Sprache und Sprachen in Berlin um 1800. Herausgegeben von Ute Tintemann und Jürgen Trabant
Language and Languages in Berlin around 1800. Edited by Ute Tintemann and Jürgen Trabant

Online-Publikation des gleichnamigen Tagungsbandes des Projektes
"Berliner Klassik. Eine Großstadtkultur um 1800".
Gefördert von der VolkswagenStiftung


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Impressum


Alle Texte im Überblick
Tintemann/Trabant:
Vorwort
Teil 1
Gessinger:
Campe und die Preisfrage zur Reinheit der deutschen Sprache
Böhm:
Mehrsprachigkeit am Waisenhaus der Französischen Kolonie
Volmer:
Sprachbewußtsein durch Diglossie
Wiedemann:
Deutsch-französische Rederaison
Gruschka:
Jiddisch und jüdische Identität: Euchels "Reb Henoch"
Schmidt:
Mendelssohns Versuch einer Bibelübersetzung
Teil 2
Trabant:
Mithridates in Berlin
Haßler:
Typologie und Anthropologie bei Hervás
Kaltz:
Kraus zu Pallas' »Vergl. Glossarium aller Sprachen«
Ute Tintemann:
Zu den Sprachstudien J. H. Klaproths
Schlieben-Lange/Weydt:
Jenischs Antwort auf die Preisfrage der Berliner Akademie
Marazzini:
Deninas Beitrag zur Geschichte der Sprachwissenschaft
Rousseau:
Schlözer et Humboldt

Thouard:
Humboldt et Bernhardi

Zollna:
Bernhardi und Destutt de Tracy
 

 

 

 

Isabel Zollna

Bernhardi und Destutt de Tracy

Abstract

In Bernhardi's Sprachlehre (1801-1803) and Destutt's Idéologie (1801-1815) two completely different concepts are expressed as to what language is and what it is meant to be. On the one hand, Bernhardi sees an ideal language, in the idealistic tradition with strong Romantic influences, as the subjective expression of the individual. On the other hand, Destutt de Tracy, in the sensualist tradition, is concerned with an ideal language that is the representation of a rationally organized external world (nature). Despite many common essential features and starting points (principle of imitation, logical structure of reason, universal grammar) both of them - not least because of political circumstances - come to very different, even conflicting judgements. Thus, for Destutt de Tracy poetry and the use of metaphor in rhetoric become a danger to reason and hence the epitome of danger to human happiness. On the other hand, Bernhardi's ideal language is expressed in the Periode, i.e. in a mature design that reaches its highest perfection through rhetoric, in which logic and musicality (quantity and quality) carry equal weight. My paper points out the common features and the oppositions of both approaches, and pursues their integration in cultural and educational contexts as well as their consequences for an ideal language.

Inhalt

1. Allgemeines: Gemeinsamkeiten

2. Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Sprachtheorie

2.1. Die Rolle der Sinnesorgane und die "Seelenkräfte"
2.2 Laut und Buchstabe

2.3. Interjektionen und Lautsymbolik

2.4. Die Universalsprache

3. Zusammenfassung

Bibliographie

Anmerkungen

Für das sprachtheoretische Werk August Ferdinand Bernhardis trifft die von Joachim Gessinger 1990 formulierte Einschätzung, daß »seine sprachwissenschaftlichen Schriften noch nicht systematisch aufgearbeitet« sind (Gessinger 1990: 561) immer noch zu. Das hartnäckige Vergessen dieses »stereotyp und falsch dargestellten Sprachtheoretiker[s]« (Schlieben-Lange 1998: 325) ist eigentlich nicht zu verstehen, wenn man dem Urteil Gessingers folgt:

Bernhardi war sicher der letzte, vielleicht brillanteste Vertreter der "kritischen", der Kantischen Philosophie in der Sprachwissenschaft, verbunden mit einem idealistisch gewendeten Substrat der empirischen Psychologie der Berliner Aufklärung (Gessinger 1990: 561).

Da in letzter Zeit das Augenmerk vor allem auf das Verhältnis Bernhardis zu Kant und Humboldt gefallen ist, möchte ich hier zu einem Vergleich mit der Sprachtheorie Destutt de Tracys, dem Hauptvertreter der französischen »Idéologie«1 anregen. Sein Werk ist zwar wesentlich besser erarbeitet, gewisse Aspekte bedürfen aber ebenfalls noch der Aufarbeitung.2 Nach einer Skizzierung der prinzipiellen Gemeinsamkeiten und grundsätzlichen Unterschiede beider Ansätze, werde ich näher auf die Rolle der Interjektion, der Schrift und auf die Auseinandersetzung mit einer idealen Universalsprache eingehen. Diese eher randständigen Themen verraten viel über die idealen Sprach- und Zeichenmodelle beider Autoren.

Neben den grundlegenden Gegensätzen sollen auch die Gemeinsamkeiten, die Schnittmengen beider Ansätze, also des idealistisch-romantischen3 und des sensualistischen, aufgezeigt werden, wobei deutlich wird, daß letztendlich bei ähnlichen, fast identischen Ausgangspunkten sehr unterschiedliche, teilweise gegensätzliche Endpunkte erreicht werden.

1. Allgemeines: Gemeinsamkeiten

Zunächst gilt festzuhalten, daß beide Autoren so gut wie zeitgleich ihre Hauptwerke publizieren: Bernhardi die Sprachlehre in zwei Bänden (Berlin 1801 und 1803) und Destutt de Tracy ebenfalls 1801 den ersten Band seines Projet d'Eléments d'Idéologie (Bd I: Idéologie). Der zweite Band, die Grammaire, erscheint ebenfalls 1803. Diese Werke behandeln das zur damaligen Zeit immer noch aktuelle Thema der Rolle der Sprache bzw. der Zeichen im Erkenntnisprozeß, das Verhältnis von Denken und Sprechen und beschäftigen sich mit der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer perfekten Universalsprache. Bernhardi und Destutt de Tracy teilen dabei ganz spezifische Blickrichtungen auf die Sprache sowie bestimmte Grundinteressen:

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- Beide betreiben ihre Sprachtheorien im Sinne einer Allgemeinen Grammatik (einer Grammaire générale), der es um Strukturen und Prinzipien geht, die, modern gesprochen, kognitiv verankert sind oder auf kognitive (physisch-psychologische) Prozesse der Wahrnehmungsverarbeitung bzw. der Zeichenproduktion und -verarbeitung zurückgeführt werden.

- Außerdem haben beide einen dezidiert pädagogischen Anspruch, ja sind engagierte Reformer in den Bildungssystemen ihrer Länder: Bernhardi ist mit einer umfassenden Lehrplankonzeption für das preußische Schulwesen (vgl. Wolf 2002) beschäftigt, und Destutt de Tracy gehört dem revolutionären Comité de l'Instruction Publique an, in dessen Rahmen er das Programm eines ideologisch-republikanischen Unterrichts in den (nur sehr kurz existierenden) Écoles Centrales entwirft (Schlieben-Lange 1992 und Schlieben-Lange/Hafner 1998). Ja, sein Hauptwerk, das Projet d'Éléments d'Idéologie, ist als ein umfassendes Lehrwerk für diese Schulen gedacht.

- Beide Autoren lassen sich trotz der ablehnenden Einstellung zu einer Universalsprache auf die Diskussion einer solchen ein und führen die Prinzipien, nach der sie konstruiert werden sollte, mehr oder weniger detailliert aus.

2. Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Sprachtheorie

2.1. Die Rolle der Sinnesorgane und die »Seelenkräfte«

Beide Autoren diskutieren die Rolle der Sinneswahrnehmungen für die Ideenbildung. Obwohl Bernhardi wie Destutt de Tracy Auge und Tastsinn als die Organe ansieht, die uns die Objekte erkennen, auf sie zugehen und sie begreifen lassen, und er das Auge als den »feinsten« und »freiesten« Sinn (Bernhardi 1801: 24-25) charakterisiert, nimmt das Gehör jedoch bei ihm eine Schlüsselstellung ein. Seine Ausführungen lassen an Herder4 denken und ordnen ihn unmittelbar in die romantische Tradition ein. Das Gehör ist im Unterschied zum Auge ein »innerer« Sinn, der Sukzession wahrnehmen kann, und zwar reiner und kräftiger als das Auge:

Aber nicht blos in einer sichtbaren Bewegung offenbart sich die Zeit, sondern auch in einer hörbaren; nur ist, indem sie sich in Tönen darstellt, hier die Darstellung weit reiner und kräftiger; denn theils erscheinen die Töne stets als Eigenschaft, nie wie die Gegenstände im Raume als selbstständig, theils sind sie in eben dem Grade eindringlicher, als das Medium der Luft körperlicher ist, und als sie dem Gefühle verwandter und unmittelbarer empfunden werden als das Licht (Bernhardi 1801: 27).

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Die Sinneseindrücke werden als Erschütterung der Seele bzw. der Nerven verstanden: das heißt, auch visuelle, taktile und olfaktorische Eindrücke werden als Erschütterungen der Nerven, »Nervenerregung« aufgefaßt, die über Schwingungen in akustische Nachahmung verwandelt und damit zu einem »inneren Ton« werden:

Der Weg, um die sinnlichen, nicht-hörbaren Eindrücke darzustellen, ist nehmlich kein anderer, als daß der Mensch, jeden sinnlichen Eindruck als reinen Gefühlsausdruck behandelt und auffaßt, folglich auf die saitenartige Erschütterung, von welcher jeder derselben nothwendig begleitet sein muß, aufmerkt; daß er diese in Töne auffaßt; und indem er das Ohr ebenfalls als Gefühlsorgan behandelt, dieselbe Erschütterung dem Ohre mittheilt, welche irgendein anderes sinnliches Organ empfunden hat. (Bernhardi 1801: 74).

Schematisch lassen sich die Auffassungen vom Wechselspiel der Sinnesorgane und Seelenvermögen und der damit verbundene Prozeß der Ideenbildung und -darstellung durch Sprache folgendermaßen darstellen:

Image: images/16zollnatxt-1.jpg

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Der Prozeß der Ideenbildung ist bei Destutt als vernünftige Urteilsfindung gedacht, die dann auf einer höheren Ebene den Willensentscheidungen des Menschen zu Grunde liegen soll; aus einer Begierde (désir) wird das »richtige«, vernünftige Wollen (vouloir):

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Im Vergleich fällt zunächst ins Auge, daß bei Destutt die Einbildungskraft fehlt. Sie wird durch das Erinnerungsvermögen (mémoire) ersetzt bzw. ist für Destutt die imagination nur eine Art Gedächtnis. Dies ist der Versuch, die Erkenntnis durch die äußeren Erscheinungen, die Tatsachen und Welt der Objekte zu kontrollieren und damit zu objektivieren. Sie drücken ihre Form den Sinnen gleichsam auf, wodurch die Idee ein Abbild, eine peinture fidèle der Objekte wird. Die synthetisierende Kraft des Verstandes ist bei den meisten Autoren der Zeit als Kontrollinstanz an die Imagination geknüpft; dadurch kommt ihr nach Destutt jedoch immer noch ein zu großer Spielraum zu. Bei ihm wird das Urteil als reine Verstandesleistung nur über die Instanzen Empfindung und Erinnerung erreicht. Die Sprache selbst ist der Ausdruck dieser Urteile. Während in Destutts Modell der metaphorische, bildliche Gebrauch der Sprache keinen Ort hat außer den negativ besetzten der »vestiges des temps grossiers« (Destutt 1801: 263), hat die Sprache bei Bernhardi die Aufgabe, zwei Bereichen gleichzeitig dienen zu können, und zwar sowohl den bildhaften Gebrauch (Poesie) als auch den abstrakten, begrifflichen des Verstandes (Philosophie und Wissenschaft) zu ermöglichen. Sie hat einen »schwebenden« Charakter (Bernhardi 1801: 303) zwischen Bild und Zahl, dem Qualitativen und dem Quantitativen.

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Bernhardi benutzt durchweg Analogie-Reihen, sich ergänzende Oppositionen, die sein ganzes Werk durchziehen. Die »Seelenkräfte« und ihr jeweiliger Ausdruck in Verstandesleistungen bis hin zu den kleinsten Einheiten und Grundprinzipien (Plus, Minus) werden in solchen Oppositionsreihen geordnet; dabei finden auch die Wortarten und Laute ihren Platz; die Sprache selbst ist das »mittlere Glied«, dem die Vermittlungsleistung zwischen den Gegensätzen zukommt:

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Erläuterung zur Grafik Anmerkung5

Die hier angenommenen Oppositionen führen bei Bernhardi zu einer eingehenden Beschäftigung mit prosodischen Fragen, der Silbenstruktur und Metrik. Er analogisiert Konsonant und Vokal mit Bildhaftem: Der Umriß entspricht dem Konsonanten, er repräsentiert das Prinzip der Quantität, das auf der Ebene der Wortarten am reinsten durch das Substantiv symbolisiert wird. Der Vokal entspricht dem Bildhaften, der Qualität wie der Farbe und auf der Ebene der Wortarten, dem Adjektiv. Das Zeichen wird als Quantitatives aufgefaßt, als Zahl, die dem Verstand, der ein quantifizierendes, abstrahierendes Prinzip darstellt, zugeordnet wird. Das Bild gehört zur Einbildungskraft, die ein PLUS (+) darstellt. Die Vermittlung leistet die Sprache vor allem durch die Metapher. Die Beredsamkeit, die Rhetorik und in ihr die Periode als Synthese von Inhalt (Ideen) und Form (Rhythmus) ist der Ort, wo die Sprache zu sich selbst, der subjektive Geist seinen eigentlichen Ausdruck findet. Die vollständige Definition dessen, was Sprache eigentlich ist, gibt Bernhardi auf den Seiten 86-114 des ersten Bandes; betont wird die lautliche Seite und die Rolle der Einbildungskraft sowie die Tatsache, daß es um Mitteilung, Kommunikation geht. Das heißt, Alterität wird systematisch mitgedacht (ganz ist im Gegensatz zur Auffassung Destutt de Tracys), wobei die höchste Ausformung der Sprache die Darstellung der Vernunft um ihrer selbst willen ist, also der philosophische und poetische Ausdruck:

1. Sprache ist in artikulirten Tönen dargestellter Verstand und dargestellte Urtheilskraft (Bernhardi 1801: 86).

2. [...] wir werden hinzufügen müssen: sie ist auch dargestellte Einbildungskraft (Bernhardi 1801: 98-99).

3. Sprache ist Darstellung der verständigen Vorstellungen des Verstandes, unter dem unbedingten Einflusse der sinnlichen Vorstellungen, der Einbildungskraft; beides aber wird unzertrennt, als Ganzes dargestellt im artikulirten Tone. Dies ist nur möglich durch eine höhere Kraft, durch Vernunft, und demnach ist Sprache: Vernunft sich äußernd im Materiale des artikulirten Tons, zuerst als sich mittheilend für eine andere Vernunft als Bindungs- und Einigungsmittel einzelner Vernunften, späterhin sich darstellend, um sich darzustellen (Bernhardi 1801: 114).

Es geht ihm um das Verknüpfen von Innen und Außen und dabei aber um etwas genuin Inneres, die Darstellung der menschlichen Vernunft, der Freiheit des Geistes und der Einbildungskraft. Bei Destutt bleibt es bei der ersten Definition: Sprache ist immer Darstellung des Verstandes, Ausdruck von Urteilen mit Hilfe der »signes acoustiques« und analogisiert mit dem Prozeß des »calcul«. Die Syntax liefert uns die Regeln, mit der die Elemente im Satz kombiniert werden, wie eine Rechnung, eine algebraische Formel: »l'art de calculer des idées« (Destutt 1803: 170). Diese Tendenz zum formalen Schematismus mit Betonung der Analogie zur Algebra und Arithmetik findet sich allerdings bei beiden Autoren. Sie verfolgen einen streng logisch-philosophischen, mathematisch ausgerichteten Formalismus in der Analyse des Satzes (des Urteils); Destutt im Hinblick auf Sprache überhaupt, Bernhardi im Hinblick auf die Sprache als Dienerin der Wissenschaft, als Wissenschaftssprache oder philosophische Sprache.6 Die Oppositionen, die Destutt de Tracy aufstellt, sind "feindliche", das heißt, es gibt keine Vermittlung zwischen ihnen, und die Sprache wird allein der Wissenschaft bzw. dem Bereich des Verstandes und logischen Urteils zugeschlagen. Der oppositionelle Bereich der imagination und der Bilder (métaphores, tropes) wird ausgeklammert, sein Eindringen in die andere Sphäre muß nach Destutt so weit wie möglich verhindert werden.

Image: images/16zollnatxt-8.jpg

Bei Bernhardi entsteht allerdings durch die streng antipodische Darstellung der beiden gegensätzlichen Prinzipien der Eindruck, die Vermittlungsleistung der Sprache zwischen ihnen könne eigentlich gar nicht gelingen, sondern das »Schweben« zwischen den Oppositionen erscheint eher als ein Hin- und Herirren. Die dialektische Vermittlung, die Syntheseleistung, überzeugt in seinen Formulierungen letztendlich nicht; dies gelingt eher Degérando und vor allem Wilhelm von Humboldt, die das Synthetisieren und den bildlichen Ausdruck auch in die Wissenschaftssprache bzw. das logische Denken integrieren.

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2.2. Laut und Buchstabe

Bernhardi insistiert darauf, daß sich Sprache im artikulierten Ton manifestieren muß, da nur so das Innere, Wesenhafte des Menschen erreicht wird und entwickelt eine komplexe prosodische Theorie; bei Destutt de Tracy dient die Auseinandersetzung mit der konkreten Lautform eher dazu, eine phonetische Orthographie, eine universelle Transkriptionsform, zu entwerfen. Bezeichnenderweise findet sich daher die Diskussion der Lautform, Artikulation und Silbenstruktur im Kapitel über die Schrift und ist ganz der Frage einer idealen graphischen Repräsentationsform gewidmet, also dem Visuellen untergeordnet. Die sehr ausführliche Diskussion der Schriftsysteme in der Grammaire (Destutt 1803: 269-394) beinhaltet also eine Art Phonetik (320-345), sie dient aber dazu, diese universelle Transkriptionsschrift für alle Sprachen, die »écriture philosphique« (Destutt 1803: 391), sowie eine perfekte Graphie für das Französische zu entwerfen. Die hier entwickelten Ideale, das phonetische Prinzip einer 1:1-Entsprechung von Phonem und Graphem, greift er noch einmal im letzten Kapitel über die Universalsprache auf. Nicht der Ton, der Laut an sich, steht im Zentrum des Interesses, sondern seine graphische Repräsentation.7 Hier wird deutlich, daß Destutt anhand der Orthographie (Laute > visuelle Zeichen) das Problem der Repräsentation überhaupt (Ideen > sprachlicher Ausdruck) nochmals aufrollt. Gerade seine vehemente Kritik aller symbolischen Repräsentationsformen läßt sich m. E. nur verstehen, wenn man davon ausgeht, daß Destutt anhand dieser Form die Frage der Repräsentation überhaupt, den bildlichen Ausdruck gegen den abstrakten Ausdruck, diskutiert und wertet. So kritisiert er neben den Hieroglyphen und chinesischen Schriftzeichen schließlich auch das arabische Alphabet, das ihm zu "malerisch" ist: »elles sont surchargées de points, de traits, et de notes hors ligne, qui sont une source perpétuelle d'erreurs« (Destutt 1803: 3168). Die Buchstaben des lateinischen Alphabets gewährleisten das, was für Destutt das Ideal des sprachlichen Ausdrucks insgesamt sein soll: ein klarer, skizzenhafter, auf das Wesentliche reduzierter Ausdruck einer Idee. Ganz deutlich wird diese Vorstellung in seinem letzten Kapitel der Grammaire, in seinen Ansichten und Vorschlägen zur Schaffung einer universellen Sprache (s. u.). Bernhardi interessiert sich zwar auch für Fragen der Orthographie im Sinne einer Universalschrift, er diskutiert aber nicht die Vorzüge der unterschiedlichen Schriftsysteme. So sehr Destutt immer wieder betont, daß alle Sprache aus der Musik, dem chant, entsprungen ist (Destutt 1803: 330), und er sogar annimmt, daß die ersten Schriftsysteme nur Notenschriften gewesen sein können (Destutt 1803: 307-309), so wenig läßt ihn das jedoch zum "Romantiker" werden. Bei Destutt dient der Verweis auf die Töne und ihre Darstellung der Untermauerung des Primats der Analyse als »Methode der Sprache selbst«: Das heißt die Möglichkeit, einen sprachlichen Ausdruck in kleinste Elemente (Phoneme) zu zerlegen und damit exakt analysieren zu können, symbolisiert das Verfahren, nachdem Denken überhaupt vorgehen soll. Ich werde anhand des Vergleiches der beiden Ansätze zu einer Universalsprache auf diesen Aspekt zurückkommen (2.4.). Zuvor möchte ich kurz auf ein weiteres Thema bei Bernhardi und Destutt eingehen, das mit dem obigen zusammenhängt, nämlich auf ihre Ausführungen zur Rolle der Interjektion und der Lautsymbolik.

2.3. Interjektionen und Lautsymbolik

Für beide Autoren ist die Interjektion wie der langage d'action und der cri der erste, ursprünglichste, gleichzeitig aber auch vollständigste Ausdruck des Menschen. Bei Destutt wie Bernhardi ist sie eine vollständige »proposition, Beginn der Sprache und Ausdruck eines Urteils: »[...] je range dans cette première classe [die Interjektionen, I. Z.], tous les mots qui, comme je l'ai dit, forment à eux seuls une proposition toute entière« (Destutt 1803: 74). So wie auch in den anderen Vergleichspunkten eine gemeinsame Ausgangsperspektive auszumachen ist, so endet sie jedoch ebenfalls in einer sehr unterschiedlichen Zielrichtung. Bei Bernhardi wird die Interjektion zum idealen Endpunkt der Darstellung:

Als entstehend liegt der Sprache wie oben erinnert die Interjection als reine Empfindung ausdrückend zum Grunde, an welche sich aber das Substantiv unmittelbar knüpft, und wir schlossen daher: daß sie in ihrem vollendeten Streben zu jener obgleich gebildet, obgleich nach allen möglichen Richtungen modificirt zurücklaufen müsse (Bernhardi 1803: 245).

Im sechsten Buch (1803: 245-445) formuliert Bernhardi diese Synthese, die für ihn eine notwendige Reduktion ist, d. h. das Zurückführen der höchsten Ausdrucksform, der vollständigsten Darstellung auf die einfachste, aber nun in »ausgebildeter« Form erreichte Ausdrucksform, auf die Interjektion als reinen Empfindungslaut. Allerdings ein Empfindungslaut, der in poetischer Freiheit und nicht aus der Not des natürlichen Empfindungsausdrucks gebildet wird:

[...] es liegt aber, wie wir eben sahen, ein noch höherer Punkt der Reduktion da, nehmlich das Zurückführen auf Interjection, auf reine Empfindungslaute. Dieses aber geschieht hier mit Freiheit, denn wir reden hier, wie in den vorhergehenden Büchern von freien Darstellungen, es wird also die auf diese Art entstehende Interjection eine ausgebildete seyn. Würde bei den Tonreihen nur auf diese und allein reflektirt: so giengen alle anderen Rücksichten unter, diesem wird aber durch das Merkmal ausgebildet widersprochen (Bernhardi 1803: 247).

Alle anderen Darstellungsweisen der Sprache, der Satz als Urteil, Verstandesdarstellung und Poesie müssen letztlich auf Interjektionen zurückgeführt, unter dieser Perspektive gesehen werden: als Einheit von Empfindung und Idee:

Alle anderen Rücksichten also, welche die Sprache haben kann, als Darstellung eines Urtheils das heißt als Satz, das Substantiv und Adjectiv, die Verstandesdarstellung und Poesie müssen unter den Gesichtspunkt der Interjection subsumirt werden, er sei zwar Hauptgesichtspunkt, schließe aber die anderen nicht aus, im Gegentheil stelle diese in sich, nach ihrer bestimmten, individuellen Natur dar. Mit andern Worten: das ganze Werk, dem wir bis jetzt unsern Fleiß gewidmet, werde durch das jetzige Buch, organisch, alles hange mit allem zusammen, knüpfe sich zu einem Kreise, aber alles stelle auch alles dar, sei würklich, nur unter anderer Form, dasselbe, und so werde die Sprache zu einer Welt und das Bild derselben (Bernhardi 1803: 247-248).

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Die Kreisfigur, das Wiederfinden einer ursprünglichen, vergangenen Stufe auf höherer Ebene, in der aber das Ursprüngliche aufgehoben ist, bestimmt Bernhardis Denken.9 Am Ende der Sprachlehre, nach der Verslehre und der Darstellung der Periode als rhythmisch-geistiger Einheit des Ausdrucks, kehrt Bernhardi wieder zum Ausgangspunkt zurück:

Wenn die Interjektion das Höchste der Sprache ist, die rohe Musik, der versteckte Rhythmus, so sind wir nun durch Vers und Periode dorthin zurückgekehrt, wenn das Substantiv das höchste Produkt des Verstandes, und der früheste Redetheil war, so haben wir es durch den Satz und die Periode in der gebildesten [sic] Form wieder dargestellt. So läuft also unser Werk in sich zurück, und schließt sich, durch sich und in sich ab (Bernhardi 1803: 444).

Dieses positive Aufgreifen der Interjektion als ursprünglicher Ausdruckseinheit von Idee (Urteil) und Empfindung, zu deren Syntheseleistung die Sprache zurückkehren muß, findet sich bei Destutt de Tracy nicht. Interjektionen sind für Destutt zwar von sehr großem Interesse, weil sie eine genetische Erklärung der Sprachentwicklung erlauben und durch ihre Analyse sich die Entwicklung der Wortarten nachvollziehen läßt, aber sie sind auch nicht mehr. Der langage d'action und die Interjektionen sind komplexe Einheiten, die analysiert bzw. durch den Sprachausdruck selbst zerlegt werden müssen:

Dans l'origine du langage d'action, un seul geste dit; je veux cela, ou je vous montre cela, ou je vous demande secours: un seul cri dit; je vous appelle, ou je souffre, ou je suis content, etc.; mais sans distinguer aucune des idées qui composent ces propositions. Ce n'est point par le détail, mais par les masses que commencent toutes nos expressions, ainsi que toutes nos connaissances (Destutt 1803: 34).

Die artikulierte Sprache, die die einzelnen Ideen in eine lineare, »logische« Folge bringt, erlaubt erst dem Denken, selbst analytisch und logisch zu sein:10

[...] et c'est surtout dans le langage articulé que nous devons l'étudier [la proposition, I. Z.], puisque c'est dans celle-là qu'elle a été le plus décomposée, et que ses élémens sont plus distincts et plus variés (Destutt 1803: 38).

Gerade diese Analysefähigkeit und das isolierende Darstellen der Ideen ist die Leistung des menschlichen Geistes, wie Destutt in einer sehr langen Fußnote zur Sprache der Tiere, die auf der Stufe der Interjektionen stehen geblieben sind, ausführt (vgl. Destutt 1803: 35-36). Hier wird deutlich, daß Destutt die Interjektionen anders als Bernhardi in einem Urzustand ansiedelt, der überwunden werden müsse. Destutt verfolgt im Gegensatz zu Bernhardi einen Weg "of no return" und ist insofern "moderner", da sein Denken von einem unerschütterlichen Fortschrittsglauben geprägt ist. Elemente aus früheren Epochen und "Urzeiten" werden nicht idealisiert, sondern im Gegenteil verurteilt, wenn nicht gar als Bedrohung des mühsam errungenen Fortschritts angesehen. Nur das genetische Prinzip und das der natürlichen Analogie, der Entwicklung der Sprache und des Denkens über kleine, nachvollziehbare Schritte, bringt Destutt dazu, sich auf die Interjektion, den cri de la nature, und damit auch auf das Prinzip der Nachahmung der Naturlaute einzulassen.

C'est là vraiment le type originel du langage. Toutes les autres parties du discours ne sont que des fragmens de celles-là, et ne sont destinées qu'à la décomposer, et à la résoudre dans ses élémens (Destutt 1803: 76).

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Die Etymologie der Interjektionen würde uns zu den natürlichen Zeichen (den signes naturels et involontaires) führen, d. h. Aufschluß über die Bildung der Wörter selbst geben. So wenig sie uns bei der Analyse der Ideen und in der Kommunikation helfen (ebda.), so aufschlußreich sind sie jedoch für die Wissenschaft:

Elles conduisent à connaître tout le mécanisme du discours dont elles sont en même tems l'abrégé et la forme première (Destutt 1803: 76-77).

In der Besprechung der Wortarten entwickelt Destutt diesen Gedanken weiter und faßt die Interjektion als wichtigstes Glied bzw. Zentrum des Satzes, also als Verb11 auf:

L'interjection qui était une proposition entière, est donc réduite à n'être qu'un verbe. Quand je dis ouf, l'interjection, l'exclamation, le cri ouf, signifie la proposition entière, j'étouffe. Dès que je dis je ouf, ouf ne signifie plus que l'attribut étouffe. Voilà donc le second élément du discours, le verbe, ce mot si merveilleux, si ineffable, trouvé tout naturellement, découvert nécessairement (Destutt 1803: 87).

Diese Ausführungen zeigen, daß auch für Destutt die artifiziellen Zeichen einen natürlichen Ursprung haben, der auch ihre Form bestimmt und diese zu einer notwendigen macht. Eine Lautsymbolik, wie sie Bernhardi entwickelt, findet sich bei ihm nicht. Für Destutt sind die Lautformen im Ursprung notwendig, allerdings weniger in dem Sinne, daß sie die Sachen selbst nachahmen würden, als vielmehr insofern, als sie Gefühle und Affekte widerspiegeln. Die Lautsymbolik ist eher eine Art Artikulationssymbolik, da die Laute als cri de la nature notwendiger, motivierter Ausdruck sind. Diese Art der Lautsymbolik, die Destutt annimmt, da in der Menschheitsentwicklung nichts "willkürlich" geschehe, sondern einem natürlichen Prinzip, einem notwendigen Zwang folgen müsse, ist zwar bei ihm Ausgangspunkt der Sprachentwicklung, aber sie hat keinen systematischen Ort in seiner Theorie. In seiner Abhandlung über die Laute heißt es zu den Vokalen ziemlich lapidar:

Une langue qui n'auroit qu'une seule voix ou voyelle toujours la même, serait un ramage insupportable; et serait en contradiction perpétuelle avec la nature de notre organisation, qui nous fait produire des voix différentes suivant les différentes impressions dont nous sommes affectés (Destutt 1803: 324-325).

Ganz anders bei Bernhardi. Er befaßt sich mit der Möglichkeit einer inhaltlichen Bestimmung der Lautbedeutungen, die auch als Ausdruck innerer Empfindungen notwendig, in ihrer Form bestimmt sind. »Buchstaben«, also Laute, welche die Empfindung ausdrücken, müssen den Interjektionen ähnlich sein (vgl. Bernhardi 1805: 57). Und hier sind es vor allem die Vokale und »ihre interjectionale Natur« (ebda.), die lautsymbolisch wirken und in dieser Hinsicht in den »musikalischen Sprachformen« (Dichtung) eingesetzt werden:

Das U drückt das Langsame, Dumpfe und Grausende, O das Feierliche, Klingende, Große, Volle aus. Durch das A wird Klarheit und Reinheit, durch das E Gleichgültigkeit, Leere, Kleine, und durch das I endlich das Heftige, Rasche, Schneidende bezeichnet (Bernhardi 1805: 71).

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In der Poesie, im dichterischen Gebrauch der Sprache, stehen die Vokale und ihre Bedeutung im Vordergrund. Bei der prosaischen Sprache komme es auf die Konsonanten an, die ja dem Begriff entsprechen; sie bezeichnen das »Stehende, Dauernde« (Bernhardi 1805: 72). Sie leisten die Darstellung eines Äußeren in Form von Begriffen, da sie das Feste, Bleibende ausdrücken; Vokale werden (im prosaischen Sprachgebrauch) auf »Aussprachehilfen« reduziert. Für die Aussprache dieses Festen und »Consistenten« sei eine größere Anstrengung erforderlich, wie sie die Aussprache der Konsonanten auch beinhalte.

4) Soll demnach das Aeußere durch die Consonanten als Aeußeres dargestellt werden: so kann dies nicht anders geschehen, als das Feste, das Consistente überhaupt ausgedrückt wird, dieses aber kann nur eine verhältnißmäßig größere Anstrengung der Sprachorgane gewähren (Bernhardi 1805: 73).

Auch bei Bernhardi ist die Lautsymbolik also eine Artikulationssymbolik; es sind nicht die einfach nachahmenden Zeichen, die der Geist für seinen Ausdruck braucht, sondern die willkürlichen, da darin sich die Freiheit und die »Thätigkeit des Verstandes, in der Erfindung der Zeichen« ausdrückt (Bernhardi 1801: 62). Es »tönt« zwar die »ganze Natur« (ebda.), so daß sie sich auch in »Töne werde auflösen lassen« (Bernhardi 1801: 63), aber diese Art der Nachahmung ist ein Übersetzen. Nach einer ursprünglichen, anfänglichen Nachahmung (»wir müssen nämlich die Töne auf Nachahmungen zurückführen«, ebda.) entstehen durch diese nachgeahmten Töne die »willkührlichen Gehörszeichen« (ebda.). Am Beispiel des Wortes Turtur zeigt Bernhardi diesen Gang von der reinen Nachahmung zur Schaffung eines Wortes, eines willkürlichen Zeichens:

Ein und derselbe Ton kömmt unter gewissen ihn begleitenden und besonders unter einer Reihe von Gesichtsempfindungen wieder, das heißt, es erscheint dem Sinne tönende Substanzen; um nun diese tönende Substanzen aufzufaßen, muß der Verstand den Ton als das Produkt der sämtlichen begleitenden Empfindungen, oder Substanzen ansehen; und so die Gehörs=Empfindung, den Ton, zum Zeichen sämtlicher begleitenden Empfindungen machen, in ihm alle Accidenzen vereinigt darstellen; und so auf die Darstellung eines Substantivs kommen. Hiebei muß man zweierlei nicht aus der Acht lassen, zuerst, daß in dem Augenblick, wo Turtur nicht mehr den Ton des Thieres, sondern das Thier selbst bezeichnete, der Grund zur Willkühr der Sprachzeichen gelegt wurde; [...] (Bernhardi 1801: 65-66).

In den Anfangsgründen bezieht sich Bernhardi auf Adelung, der anhand des griechischen und lateinischen Ausdrucks für "Fisch" diese Übertragung einer ursprünglichen Nachahmung in Töne (»... die Sprache ist ja Uebersetzung aller Gegenstände in articulirte Töne«, Bernhardi 1805: 29) vorführt:

[...] so bemerkt Adelung von dem Worte Fisch, ichtus, piscis, daß es nachahmend und die schnelle Theilung des Wassers bezeichnend sey und wie ich glaube mit Recht. Der hohe Vocal und die Kürze des Wortes malen wirklich Schnelligkeit und Augenblicklichkeit sehr gut (Bernhardi 1805: 31).

In der Sprachlehre beschreibt er anhand der Artikulationsart die Symbolik des Lautes I:

Durch die Richtung der Lippen in die Breite, wird der Weg, welchen der brechende Spiritus zu durchlaufen hat, so verkürzt als möglich, daher drückt I nach dem obigen die rasche, heftige Empfindung aus, welche sich aus dem Innern der Brust einen Weg nach außen sucht (Bernhardi 1803: 261).

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Die Laut- bzw. Artikulationssymbolik Bernhardis ist fest in seinem Gesamtsystem verankert, in dem alles »organisch« aufeinander bezogen sein soll und jede Einheit durch analogische Reihen an höhere Einheiten gebunden und damit wesentlicher Bestandteil des Gesamtsystems ist. Die metaphorische Beschreibung des Vokals als Farbe bzw. Adjektiv oder die Analogisierung des Konsonanten mit Umriß, Substantiv und Begriff stellt sich als systematisches Prinzip der Sprachtheorie heraus, in der auch im kleinsten Element das universelle Prinzip durchscheinen muß. So sucht Bernhardi auch nach einem inneren System der Laute, einem "phonologischen Prinzip", das aber nicht strukturalistisch gedacht ist, sondern universell: d. h. als notwendige Artikulationsformen, die sich aus einem »Uralphabet« (Bernhardi 1803: 255) ableiten lassen:

Nur auf diese Art lassen sich die Alphabete einzelner Sprache [sic] erklären, und sich theils ihre nothwendigen Buchstaben, theils ihr hie und da sichtbarer Luxus erläutern, denn einer jeden Sprache liegt jenes Uralphabet zum Grunde, obgleich es sich vielleicht in keiner rein oder vollständig wieder findet, sondern alle es nur mehr oder weniger zu erreichen streben, oder über dasselbe hie und da hinausgehen (Bernhardi 1803: 255).

2.4. Die Universalsprache

Wie schon eingangs erwähnt, lehnen eigentlich beide Autoren das Unterfangen, eine Universalsprache zu erfinden, ab. Einerseits, weil sie zum Untergang verurteilt wäre allein durch den Gebrauch, ihre Verwendung durch die Menschen, die sie sofort verändern und deformieren würden. Andererseits sei das Unterfangen überhaupt eine viel zu große Aufgabe, die nur eine Gruppe von großen Geistern durchführen könnte. Beide Autoren können es aber nicht lassen, ihre Ansichten zu einer Universalgrammatik und -schrift, einer allgemeinen philosophischen Sprache, zumindest in groben Zügen zu skizzieren. Interessant ist, daß dabei beide den Aspekt der Verschriftlichung reflektieren, da dieser die Probleme der Repräsentation auf einer anschaulichen, einfachen Stufe lösen läßt. Dazu postulieren beide die absolute Notwendigkeit, eine natürliche, gesprochene Sprache als Ausgangspunkt zu haben. Bernhardi nimmt sich zunächst die graphisch-schriftlichen Zeichensysteme vor und diskutiert dabei die Unmöglichkeit, Sprache in Zahlen zu übersetzen, die ja die klarsten und einfachsten Ideen repräsentieren würden.12 Eine Sprache, selbst die der Wissenschaft und Philosophie, für die die Universalsprache ja gedacht ist, ließe sich aber nie in ein reines Zahlensystem überführen. Beide Autoren betonen den notwendig oralen, lautlichen Charakter, den diese Sprache haben müsse, d. h. Bernhardi wie Destutt mit dem Argument, daß die Lautzeichen am engsten mit den Ideen verbunden sind, ganz im Unterschied zu den Bildern oder Zahlen, die immer die Gefahr einer doppelten Übersetzung beinhalten (»danger d'une double traduction«; Destutt 1803: 409). Hier holt Destutt noch einmal zu einem Schlag gegen bildhafte Repräsentationsformen wie die Hieroglyphen aus; Figurensprachen verstärken nur die Probleme:

Elles sont donc bien loin de parvenir à une représentation plus parfaite de nos idées, que les langues vulgaires. [...] Ce ne sont-là en dernière analyse, que des espèces d'hiéroglyphes et de symboles, dont nous avons vu les inconvéniens monstrueux (Destutt 1803: 409).

Statt einer doppelten Übersetzung (Ideen in Wörter, d. h. signes acoustiques, die wiederum in Zeichen und Symbole, signes artificiels, übertragen werden müssen) biete die Lautsprache die Gewähr einer einfachen Übertragung von Ideen in Töne. Diese Töne, die als artikulierte Laute eine exakte phonetische Analyse erlauben, können mit einem Universalalphabet, einer perfekten Transkription, deren Systematik und Prinzip Destutt ja im Grammatikkapitel vorgeführt hat, mit einem relativ begrenzten Inventar an Zeichen (ca. 40) exakt in einer 1:1-Relation abgebildet werden. Obwohl Destutt sich auch kurz auf die lautlich-ästhetischen Qualitäten dieser idealen Sprache einläßt (ein Aspekt, den Bernhardi für die universelle Wissenschaftssprache bewußt außer Kraft setzt, s.u.), indem er als Kriterien der Perfektion zunächst die Attribute »sonore, harmonieuse, pittoresque« aufzählt (Destutt 1803: 403) und ihre Eignung für die Dichtung, Musik und Beredsamkeit (ebda.) fordert, wird doch schnell deutlich, daß der lautliche Charakter viel wesentlichere Eigenschaften impliziert. Diese machen für Destutt dann den eigentlich entscheidenden Vorzug aus, nämlich Garant für Perfektion zu sein, und zwar für die Darstellung der Ideen »d'une manière commode, précise, exacte« (Destutt 1803: 404). Denn Hauptkriterium bleibt die Forderung, daß es keine Mißverständnisse geben soll und die Zeichen die gleiche Exaktheit aufweisen sollen, wie sie in der Mathematik möglich ist: »[...] qu'il fût tellement impossible de s'y méprendre, qu'elle portât dans la déduction des idées de tout genre, la même certitude qui existe dans celle des idées de quantité« (ebda.). Ausgangspunkt dieser Universalsprache müßten nun die signes naturels, die direkt aus dem langage d'action stammen, sein. Hier werden noch einmal kurz »attouchemens« und »gestes« als mögliche Kandidaten neben den Tönen erwähnt, dann aber unter Verweis auf Maine de Biran ein neues Argument für eine Lautsprache angeführt: die starke Korrespondenz zwischen dem Gehörsinn und dem Artikulationsorgan, die zu der oben schon angesprochenen engen Verbundenheit der Ideen mit den Lauten führt, weil sie eine körperliche Verankerung der Ideen im Geist gewährleistet und durch die Gewohnheit immer wieder in den Geist physisch-materiell eingeprägt wird:

C'est l'étroite correspondance qui existe entre l'organe auditif qui reçoit les sons, et l'organe vocal qui les produit, correspondance qui rendant les sons plus profondément habituels qu'aucune autre espèce de signes, les lie plus intimement aux idées qu'ils représentent, et secourt merveilleusement à la mémoire. Si l'on voulait proposer une nouvelle langue, je voudrais donc qu'elle fût orale (Destutt 1803: 410).

Destutt wie Bernhardi heben das Prinzip der Logik, der inneren Notwendigkeit der Struktur, der Klarheit der Urteile, der Eindeutigkeit der Ausdrücke als Hauptkriterien für diese Sprache hervor. In den konkreten Vorschlägen beider Entwürfe kommt es zu einigen Übereinstimmungen: Auch für Bernhardi muß die Universalsprache »sinnliche Construction der Vernunft in artikulirten Tönen« (1801: 126) werden. Dazu muß allerdings der Anteil der Einbildungskraft aus ihr ausgeschlossen werden:

Dies sezt [sic] voraus, daß alles dasjenige, was durch Einbildungskraft allein in die Sprache gekommen ist, durchaus vernichtet werde, z. B. das Geschlecht bei leblosen Gegenständen, und daß der Verstand als Hauptform herrsche, folglich aller Sprachgebrauch und Ausnahme aufhöre, und jeder Satz nur die reine Form des Verstandes spiegle, daß alle reine Verhältnißzeichen vollständig da sind, und konsequent gebraucht werden (Bernhardi 1801: 126).

Bernhardi geht noch in einem Nebensatz auf die Wortbildungen dieser Sprache ein, die natürlich in einem »nothwendigen Zusammenhange« stehen (1801: 126-127); damit sind seine Ausführungen allerdings auch schon zu Ende. Der letzte Absatz dieses Kapitels begründet noch einmal die Unmöglichkeit einer solchen Universalsprache, da sie die »Vollendung der Wissenschaften«, die vollständige und systematische Konstruktion der Wahrheit voraussetzen würde. Sie wird also bei Bernhardi als eine "richtige", vernünftige Terminologie gedacht. Ihre Form aber, so Bernhardi ganz zum Schluß, ist die Lehre von der Sprache überhaupt, eine allgemeine Grammatik und Sprachlehre: der »Endzweck der nun folgenden Bücher« (Bernhardi 1801: 128).

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Destutt widmet der Universalsprache ein ganzes Kapitel mit 27 Seiten (1803: 394-420) und führt die konkreten Vorschläge etwas ausführlicher, auch mit Beispielsätzen aus. Im Bereich der Formenlehre, der Morphologie, müsse Überflüssiges wie das Genus abgeschafft werden (Destutt 1803: 413); die Wortbildungen müssen natürlich dem Prinzip der Analogie folgen, damit die Sprache so leicht wie möglich zu lernen sei (ebda.). Hinsichtlich der grammatischen Markierungen solle »analytisch« und so reduktionistisch wie möglich vorgegangen werden. Der Plural wird nur durch »espèces d'articles« markiert und die »adjectifs déterminatifs« sind »très-courts«, die Adjektive allgemein »absolument invariables«; ihre Deklinationen (»leurs cas«) sollen durch Präpositionen erfolgen. Als alleiniges Verb bleibt être, das mit Adjektiven kombiniert wird (Destutt 1803: 414), entsprechend der Definition, die Destutt von den Verben im Abschnitt über die Wortarten gegeben hat. Ihre Konjugation folgt ebenfalls den Ausführungen des Kapitels über die Zeiten und Modi.13 Im Bereich der Syntax steht die Logik Pate, d. h. die Satzkonstruktion müsse »pleine et directe« sein (Destutt 1803: 413), und die Konjunktionen müssen in Analogie zur Universalkonjunktion que gebildet werden (Destutt 1803: 414-415). Folgende Beispielsätze veranschaulichen diese Prinzipien: »[...] au lieu de dire, l'homme qui vous aime, l'homme que vous aimez, on dit, l'homme que il aime vous, l'homme que vous aimez le« (ebda.). Hinsichtlich der semantischen Genauigkeit und des Stils macht Destutt noch einmal deutlich, wie wichtig ihm die Eins-zu-Eins-Relation von Idee und Zeichen ist. »Clarté« und »exactitude« werden vor allem darüber erreicht, daß diese Relation eingehalten werde und Synonyme sowie rhetorische Figuren vermieden bzw. eigentlicher und uneigentlicher Gebrauch jeweils markiert werden: »que toujours un signe avertirait quand ce mot est pris au sens propre ou au sens figuré« (Destutt 1803: 416). Destutt weist den möglichen Vorwurf, daß diese Sprache monoton und aller »graces« beraubt sein könnte, zurück. Warum sollten direkte Satzkonstruktion, Wahrheit und Exaktheit monoton und steril wirken? Der »abus des mots«, der die Wörter von der »signification naturelle« entfernt, müsse aufgegeben werden und alle Mittel der Beredsamkeit, die nicht in der »clarté et justesse de l'expression« (ebda.) bestehen, erscheinen ihm »peu regrétables« (Destutt 1803: 418). Die Logik, Klarheit, und die auf dem Prinzip der Analogie aufgebaute Konstruktion und Komposition der Sprache stellen dagegen einen ästhetischen Wert an sich dar, der diese Sprache auch in dieser Hinsicht »par l'abondance et la beauté des images« über alle anderen erheben würde (Destutt 1803: 418).

3. Zusammenfassung

Es geht Destutt darum, den besten Weg zur Wahrheitsfindung aufzuzeigen, der eben über den klaren Ausdruck präziser Ideen führt. Und dieser hat dann seine ganz eigene Ästhetik. Ästhetische Fragen sind für ihn prinzipiell sekundär und müssen sich dem Prinzip der Logik und Wahrheitssuche unterwerfen. Ein Vergleich mit der modernen konstruktivistischen Kunst drängt sich auf, deren Ästhetik an einem Funktionalitätsprinzip orientiert war und eine politische Botschaft, die Befreiung vom Ornament als Überfrachtung, als Hindernis zwischen Ich und Welt, implizierte. Ein solches modernes, "konstruktivistisches" Ideal leitet Destutt in seiner Sprachauffassung. Seine Ästhetik soll ganz neue Dimensionen der Wahrnehmung und des Genusses implizieren, den Genuß, die Wahrheit der Welt unmittelbar wahrnehmen und "objektiv" ausdrücken zu können, zumindest sich diesem Ideal der Objektivität, der unverstellten, unverfälschten Repräsentation anzunähern. Destutt will ein an sich logisch bzw. vernünftig durchstrukturiertes Außen (die Natur) möglichst ohne »Beimischung« abbilden - und zwar schemenhaft, auf das Wesentliche reduziert (wie die klaren, auf das Nötigste reduzierten Buchstaben des lateinischen Alphabets). Für Bernhardi ist das Außen nur mittels eines Innen zugänglich: der Mensch trägt sich immer schon in das Außen als erkennendes Subjekt hinein. Während es Destutt um die Darstellung der Objektivität geht, ist menschliches Sprechen für Bernhardi immer Darstellung von Subjektivität. Aber für beide Autoren sind diese Darstellungen und Ausdrucksformen des menschlichen Geistes universellen logischen Prinzipien unterworfen, die durch eine Grammatik des Denkens entschlüsselt werden können. Bernhardi integriert im Unterschied zu Destutt die Ästhetik der Ausdrucksform als wesentliches, inneres Prinzip in die Darstellung: Die Form - bei Bernhardi vor allem der Rhythmus sowie die Prosodie der Periode - und der Inhalt sind notwendig aufeinander bezogen. Damit wird die Beredsamkeit, die Rhetorik oder Stilistik zur höchsten Stufe der Sprachtheorie, allerdings ebenfalls gedacht als allgemeine Theorie sozusagen "klassischer" Prinzipien, die eher einen Universalstil als die Vielfalt des individuellen Ausdrucks anvisiert. Am reinsten ist dieses ästhetische Ideal für Bernhardi in der griechischen Sprache verwirklicht.

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[1]

Zum »Klassifikator« Ideologie und die Probleme der Zuordnung zu dieser Gruppe bzw. Strömung s. Schlieben-Lange 2000: 12-39.

[2]

Vgl. die Darstellung seines oeuvres in Schlieben-Lange/Zollna (im Druck).

[3]

Vgl. Gessinger 1990: 562: »Die Sprachlehre liest sich wie ein sprachphilosophischer und erkenntnispsychologischer Kommentar zu Fichtes 1795 erschienenem Aufsatz: "Von der Sprachfähigkeit und dem Ursprunge der Sprache"« (erschienen in: Philosophisches Journal 1: 255-273, 287-326).

[4]

Zu Herders Positionierung des Hörens in seiner Schrift über den Ursprung der Sprache von 1772 vgl. Trabant 2003: 219 ff.

[5]

Bernhardi führt die Analogiebildungen so weit, daß er bei der Besprechung der Wortarten, jeder Wortart einen spezifischen Bereich der Malerei zuordnet: Das Substantiv ist das, was in der Malerei der Umriß ist, der Artikel führt zu einem individuellen Umriß; das Adjektiv entspricht der Farbe, die Präpositionen und Kasus bringen die Perspektive, die Partizipien die Bewegung. Letzteres ist insofern interessant, als Bernhardi hier "Bewegung ins Bild" bringt (vgl. Zollna 1990: 224).

[6]

Trabant hat in Mithridates im Paradies hinter dieser Auffassung der Sprache als Logik innerhalb der europäischen Geistestradition ein Ideal der Sprachlosigkeit ausgemacht (vgl. Trabant 2003: 28-29). Auch Bernhardi, so romantisch und humboldtisch er manchmal klingt, sucht die Universalsprache als allgemeine Grammatik des Denkens, d. h. die allgemeinen Prinzipien der sprachlichen Darstellung. Sogar die prosodischen Formen als subjektivster und individuellster Bereich des sprachlichen Ausdrucks sind für ihn nur als universelles metrisches Prinzip interessant. Nicht die Vielzahl der Stimmen steht im Vordergrund, sondern eine ideale metrische Organisation.

[7]

Hierbei soll nicht unterschlagen werden, daß die Ausführungen Destutts zu den Artikulationsarten und der Silbenstruktur ein größeres Interesse verdienten. Auch die Orthographie-Diskussion, die bei ihm zu einer Notwendigkeit zweier getrennter Systeme führt, nämlich einer Art universeller Transkriptionschrift für die Wissenschaft und dem Beibehalten der traditionsgebundenen Schreibweise, zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Materie und würden eine eingehendere Beschäftigung lohnen.

[8]

Aus dem unterschiedlichen Alphabet leitet Destutt schließlich sogar kulturelle Unterschiede, die gegensätzliche Mentalität der Orientalen und Okzidentalen ab: »Il [Volney, I. Z.] a très bien vu que si les orientaux en général sont l'opposé des occidentaux presque en tout, depuis les moindres usages jusqu'aux opinions les plus importantes, cela vient de la difficulté de la communication des idées entre ces deux classes d'hommes; que cette difficulté tient bien moins à la différence des langues usuelles ou des signes fugitifs des idées, qu'à l'imperfection des alphabets ou des signes permanens« (Destutt 1803: 317).

[9]

Hier zeigt sich ganz deutlich Bernhardis Verbindung zur Romantik; im Band I der Sprachlehre schreibt er auf S. 69: »Denn was ist Weisheit anders, als die wiederhergestellte, durch Freiheit und innere Kraft gewonnene Unschuld der Kindheit? Dieser Cyklus, welcher aus der innersten Natur des Menschen erklärbar ist, und welcher unnachahmlich schön in Tiecks Sternbald dargestellt worden, muß sich ebenfalls in der Sprache vorfinden. [...] Und so müßte demnach, wenn unsere Bemerkung richtig ist, die gebildeteste Sprache, eben in dem höchsten Punkte ihrer Bildung und um desselben willen, freier und schöner zu ihrem Ursprunge zurücklaufen.«

[10]

Destutt vertritt die Auffassung, daß der »ordre naturel« eine logische Satzstellung impliziert, auch wenn uns manchmal die Leidenschaften Inversionen produzieren lassen. Aber unter "normalen" Bedingungen, dem »sang froid«, gibt das logische Prinzip des Denkens auch die "natürliche", weil logische Satzstellung (Subjekt - Prädikat) vor, den »ordre invariable de l'opération intellectuelle« (Destutt 1803: 173).

[11]

Bei Bernhardi hat das Substantiv diese Schlüsselstellung, und die Interjektion ist als ein solches gedacht.

[12]

In der Vorrede der Anfangsgründe weist er auf ein Projekt hin, indem er sich vorgenommen hat, »die Idee einer allgemeinen Schrift und Sprache« auszuführen (Bernhardi 1805: IX). Die angekündigte Schrift Über die Elementartheile der Sprache (Bernhardi 1805: XI) erscheint 1810 als »Fragment« (Gessinger 1994: 706) unter dem Titel Über das Alphabet in der Zeitschrift Pantheon, Bd. 2, 1. Stück, S. 47-62 (vgl. Gessinger 1994: 699-709).

[13]

Hier findet sich auch ein interessanter sprachvergleichender Abschnitt, in dem das deutsche, englische, italienische und französische Tempussystem gegenübergestellt werden.


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