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Zweiter Teil: Die Innenarchitektur resp. Innenraumdekoration

2.1.2. Berlin im zeitgenössischen "Geschmacks"urteil

Als Friedrich der Große 1786 starb, gehörte Preußen politisch zu den europäischen Großmächten und hatte sich zu einem modernen Staat im Sinne des aufgeklärten Absolutismus entwickelt. Berlin war die Hauptstadt dieses Staates sowie sein politischer, wirtschaftlicher, geistiger und kultureller Mittelpunkt. Es zählte mit seinen knapp 150.000 Einwohnern, sowohl des Zivil- als auch des Militärstandes zu dem noch kleinen Kreis europäischer Großstädte, was auch seine Architektur widerspiegelte. Der dieses Erbe antretende Nachfolger, Friedrich Wilhelm II, entwickelte zwar als erklärter Feind der Aufklärung nicht das Staatswesen, um so mehr aber die Künste.[107] Vor allem betraf das die Architektur und die hierzu notwendigen Institutionen. Obschon dieser König nur das Repräsentationsbauwesen verschwenderisch förderte, konnte sich quasi im Windschatten hiervon eine bürgerliche Architektur artikulieren, die, wie im ersten Teil dieser Arbeit aufgezeigt werden konnte, aber erst unter dessen Nachfolger, Friedrich Wilhelm III, im Stadtbild manifest wurde. Daß nun Berlin als Residenzstadt hinsichtlich seiner Architektur besonders kritisch beurteilt wurde und gleichermaßen scharfem Urteil standhalten mußte, resultierte einerseits aus dem selbst auferlegten hohen Anspruch seitens der einzelnen Institutionen [108] , andererseits aber aus der allgemein hochentwickelten modernen Architektur im gesamten Europa. Beispiele[109] der Beurteilung sollen nachfolgend verzeichnet sein, die, wenn auch nur auszugsweise, dennoch als symptomatisch gelten können.

(Peter Heinrich Millenet) Kritische Anmerkungen den Zustand der Baukunst in Berlin und Potsdam betreffend, Berlin 1776.

(Karl Heinrich Krögen), Freie Bemerkungen über Berlin, Leipzig, Prag, Berlin (1785) 1986, S. 8-12.

Publicandum vom 31. August 1787.[110]

Gustav Heinrich Frh. von Lamotte, Ueber die hölzernen Krambuden in Berlin, in: Berlinische Monatsschrift 5.1787, Bd.10, S. 166-172.

Briefe über Berlin, in: Journal des Luxus und der Moden 6.1791, S.6ff., S.175ff., S. 329ff., S. 584ff. und S.633 sowie 7.1792, S.110ff. und S.114ff.

Ueber den guten Geschmack in der Baukunst, in: Allgemeines Magazin für die bürgerliche Baukunst 2.(2.) 1796, S.146-174 (ab S.167 über Berlin).

Noch einige Gedanken über den guten Geschmack in der Baukunst, in: Allgemeines Magazin für die bürgerliche Baukunst 2.(2.) 1796, S. 175-189.

Etwas über das Aeußere Berlins, in: Berlin 1.1799, Bd.1, S. 41-52.

Oeffentliche Promenaden (über den Tiergarten), in: Berlin 1.1799, Bd.1, S. 53-66. Bemerkungen über Berlin, in: Berlin 2.1800, Bd.1, S. 255-264.

Ueber das neue Gebäude des Nazionaltheaters in Berlin, in: Zeitung für die elegante Welt 1.1801, 26., S. 201-203.

Verschönerungen in Berlin, in: Zeitung für die elegante Welt 3.1803, 129., S. 1029-1030.

Ueber den jetzigen Zustand der Architektur in Berlin, in: Zeitung für die elegante Welt 3.1803, 42., S. 327-331; 43., S. 339-341; 44., S. 344-347.

Beschreibung des neuen Badehauses an der Langen Brücke, Berlin 1804.

Häuserdekorationen in Berlin, in: Zeitung für die elegante Welt 4.1804, 38., S. 300-304.

Verbesserungen ("Aufbauung anderer ansehnlicher Gebäude jenseits der Linden"), in: Preußisch-Brandenburgische Miszellen 1.1804, ??[111]

Sowie unmittelbar retrospektiv:

Friedrich triest, Sammlung von Entwürfen, Beschreibungen und Kosten-Berechnungen wichtiger Bauten (....). Mit besonderer Beziehung auf die Bauwerke Berlins und der Umgebung, Berlin 1828.

Carl Seidel, Berlins Architektur, in: ders., Die schönen Künste zu Berlin im Jahre 1828, Berlin 1828, S. 1-142. (geringfügig revidiert und unter demselben Titel separat ediert: Berlin 1830)


[107] Vgl. Friedrich Wilhelm II 1997.

[108] Vgl. hierzu im folgenden, aber auch: Mathematisches 2000.

[109] Da das Thema sich der bürgerlichen Baukunst widmet, wurden keine Äußerungen hinsichtlich der Staats- und Repräsentationsbauten mitaufgenommen.

[110] Abgedruckt in: Friedel 1900/01, S. 196.

[111] Zeitung nicht mehr nachweisbar, Text als Zitat abgedruckt in: Frensdorff 1908, S.91-96.


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