1.2. Nachweisbare Dekorationen in Bürgerhäusern
Jägerstr. 32:[80]
Eigentümer: um 1800: Peter Jordan (Goldjuwelier)[81]
| Saal | um 1800 | "... im Innern ein Saal mit gemalter klassizistischer Decke um 1800."[82] |
Friedrichstr. 63:
Eigentümer: um 1800 Bernhardt (Witwe)[83]
| um 1805 | "Auch soll das Innere dieses Hauses seinem Zweck gemäß sehr bequem eingerichtet und kostbar ausgeziert seyn."[84] |
Unter den Linden 30:
(Habelts Weinhandlung)
| Raum | 1801 | "Geschmückt war der Raum mit einem Deckenbild und einem Wandfries (bd. in der Art von Grisaillen, M. H.), der in einzeln gemalten Bildern Amphoren und sich auf die Weinhandlung beziehende Szenen darstellte. (...) Er wurde später (um 1820) durch einen Panoramafries ersetzt (laut Familienüberlieferung von Gottfried Schadow), einen Bacchuszug im Reliefstil, der in brauner Tönung und etwas harter Modellierung gemalt war."[85] |
Unterwasserstr. 5:[86 ]
Eigentümer:
um 1810: Friedrich Erich (Fabrikant von Strohhüten u. künstlichen Blumen)
ab 1828: Johann Heinrich Weydinger
| Spiegelsaal | um 1810 | Mit Marmorwänden und Nischen ausgestattet, Festsaal 1828 Umbau im Innern unter Beibehaltung des Spiegelsaals 1828 durch Schinkel und Langerhans. "Dieser selbe Geist ist es auch, der im Innern des Hauses waltet und ihm einen Abglanz antiker Anmut verleiht."[87] |
Heilige-Geist-Str. 13:
Eigentümer: Moses (Witwe)[88]
| Wohnzimmer | 1811 | "... mit einer Rosengirlande verziertes Zimmer"[89] |
| Putzstube | 1811 | "Die Wände waren hellgrau gestrichen. (...) Auf die eine Wand hatte Wilhelm Schadow, der nachherige Direktor der Düsseldorfer Akademie und meines Vaters Jugendfreund, demselben als Hochszeitsgeschenk die vier Jahreszeiten, grau in grau und mit weißen Lichtern gehöht, schön und plastisch gemalt, so daß es ein Relief zu sein schien."[90] |
Brüderstr. 29:[91]
Eigentümer: Jean Paul Humbert et Labrie (Kaufmann)[92]
| Saal | 1813/ 1815 | Im Innern Umbau durch K. F. Schinkel. "Über dem gemalten Paneel (von Karl Ferdinand Zimmermann) zog sich die Reihe der sechs auf Leinwand gemalten und in die Wand eingelassenen Ölbilder."[93] Gemälde: K. F. Schinkel Gemalte architektonische Rahmungen: Karl Gropius (Die Gemälde wurden bei einem weiteren Umbau um 1870 entfernt und durch die Witwe 1876 der Nationalgalerie Berlin übergeben.) |
[80] Vgl. BfA 1893: T 100, Kothe 1923, S. 114.
[81] Neander von Petersheiden 1801, S. 30.
[82] Kothe 1923, S. 114.
[83] Neander von Petersheiden 1801, S. 36.
[84] Riedel 1804 III, Erläuterung zu T III.
[85] Petras 1994, S. 80f.
[86] Vgl. Architektonisches Skizzenbuch 1869: Hf. VIC, T III, Michaelson 1917, S. 579ff., Dampmeier 1935, S. 171ff., Stephan 1935, S. 177ff..
[87] Michaelson 1917, S. 579. Beschreibung des Festsaals vgl. Dammeier 1935, S. 173 (m. Abb. S. 180). Sowohl der Festsaal wie auch das treppenhaus (vgl. Stephan 1935, S. 177-180) wurden in einer bis dahin beispiellosen denkmalpflegerischen Großtat (vgl. Ansprache 1935) in den Jahren 1934/35 umgesetzt, und zwar der Festsaal in das Preußische Finanzministerium und das treppenhaus mit seinen wesentlichen Bauteilen und den auf Papier gemalten Malereien in das Ermelerhaus (vgl. Ladendorf 1937 und Stengel 19375). Während im 2. Weltkrieg der Festsaal vernichtet wurde, erhielten sich die Malereien des treppenhauses. Sie wurden beim Abriß des ursprünglichen Ermerlerhauses (um 1968) dort abgenommen und befinden sich heute im Nicolai-Haus in der Brüderstr. 14 (vgl. Berlin 1983, S. 82-84.)
[88] Neander von Petersheiden 1801, S. 57.
[89] Eberty 1925, S. 111.
[90] Eberty 1925, S. 112.
[91] Vgl. Mackowski 1923, S. 101-114.
[92] Neander von Petersheiden 1801, S. 10.
[93] Mackowski 1923, S. 108.