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Anhang 2

143) Die Leipzigerstraße, geht vom Dönhoffschen Platze bis an das Achteck und durchschneidet die Friedrichstadt queer in der Mitte. Der Theil derselben jenseits der Mauerstraße, welchen K. Friedrich Wilhelm 1734 hinzubauen lassen, wurde damals die Potsdammerstraße benannt. Diese Benennung ist aber nicht allgemein geworden. Sie ist eine der prächtigsten Straßen, und bis an das Achteck 270 rheinl. Ruthen lang. Sie ist voll ansehnlicher Häuser und Palläste. Der jetztregierende König hat, 1773 bis 1777, 46 neue Häuser, nach Ungers Zeichnungen, erbauen lassen, deren einige, wie z.B. die Eckhäuser an der Jerusalemstraße, vier Geschosse, die übrigen aber drey Geschosse haben. Ohnweit des Potsdammerthors, linker Hand, sind zu bemerken:
Das von Löbensche Haus, worinn das Hauptritterschaftskreditkollegium seine Seßion und Kasse hat. Der Gräflich Reußische Pallast. Der Staatsminister von Happe ließ ihn 1737 bauen. Die erste Zeichnung machte Stolze, und ließ auch den Grund und das Kellergeschoß darnach aufmauern. Darauf ward eine neue Zeichnung von Dietrichs gemacht, und der Rest dieses Pallastes unter seiner Aufsicht aufgeführt. Er mußte sich zwar in etwas an die erste Anlage binden, aber dieses Gebäude gehört dennoch zu den schönsten in Berlin. Nach seiner Angabe ist auch der sehr schöne Garten angelegt.

ggg) Die Königl. Porzellanfabrik. Der Kaufmann J.E. Gottskowsky errichtete sie 1759 in diesem Hause, 1763 übernahm sie der König. In dem Vorderhause ist die Niederlage des Porzellans. Im Hinter- und Seitengebäude sind die Oefen zum Brennen, und die Säle, wo das Porzellan gedreht, geformt und gemalt wird. Auf beiden Seiten der Fabrik wurden 1783 zwey Flügel von Unger angebaut, worinn zwey große Säle sind, für die Vorräthe von Porzellan. Auf einem Platze hinter der Porzellanfabrik, ist:
Das Exerzierhaus für das Herzog Friedrichsche und das Möllendorfsche Regiment. Neben derselben ist das Freyherrl. von Recksche Haus, hinter welchem ein schöner Garten ist. Unter den neu gebauten Häusern sind besonders zu bemerken: Das Bärsche große Haus, diesseits der Markgrafenstraße, linker Hand. Es gehört zu den schönsten Privathäusern in Berlin. Das Oesfeldsche Haus, zwischen der Markgrafen- und Charlottenstraße, rechter Hand. Hat besonders eine schöne Treppe. Das Sommersche Haus, zwischen der Charlotten- und Friedrichstraße. Das Haus der Städtekasse, an der Ecke der Mauerstraße linker Hand. (s. unten Nr. 255).“
(Nic 1786 I, 186f.)

Straßen:

So breit und schön die Straßen auch dem ersten Anblikke nach sind, so weiß doch der Fußgänger zuweilen nicht, wie er sich für schnellfahrenden Wagen, für Koth und Gossen hüten soll. Der eigentliche Gang für Fußgänger, sollte, so wie in allen übrigen polizirten Städten, längs den Häusern hingehen, allein dieses hat man durch die hohen Auffahrten vor den Häusern fast unmöglich gemacht. Der Fußgänger wird alle Augenblick aufgehalten, und ist gezwungen, über die Gossen weg, auf den sogenannten Damm zu schreiten. Nirgends ist diese Unbequemlichkeit sichtbarer, als in der Leipziger Straße, einer der schönsten von ganz Berlin.“
(Schattenriss 1788, 41)

Leipziger Straße:

1776
„.., daß der König in diesem Jahre mit seinen für die Residenzstädte aüßerst wohlthätigen Bauten fortfuhr. Zu Berlin wurden...., in der Leipziger Straße eilf,...“ (357)

1777
„Im Innern der Stadt nahmen die Verschönerungen auf Königliche Kosten zu. (...) .., in der Leipziger Straße zehen,...., die nach einem gewählten Geschmack, zu den der König die Hauptidee selbst gegeben hatte, aufgeführet worden waren.“ (365)

1780
„Außerdem wurden in diesem Jahre wiederum, in der Leipziger Straße fünf.... ansehnliche Bürgerhäuser fertig.“ (392)
(Schilderungen 1798)

Die Friedrichsstadt, am südwestlichen Ende der Stadt, ist der schönste und größte Theil von der Stadt; die Straßen sind breit, gerade und geräumig, und mit den ansehnlichsten und geschmackvollsten Gebäuden besetzt. Am Dönhoffschen Platz ist das Eckardsteinsche Haus 55, und das Schicklersche Haus 57 zu bemerken. Hauptstraßen sind: die Leipzigerstraße 2000 Schritt lang, wo der Gräflich Reußische Pallast 5 mit einem schönen Garten, die Porzellainmanufaktur 4.“
(Rumpf 1804, 56f.)

Leipzigerstraße, auf der Friedrichsstadt, geht mit No.1 beym Achteck an, über die Wilhelms-Mauer-, Friedrichs-, Charlotten-, Markgrafen- und Jerusalemerstraße und den Dönhoffschen Platz, bis No. 51 an die Spittelbrücke, und zurück bis No.117. Sie ist 2000 Schritte lang und mit sehr ansehnlichen Häusern und Pallästen, besonders durch Friedrich den Einzigen besetzt. Vorzüglich bemerkenswerth sind No.4 die Königliche Porcellanfabrik, und No. 5 Graf Reußischer Pallast.“
(Gädicke 1806, 356)

Leipziger Straße. Mit Vergnügen betrachten Einheimische und Fremde diesen schönen Theil unserer Hauptstadt. Sie ist die regelmäßigste, geradeste und prachtvollste ihrer Straßen. Ihr Bau wurde im Jahre 1706 beendigt, doch ist sie in späteren Zeiten noch verlängert und vielfach verschönert worden, wozu namentlich die unter König Friedrich II aufgeführten Häuser sehr viel beitragen. Die Straße durchschneidet die Friedrichsstadt in ihrer ganzen Breite, und läuft mit Nr. 1 vom Leipziger Platz aus über die Wilhelmsstraße, die Mauerstraße, die Friedrichsstraße, die Charlottenstraße, die Markrafenstraße bis an die Jerusalemsstraße. Jenseits der Jerusalemsstraße läuft sie, die Nordseite des Dönhofsplatzes bildend, von der Spittelbrücke aus wieder zurück bis an den Leipziger Platz. Im Ganzen zählt sie 117 Häuser und eine Länge von fast 300 Ruthen. Zu ihren vorzüglichsten Gebäuden gehören: das Kriegsministerium, das Ministerium der geistlichen Angelegenheiten, und die Staatskanzlei oder das Staatsministerium, ferner die Königl. Porzellan-Fabrik, und zu den vorzüglichsten Privatgebäuden das Beckersche, das ehemalig Schicklersche und das O’Etzelsche, das Brumleusche, das Böttichersche, das Mendelssohn-Bartholdische u.a.m. Außerdem befinden sich in dieser Straße das Bureau des Kalender-Comptoirs, 2 Apotheken, das Hôtel de Prusse, verschiedene Weinhandlungen u.s.w.“
(Zedlitz 1834, 420)

Leipziger Straße: 1769 beginnt die lange Reihe der sogenannten Königlichen Immediat-Bauten,.....Berlin sollte durch Prachtfacaden wenigstens in seinen Hauptstraßen so schnell wie möglich das Ansehen einer europäischen Großstadt gewinnen, und hier war in der That noch viel zu thun. denn selbst in den Hauptverkehrsadern, der Königs- und Leipziger- Strasse, ebenso der Strasse Unter den Linden gab es nach Maaßgabe der alten kleinbürgerlichen Besitzverhältnisse eine große Anzahl völlig unscheinbarer und dürftiger Bürgerhäuser..... So sind zum Beispiel nach den Akten des Ober-Hof-Bauamtes (G:ST:A: Akt. d. Ober-Hof-Bau- Amts Rubr. IV. No. 1a) .. Allein im Jahre 1773 entstanden auf Königliche Kosten in der Leipziger Strasse 12 Neubauten auf 16 Grundstücken, 1775 noch 7 andere in derselben Straße; so sind ferner die stattlichen viergeschosssigen Häuser am Dönhoff-Platze nach Ungers Plänen umgebaut oder neu errichtet worden.“
(Borrmann 1893, 128f.)

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