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Erster Teil: Die Außenarchitektur

3.3. Der versachlichte Fassadentyp um 1820

Nach nur kurzer Wirkungszeit des Stils "um 1800" beginnt ein neuer Fassadenstil das Straßenbild zu prägen, der unter der Ägide von Schinkel[43] sich vollends durchzusetzte und über seine Schüler hinaus nachhaltig das Berliner Stadtbild prägte.[44] Die Fassaden werden nun ihrer durchlaufenden breiten Ornamentbänder entkleidet und in fast puristischer Manier durchgebildet. Streng geometrische Fassaden, zuweilen durch filigranen Ornamentschmuck gegliedert und zuweilen als Klinkerverblendbauten ausgeführt, entstehen vielerorts. Einzig die ehedem schmucklosen Partien um die Fenster und Türen werden neuerlich als Gestaltungsmittel reaktiviert. Konzentrierte sich die Betonung des Hauseinganges bei den Bauten "um 1800" auf eine ornamentierte Gestaltung der Tür an sich, so vollzog sich nun eine Akzentverschiebung durch die Wiederbelebung von Türeinfassungen, an denen das gesamte ornamentale Repertoire durchexerziert wurde. Auch hinsichtlich der Fassadenfarbigkeit ergaben sich bei einigen Häusern durch den Verzicht auf geputzte Fassaden neue Konsequenzen. Denn durch die Verwendung von gebrannten roten und gelben Klinkern reduzierte sich das Farbspektrum auf die natürlichen Töne des verwendeten Baumaterials.[45]


[43] Die ca. ab 1822 entstandenen Wohnbauten von K. F. Schinkel und der unter seiner Leitung tätigen Architekten bleiben in der nachfolgenden Auflistung unberücksichtigt, weil sie einen speziellen Forschungsstand repräsentieren.

[44] Da der größte Teil dieser Häuser im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, muß an dieser Stelle auf die Literatur verwiesen werden. Vgl. Börsch-Supan 1977 und Berlin 1877 / 1896.

[45] Gemeint ist damit nur, daß eine "willkürliche" Farbgebung damit ausgeschlossen ist, nicht aber die daraus resultierenden Konzequenzen für das farbige Erscheinungsbild der Fassade.


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