günstiger als solche aus Marmor. Hinzu kommt, dass sie wesentlich leichter sind. Kandelaber kosten 20 bis 60 Rthlr und liegen wie Postamente als Modelle und Zeichnungen in der Fabrik vor. (S. 25) »Rauch-Tabaks-Dosen und Kästchen, Uhrgehäuse für allerhand Uhren, Leuchter, Obelisken, Sarkophage, kleinere Altäre, kleine Tempel zu Aufsätzen auf Komoden, Secretair und servirte Tafeln.« »Alle obgenannten Artikel sind theils vorräthig, theils in Modellen, theils in Zeichnungen, in der Niederlage der Fabrik zu finden; ihr Preis ist nicht sogleich zu bestimmen, wegen der darin obwaltenden großen Verschiedenheit.«
(S. 25-31) [Schluss] Betont wird, dass bei der Anfertigung auch Kundenwünsche berücksichtigt werden können, etwa hinsichtlich einer darzustellenden Mythologie. Diese würde dann Franz Catel, »der dem deutschen Publico durch verschiedene Zeichnungen von Vignetten zu allgemein gelesenen Büchern, bekannt ist.« anfertigen. Weiter folgt der Hinweis, dass der »Aufsatz« in Verbindung mit Ankündigungen in mehreren Zeitungen erscheint und sich die Geschäftsniederlage »in Berlin an der Charlotten- und Zimmerstraßen-Ecke, auf der Friedrichsstadt, im Hause No. 25. par Terre« befindet. Dort seien Ausstellungsstücke zu sehen, würden die Bestellungen angenommen, könnten Zeichnungen und Modelle »für außerordentliche Fälle« vorlelegt werden und seien »allgemein gangbare Artikel in Vorrath« vorhanden. Weiter folgt der Hinweis, dass Artikel der »Fabrik« in Hamburg und zur Messezeit in Leipzig und Frankfurt an der Oder ausgestellt werden und die Ankündigung von Ort und Zeit der Ausstellungen im Hamburger Correspondenten erfolgen würde.

1802
Vorschläge über die Verbesserung der Schauspielhäuser von Louis Catel Architekt. Mit einem Kupfer. Berlin bei Gottlieb August Lange. 1802. S. 46: Gedruckt bei Friedrich Späthen in Berlin. [II, 47 Seiten, 1 Tafel, 4°] (Tafel 1)
Eingesehen: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Historische Sondersammlungen: Th 230/1
Zusammenfassung: (S. IIIf.) Vorrede. Die Schrift ist für die Kenner der Theaterbaukunst bestimmt. Ziel ist es, eine öffentliche Diskussion über den Theaterbau anzustoßen.
(S. Vf.) »Erklärung der in der Kupfer-Platte enthaltenen Zeichen
[Das Folgende ist in 16 Paragraphen eingeteilt]
(S.1-20) »Von der Bühne. Soll den Ort in dem die Handlung eines Schauspiels vorgeht, bezeichnen und versinnlichen.« Catel unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten von Räumen, die auf der Bühne darzustellen sind. Von Räumen die genauso groß oder kleiner als die Bühne und Räume die größer als die Bühne sind. zu letzteren gehören »freie Gegenden [und] sehr große [Innen-]Räume«. Erstere sind zu bauen, (S. 2) die anderen durch »Gemählde« auszudrücken. Im folgenden (S. 3-6) geht Catel dann auf die Probleme der Sicht und Kosten ein. Catel zieht eine flache, wenig tiefe Bühne [der barocken Tiefenbühne] vor, und begründet wie folgt: (S. 7): »Aus dem Fortgang dieser Abhandlung wird sich erweisen, wie sehr diese gegen den gewöhnlichen Gebrauch so bedeutend vermehrte Breite des Prosceniums, bei der Einrichtung des Zuschauer-Raums dem Baumeister zu statten kommt.« Die Breite des Proszeniums begründet Catel mit Erfahrungswerten: »Jeder, wenn er im gemeinen Leben eine Handlung betrachten will, wird denjenigen Standpunk wählen, in den er die handelnden Personen en Profil sieht.« Daraus ergibt sich für Catel, dass, je breiter das Proszenium ist, desto verständlicher wird dem Zuschauer die Handlung. Doch will Catel nicht auf eine [illusionistische] Raumtiefe verzichten, die (S. 8f.) ein Prospekt, der im Hintergund der 20 Fuß tief angenommenen Bühne gehängt wird, erreicht werden soll. Im folgenden gibt Catel dann bühnenpraktische Hinweise. (S. 10-12) Der Prospekt soll in mehrere Ebenen geteilt werden, in denen er maßstäblich verkleinerte Puppen agieren lassen will, wodurch der Tiefeneindruck noch verstärkt werden würde. Weiter geht es um Herstellung von beweglichen Naturerscheinungen, ziehende Wolken, Wellen usw., in denen auch Puppen, etwa bei Schiffslandungen, zum Einsatz kommen. (S. 12f.) Puppen und Kinder sollen auch Geistererscheinungen, mythologische Figuren oder »Kinder des christlichen Aberglaubens« darstellen, die aus dem Boden kommen oder von einer Wolke verdeckt erscheinen. Alles dies dient dazu, »um die große Entfernung auszudrücken«. (S. 13-16) Maschinerien und Verwandlungen. (S. 17-18) Beleuchtung der Bühne. (S. 18-20) Bühnennebenräume: Dekorationsmagazin, Garderoben, Schneiderzimmer, Malsaal. Hinzuweisen ist hier auf die Türen an den Stirnseiten des Bühnenhauses, die zum Einbringen von Dekorationen und Prospekten dienen und die oberhalb der Bühne gelegenen Zisternen zu Löschzwecken.
[Das Folgende ist in 13 Paragraphen eingeteilt]
(S. 21-40) »Von dem Zuschauerraume
(S. 21-26) Hinsichtlich der Akustik weist Catel darauf hin, dass sich der Schall nach vorne gleichmäßig ausbreitet, und das eine Grenze besteht, an dem nicht mehr alles deutlich verstanden wird, woraus sich ergibt, dass der Zuschauer nicht mehr als 80 Fuß von der Bühnenkante entfernt sitzen sollte. Catel weißt hier auf Versuche bei Windstille auf freiem Feld hin. Nötig ist die Überhöhung der Sitzreihen, damit der Schall frei ans Ohr dringen kann. Dem Problem des Widerhalls will er durch textile Bespannung der Zuschauerraumrückwände abhelfen. (S. 26f.) Hinsichtlich der Sicht sollten die Zuschauermöglichst alle en face der Bühne sitzen, wobei ein halbkreisförmiger Zuschauerraum, den Catel als »theatralische Form« bezeichnet, der günstigste ist. Entsprechend würden sich auch die Zuschauer eines Marionettentheaters auf Jahrmärkten anordnen. Auch aus Gründen der Sicht ist eine Überhöhung der Sitzreihen nötig. (S. 28-34) Ökonomie. 1500 bis 1600 Zuschauer sind nach Catel, bei einer angenommen Breite des Proszeniums von 60 Fuß, einem Radius des Zuschauerraumes von 80 Fuß und »Abzug derjenigen Winkel auf beiden Seiten, in denen nichts gesehen wird, mit Bequemlichkeit unterzubringen«. (S. 29) Nach wie vor für notwendig hält Catel eine Einteilung des Zuschauerraumes in Ränge: »Unsere Sitten erfordern gewisse Abtheilungen dieses Theaters, indem der Reiche sich gern von dem Mittelstand, und dieser sich wiederum von der gemeinen Klasse durch auffallende Unterscheidungen absondert.« Die erste Abteilung [Parkett, 600 Zuschauer] ist in Catels Theater dem Mittelstand und den Abonnenten vorbehalten; die zweite Abteilung [1. Rang, 400 Zuschauer] »für die Klasse reicherer Zuschauer bestimmt«, wobei Catel von höfischen Rezeptionsgewohnheiten ausgeht: Das Kommen der Zuschauer, wenn das Stück bereits begonnen hat, soll ebenso möglich sein, wie der Blick-kontakt unter den Zuschauern des Ranges. Zu diesem Zweck sieht Catel nicht mehr den Einbau von herkömmlichen Logen vor, son-dern eine Trennung in Abteilungen ohne Brüstungswände, nur mit separaten Eingängen. 10 Fuß über der zweiten Abteilung befindet sich die dritte Abteilung [2. Rang, Galerie, 600 Zuschauer] für die »niedere Klasse«. Stehplätze sind hinter den Sitzreihen der Galerie und unter der in der zweiten Abteilung angenommenen Fürstenloge vorgesehen. (S. 33) Nach Catel muss ein Theater 1500 bis 1600 Plätze aufweisen, » wenn der Ertrag der Einnahme die Unterhaltungskosten des Schauspiels ersetzen soll.« Weiter weist er darauf hin, dass die Einteilung und das Fassungsvermögen seines Theaters seine Entsprechung im neuen Berliner Schauspielhaus [Karl Gotthard Langhans'] findet. (S. 34-37) Nebenräume des Zuschauerraumes. Catels Theater weist keine betonte Vorfahrt auf. Von einem halbrunden Bogengang führen 25 Glastüren in einen halbrunde Korridor, von dem die Treppen zur ersten Abteilung, Türen zu einem weiteren Korridor und die Eingänge zur ersten Abteilung abgehen. (S. 37-40) Brandschutz. Die Nebenräume sind massiv gewölbt; die Decke des Zuschauerraums an gusseiserne Sparren gehängt und nach dem Vorbild eines Velums gestaltet.
(S. 41-46) »Von der äußern Form der Schauspielhäuser.« »Die äußere Form eines Gebäudes ist die äußere Umgebung des durch den Zweck des Gebäudes bestimmten innern Raums«, woraus folgt, dass das Schauspielhaus aus zwei Raum- und Gebäudeteilen besteht. Die horizontale Gliederung des Innenraums drückt sich in der dreigeschossigen Arkade des Zuschauerraumes aus, die Geschlossenheit des Bühnenhauses durch den Verzicht auf Fenster an der Bühnenhausrückwand. Die Türen an den Schmalseiten sind zweckbestimmt.
(S. 47) »Druckfehler

1806
Vorschläge zu einigen wesentlichen Verbesserungen der Fabrikation der Ziegel, welche dahin abzwecken, um sowohl im Winter als im Sommer Ziegel anfertigen zu können, und dieselben mit der Hälfte des bisher erforderlich gewesenen Holzes zu brennen. Von Louis Catel, Architekten und Königl. Preuß. akademischen Künstler. Nebst einer Kuptertafel. Berlin, bei Friedrich Maurer, 1806. [VI, 69 Seiten, 1 Tafel, 8°] (Tafel 2)
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: Nz 4337
Bemerkung: Die Seiten 63 und 64 sind im eingesehenen Exemplar nicht vorhanden (Fehler in der Seitenzählung?).
Zusammenfassung:
(S. III-VI) »Vorrede.« Die Schrift beruht auf Erfahrungen, die Catel 1797 und 1798 »als Conducteur bei dem Bau der massiven Schleusen am Bromberger Kanal« gesammelt hat. Weiter bekam er »auf einer Reise in die Niederlande und Holland [...] manches zu sehen«, wodurch er seine »Erfahrungen in diesem Fache erweiterte.« Catels Dank gilt dem Kanonikus von Treskow zu Owinsk bei Posen. »Dieser verdienstvolle Gutsbesitzer; welcher so viel thut, um durch sein Beispiel die Industrie Südpreußens zu heben, hat mich seit einigen Jahren mit der Ausführung der bedeutenden Bauten auf seinen Gütern beauftragt. Ich wurde hierdurch veranlaßt, eine bedeutend große Ziegelei anzulegen. Der Herr von Treskow hat keine Kosten gescheut, um mich in den Stand zu setzen, dieses Werk so vollkommen einzurichten, als die vorhandenen besten Beispiele es zuließen. [...] Überdieß hatte ich mit der so überaus schlechten Witterung der letzt verflossenen beiden Sommer zu kämpfen.« Catel weißt auf die Schwierigkeit hin, als »Empiriker, empirische betriebene Geschäft nach theoretischen Grundsätzen zu prüfen.« Das Resultat seines Nachdenkens stellt die Schrift dar, mit der Catel wünscht, »hohe Gönner, Beförderer des Nützlichen und Guten, dahin zu bringen, mir die Mittel zu erleichtern, eine Ziegelei nach meinen Grundsätzen anlegen zu können.« Catel beabsichtigt: »a) Eine andere Zubereitungsart der Ziegelerde, wodurch dieselbe vollkommen gereinigt und gleichartig durchgearbeitet wird. b) Bei dem Trocknen der Ziegel der freien atmosphärischen Luft gänzlich entbehren zu können, um künftig Winter und Sommer, bei jeder Witterung, Ziegel anfertigen zu können. c) Durch zweckmäßigere Einrichtung der Ziegelöfen, mindestens die Hälfte des bisher erforderlichen gewesenen Brenn-Materials zu ersparen. d) Alle Vorrichtungen beim Streichen, Trocknen und Brennen der Ziegel dahin zu verbessern, dass dieselben bei gleichem Kostenaufwand einen höhern Grad von Vollkommenheit erhalten. e) Bei Einrichtung neuer Ziegeleien dem Unternehmer die Hälfte der Kosten für die Anlage zu ersparen. Berlin, im December 1805. Louis Catel.«
(S. 1f.) »Einleitung.« [Historischer Überblick] Die Ziegelherstellung hat ihren Ursprung im » Süden [...], wo beinahe drei Viertheile des Jahres ohne Regen und feuchte, trübe Tage vorübergehen, und wo der Winter nur von kurzer Dauer ist«. Dort »war die Anfertigung der Ziegel eine sehr einfache Manipulation.« Klima im Norden bereitete dagegen den Voreltern Schwierigkeiten, denen sie eine »außerordentliche Mühsamkeit und Ausdauer entgegen[setzten]; und indem sie das verwarfen, was das Wetter verdorben, und unverdrossen ihre Arbeit von vorn anfingen, lieferten sie gebrannte Ziegel, deren Festigkeit wir bewundern und zu erreichen streben.« Arbeitskräfte und Brennmaterial sind teuer geworden, »so muß die vervollkommnete Naturwissenschaft auftreten, um durch ihre neuesten Entdeckungen uns ein Verfahren zu lehren, wie die Hindernisse des Klima's, ohne auf den besondern Fleiß der Arbeiter Rücksicht zu nehmen, dennoch überwunden werden können.«
(S. 3-26) »Erster Abschnitt. Mängel bei der bisher eingeführten Ziegelfabrikation.« (S. 3-10) »Gewöhnliche Mängel bei der Zubereitung der Ziegelerde.« (S. 3-6) »1) Bei der Zertheilung der Ziegelerde zu einem Teige, oder zur streichbaren Ziegelmasse.«(S. 6-10) »2) Bei der Reinigung der Ziegelerde von fremdartigen Bestandtheilen.« (S. 11-13) »Mängel beim Formen der Ziegel.« (S. 13-19) »Mängel beim Trocknen der Ziegel.« (S. 13-18) »a) Nachtheile von dem Trocknen der Ziegel in freier atmosphärischer Luft.« (S. 18f.) »b) Von den Mängeln bei dem Verfahren des Trocknens der Ziegel selbst.« (S. 20-26) »Von den Mängeln beim Brennen der Ziegel.« (S. 20-24) »a) Mangelhafte Construction der gewöhnlichen Ziegelöfen.« (S. 24-26) »b) Mängel beim Brennen der Ziegel, nicht in Hinsicht auf die Construction der Öfen.«
(S. 27-56) »Zweiter Abschnitt. Vorschläge zur Abhelfung der im ersten Abschnitte dieses Buches angezeigten Mängel bei der Fabrikation der gebrannten Ziegel.« (S. 27) »Einleitung.« (S. 28-47) »Beschreibung einer Ziegelei, nach dem Grundsätzen des Autors, und Erklärung des Verfahrens, nach welchem auf dieser Ziegelei gebrannte Ziegel angefertigt werden sollen.« (S. 28-34) »a) Beschreibung der Ziegelei.« (S. 34-47) »b) Verfahren, nach welchem auf dieser Ziegelei gebrannte Ziegel angefertigt werden.« (S. 47-56) »Vergleich der in Vorschlag gebrachten Ziegel-Fabrikation, mit der bisher üblich gewesenen, und Beweis, dass die im ersten Theile dieser Schrift bei jener gerügten Mängel, bei dieser nicht Statt finden.« (S. 47-49) »a) Bei der Zubereitung der Ziegelerde.« (S. 50f.) »b) Bei dem Trocknen der Ziegel.« (S. 51-56) »c) Bei dem Brennen der Ziegel.«(S. 57-62) »No. I. Kosten-Anschlag einer Ziegelei nach den Grundsätzen des Verfassers, in welcher 300,000 Dachsteine jährlich verfertigt werden können.« (S. 65-68) »No. II. Kosten-Anschlag einer Ziegelei nach gewöhnlicher Art, zu 150,000 Mauersteinen und 150,000 Dachsteinen jährlicher Fabrikation.« (S. 66) »Druckfehler

1808
Guther Rath für denjenigen Landmann, welcher durch die Folgen des Krieges, sein Wohnhaus, seine Ställe und Scheunen eingebüßt hat. Wie er mit ansehnlicher Kosten-Erspahrung und beynahe mit der Hälfte des bisher erforderlich gewesenen Bauholzes, dieselben wieder aufbauen könne. Der Verfasser giebt einige Nachrichten von dem Fortgange seiner Versuche über die Verbesserung der Ziegel-Fabrikation in Bezug auf die im Jahre 1800 erschienene Piece: Vorschläge zur Verbesserung der Ziegel-Fabrikation ec. von Louis Catel. Architekten und Königl. Preuß. Akademischen Künstler. Berlin, bey Friedrich Braunes. 1808. [72 Seiten, 1 Tafel, 8°] Tafel 3
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: Ny 11776
Bemerkung: Die im Titel genannten »Vorschläge zur Verbesserung der Ziegel-Fabrikation« erschienen 1806.
Widmung: »Des Königlich Preußischen Staats-Ministers Herrn Carl Friedrich, Freiherrn vom und zum Stein Excellenz.«
Zusammenfassung: (dazu Tafel 3)
(Ohne Seitenzählung) [Rechtfertigung] »Hochgeborner Freiherr, Hochgebietender Herr Staatsminister, Gnädiger Herr. Ew. Excellenz Überreiche ich in tiefer Verehrung einige in den Stunden der Muße ausgearbeitete Vorschläge zur Verbesserung des Landbaues. Meine Absicht ist, meinem Lieben Vaterlande und der Menschheit, nach meinen geringen Kräften nützlich zu werden. Geschieht es durch diese kleine Schrift, und erhält Ew. Excellenz gnädigsten Beifall, so habe ich meinen Zweck erreicht, und empfange denjenigen Lohn, der das Ziel meiner Wünsche ist. Der Verfasser.«
(S. 1-9) »Einleitung.« Ziel Catels ist es: »1) Mit den wohlfeilsten Baumaterialien, die wohlfeilste Bauart zu verbinden. 2) Bau-Materialien zu ersparen, besonders Holz, als dasjenige Material, welches verhältnißmäßig am meisten kostet, und mit dem vermehrten Gebrauch immer teurer wird. 3) Solche Bauarten einzuführen, welche der Landmann allein, oder mit Hülfe seiner Nachbarn, in Anwendung bringen kann, und dabey so viel wie möglich baare Ausgaben zu ersparen. 4) Bey der möglichsten Ersparung dennoch den Zweck nicht zu verfehlen, den Gebäuden Bequemlichkeit, Dauer und vor allen Dingen Feuersicherheit zu verschaffen.« Ganz oben an steht die Holzersparnis. Catel will durch »ein neues Holz-Sparr-System« die Verwendung »kürzeren Holzes, zu jeder Art von Dach-Verbindung« fördern, wobei er von einer Landreform und Stadtflucht ausgeht: »Der Freybauer wird seinen Söhnen den ihm entbehrlichen Theil seines Ackers abtreten, der Edelmann und größere Gutsbesitzer wird von seinen Gütern kleine Stücke verkaufen, die großen Königl. Pachtungen werden in kleinere vertheilt werden, die zum Übermaas gefüllten größeren Städte des Landes, werden den Überfluß ihrer Bevölkerung auf das Land ergießen.« Catel gesteht ein, dass die von ihm gemachten Vorschläge, »keineswegs ganz neue Ideen« enthalten, und »die ersten Baumeister des Staates« bereits vor ihm »diese Materialien mit Erfolg bearbeitet« haben. Im folgenden erläutert Catel seine Vorgehensweise: »Das dargestellte Schema ist ein Bauerngehöfte, nebst Stallungen und Scheune, für einen sogenannten Halbbauer, welcher ohngefähr 3 Hufen Magdeburgisch, Acker besitzt.« Diesem »Schema« wird Catel dann ein gleiches »Gebäude alter Art« gegenüberstellen, woraus sich dann »die Resultate der gemachten Vorschläge zeigen« werden. Catel gliedert sein Werk in zwei Abschnitte. »Der erste enthält alles dasjenige, was über die an dem Bau der Wohnungen und Ställe anzubringende Ersparnisse und Verbesserungen zu sagen ist, und der zweyte beabsichtigt die Belehrung über wohlfeilere Bauart der Scheunen.«
(S. 10-58) »Erster Abschnitt. Vorschläge zu einer wohlfeilen und zweckmäßigen Bauart der Wohnungen und Ställe.« (S. 10-29) »A. Bauart der Wände.« (S. 10) Catel lehnt den Fachwerkbau wegen seines hohen Holzverbrauchs ab, und spricht sich (S. 15) für Lehmwände, aber nicht in der Pisée-Bauweise, und luftgetrocknete Lehmsteine aus. (S. 20-25) »Über den Bau mit Luftsteinen. Von deren Anfertigung.« (S. 25f.) »Von der Erbauung der Mauern mit Luftsteinen.« (S. 26f.) »Von der Anfertigung eines dauerhaften Putzes aus Luftstein-Mauern.« (S. 28-30) »B. Von den Mitteln sich einen wohlfeilen Kalk zu verschaffen.« (S. 31-40) »C. Von den Balken-Decken- und Dach-Verbindungen.« (S.40-43) »Einige Vorschläge zur Verbesserung des Forstwesens, in Beziehung auf obige neue Bauart der Landgebäude.« (S. 44-49) »Von der Dachdeckung.« (S. 49-58) »Über die Verbesserung der Dachziegel-Fabrikation.« [= Zusammenfassung und Fortsetzung von 1806: Vorschläge zu einigen wesentlichen Verbesserungen der Fabrikation der Ziegel]. (S. 52-55) »a) Zubereitung der Erde.« (S. 55f.) »Trocknung der Dachziegel.« (S. 56f.) »c) Das Brennen der Dachziegel.« (S. 59-68) »Zweyter Abschnitt. Von dem Bau der Scheunen. Von der Bauart der Scheunen.« (S. 68-70) »Resultat.« (S. 68f.) »A. Für die Ersparung der Kosten.« (S. 69f.) »B. Ersparung an Bauholz.« (Ohne Seitenzählung) »Tabelle X. Gegeneinandergestellter Kosten-Betrag verschiedener Bau-Arten von Umfassungs-Mauern an Landgebäuden.« »Anschlag sub. No. y. Von dem erforderlichen Bauholz zu dem Dach-Gespärr eines Daches für das Bauern-Gehöfte nach der angegebenen Construktion.« »Verbesserungen [Errata].«

1808
Über die zweckmäßigste Organisation des öffentlichen Bauwesens in einem Staat und über die wahren Verhältnisse der Baumeister, Handwerker und Handwerkszünfte zu demselben. Ein Wort in der jetzigen Zeit gesprochen von Louis Catel Architekten und Königl. Preuß. adademischen Künstler. Berlin, im Verlage des Kunst- und Industrie-Comptoirs, 1808. [II, 112 Seiten, 8°]
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 1: Fb 8821
Zusammenfassung:
(S. 3-8) »Einleitung.« [Rechtfertigung] »In dieser Zeit der Revolutionen und des allgemeinen Strebens nach Erneuerungen, in welcher die Staaten ihre alten Formen ablegen und ihnen eine Regeneration bevorsteht, ist so mancher Vorschlag zu Umbildungen und zu zweckmäßigen Organisationen des Ganzen sowohl, wie der einzelnen Theile derselben, an das Licht getreten und hat Erörterungen über diese Gegenstände veranlasst.« Es hat sich jedoch noch keine Stimme »über die zweckmäßige Organisation des öffentlichen Bauwesens« erhoben. Nach Catel umfasst das öffentliches Bauwesen »die Thätigkeit einer Hälfte der Nation, des Handwerkerstandes, und bestimmt den Wirkungskreis derselben; er befördert die höheren Zwecke des Staates und erleichtert ihm die Arbeit und das Streben nach jener Höhe, auf welcher durch allgemeine Vollendung, die Nation den Gipfel der Kultur erreicht. Ohnstreitig können Mißbräuche, und besonders Fehlgriffe in der Wahl der errichtenden Bauten, einen Staat, durch Verschwendung der Staatskräfte, von seiner stufenweise erfolgenden Vervollkommnung abhalten. Daher ist eine richtige Anweisung der Grenzen des öffentlichen Bauwesens für die Wahl der baulichen Gegenstände dem Staate sehr wichtig.« Catel hält es für notwendig »das Fach [des Bauwesens] selbst durch fortgesetzte Ausbildung dem Staate fortwährend nützlicher zu machen. Man achtete zwar geschickte Baumeister und nutzte sie; man vermochte aber nicht, ihre Talente zu gemeinsamen Zwecken zu vereinigen.« Unterschwellig fordert Catel die Einrichtung einer staatlichen Baubehörde. Besonders der Ausbildung und dem Fortkommen der Handwerker sind die »Staatsverhältnisse« sehr nachteilig. Catel hält es für nötig besonders auf die Handwerker einzugehen, zumal in vielen Staaten die Zünfte bereits abgeschafft sind. Eine Abschaffung der Zünfte auch in Preußen lehnt Catel ab. Er verlangt vielmehr ihre Prüfung, um »das Nachtheilige« aus ihnen auszuschließen. Der Zweck der Schrift ist, »im Allgemeinen, dem Bauwesen des Staates seine Grenzen anzuweisen, welche es nicht überschreiten darf, ohne die Staatskräfte unzweckmäßig zu verwenden.« Weiter muss die Bestimmung des Bauwesens »durch die Idee eines Staates überhaupt und durch den Begriff Bauen, festgestellt werden«. Gezeichnet »Berlin, im März, 1808.«
(S. 9-26) »Erster Theil.« (S. 9-22) »Über die Art und Grenzen des öffentlichen Bauwesens.« (S. 22-26) »Von den Verhältnissen des Staats zu dem öffentlichen Bauwesen.« (S. 27-88) »Zweiter Theil.« (S. 27-33) »Von der Förderung des Staates an diejenige Intelligenz, welche das öffentliche Bauwesen verwaltet.« (S. 33-65) »Von den besondern Forderungen des Staats an die drei Klassen von Bauverständigen, welche das öffentliche Bauwesen anvertraut ist.« (S. 33-43) »a) Von dem Baurathe und den Baumeistern.« Bauräte und Baumeister müssen nach Catel über Kenntnisse auf den Gebieten der Mathematik, Physik, Chemie, Mechanik, Maschinenlehre und Materialkunde verfügen und in der Lage sein Entwürfe durch Zeichnungen und Modelle zu veranschaulichen. »Zu den theoretischen Kenntnissen sollen [sich] dann praktische Erfahrungen und die individuelle Kenntnisse besonderer Fächer dieser weitläufigen Wissenschaft [...] gesellen.« Die besonderen Fächer sind: Wasser- und Deichbau, Flussregulierung, Kanalbau, Hafen- und Brückenbau, die Urbarmachung von unbewohnten Brüchen, der Bau von Wasserleitungen und Lagerhäuser, der Anstaltsbau, die Errichtung von Bauten für staatliche Domänen, Beamte und das Militär. (S. 36) Unterabteilungen des Bauwesens sind: Wasser- und Wegebau, Zivil- und ökonomisches Baufach, militärisches Baufach. (S. 41) Hilfsfach des Bauwesens ist die »Vermessungskunst«. (S. 43-64) »b) von den Bauhandwerkern.« Deutlich spricht Catel sich (S. 49) nochmals für die Beibehaltung der »üblichen Gewerks-Beschränkungen oder Zünfte« aus, doch ist eine Revision der »Zunftprivilegien« nötig. Weiter (S. 50ff.) beschäftigt Catel sich mit dem in England betriebenen »Fabrikwesens«, das er (S. 51) negativ beurteilt: »So wird ein Theil der Bürgerschaft im Staate Sklave und untergeordneter Diener des andern, kümmerlich erwirbt er sich sein trocknes Brod und seine Kartoffeln im Schweiße seines Angesichts.« Doch nicht nur wegen der negativen Folgen des »Fabrikwesens« spricht sich Catel für den Schutz der Handwerksbetriebe aus. Es schwingt auch Nationales mit: (S. 53) »Die Regeneration des Nationalgeistes und die Wiederbelebung deutscher Sitte hängt davon [vom Schutz der Handwerksbetriebe] ab. Als Handwerker waren die Deutschen freie Völker, als Fabrikarbeiter sind sie Sklaven ihrer Nachbarn geworden.« (S. 65-88) »Von den Verhältnissen der Bauverständigen, als Diener des Staates.« (S. 65-69) »1) Von der Dienstzeit und Dienstwürdigkeit.« (S. 69-83) »Von dem Geschäftsgange.« (S. 71f.) »Nach der Größe einer Provinz müssten in derselben ein oder zwei Baumeister angestellt seyn, welche die Entwürfe anfertigen, und die oberste Leitung unter sich theilen. Diese würden den Titel Ober-Baumeister führen, um sie von den ihnen untergeordneten Baumeistern zu unterscheiden. Diejenigen Praktiker, welche in ihrer Sphäre sich zu Baumeistern bilden, heißen Bauaufseher, weil sie von einem einzelnen Baue die spezielle Aufsicht führen.« Oberste Aufsicht führt (S. 72) die »Staatsbehörde«. (S. 83-86) »Von der durch den Staat den Baumeistern anvertrauten Aufsicht über die Bauten der Staatsbürger.« (S. 86-88) »Von den Verhältnissen der Baubeamten des Staats zu den Bauwerken der Privatleute und zu andern Baumeistern, welche nicht im Dienste des Staates stehen
(S. 89-111) »Von der Bildung der Handwerker und Baumeister zu ihrem Beruf im Staate.« Catel weist (S. 97f.) auf die häufig rohe Erziehung der Handwerksburschen und Lehrlinge hin. Seiner Ansicht nach ist sie die Ursache dafür, dass »die Bildungsanstalten für Handwerksburschen und Gesellen, welche in neuern Zeiten unter der Aufsicht der Kunst-Akademien errichtet worden, so wenig auf die wahre Vervollkommnung« der Handwerker wirken.
(S. 112) »Verlagsartikel des Kunst- und Industrie-Comptoirs in Berlin

1811
Beschreibung der in dem Königlichen Schlosse zu Braunschweig neu eingerichteten Zimmer, (von Louis Catel), Braunschweig: Vieweg 1811.
Nachweis: Saur Künstlerlexikon 17/1997, S. 293; Dorn 1997, S. 267. Nach GBV, Gesamtkatalog vorhanden in: Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek; Braunschweig, Stadtbibliothek; Braunschweig, Universitätsbibliothek der TU Braunschweig.
Dasselbe: Description des appartements nouvellement décorés dans le château royal de Brunswick, Brunswick : Vieweg 1811.
Nachweis: GBV Gesamtkatalog: wie oben.
Bemerkung: Dorn 1997 zitiert zum Teil ausführlich aus dem Werk.

1814
Der Helepol der Neueren. Ein Versuch einige Methoden der alten Belagerungskunst in die neuere überzutragen und über die Mittel sich durch jede Art von Terrain verdeckt den Festungen zu nahen, (von Louis Catel), Berlin: Salfeld 1814. [8°]
Nachweis: Hamberger/Meusel, 5. Auflage, 22,1/1829. Nach GBV Gesamtkatalog vorhanden in: Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
Bemerkung: Exemplar der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 1: Hy 20722: Kriegsverlust.

1815
Grundzüge einer Theorie der Bauart Protestantischer Kirchen. Zur Aufstellung von Normalformen der Protestantischen Kirchen und in besonderer Beziehung auf den Wieder-Aufbau der abgebrannten St. Petri-Kirche zu Berlin, mit der Benutzung der vorhandenen Ruine. Nebst einer ästhetisch-geschichtlichen Untersuchung des Verhältnisses der Bauart der protestantischen Kirchen, zu den Bauarten der verschiedenen Zeitalter der Geschichte. Von dem Baumeister L. Catel. Mit einem Kupfer. Berlin, 1815. In der Maurerschen Buchhandlung. (Poststraße No. 29.) [72 Seiten, 1 Tafel, 8°] (Tafel 4)
Eingesehen: Humboldt-Universität, Zentrale Universitätsbibliothek: Kunst 11853 Rara.
Zusammenfassung:
(S.3-8) »Einleitung.« Catel beginnt mit der Forderung, dass »eine unmittelbare Folge jener Großthaten der eben abgelaufenen Zeit, [...] eine allseitige Erregung zur Verbesserung alter, im Zeitgeist unbrauchbar gewordener Formen sein« muss. Der »Geist des Zeitalters« widerspricht der äußeren Form. Die [alten] »Formen« sind ihrem Wesen nach bedeutungslos geworden, doch besteht die Gefahr, dass sie »leicht wieder den Geist berücken und ihn in die alten Fesseln zurückführen.« Die alte Formen müssen vernichtet und ihnen neue entgegen gestellt werden, »welche dem Zeitgeist angemessen [sind], ohne seine Freiheit zu hemmen«. [...] Von diesem Standpunkte ausgehend, bezweckt die Königl. Preuß. Regierung, dem nach einer geläuterten Religiosität strebenden Zeitgeist eine sichere und feste Richtung, durch ein ihm angemessenes Ritual für den protestantischen Gottesdienst, zu geben.« Das Ritual ist »äußeres Band der Religiosität der christlich-protestantischen Gemeinde«. Es soll den »religiösen Sinn durch gemeinsame Verehrung des göttlichen Wesens steigern; wozu, wie bei jeder gesell-schaftlichen Verbindung, eine äußere Form erfordert wird. [...] Dieses Ritual, als äußere Form dieser Verbindung, ist eine Erscheinung im Raume, bedingt also einen örtlichen Raum, die Kirche, welche in ihrer Bauart alle die Zwecke erfüllen muß, welche das Ritual vorschreibt. Aus obigen Gründen wird demnach durch die Einführung eines verbesserten Rituals die Aufstellung von Grundsätzen für den Bau der protestantischen Kirchen nach dem neuen Ritual mit Nothwendigkeit bedingt.« Die vorhandenen protestantischen Kirchenbauten werden nach Catel nicht einmal dem noch bestehenden Ritual gerecht, da sie meist aus der Zeit des Katholizismus stammen. »Nach der Wegräumung aller symbolischen Gegenstände des Katholicismus blieben die leeren Hallen zurück, in welche das Bedürfnis des protestantischen Cultus Kanzeln, Orgeln, Chöre und Betstühle ohne Geschmack und Ordnung hineinbrachte.« Pfeiler und die übermäßig langen und hohen Schiffe dieser Kirchen widersprechen »allen Gesetzen der Akustik, welche die Predigt als der wesentliche Theil des Protestantismus bedingte.« Nachkatholische Kirchenbauten wurden meist von Regierung finanziert und sind, bedingt durch Sparsamkeit, meist »dürftig und armselig erbaut« worden. Die mit größeren Aufwand errichtet Kirchen tragen dagegen meist das »Gepräge des Hergebrachten«, da den Baumeistern kein »Ideal der Kirche« vorschwebte. »Demgemäß ist es Pflicht der Baumeister der neuern Zeit, die Grundsätze für den Zweck der Bauart einer protestantischen Kirche aufzustellen und dafür Normalbilder zu liefern.« Catel macht es sich nun zur Aufgabe, »mit dem Maße seiner geringen Kenntnisse und Erfahrungen, zur Prüfung für Sachkenner ein System der Grundsätze dieser Bauart aufzustellen und mit Normal-Beispielen zu belegen.« Zu beachten ist dabei: 1. »Zahl der Kirchgänger nach der relativen Größe der Gemeinde«; 2. »Gestalt und Einrichtung der Kirche nach den Bedingungen des Rituals, wobei auf wahrscheinlich einzutretende zweckmäßige Verbesserung des Rituals Rücksicht genommen ist«, 3. »Bestimmung der Größe und Form der protestantischen Kirchen nach der Größe der Gemeinde und den Gesetzen der Akustik und Optik«; 4. »Construction der Kirche nach den Bedingungen der Festigkeit und Dauer«; 5. »Anordnung des Ganzen zu einem Werke der schönen Baukunst und Ausschmückung mit Gegenständen der verwandten bildenden Künste«. Die Befolgung der aufgestellten Punkte führt nach Catel »nothwendiger Weise zu drei Entwürfen von Normal-Kirchen, für größere, mittlere und kleinere Gemeinden. Die möglichst nahe Ausführung des Baues einer solchen Kirche bedingt der Zeitgeist und macht es wünschenswert, daß die Regierung sich entschließe, bald eine solche zu bauen. Hiezu giebt die Ruine der abgebrannten Petrikirche zu Berlin die nächste zweckmäßige Veranlassung.« Die Vorteile eines Wiederaufbaus der Petrikirche liegen auf der Hand: 1. Eine große Gemeinde würde wieder eine eigene Kirche erhalten; 2. das »stehen gebliebene Gemäuer [eignet] sich vollkommen dazu, mit wenigen Abänderungen, zu einem Musterbilde protestantischer Kirchen erster Art aufgebaut zu werden«; 3. durch die Verwendung der Ruine würden dem Staat bedeutende Kosten erspart; und 4. »Berlin würde durch ein neues Werk der schönen Baukunst an Zierde gewinnen«. Nachdem Catel die Schaffung von Typen zu Normalkirchen und den Wiederaufbau der Berliner Petrikirche als wünschenswert und notwendig dargestellt hat, geht er zur Stilfrage über. Er stellt fest, dass »die Wiederbelebung deutscher Nationalität durch die neu errungene Freiheit und Selbstständigkeit [...] den Blick des deutschen Volkes auf seine Geschichte zurückgeführt [hat]. Auf diesem Wege ist in ihm eine hohe Achtung für die Jugendzeit der freien und kräftigen germanischen Urstämme aufgegangen. Ferner haben sie nicht mindere Achtung für die auf das Mittelalter folgende Zeit des 12ten bis 15ten Jahrhunderts erlangt.« Es trat ein bürgerlicher Wohlstand und eine »Blüthezeit eigenthümlicher deutscher Kunst ein, welche sich besonders in ihren Bauwerken aussprach. In diesem Zeitraum entstanden die in ihrer Art einzigen, wundervollen, Staunen erregenden Cathedralen der vorzüglichen Städte Deutschlands, Frankreichs, Spaniens und Englands.« Den Deutschen wäre es nun nicht zu verargen, wenn »jene veraltete Bauart wieder« eingeführt würde. Doch muss es für »denjenigen, der auf eine umfassende Weise die Grundform der neueren protestantischen Kirchen feststellen will [...] von größter Wichtigkeit sein, das innere Wesen der altdeutschen Baukunst genau zu prüfen, und es dann in Verhältnis zu den Forderungen der jetzigen Zeit zu stellen; um auf diesem Wege auszumitteln, ob und in wie fern sie unserer Zeit überhaupt den Forderungen des protestantischen Kirchenbaues angemessen sei.« Als erstes ist »das Wesen der Baukunst selbst aus ihrer Geschichte abzuleiten.« Nur »so wird sich der Charakter der verschiedenen Bauarten durch alle Zeiten mit geschichtlicher Nothwendigkeit feststellen lassen.« Da die Geschichte der Baukunst »neben dem Faden der allgemeinen Weltgeschichte, bis zum jetzigen Zeitalter« verläuft, ergibt sich nach Catel die »die Möglichkeit ihn mit Sicherheit in die nachkommende Zeit fortzuspinnen.«
(S. 8-24) »Verhältnis der Baukunst zur Geschichte.« Nach Catel steht »jedes Bauwerk, das einen geschichtlichen Werth haben soll, [...] in unmittelbarer Beziehung zu seinem Zeitalter.« So muss jedem, der »mit forschenden Blicken die Bauwerke der verschiedenen Zeitalter beobachtet und den Wechsel der verschiedenen Bauarten, welche die Geschichte herbeiführte, gehörig würdigt, [...] folgende Wahrheit und innere Nothwendigkeit einleuchten: daß die Baukunst an den Zeitgeist gebunden ist und durch ihn beherrscht wird.« Die Kunst hat nun das Recht das »Ideal ihrer Thätigkeit in der Anschauung aufzustellen.» Dieses Ideal »muß dem Künstler ein unverrücktes Ziel seines Strebens im Gebiete der practischen Kunst bleiben.« Der Baukünstler steht als ein »Vermittelndes« zwischen dem Ideal und »der Begrenzung durch Zeitforderungen.« Der Baukünstler kann sich zwar seinem » Zeitalter voranstellen und es einem fernern Ziele entgegenführe1) Ägyptische Bauart.«; (S. 10) »2) Alt Indische Bauart.«; (S. 10f.) »3) Babylonische, Israelitsche, Phönicische, Persische Kunst.«; (S. 11-13) »4) Griechische Bauart.«; (S. 13f.) »5) Römische Baukunst.«; (S. 14f.) »6) Bauart zur Zeit des Verfalls der alten Baukunst.«; (S. 15f.) »7) Neugriechische Baukunst.«; (S. 16) »8) Bauart des Mittelalters.«; (S. 16-20) »9) Bauart der altdeutsch-katholischen christlichen Baukunst.«; (S. 20f.) »10) Maurische Bauart.«; (S. 21f.) »11) Neurömische Bauart.«; (S. 22) »12) Bauart des 16. und 17. Jahrhunderts.«; (S. 22f.) »13) Bauart der neuesten Zeit.«; (S. 23f.) »14) Chinesische und Neuindische Bauart.«.
(S. 24-50) »Verhältniß der Baukunst zu unserm Zeitalter in Hinsicht auf ihren durch dasselbe bedingten Charakter, abgleitet aus der Geschichte der Baukunst.« Nachdem Catel in den 14 kurzen Abschnitten die »verschiedenen Bauarten charakerisiert« hat, gelangt er zu einer Übersicht über die Geschichte der Baukunst: »Aus diesem Überblicke des Ganzen muß sich analytisch ein System der Baukunst ableiten lassen, aus dem sich folgern ließe, was geschichtlich mit Nothwendigkeit bedingt ist; wodurch man denn einen Maßstab gewönne, zu prüfen, was von den geschichtlich entstanden Formen der Baukunst in Übereinstimmung steht mit der Geschichte unserer Zeit, theils wie sie jetzt ist, und wie sie mit Wahrscheinlichkeit zunächst werden wird.« Catel kommt zu dem Ergebnis, dass die Baukunst seiner Zeit ein Stadium erreicht hat, »in dem der geschichtliche Kyklos als Erscheinung der Baukunst in der Geschichte vollendet ist.« Der Baukunst seiner Zeit obliegt es nun, »den vorhandenen Schatz der baugeschichtlichen Erkenntniß mit Freiheit des Bewußtseyn für die Forderungen des Zeitalters anzuwenden«. Mit den Forderungen des Zeitalters setzt Catel sich dann im folgenden (S. 27-39) näher auseinander. »Religion, Staat und bürgerliches Leben, haben ihrem der Zeit gemäßen Charakter angemessene Forderungen an sie. Die Religion hat den Charakter einer Vernunftreligion angenommen«. Dies hat Auswirkungen auf den Gottesdienst. Zur Symbolik des Rituals gesellte sich die Lehre und ihr Organ, die Predigt.« Folge ist, dass »freie, weite, mit Gewölben überschlossene Räume, welche nicht über die Dimensionen des Hornes [verdorben aus Hörens?] hinausreichen, [...] die Grundformen der protestantischen Kirchen« sein müssen. »Die Gesetze ihrer Bauart« entlehnen die protestantischen Kirchen »aus der diesen Zwecken am meisten entsprechenden Bauart der alten Römer mit ihren Kreisbögen, Tonnen- und Kuppelgewölben. Das nächste, was Catels Zeitalter charakterisiert, »ist das bürgerliche Leben mit seiner freien attischen Urbanität. Ihm und seinen Genüssen eignen sich am vollkommensten die Formen der griechischen Bau- und Verzierungsart.« Nichts von diesem findet sich in der »altdeutsche[n] Baukunst, sei es theilweise oder im Ganzen [...], und demnach spricht ihr der Zeitgeist unbedinglich das Recht ab, Bauart des Zeitalters zu werden.« Catel geht auch nicht von einem nahen Eintritt eines der altdeutschen Baukunst gemäßen Zeitalters aus: »Es ist nicht mehr eine sublunarische Ansicht der menschlichen Bestimmung, welche den Weltgeist leitet«. Vielmehr sind (S. 29) »das nächste, was das Zeitalter fühlt, und wo ihm der Schuh drückt, [...] die Mängel seiner bürgerlichen Verfassung. Seine politischen und staatsbürgerlichen Verhältnisse auszubilden, ist die nächste Bestimmung des Zeitalters. In diesem praktischen Treiben können schwärmerische Bauprojecte der colossalen Bauten altdeutscher Cathedralen schwerlich aufkommen.« Weiter (S. 30-35) geht Catel dann auf die »drei Systeme« in der Baukunst ein, das auf die Horizontale und Vertikale beruhende (griechische) der geraden Linie, das auf den Kreisbogen beruhende (römische), und das »System des Dreiecks mit seiner Ausbildung zum Spitzbogen (»altdeutsche Bauart«) mit ihren gebogenen Schenkeln. Von diesen Grundformen rühren die verschiedenen Charaktere her. Diese drei Bauarten schließen einander aus. Eine Verschmelzung ist nicht möglich. »Demnach stehen die griechische, die römische und die altdeutsche Bauart, als disjunctive Theile des Geschlossenen der gesammten Baukunst da, und zwar für ewige Zeit; jedoch nur in der Idee und nicht in der geschichtlichen Wirklichkeit, wo sie nie ganz rein erschienen sind. Einer kommenden Zeit bleibt es überlassen, sie von allem Fremdartigen zu säubern.« Catel wägt (S. 33-39) die drei Bauarten ab, wobei er die römische unter den verschiedensten Gesichtspunkten vorzieht. In der »altdeutschen Bauart« sieht Catel dagegen nur ein historisches Phänomen, dessen Wiederaufnahme er ablehnt.
(S. 39-43) »A. Grundformen der protestanti-schen Kirchen, abgeleitet aus ihrem Ritual.« Nochmals stellt Catel fest, dass die Predigt im Mittelpunkt des protestantischen Gottesdienstes steht. Kurz geht er auf die Unterschiede zwischen dem lutheranischen und dem reformierten Gottesdienst ein. Beiden gemein ist »die freie Kanzelrede«, die »einen vollkommen akustisch und optisch erbauten Hörsaal, in dem der Rednerstuhl oder die Kanzel so gestellt ist, daß die gesammte Gemeinde den Prediger sehen, und seine Rede verstehen kann« erfordert. Weiter müssen, »da Rede und Gebet mit einander ein Ganzes machen und auf einander wechseln, [...] Kanzel und Altar so mit einander verbunden seyn, daß der Prediger mit Bequemlichkeit, Anstand und Würde den Standpunkt verändern« kann. Zu diesen Punkten treten dann noch weitere, aus dem Gottesdienst resultierende bauliche Bedingungen. (S. 43-50) »Grundgesetze der Akustik und Optik.« Nach Catel besteht keine feststehende Theorie der Akustik. Am Beispiel römischer Theater führt Catel Gesetzmäßigkeiten der Akustik vor. Durch eigene Überlegung kommt er dann zu dem Schluss, dass »nach allen Richtungen parabolisch gebaute Nischen, in deren Brennpunkt der Schall sich bildet, die Eigenschaft haben, nicht allein den Schall zu concentriren, sondern ihn auch in gerader Richtung vor sich hin zu treiben.«
(S. 50-57) »Von der Anordnung und Construction der einzelnen Theile des Baues einer protestantischen Kirche, nach den Forderungen des Rituals, den Gesetzen der Akustik und Optik, und den Bedingungen der Construction.« (S. 50-53) »Der Hörsaal.« Catel stellt fest, dass die Größe eines »Hörsaales« durch das »Maß des direkten weitesten Hörens, welches in einem Quadrat von etwas über 100 Fuß Länge und Breite begrenzt ist, wo die Kanzel im Mittelpunkt einer der Längenseiten steht«, bedingt ist. Ein entsprechend großer »Hörsaal« würde 2500 bis 3000 Kirchgänger Platz bieten. In »Hörsäle« für mehr als 4000 Kirchgänger wären Emporen einzubauen. Diese Räume wären mit Tonnen- oder Kreuz-gewölbe zu decken. Auch empfiehlt sich bei ihnen der Einbau von Thermenfenstern und eine Kuppel zur Verbesserung der Lichtverhältnisse. Für kleinere Gemeinden sieht Catel einen »Hörsaal« für 2500 Kirchgänger in Form eines Rechtecks von 100 x 40 Fuß als ausreichend an, mit seitlichen Emporen und einer einfachen Balkendecke mit Kassetten. Die kleinste Art der Kirchen sind DoDie Kanzel.«; (S. 54-56) »Der Altar.«; (S. 56) »Taufstein.«; (S. 56f.) »Orgel und Musikchor.«; und schließlich (S. 57) »Äußere Gegenstände des protestantischen Kirchenbaues.«; »Sakristei.« und »Glockenthürme und Uhr.«.
(S. 57-62) »Über die Gestaltung der protestantischen Kirchen, nach den Forderungen der architektonischen Schönheit, und über ihre Ausschmückung mit Werken der bildenden Künste.« Catel stellt fest, dass aus »den Bedingungen des Zweckes und der Construktion« hervorgeht, »daß für protestantische Kirchen nur allein die Grundformen der griechischen und römischen Baukunst anzuwenden sind, wobei für die Formbildung des Ganzen der Kuppel und ihres Unterbaues, die römische Bogenformen in Anwendung treten. Bei den Säulenstellungen der Emporenkirchen, bei dem Altar, der Kanzel, den Thüren und Fenstern kann die griechische Bauart angewendet werden. Die altdeutsche Bauart ist also unbedingt ausgeschlossen, und jedes Bemühen, einzelne Formen daraus aus Vorliebe für sie, mit der römisch-griechischen zu verweben, würde der Einheit des Charakters widerstreben.« Es folgt eine Beschreibung der »Normal Kirche I Art«.
(S. 62-67) »Über die Umbildung der Petri-Kirche zu einem protestantischen Gotteshause, nach den in dieser Abhandlung aufgestellten Grundsätzen.« In akustischer Hinsicht war der Altbau zweckmäßig, doch warf er städtebauliche Probleme auf. Einen Abriss der Ruine, um auf den Grund der Kirche einen Marktplatz einzurichten, lehnt Catel ab. Dies würde nicht zu einer Lösung der städtebaulichen Probleme führen. Catel spricht sich für Wiederaufbau der Petrikirche als »Normal-Kirche I Art« aus.
(S. 67-72) »Construction, architektonische Anordnung und Verzierung der Kirche
Der Abschnitt endet mit einem Plädoyer für den Wiederaufbau.

1815
Umriß eines Systems der Vertheidigungs- und Befestigungskunst geographisch und geschichtlich bedingter Grenzen Deutschlands. Von dem Baumeister Ludwig Catel, Berlin 1815.
Nachweis: Nach GBV Gesamtkatalog vorhanden in: Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
Bemerkung: Wohl dasselbe wie 1818: Umriß eines Systems ...

1816
Museum. Begründet, entworfen und dargestellt nach seiner Urform von dem Baumeister Ludwig Catel. Nebst einer Kupfertafel. Berlin 1816 In der Maurerschen Buchhandlung. Voßstraße Nro. 29. [28 S., 1 Tafel, 4°] (Tafel 5)
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 2: Ny 10706
Zusammenfassung:
(S. 3-6) Einleitung. Catel stellt fest, dass »der Zeitgeist [...] die Einführung von Museen« bedingt. »Wenn in Zeiten lebendiger Anschauung die Künste sich geschichtlich geistig bilden, und in zeugender Kraft Kunstwerke entstehen lassen, dann bedarf es keiner künst-lichen Mittel einer Kunstanregung. In Zeiten der Erstarrung des Gemüths, durch Überfluß von Verstand in das Leben der Geschichte eingeflossen, bedarf es künstlicher Anregungsmittel den Kunstsinn aufrecht zu erhalten.« Griechisches, konkret die griechische Plastik ist ihm »Vor- und Lehrbild für jede folgende Kunst-Entwicklung der Menschheit.« Knapp stellt Catel die Entwicklung der von der griechischen zur römischen und schließ-lich zur christlich Kunst dar. Es waren die heidnischen Götter und der christliche Gott, die den Künstlern Anregung boten. »Dem jetzigen Zeitalter fehlen jene Anregungen der Zeit der Griechen und des Mittelalters zu einem lebendigen Künstlerleben. In ernster kalter Betrachtung des Vergangenen, schaut das aus der Jugend zur Mündigkeit entwach-sene Menschengeschlecht wehmüthig auf die Blüthezeit jener Vorzeit zurück. In ihr liegt der Traum eines künftigen goldenen Zeitalters der Kunst. So ist der Charakter der Zeit; - kalter Verstand, der rückwärts in die Vergangenheit von Erinnerungen zehrt, und vorwärts Schutz bei der Vernunft sucht. Bei diesem Zustande bleibt dem Kunststreben unserer Zeit kein anderer Weg des Fortschreitens übrig, als auf den Wege der Theorie der künftigen Kunst-Entwicklung die Bahn zu öffnen. [...] Dieses Streben nach theoretischer Begründung muß, um der gänzlichen Vernichtung des Gemüthlichen in der Kunst vorzubeugen, die Anschauung der vorhandenen Kunstwerke der Zeit der Griechen und des Mittelalters entgegengestellt werden. Die Aufbewahrung dieser Kunstschätze in Museen wird demnach eine unbedingte Forderung an die Zeit.« Denn, »das, was bei den Griechen und im christlichen Mittelalter unmittelbar ins Leben eingeflossen [...], das entbehrt unsere Zeit«. Museen müssen notwendigerweise »in die Kunstbildung des Volkes eingreifen. [...] Die häufige Anschauung vollendeter Kunstwerke, besonders wenn sie in ein System der Kunst aufgestellt sind, müsse nicht allein den Geist bilden, sondern auch zur Kunstthätigkeit anregen.« Haben die Museen zu einer » allgemeinen Hebung« beigetragen, dann ist » der Zeitpunkt [erreicht], in dem die neue Blüthe der Kunst reift. Dann ist es, wo die Werkstätten der Künstler sich wieder öffnen, Armuth und Sorge sich von ihrem Heerde entfernen, Pinsel, Meissel und Hammer wieder in Thätigkeit gesetzt, Kunstwerke erzeugen. Dies sind die Gründe, warum die Herrscher und das Volk, im Bunde mit den Gelehrten und Künstlern, ungesäumt daran arbeiten müssen, jedem Volke für seinen eigenen Zweck und seine eigene Geschichte ein National-Museum zu errichten.«
(S. 6-8) »Anordnung und Erbauung eines Museums erfordert Kunstbewerbung (Concurrenz).« Da für die Erbauung und Einrichtung eines Museums umfassende Kenntnisse nötig sind, sieht Catel eine »Kunstbewerbung«, einen Wettbewerb, als unabdingbar an, wobei er eine Mitspracherecht vieler fordert.
(S. 8f.) »Formen der Kunstbewerbung.« Zwei Gremien, von Catel als »Formen« bezeichnet, nehmen Einfluss auf den Wettbewerb. »Die erste Form begründet sich auf öffentliche Meinung, welche den Charakter des Zeitgeistes annehmend, durch ihn bedingt [...] das Kunstwerk richtiger beurtheilen wird als die zweite. Diese ist begründet auf Autorität.« Die zweite »Form« bilden die ebenfalls vom Zeitgeist beeinflussten Denker, Künstler und Kunstbeförderer, die im Dreiklang die eigentlichen Entscheidungsträger sein sollen. Für die »spezielle Form der Kunstbewerbung« [den eigentlichen Wettbewerb] sind folgende Punkte zu beachten: »Erstens, die Aufgabe, von den Staatsbehörden gegeben, steht frei, von allen Künstlern der Nation bearbeitet zu werden. Zweitens, Ausstellungen und schriftliche Berichte machen die Nation bekannt mit dem Geleisteten. Drittens, öffentliches Urtheil verkündet und bestimmt die öffentliche Meinung. Viertens, die Akademie wählt unter den Projekten die besseren; und fünftens hängt die Bestimmung des zu Erbauenden von der Staatsbehörde ab.«
(S. 9f.) »Urform eines Museums.« Nachdem Catel das »Museum« begrifflich und mythologisch hergeleitet hat, stellt er fest: »Der Zweck eines Museums ist also vernunftgemäß und geschichtlich: Ein Gebäude anzuordnen und zu erbauen, in dem erstens, Kunstwerke zur Anschauung auf die zweckmäßigste Art aufgestellt werden können; und zweitens, Kunstthätigkeit unter den gegebenen Bedingungen ihres äußeren Betriebes, dem Zwecke gemäß, in Ausübung treten können.«
(S. 9) »Anordnung und Anlage eines Museums.« Drei Gebiete sind im Museum unterzubringen, »das wissenschaftlich-geschichtlich Dichterische«, das »praktisch-künstlerische Anschauliche«, und »das im Gebiete der Musik liegende«, woraus sich die Gestaltung der einzelnen Räume des Museums ergibt.
(S. 10f.) »Gestaltung und Anordnung der Räume für den geschichtlich-dichterischen wissenschaftlichen Kunstbetrieb
(S. 12f.) »Gestaltung und Anordnung der Räume für die wissenschaftlich-praktische Kunstthätigkeit im Gebiete der Anschauung
(S. 13) »Gestaltung und Anordnung der Räume für den musikalischen Kunstbetrieb
(S. 14-18) »Das Museum als Kunstwerk und Denkmal der Geschichte.« Als »Denkmal des Kunstbestrebens des Zeitalters« sind folgende Forderungen zu beachten: Dauerhaftigkeit des Baues, den Catel als »National-Denkmal« bezeichnet; Größe; Ebenmaß; individuelle Gestaltung des Baues, die nicht allein dem Zweck, sondern »sich aus der Idee selbst« entwickelt und der Stil: »Das Charakteristische eines Museums bedingt weit mehr die Form der griechischen und römischen Baukunst als diejenigen der christlich-deutschen.« Als Ordnung nimmt Catel die korinthische an, die das Sinnbild der »ernsteren Matrone« ist. Weiter stellt er fest: »Wenn aber ein Volk, von dem knechtischen Drucke fremder Fesseln befreit, zum Kennzeichen seiner Erlösung, seine eigenen Kunstschätze als Trophäen des Sieges in sein Vaterland zurückführt, dann adelt die Geschichte selbst das Museum zu einem Tempel der Unsterblichkeit, zum Wal-halla des Vaterlandes!« Ein Museum muss in jener Gegend der Hauptstadt liegen, »die der Vereinigungsort der Geselligkeit und des öffentlichen Vergnügens ist. An dem Haupt-Spaziergange der Stadt soll dieses Museum mit seinen Säulenhallen gelegen seyn. Es bietet sich zum freundlichen Ruhepunkte und Schutzort der Lustwandelnden dar. Es wird die Propileen zum Heiligthume der Künste bilden. Keiner, der durch diese Hallen eintritt in die Säle, welche jene wiedereroberten Kunstschätze enthalten, wird versäumen, der Vorsehung zu danken, die mit ihrem mächtigen Arme dieses verlorene Gut dem Volke zurückführte.«
(S. 19-25) »Beschreibung der Anordnung der einzelnen Theile des Museums nach beiliegendem Plan.« (S. 19f.) »Hauptplan.« (S. 20) »Der Triumphbogen.« Er dient der Aufstellung der Kriegstrophäen. Auf vier Pfeilern nimmt Catel die Aufstellung von Personifikationen der Provinzen, Preußen, Marken, Schlesien, Pommern an, da sie »an der Wiedereroberung dieser Kunstwerke Theil nahmen«. (S. 20f.) »Die Säulen-Hallen.« [Im Entwurf Catels die Flügel an der Straße Unter den Linden seitlich des Triumphbogens.] »Zwei geschichtliche Perioden treten bedeutsam in der Geschichte Preußens hervor, und haben das Anrecht, durch ein National-Denkmal verewigt zu werden. Sie sind das Zeitalter Friedrichs des Großen und die jetzige Zeit. Die erste Periode läßt sich begränzen, in dem Zeitraume von Friedrich Wilhelm dem Großen Kurfürsten, bis zur Regierung Friedrich Wilhelms des Zweiten. Die Zweite umfaßt die Regierung Friedrich Wilhelms des Dritten und die ganze neuere Zeit.« Eine skulpturale Ausstattung ist jedoch nur für die »das Zeitalter Friedrichs des Großen« möglich. (S. 21-23) »Museum der Malerei und Sculptur.« [Im Entwurf Catels die senkrecht zu den Lindenflügeln gelegenen Seitentrakte.] (S. 23f.) »Beschreibung der Räume für die Akademie der Wissenschaft.« [Im Entwurf Catels der linke Flügel des rückwärtiger Traktes.] (S. 24f.) »Akademie des Gesanges.« [Im Entwurf Catels der rechte Flügel des rückwärtigen Trak-tes.]
(S. 25-28) »Kosten-Anschlag des Museums

1816
Theoretische und praktische Erörterung über das Verhältniß der Strom-Profile zu den darüber zu wölbenden Brücken- und Kanal-Bögen in Beziehung auf den Kanalbau der den Graben am Opernhause in Berlin überwölben soll. Der Ansicht des Publikums, dem Urtheil der Baumeister und der Prüfung der Staatsbehörden empfohlen. Von einem praktisch- und theoretisch-gebildeten Baumeister. Nebst einer Kupfertafel. Berlin, 1816. In der Mauerschen Buchhandlung. Poststraße No. 29. [13 S., 8°] (Tafel 6)
Eingesehen: Senatsbibliothek Berlin: 82/1643
Autorschaft: Hamberger/Meusel, 5.Auflage, 22,1/1829. Im eingesehenen Exemplar handschriftlich alt Ludwig Catel als Autor eingetragen.
Bemerkung: (S. 13) Gezeichnet »Berlin, den 29. Sept. 1816.«
Zusammenfassung:
Einführend gibt Catel allgemeine Bemerkungen zum Kanal- und Brückenbau mit Beispielen. Es folgen theoretische Erörterungen über die Höhe und den Aufriss der Brückenbögen, jeweils mit Hinweisen auf die Bedingungen, die die Spree stellt. Anschlieflend geht Catel zur Bestimmung der Normalprofile beim Bröckenbau über, um dann »die Construction des Kanalbaues über den Operngraben nach Grundsätzen anzugeben.« Dabei »ist die Aufgabe gegeben, den bisherigen offenen Kanal, der zwischen dem Opernhause und dem Garten des Prinzl. Palais gelegen [ist, und] von dem Boumannschen Hause bis zum Hause des Ministers der Finanzen [führt,] zu überwölben und in einer ebenen Fläche so abzudachen, daß eine waagerechte Linie über dem Zeughause, Opernplatz und den Linden aufgelegt, ihre Augenpunkte vom Schloß bis zum Brandenburger Thore habe.« Die knappe Abhandlung, in der Catel auf den geplanten bzw. im Bau befindlichen Kanal reflektiert, schließt (S. 11-13) mit einem Kostenvoranschlag und Bemerkungen dazu.

1817
Die Heizung mit Wasser-Dämpfen dargestellt, erklärt und erörtert von Ludwig Catel. Von ihm in Druck gegeben zum Besten des Louisen-Stifts. Berlin, 1817. In der Maurerschen Buchhandlung. [46 S., 1 Tafel, 8°] (Tafel 7)
Eingesehen: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Haus 1: Op 23146
Widmung: »Meinem hochgeschätzten und vielgeliebten Freunde Herrn C. P. Möring.«
Zusammenfassung:
(S. 5-8) »Vorwort.« Catel beginnt mit dem Hinweis, dass in England die Abwärme von Dampfmaschinen der Erwärmung von Fabrikräumen dient. Er will, dass »das was die gemeine Industrie der Engländer nutzt, um die Deutschen mit seinem geschmacklosen Putzzeuge zu wohlfeilen Preisen anzuschmieren, [...] dem Deutschen ein Mittel werden [soll], die Hälfte des Brennmaterials in allen Verhältnissen der Staats-Ökonomie, des Gewerbes, des Landbaues und des häuslichen Lebens zu ersparen.« Im folgenden gibt Catel zu, dass er nicht als Erfinder dieser Nutzung der Abwärme gelten kann, aber doch als deren Verbesserer. Die erste in Berlin erbaute Dampfheizung sei sein Werk. Sie wurde von ihm »nach einzelnen Notizen in Journalen enthalten angelegt.« Unterzeichnet »Berlin, den 28sten April des Jahres 1817. Ludwig Catel. Baumeister und Professor.«
(S. 9-15) »Geschichte der Dampfheizung von ihrer Einführung bis zum heutigen Tage.« (S. 9) Die erste Veranlassung zum Nachdenken über die Nutzung der Abwärme lieferte Catel »der Bau eines Orangerie-Saals in Pankow bei Berlin« mit einem Rauminhalt von 19000 Cubikfuss für eine aus Schlesien erworbene Orangensammlung (S. 10) Bauherr war der »Gilde-Ältester Herr C. P. Möring«, Besitzer eines Landguts in Pankow in Berlin. Dieser »Freund des Schönen und Angenehmen in allen Theilen der Baukunst, des Amöblements und des Gartenbaues« verwendete »seinen recht erworbenen Wohlstand dazu [...], mehrere Garten-Anlagen, Garten-Säle und Treibhäuser dort anzulegen. [...] Ein Orangerie-Saal mit einem dazu eingerichteten Hause zur Winterwohnung sollte ein Ganzes (S. 11) bilden, das den Zweck hatte, die Wohnung zu seyn; diese Wohnung war so angelegt, daß die Benutzung des Orangerie-Saals von allen Theilen des Hauses die Hauptsache war. Zu der Aufgabe ein Ganzes zu bilden, gehörte eine Bauart anzunehmen, di
(S. 9-15) »Geschichte der Dampfheizung von ihrer Einführung bis zum heutigen Tage.« (S. 9) Die erste Veranlassung zum Nachdenken über die Nutzung der Abwärme lieferte Catel »der Bau eines Orangerie-Saals in Pankow bei Berlin« mit einem Rauminhalt von 19000 Cubikfuss für eine aus Schlesien erworbene Orangensammlung (S. 10) Bauherr war der »Gilde-Ältester Herr C. P. Möring«, Besitzer eines Landguts in Pankow in Berlin. Dieser »Freund des Schönen und Angenehmen in allen Theilen der Baukunst, des Amöblements und des Gartenbaues« verwendete »seinen recht erworbenen Wohlstand dazu [...], mehrere Garten-Anlagen, Garten-Säle und Treibhäuser dort anzulegen. [...] Ein Orangerie-Saal mit einem dazu eingerichteten Hause zur Winterwohnung sollte ein Ganzes (S. 11) bilden, das den Zweck hatte, die Wohnung zu seyn; diese Wohnung war so angelegt, daß die Benutzung des Orangerie-Saals von allen Theilen des Hauses die Hauptsache war. Zu der Aufgabe ein Ganzes zu bilden, gehörte eine Bauart anzunehmen, die, den Karakter eines Orangerie-Saales entsprechend, auch den Zweck der Erleuchtung von Sonnenlicht vollkommen erfüllte. Der Baumeister wählte dazu nach reiflicher Überlegung die altdeutsche Bauart. Diese hat durch ihre großen Bogenfenster das Anrecht, viel und helles Licht und reichlich Sonne in den Saal einzuführen; durch diese Bestimmung mußte der ganze übrige Bau in demselben Styl ausgeführt werden. Eine höchst interessante Aufgabe war hier dem Baumeister gegeben, nämlich ein Gebäude ganz consequent in allen Theilen altdeutsch zu erbauen.« (S. 12) Catel errichtete den Orangeriesaal mit »zwei zur Seite angehängte Pavillons«, in denen sich die Wohnungen befinden. »Sie bestehen rechts in einem Speisezimmer, einer Küche, darüber einer kleinen Wohnung, und noch höher einem thurmartigen Belvedere achteckig gestaltet. Die andere Seite ist eben so gebaut, enthält das Schlafzimmer und das Bad, darüber ebenfalls eine kleine Wohnung für Fremde, und ein achteckiger Thurm.«
(S. 15f.) »Beschreibung der Dampfheizung, Vorrichtung in ihrer ersten Beschaffenheit nach der Angabe und Ausführung Catels« Der Orangensaal ist 50 Fuß lang. (S.16f.) »Beschreibung der Abänderung, welche der Mechanikus mit der eben beschriebenen Dampfheizungs-Maschine vorgenommen hat.« (S. 17-24) »Fortschritte der Dampfheizung.« (S. 24-26) »Theorie der Dampfheizung.« (S. 26-28) »Licht und Feuer.« (S.29f.) »Erzeugung von Wärme durch Feuer.« (S. 30-33) »Wärme anwendbar zum Erwärmen der atmosphärischen Luft in einem geschlossenen Raume.« (S. 33f.) »Wärme durch Dämpfe erzeugt.« (S. 34f.) »Vergleichung der Dampfheizung mit dem gewöhnlichen Brenn-Material.« (S. 35) »Verhältnis der Wärme zur atmosphärischen Luft.« (S. 36-41) »Verbreitung der Wärme in einem gegebenen Raume.« (S. 41-45) »Beschreibung der Dampfheizungs-Maschine Fig. I. und VIII. nach den Grundsätzen der Theorie, und der Erfahrungen der Versuche angeordnet und gezeichnet zur Ausführung.« (S. 45f.) »Beschreibung einer Dampfheizungs-Küche mit einer Vorrichtung zum Heizen der damit verbundenen Wohnung Fig. IV. V. und VI.«

1817
Vorschlag zu einem neuen Baue der Sankt Petrikirche in Berlin, in: Zeitung für die elegante Welt, 1817, Nr. 107-109.
Nachweis: Hamberger/Meusel, 5. Auflage, 17/1820.

1818
Darstellung eines Schauspielhauses in der Ansicht, Grundriß, Aufriß und Durchschnitten in einem Kupferstich gegeben. Nebst einer Abhandlung über Grundzüge der Theaterbaukunst. Ludwig Catel, Berlin, Maurer, 1818.
Nachweis: Hamberger/Meusel, 5. Auflage, 22,1/1829. Nach GBV Gesamtkatalog vorhanden in: Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek; Hannover, UB/TIB Hannover.

1818
Umriß eines Systems der Vertheidigungs- und Befestigungskunst, geographisch und geschichtlich bedingter Grenzen des Landes. In Anwendung gebracht auf die westlichen Grenzen der Deutschen, (von Louis Catel), Berlin 1818. [Mit einer Tafel].
Nachweis: Hamberger/Meusel, 5. Aufl. 22,1/1829.
Bemerkung: Wohl dasselbe wie 1815: Umriß eines Sytems ...

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