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Conrad Wiedemann Deutsch-französische RederaisonLouis Ferdinand, Pauline Wiesel und Rahel Levin führen einen Brief-Disput über die LiebeAbstract Around 1800, while experiencing a cultural blossoming similar to that of Weimar, Berlin was a bilingual city. This is easily forgotten because there has not been much research into the most important evidence of it, i.e. of the bilingual discussions and letters of that time. The case study presented here aims to give a first impression of this German-French bilingualism in everyday usage, and to highlight some of its organizational criteria (optionality, fluency, authenticity). An unusual triangular exchange of letters during the years 1804-1806 between a Hohenzollern prince, a Huguenot woman and a Jewess serves as an example. The topic of their correspondence encompasses a concept of idealistic love, an idealistic language of love, and the related question of an authentic idiom. The decision in favour of German that is reached by the correspondents, however, does not in any way alter the bilingual conception that they have of themselves. The first part of the study concerns the origins of Berlin's tolerance of bilingualism in which two optional cultural and educational policies are superimposed: namely, on the one hand, the liberal religious policy of the Hohenzollern, to which Berlin's large and influential Huguenot colony owes its existence, and on the other hand, Frederick the Great's decision in favour of a purely French culture at court and in the sciences. After Frederick's death (1786), both lines of policy lead into an open, bourgeois, urban culture. InhaltI. Die Stadt der Briefschreiber II. Von der Religions- zur Sprachtoleranz III. Louis Ferdinand, Pauline und Rahel I. Die Stadt der BriefschreiberDie einmalige Bürgerkultur, die in Berlin zwischen 1786 und 1815, zwischen dem Tod Friedrichs des Großen und dem Wiener Kongreß, blühte, ist epochengeschichtlich ein unbeackertes Terrain. Das hat seine Gründe. War doch das sozio-kulturelle Profil der angehenden Großstadt so gravierend unterschieden von dem jener kleinen Plätze, aus deren Größe ein Gutteil der deutschen Kulturidentität kommt, daß die an Weimar, Jena, Königsberg oder Wörlitz orientierte Forschungstopographie von einer Alternative wie Berlin nur gestört sein konnte. Tatsächlich ist in dieser Kultur der Ruhepunkte und Ersatzzentren, die man als Antwort auf die ewige Unruhe der politischen Verhältnisse verstehen mag, das klassisch-romantische Berlin mit seiner synchronen Stimmenvielfalt ein Fremdkörper. Wenig läuft dort wie andernorts in Deutschland, auch nicht wie in Wien oder Hamburg; alle Richtungen des Zeitgeists - Spätaufklärung, Idealismus, Klassizismus und Romantik - sind dort quasi von Beginn an präsent und vital durcheinandergemischt, alle Schichten des kulturellen Feldes - Künste, Publizistik und Geselligkeit - mit Genies und Adepten reich besetzt und alle Konventionen stets von irgendeiner Seite her in Frage gestellt. Für Chronisten, die auf das Ganze zielen, keine geringe Herausforderung. Mein Versuch, der sich mit einem fragmentarischen Briefkonvolut aus der Randzone dieses Geschehens befaßt, ist von solchem integralen Ehrgeiz weit entfernt. Trotzdem ist die Alltagskultur, in die er führt, alles andere als marginal im Berlin-Tableau von 1800. Denn zum Höhenflug der Künste und zum Furor der publizistischen Auseinandersetzungen fügt sich im urbanen Kontext die schier unerschöpfliche Energie, die die Gebildeten der Stadt damals in eine psychologisierende Gesprächs- und Briefkultur von hoher Emphase investierten. In Rahels Berlin galt es nicht wenig, zu den Virtuosen dieser Kultur zu gehören, und man geht wohl nicht fehl, wenn man hier, in den Privat-Laboratorien der bürgerlichen Emanzipation, das Bewegungszentrum der neuen Stadtkultur sieht. Den (un)-kategorischen Imperativ dieser Geselligkeit, nämlich Eigenart (Charakter) in Rede und Schrift zu üben, hat 1799 Schleiermacher formuliert: »Niemand scheue sein Element.«1 Das ist nicht so neu, wie es tönt, hat aber gleichwohl ein berlinisches Proprium, nämlich in der Mendelssohn-Herz-Maimon-Moritz'schen »Erfahrungsseelenkunde« und in der von Wilhelm von Humboldt angeführten Kollektiv-Option für eine idealistische Anthropologie (anstatt einer idealistischen Geschichtsphilosophie). Dies vorausgesetzt, hätte Schleiermacher einer jungen, aber markanten lokalen Tradition nur noch das Stil-Postulat hinzugefügt, wonach die Vielfalt der urbanen Kultur mit der Vielfalt des individuellen Ausdrucks zu beginnen habe. Wie sich das in der Konversationspraxis der Salons darstellte, läßt sich nicht mehr rekonstruieren. Protokolle anzufertigen lag offensichtlich nicht im Horizont der Beteiligten, jedenfalls sind so gut wie keine überliefert. Geblieben sind allerdings die Zeugnisse ihrer zweiten Leidenschaft, nämlich ein kaum zu überblickender Fundus an privaten und nicht selten intimen Briefen. Wenn irgend etwas, dann dürften sie dem Gesprächstil der vielen Salons, Logen und Clubs am nächsten stehen. Die germanistische Forschung ist mit diesem Riesen-Kompendium höchst wählerisch umgegangen und hat sich nur weniges davon zugeeignet. Dies geschah spät und betrifft vor allem die Briefe Kleists (nach 1904), Tieck-Wackenroders (1910) und Rahel Levin-Varnhagens (1966 ff. zunächst in Auswahl, neuerdings in kritischen Gesamtausgaben), mit einigem Abstand schließlich auch die Achim und Bettine von Arnims. Schon die Briefe der Brüder Humboldt interessierten, ähnlich wie die Zelters, meist nur als Kommentare zu Goethe und Schiller. Das mag, angesichts des Weimar-Kults im damaligen Berlin, hochberechtigt sein, geht aber am Eigenen und Gemeinsamen all dieser Zeugnisse selbstgewiß vorbei, so selbstgewiß, wie man an Dingen, die man nicht sucht, eben vorbeigeht. Im Grunde gilt das auch noch für die aufgeblühte Rahelforschung, die viel zur Frauen- und Judenfrage, aber wenig zum briefgeschichtlichen Chronotopos beigetragen hat. Zum Geist dieses Chronotopos aber gehört unweigerlich die Zweisprachigkeit der Stadt. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich, dem Konferenz-Thema entsprechend, meine Quellentexte gewählt. Dabei mag mir als Literarhistoriker anderes aufgefallen sein als den beteiligten Sprachhistorikern, darunter sicher manches Rekurrente. Erlaubt erschien mir indes eine kurze Erinnerung daran, wie das deutsch-französische Doppelprofil Berlins im 18. Jahrhundert aus der preußischen Konfessionspolitik herauswächst und noch das Berliner Toleranzpotential von 1800 prägt. II. Von der Religions- zur SprachtoleranzIn der langen und wechselhaften Geschichte der deutsch-französischen Kulturbeziehungen, die aus deutscher Sicht leicht an eine vergebliche Emanzipationsgeschichte erinnert, spielen Preußen und Berlin eine Sonderrolle. Nicht daß dort die epochalen Botschaften eines Montesquieu, Voltaire, Rousseau oder der Revolution weniger durchgeschlagen hätten als anderswo in Deutschland. Im Gegenteil. Montesquieu und Voltaire waren so etwas wie die geistigen Ziehväter eines genialen Königs, der sich »Fédéric« zu nennen pflegte, und die Ideen Rousseaus und der Nationalversammlung elektrisierten die bürgerliche Intelligenz wie allenthalben. Zudem konnte man auf die Gastspiele pochen, die Voltaire, Mirabeau und Sieyès in der Stadt gegeben hatten.2 Der essentielle Unterschied lag jedoch darin, daß das französische Rencontre in Berlin sowohl eine Außen- wie eine Innensicht hatte. Seit der Aufnahme der Hugenotten gehörte Französisches zunehmend zum Selbstbild der Stadt. Wer der Behauptung einer preußischen Toleranz nicht grundsätzlich mißtraut, wird wissen, daß sich dies einer konfessionspolitischen Merkwürdigkeit verdankt, nämlich dem überraschenden Glaubenswechsel der Hohenzollerndynastie vom Luthertum zum Calvinismus im Jahre 1613, der vornehmlich politisch motiviert war und das Haus Oranien dem Haus Hohenzollern verbinden sollte, was bekanntlich bestens gelang. Die Merkwürdigkeit des Ereignisses lag freilich nicht im politischen Kalkül, sondern darin, daß der brandenburgische Kurfürst seinen Untertanen per Edikt zusicherte, sein neues Bekenntnis niemandem aufzuzwingen, »sondern den Kurs und Lauf der Wahrheit Gott allein [zu] befehlen, weil es nicht an Rennen und Laufen, sondern an Gottes Erbarmen allein gelegen ist.«3 Das mag ein Salut an die schon damals berühmte niederländische Toleranz gewesen sein, jedenfalls aber widersprach es dem frühabsolutistischen Prinzip des "cuius regio, eius religio" und stellte den preußischen Konfessionalismus unter die Bedingung ständig zu erneuernder Duldung. Man nimmt dem Edikt von Potsdam, mit dem der Große Kurfürst 1685 die Aufkündigung der Religionsfreiheit in Frankreich beantwortete und die Hugenotten in Land holte, nur wenig von seinem Glanz, wenn man es auch unter dem Gesichtspunkt der konfessionellen Isolation der Dynastie sieht. Die Französisch-Reformierten, die nach 1700 zeitweise ein Fünftel der Berliner Bevölkerung ausmachten, waren so etwas wie eine Kronkolonie im Inneren, eine konfessionelle Rückendeckung des Herrscherhauses, zumal sie von Anfang an zur sozialen Elite des Landes zählten.4 Zur Eigenart dieser Liaison gehörte freilich auch, daß beide Partner an dieselbe Fremdsprache attachiert waren, das Französische: die Hugenotten quasi genetisch, der Hof und das aristokratische Offizierscorps im Zuge einer gesamteuropäischen Mode, die freilich nicht den hugenottischen Landes-kindern, sondern der glanzvollen Hofkultur Versailles' huldigte. Damit hatte Preußen neben einem Konfessions- auch einen Sprachenkonflikt. Sichtbar gemacht hat ihn vor allem Friedrich der Große, der sich bekanntlich nicht nur der französischen Sprache, sondern auch der französischen Philosophie, Literatur und Kunst verschrieb, fast täglich an französischen Versen bosselte und selbst nach einem Schlachtendebakel sich durch Lesung und Rezitation einer französischen Tragödie zu entspannen pflegte.5 Das war zweifellos achtungsgebietend, aber natürlich keine Ermutigung für die deutschsprachigen Denker und Dichter der Hauptstadt. Weder Lessing noch Mendelssohn, beide deutsche Stilisten von Rang, gelangten in die Nähe des Königs, geschweige denn in die von Franzosen und Hugenotten dominierte und ausschließlich französischsprachige Akademie. All das ist bekannt und soll hier nicht weiter rekapituliert werden. Weniger bekannt ist, wie sich das Problem quasi von innen her zuspitzte. Dies geschah, als das aus Paris importierte Akademiemitglied Prémontval sich erlaubte, eine weit ausholende Kritik des in Deutschland und vor allem von den Berliner Hugenotten gesprochenen Französisch zu verfassen. Hatte nicht schon Voltaire, dem der »roi philosophe« abverlangte, seine täglichen Verse zu überarbeiten, hinter dem Rücken des Königs über deren Mittelmäßigkeit gefeixt? Jetzt, d. h. spätestens seit 1764, konnte man wissen, daß der style réfugié oder style colon, also der Flüchtlings- oder Koloniestil, kein modernes, lebendiges und korrektes Französisch war.6 Wenn aber selbst der von Hugenotten erzogene König, der von sich behauptete, das Deutsch eines Kutschers, was nur heißen kann: Berliner Dialekt zu sprechen, und sogar der hugenottische Dauersekretär der Akademie, Formey, der das eigentliche Ziel der Prémontvalschen Angriffe war, über keine vollgültige Sprache verfügten, welche Sprachkompetenz hatte dann die soziale Crème des Landes überhaupt? Tatsächlich entspricht dem politischen und intellektuellen Glanz Friedrichs II. kein sprachlicher, und tatsächlich sind aus der französischen Kolonie Berlins zwar bedeutende Gelehrte, Beamte und Künstler, aber kein nennenswerter französischsprachiger Dichter hervorgegangen - deutschsprachige hingegen durchaus (Fouqué, Chamisso, Alexis, Fontane). Wer indes annimmt, die Geltung des Französischen als einer Berliner "Fast-Muttersprache" (Mendelssohn) sei durch die Diskussion um den style réfugié erschüttert worden, geht fehl.7 Weil der Hof weit über Friedrich II. hinaus, nämlich bis in die Regierungszeit Friedrich Wilhelms III. (gest. 1840) beim Französischen blieb, verteidigte auch die französische Kolonie erstaunlich lang den Vorrang ihrer Muttersprache und ließ an ihrem berühmten Collège, dem noch heute florierenden Französischen Gymnasium, erst 1802 einen zweistündigen Deutschkurs zu.8 Ähnlich verhielt es sich mit der deutschen Bildungsschicht der Stadt, die sich nach Friedrichs Tod (1786) so eindrucksvoll in Szene setzte und sprunghaft anwuchs. Sie sprach natürlich vorrangig deutsch, blieb aber, selbst über die Napoleonischen Jahre hinaus, überwiegend frankophil und handhabte, durch gute Lehrer und Parisreisen geschult, das Französische möglicherweise kompetenter als der Hof.9 Allerdings hatte, wie schon angedeutet, die Prémontvalsche Kritik die Bewußtseinslage merklich verändert. Der standespolitische, ja kulturkämpferische Zug, der sich unter Friedrich mit der Sprachenfrage verband, verlor zunehmend seine Brisanz und wich, selbst bei Hof, einer Zweisprachigkeit, über deren Regularien (s. u.) wir nur wenig wissen. Was das Geltungsgefälle betrifft, so hatte es sich entschieden verringert. Denn wenn das Französisch des "roi philosphe" nicht elegant war, das Deutsch Moses Mendelssohns war es sicher. Doch hier zögert man schon. So viel auch an der Überwindung alter Zurücksetzungen lag, so wenig wollte man das kosmopolitische Flair missen, das die Präsenz des Französischen der Stadt verlieh. Ob mit oder ohne Friedrichs Kulturdiktat, Berlin blieb eine zweisprachige Stadt, in der das Französische weit vor dem Gelehrtenlatein rangierte. Zweifellos dominierte es weiterhin die Welt der Diplomatie, des höheren Militärs und des Hofes, mit welchen Lizenzen auch immer. Es ist anzunehmen, daß es in den Salons gesprochen wurde, wenn ausländische Gäste zugegen waren. In der Akademie der Wissenschaften hielt es sich hartnäckig und wich erst nach einer gemischtsprachigen Übergangsphase, während der Freiheitskriege der Landessprache. Andere Bereiche wie Ministerialbürokratie und Landaristokratie entziehen sich einer generellen Beurteilung, doch scheint etwas anderes als eine Misch-Indikation schwer vorstellbar. Ähnliches dürfte auch für das gebildete Theaterpublikum gegolten haben. Im Bereich des Privaten sind die Optionen vollends unkalkulierbar. Nicht wenige Hofleute und Amtsträger schrieben ihre Memoiren, Tagebücher und Briefe bis ins dritte Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts hinein in französischer Sprache. Hingegen schrieb Friedrich Wilhelm II., der eigenwillige Nachfolger des Wahlfranzosen Friedrich und wie dieser von Hugenotten erzogen, seine Liebesbriefe an Wilhelmine Encke, obwohl er sie vorsorglich ein Jahr nach Paris geschickt hatte, lebenslang in leidlichem, aber ergreifendem Deutsch. An den verhaßten königlichen Onkel schrieb er natürlich französisch (ziemlich passabel). Königin Luise schrieb die Hälfte ihrer Briefe in einem mäßigen Französisch, die andere Hälfte in einem guten und lebendigen Deutsch. Wilhelm und Alexander von Humboldt korrespondierten gelegentlich französisch miteinander, die adligen Revolutionsflüchtlinge und Neuberliner Chamisso und Lafoye deutsch.10 Wie groß der Anteil der Gebildeten war, der an diesem Sprach-Shuttle unbeteiligt blieb, soll hier nicht erörtert werden. Aber nähmen wir, vermutlich mit einigem Recht, Karl Philipp Moritz und Ludwig Tieck als Beispiele dafür, so wäre sofort zu ergänzen, daß der erstere als Akademie-Sekretär, der letztere als Parisbesucher im Humboldtschen Umkreis so unberührt nicht geblieben sein können. Ähnlich verhält es sich mit Kleist, von dem, so weit ich sehe, kaum eine französische Zeile überkommen ist, den es aber vier-, vielleicht sogar fünfmal nach Paris trieb, das ihm angeblich so widerstand. Berlin und sein französisches Zweit-Ich lassen sich um 1800 nicht nur nicht auseinanderdividieren, sie haben vielmehr, trotz aller politischen Zuspitzungen, zu einer Art Versöhnung gefunden, von der durchaus veränderte Impulse ausgingen. So werden wir Zeuge des merkwürdigen Schauspiels, daß, während die stadtbürgerliche Akzeptanz des Französischen in Berlin ihren Höhepunkt erreicht und immer mehr Bildungsreisende sich in Paris nachgerade zuhause fühlen, sich eine Sprech- und Schreibkultur des Deutschen herausbildet, die in der Geschichte der Stadt keine Parallele hat. Natürlich hatte der Aufstieg Kants und Goethes das kulturelle Selbstbewußtsein generell gestärkt, in Berlin nicht weniger als in Jena. Doch das erklärt noch nicht die exzeptionelle Vielfalt der Geistes- und Stilbewegungen im damaligen Berlin. So mag sich der Schluß anbieten, daß der Geist der Option, wie er sich im Sprachlichen zeigt, nur Symptom einer Bildungskultur ist, in der Fremd- und Muttersprache in ein höchst fruchtbares Wechselverhältnis treten. III. Louis Ferdinand, Pauline und RahelUngewöhnliche Begegnungen sind im 18. Jahrhundert ein Berliner Markenzeichen. Dem Kulturhistoriker erscheinen sie wie die neuralgischen Punkte, von denen aus das geistige Leben der Stadt Gestalt gewinnt. Das beginnt mit den "unmöglichen" Bündnissen zwischen Sophie Charlotte und Leibniz, Friedrich und Voltaire, Lessing und Mendelssohn und wird gegen Ende des Jahrhunderts, als Schleiermacher und Henriette Herz als die "Spaziergänger von Berlin" auftreten, zu einer Art Üblichkeit. Wahrscheinlich ist unser Fall, in den drei Personen mehr oder minder gleichberechtigt verstrickt sind, der "unmöglichste" von allen. Die Rahmenhandlung, eine hochdramatische Liebesgeschichte, gehört in die chronique scandaleuse und kann hier (leider) nur angedeutet werden. Ein preußischer Prinz von Geblüt verliebt sich unsterblich in die schönste und freimütigste junge Frau von Berlin und sucht für die unausbleiblichen Verwirrungen, die ihm daraus erwachsen, eine ebenfalls stadtbekannte Intellektuelle als Therapeutin. Noch während laufender Analyse fällt er auf dem Schlachtfeld. Die Geschichte, die im Januar 1804 begann und im Herbst 1806 endete, ist schon von den Zeitgenossen höchst unterschiedlich kommentiert worden. Kaum eine Version war ausgeschlossen: der Lüstling, die Kokotte und die Wahrsagerin, oder: der Prinz, das Réfugié-Kind und die Jüdin, oder: der Schicksalsbund dreier unglücklich Liebender, oder: Nachrichten von der Nachtseite der Salons usw. - Die drei Akteure, die ich nach dem Vorbild der zeitgenössischen Klatsch-Korrespondenz mit ihren Vornamen benannt habe, sind Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806), Neffe Friedrichs des Großen, Kriegsheld, Komponist und "Alkibiades von Berlin"; die schon damals skandalumwitterte Bankierstochter Pauline Wiesel geb. Cesar (1778-1848) aus der französischen Kolonie, eine Art Genie naiver weiblicher Emanzipation; sowie das Genie der psychoanalytischen Causerie, Rahel Levin (1771-1833) aus der jüdischen Kolonie. Alle drei sind geborene Berliner, und alle drei sind Aussteiger aus ihrer Herkunftskonvention. Am wichtigsten in unserem Zusammenhang erscheint allerdings, daß keiner von ihnen eine rein deutschsprachige Sozialisation erfahren hat. Louis Ferdinand und Pauline entstammen einer primär französischsprachigen Gesellschaftssphäre, Rahel wohl einer deutschsprachigen, aber zweifellos mit jiddischem Hintergrund und französischen Ambitionen. Dazu fügen sich die Vornamen: Louis war ein temporärer Modename in der Hohenzollern-Dynastie, Paulines Name dürfte französisch, Rahels Name teils hebräisch, teils deutsch ausgesprochen worden sein. Für das intime Zusammenrücken der drei mag es neben spontaner Zuneigung einen weiteren belangvollen Grund gegeben haben: ihre ständische Dissidenz auf der Suche nach einer selbstbestimmten Lebensform. Über die riskanten Wege, die sie dafür in Kauf nahmen, ist viel (und manches Unsägliche) geschrieben worden. Der Prinz ging zweifellos den längsten Weg, weil er die ihm zugedachten Rollen des Kriegers und Frauenhelden zunächst unreflektiert annahm und glänzend ausfüllte. Erst seine Inkriminierung als Schuldenmacher durch Hof und Familie, seine politische Verzweiflung und seine Selbstrettung als Pianist und Komponist machten ihn reif für jene Liebessprache, von der gleich die Rede sein wird. Den beiden Frauen war eine schnellere Entscheidung abverlangt, weil die Rollenkonventionen, die für sie bereitstanden, ihnen von Anfang an suspekt waren. Allerdings mußte Pauline die Erfahrung einer unglücklichen Ehe machen, bevor sie sich emanzipierte, während Rahel erst durch den Tod des Vaters frei wurde. Soviel zu einem Ereignis, das, wie schon angedeutet, im intellektuellen Berlin von 1800 nur durch seine Besetzung aus der Rolle fiel. Von autonomen Lebensentwürfen träumten damals fast alle, die dazugehören wollten, und nicht wenige haben diese Lebensentwürfe, mit welchen Kosten immer, auch verwirklicht. Die Sprache dieses Autonomiestrebens, einer Revolte der Individuen und nicht des Volkes, war in der Regel deutsch, ihr Bewährungsfeld Literatur, Kunst, Publizistik, Brief und Salongespräch. Besondere Bedeutung gewann dabei die Emanzipation der Liebe und Liebessprache, die ihre Sinnlichkeitsvorstellungen und ihren Willen zur "liaison dangereuse" weniger bei Goethe und Rousseau als bei Prévost und Choderlos de Laclos vorgebildet fand. Dies legt die Frage nahe, wie es überhaupt um die "französische" Codierung der schon unter Friedrich dem Großen sich anbahnenden Berliner Libertinage stand, über die der seinerseits nicht unbeschriebene Gottfried Schadow später sein vielzitiertes Verdikt sprach.11 Daß höfische Amoral und aristokratische Französelei ein erprobtes Ensemble bürgerlicher Kritik waren, ist allgemein bekannt. Bevor wir uns den Texten zuwenden, noch ein Wort zur Überlieferungslage: Voraussetzung dieses Essays ist die 1998 erschienene und vorzüglich kommentierte Brief-Dokumentation Pauline Wiesels Liebesgeschichten von Barbara Hahn, Birgit Bosold und Ursula Isselstein, in deren Mittelpunkt naturgemäß die Affäre mit Louis Ferdinand steht. Leider muß dabei hingenommen werden, daß den 30 Briefen des Prinzen nur drei von Pauline Wiesel und kein einziger von Rahel Levin entsprechen.12 Die Begründung dafür ist denkbar simpel. Denn nach Auskunft Rahels hat Louis Ferdinand vor seinem letzten Auszug in die Schlacht alle skandalträchtigen Dokumente verbrannt. Zu den zufällig erhaltenen Briefen Paulines gesellt sich immerhin einer von Henriette Fromme an Louis Ferdinand und einer von Louis Ferdinand an Henriette, die man nicht missen wollte. Denn Henriette war die bürgerliche Maitresse des Prinzen vor Pauline, von der zu lösen ihm sichtlich schwer fiel, nicht zuletzt wegen der beiden gemeinsamen Kinder Louis (Loulou) und Blanche (Cocotte). Über den Inhalt der gänzlich verlorenen Briefe Rahels wissen wir einiges aus Andeutungen, die sie später selbst gemacht hat. Anderes läßt sich aus Louis Ferdinands Briefen an Pauline rekonstruieren. Die beiden erhaltenen Briefe von ihm an Rahel sind deshalb um so wertvoller. Danach hätte Rahel die Freiheit persönlicher Einmischung nicht nur besessen, sondern auch rigoros geübt. Louis Ferdinands erster erhaltener Brief an Pauline, in Deutsch geschrieben, ist relativ belanglos: ein frivoles Liebes-Billett, das gewandt mit Eifersuchts-, Vertrautheits- und Begehrlichkeitsformeln spielt. Um so interessanter ist der zweite - nicht nur, weil der Schreiber philosophisches Geschütz und anderes auffährt, um aus der galanten Affaire eine schicksalhafte Liebe zu machen, sondern auch wegen der Zweiteilung des Briefs in eine deutsche und eine französische Hälfte: Es ist etwas ungewöhnliches unter uns, Pauline, die [...] Liebe, in den mehrsten Verhältnißen, scheint mehr als sie ist, bei uns ist sie mehr als sie scheint. Nur sind wir des Spieles zu gewohnt!, oder vielmehr zu seicht, zu Eitel, oder zu furchtsam, dem süßen, innern Gefühl unseres Herzens zu Folgen, zu folgen, der süßen Stimme, die uns ruft, Liebt euch, ihr seelig gebohrnen, ihr genusreichen Wesen, Die Epoque, die euch trennte, ist ja nichts, nichts als eine Prüfung, die Ihr untereinander berechnen müßet. [...] Du beurtheilst mich falsch Pauline würcklich ganz falsch. - Ecoute mon amie bien chere je desirais tant te voir ce Soir, trois fois j'ai envoyé chez toi (on me disait) que tu etais ches ton Oncle mais je te conjure de me permetre de te voir demain au Soir - Chere Pauline Comment peut tu croire qu'un etre qui depuis 4 ans souffre douloureusement d'avoir vu L'aurore de Lumieres, de la Philosophie, S'éclipser, qui pleure sur L'humanité avec touts les etres penseurs et sensibles, qui souffre d'une innaction cruelle qui ne donne aucun effort a ses [...] que cet etre La dis-je puisse etre occupé d'une pauvre quadrille O Sancta Simplicitas ou plutot O du armes Berlinisches Colonistisches, Cesar Leveauxsch und Klatschich erzognes liebes Geistvolles Pellechen [...]. Mille baisers chere Pauline que ne puis je te les donner partages ton joli lit [...] je t'adore pour "ça je vie".13 Was der Wechsel bedeutet, ist schwer zu sagen. Anspruch und Inhalt der beiden Teile sind im Grunde identisch, und die Anzüglichkeit am Schluß scheint zu unbedeutend, als daß sie einer französischen Lizenz bedurft hätte. Selbst der kolloquiale Ton scheint hier wie dort der gleiche. Um so deutlicher wird, daß Louis Ferdinand in der Geliebten die Berliner Französin aus gutem Hause sieht (Pelle-Paulines Mutter stammte aus der prominenten Hugenotten-Familie Leveaux). So bleibt wohl nur der Schluß, es handle sich um ein Wahl-Angebot an Pauline, den Briefwechsel in Deutsch oder Französisch weiterzuführen. Falls diese Annahme zutrifft, dann muß die Entscheidung schnell gefallen sein. Pauline antwortete noch am selben Tag (nicht überliefert), und Louis Ferdinand schrieb in der folgenden Nacht drei kurze Gegenantworten: in einem teils leidenschaftlichen, teils nachdenklichen Deutsch, das sich, wie der Schreiber andeutet, unterschieden wissen will von der unaufrichtigen Sprache des Komödien-Publikums, in der man sich ein angeödetes »Mon Dieu, que c'est bête«14 abverlangt und dann trotzdem lacht, und erst recht von der Sprache eines »erschlafften Alten«, der Verliebtheit prätendiert. Danach hätte Pauline also für Deutsch, das Idiom der gemeinsamen Intim-Gespräche (»O du Berlinisches [...] Klatschich erzognes [...] Pellechen«), optiert, was nicht nur dem Drängen Louis Ferdinands auf spontanen und offenen Austausch (die Grundvereinbarung des Rahel-Kreises) entgegenkam, sondern ihm auch die poetisch-idealistischen Aufschwünge ermöglichte, in die seine Briefrede sukzessive übergeht. Von dieser Sprache der Beschwörung und des Überschwangs wird gleich noch zu reden sein. Zunächst ist jedoch zu fragen, ob nicht beide einfach die ihnen geläufigere Sprache gewählt haben. Im Falle Louis Ferdinands scheint dies durchaus vertretbar, erweist sich doch sein Schrift-Deutsch, trotz der unvermeidlichen Berlinismen, als überraschend gewandt und ausdrucksstark, während sein Schrift-Französisch, obwohl längst nicht fehlerfrei, bestenfalls routiniert wirkt. Auch der Wortschatz ist deutlich ärmer. Mit Pauline verhält es sich etwas anders. Zwar schreibt auch sie ein lebendiges und originelles Deutsch und ein eher formelles Französisch, allerdings mit dem Unterschied, daß ihre häufigen Rechtschreibfehler im Französischen fast irrelevant wirken im Vergleich mit ihrem mundartlichen und orthographielosen Deutsch ("Wie leit thut es mich, du känst, gesähenn, Möhlichkeit, jarnicht" etc.). Damit ist die Geläufigkeitsfrage allerdings noch nicht beantwortet. Grundsätzlich gilt wohl, daß Französisch für beide die Gesellschaftssprache, Deutsch die Alltagssprache war, der Gebrauch der ersteren deshalb kontrollierter, der der letzteren autodidaktischer - doch das besagt im Grunde nichts über Vertrautheit, Präferenz und quantitative Verteilung. Und das um so mehr, als sechzehn Jahre nach Friedrichs des Großen Tod die eindeutigen sozialen Zuordnungen (Repräsentations- vs. Dienstbotenwelt, la cour ou la ville) nicht mehr galten. Die Optionen waren, wie bereits gesagt, freier geworden, auch wenn das Französische unter den Stadtbewohnern noch lange angesehener war als das Deutsche. Da nicht mehr entscheidbar ist, welches Mitglied welcher städtischen Bildungsschicht sich sicherer in der einen oder der anderen Sprache fühlte, bleibt die Frage, nach welchen Prinzipien sich in einer Zeit der gelockerten Normen und des vordringenden Deutsch die Übergänge vollzogen. Louis Ferdinand sprach im beruflichen und familiären Umkreis natürlich Französisch und korrespondierte auch so mit seiner geliebten Schwester Louise. Aber wie sprach er mit ihr, wenn er auf zwei Stunden in Bellevue oder im Palais Radziwill einfiel, um sich vertraulich mit ihr über Familienprobleme auszutauschen? Und wie sprach er mit anderen eng Vertrauten, dem Musiker Dussek (den er im Brief sowohl Dussek wie Dusséc nennt) oder seinem Adjutanten Karl von Nostitz? Auf der pragmatischen Ebene ist die Frage der Geläufigkeit also kaum zu klären, jedenfalls nicht für habituelle Wechselsprecher wie Pauline und Louis Ferdinand. Spätestens hier kommt eine zweite Bewertungsskala (neben der sozialen bzw. funktionalen) ins Spiel, die des "Authentischen".15 Sie war alterprobt, zunächst in der bürgerlichen Hofkritik, später im nationalsprachlichen Konkurrenzdenken, aber durchaus wandlungsfähig, wie sich um 1800 in Berlin zeigte. Im städtischen Salon Rahels, dem sowohl Louis wie Pauline angehörten, hatte sich ein deutschsprachiger Intellektuellendiskurs etabliert, der sich anspruchsvoller dünkte als die französischen Gesellschaftsdiskurse und zweifellos auch von Louis und Pauline so eingeschätzt wurde. Hier bezog sich die sprachliche Norm nicht mehr auf Grammatik und Diskretion (die erstere war vorausgesetzt, die letztere dispensiert), sondern auf das Vermögen, sein Ich auszusprechen, sei es in spontaner oder selbstreflexiver Form. Wir haben nicht zu entscheiden, das wievielte Individualitätskonzept seit 1750 uns hier begegnet und durch welche besonderen Freiheits- und Glücksansprüche es sich von den vorhergehenden unterschied. Es mag genügen, daß der "seelenkundliche" Aufwand größer und tiefer geworden war, daß Moritz' und Goethes Beobachtungskunst, Kants Transzendentalismus und Fichtes Identitätspathos mitspielten und daß all das in ein "Authentizitätsidiom" umzumünzen war, das eine neue Qualität der Verständigung ermöglichte. Nichts deutet darauf hin, daß unter Rahels Regie nationale Vorurteile galten, etwa das alte Klischee vom aufrichtigen Deutsch und unaufrichtigen Französisch. Doch wer sich dem Code der Individualbildung verpflichtete, hatte dafür auch »seine« Sprache zu finden. Das war jedenfalls nicht die der gesellschaftlichen Konvention, sondern die der geselligen Vielfalt und Intimität, die sich zwangsläufig aus den Ressourcen der informellen Rede, einer imaginierten oder vorhandenen Alltagsrede speisen mußte. Es ging um dialogische Selbstfindung nach dem großen Vorbild der Rahelschen Salon- und Briefsprache. Daran bemaß sich das Streben der anderen, auch das Louis Ferdinands und Paulines. Unter diesen Voraussetzungen gewinnt die Sprachwahl der beiden Liebenden durchaus an Plausibilität. Beide hatten ein ansehnliches erotisches Vorleben, und alles spricht dafür, daß es ein französischsprachiges war. Im Fall des Prinzen ist das mehr oder minder erweislich. Nicht nur, daß seine früheren Affairen sich bevorzugt im Kreis der revolutionsflüchtigen französischen Aristokratie (Mainz, Darmstadt, Frankfurt/M., Hamburg) abspielten, auch die erhaltene Korrespondenz mit Henriette Fromme, der unmittelbaren Vorgängerin Paulines, ist französischsprachig, wobei die Berliner Kaufmannstochter ziemlich gute Figur innerhalb des Trios macht. Obwohl offen bleiben muß, wie die beiden miteinander gesprochen haben, darf man daraus wohl schließen, daß die Sprache der "höheren" erotischen Libertinage im Berlin von 1800 nach wie vor französisch war. (Hingegen korrespondierte das Königspaar, Friedrich Wilhelm III. und Luise, auch in den vorehelichen Liebesbriefen, deutsch miteinander). Für Pauline Wiesel-Cesar ergibt sich ein ähnlicher Befund. Mit ihren vor- bzw. nebenehelichen Geliebten Graf Hugo von Hatzfeld (seit dem fünfzehnten Lebensjahr), Peter Roux und Graf Paul von Schuwaloff (von dem die Anfang 1803 geborene Tochter Pauline stammte) sprach sie mit Sicherheit französisch. Ihrem platonischen Verehrer Karl Gustav von Brinckmann, einem schwedischen Diplomaten, schrieb sie durchgehend deutsch und erhielt dafür - seine Briefe sind leider verloren - durchgehend französische Liebesgedichte, deren spätanakreontischen Ton sie in einem ebenfalls französischen Erwiderungsgedicht so gewandt aufnahm, daß man an ihrer alleinigen Verfasserschaft zweifeln darf.16 In ihrer Ehe mit dem hochgebildeten Berliner Privatier Wilhelm Wiesel (1799-1808) sprach sie wohl überwiegend deutsch. Geht man davon aus, daß es diese französisch-erotische Vergangenheit zu überwinden galt, dann spielt die Authentizitätsfrage bei der Sprachoption der beiden Briefschreiber in der Tat eine entscheidende Rolle. Für Louis Ferdinand ist dies freilich nur Teil einer Gesamtstrategie, die Personen und Sache einbezieht. Das ganze Ereignis hat im Licht der Einmaligkeit zu erscheinen, auch wenn das Sprachbemühen gewissermaßen vorausgeht. Sprich doch nicht vom Amusiren! Ich kenne nichts Trivialeres, als diesen Ausdruck, - Kinder, Hofdamen und Fähnriche, die amusiren sich, aber ein Mann, deßen Verstand sich beschäftigen, der denken, fühlen, genießen kann, der amusirt sich nicht.17 Obwohl die Empfindlichkeit des Prinzen vornehmlich französische Wörter trifft (tournure, homme à bonne fortune etc.), sind deutsche (z. B. reizend) von ihr nicht ausgenommen. Doch das bestätigt nur, daß es nicht die Sprachzugehörigkeit, sondern die wahrheitsleere Konvention ist, die zur Kritik steht. Bezeichnenderweise nimmt er keinerlei Anstoß an Paulines Berliner Umgangsdeutsch. Ja, es ist zu vermuten, daß er gerade darin eine Garantie ihrer Unverbildetheit und Integrität erblickt. Denn nichts schreckt ihn mehr als der gegenseitige Verdacht, ihre Liebessprache könnte »calculirt« sein. Eben das erfüllt sich, als Pauline und Henriette Fromme sich in weiblicher Solidarität verbünden und - sein unglückliches Lavieren als Liebesbetrug auslegend - ihm in konzertierter Aktion ihr Vertrauen und ihre Liebe aufkündigen. Erstaunlicherweise geschieht dies auch von seiten Paulines in französischer Sprache: Vous m'avez trompé de la manière plus infame, Mais j'en Suis bien aisse, Je ne vous en aurais point cru Capable avec tout mon esprit [...] pour moi cela met tout a fait indifferent faite aprésent ce que bon vous Semble ecrivee moi ou Non jouée le bon ou le Maichant, faite ce que vous Voules moi j'ai prie le bon partie je suis absolument j'airiee et consollé, Adieu - ne Songé plus a moi [...] je me dedin absolument de Vous, vous n'avez plus aucun droit Sur moi, pas meme Se lui de l'amitié car vous m'avez abusée [...].18 Wenig später Henriette: Vous n'avez pas tenù Votre promesse, et ne m'avez traitee en Amie. Je n'y pretends plus. -. Je renonce dès ce moment, a tous vos Sentiments - . j'étais folle et me parais moi meme ridicule, d'avoir été aveugle, j'usque'ici ? [...].19 Was bei Henriette der Logik ihrer Situation entspricht: der Gebrauch des Französischen, die "vous"-Anrede (die im zweiten Teil des Briefs dann doch ins "tu" springt) und die noble Gefaßtheit, ist bei Pauline, die das vous durchhält und die Fassung durchaus nicht wahrt, die Kündigung des Vertrauens, die Rücknahme der Intimität und die Entscheidung für die Sache der Frauen. Für diesen Seitenwechsel ist ihr das Französische offensichtlich gerade recht. Es ersetzt die Liebessprache durch die Sprache des Vertrags und der »femme forte«. Louis Ferdinand war in seiner Ratlosigkeit klug genug, die Sache in die Hand des bestmöglichen Anwalts zu legen. Er sandte beide Briefe zusammen mit seinen Antwortbriefen an Rahel und bat sie um Rat und Vermittlung.20 Über Rahels Verhandlungsführung wissen wir aus den schon genannten Gründen leider nichts. Jedenfalls bewirkte sie, daß die Parteien sich wieder zu hören bereit waren und Louis Ferdinand seine Vision einer ultimativen Liebeserfüllung in dürftiger Zeit weiterverfolgen konnte. Von da an beginnen seine langen idealistischen Brief-Rhapsodien, in denen sein Authentizitätstraum die unterschiedlichsten rhetorischen Farben annimmt, sei es durch suggestive Wiederholung, durch Rechtfertigungs- und Beteuerungskadenzen (die an die wilden Läufe seiner Klavierkompositionen erinnern), durch neue Argumente oder durch seine Charakteranalysen im Stil Rahels. Louis Ferdinands erste Reaktion auf Paulines Vertragsaufkündigung ist die fast stammelnde Beteuerung seiner idealistischen Lauterkeit: Ein so schönes Ideal unserer Liebe entwarf meine Imagination mein Herz! Für einander geschafen! Weil ein mehr als gewöhnlicher Reiz uns unwilkürlich, im geheimniß unserer Herzen, an einander Zog, obgleich die Umstände uns stets trennten, liebte ich dich als Mädchen [...] und dieses ist so war, daß je mehr ich dich kante je mehr der Genuß, der sonst so totend für der Liebe ist dieselbe schwächen sollte je mehr Liebte ich dich, je heiliger wurde sie mir [...] Jetzo Pauline schied ich von dir in der süßen hoffnung daß du mich Liebtest, daß du das Liebevolle, Edle, Liberale und Zarte, diese bei mir mit höchster Energie geparte Sensibilität Liebtest.21 Das Gegenstück zur obsessiven Rhetorik des Verkanntseins, die ihm gelegentlich selbst verdächtig wird, bildet die nicht minder problematische Charakteranalyse Paulines, eine Versuchung, die er im übrigen mit anderen teilte. Die Mischung aus Verletzung und Eigensinn, die die in der Stadt als promisk verschrieene junge Frau kennzeichnete, hat viele aus dem Rahel-Kreis fasziniert, am meisten Rahel selbst, die in Pauline die unerfüllte Hälfte der eigenen Persönlichkeit sah und in der lebenslangen Korrespondenz mit ihr eine nicht endende Charakterdeutung betrieb.22 Wie weit Louis Ferdinands Analyse von Rahel beeinflußt war und umgekehrt, ist nicht mehr rekonstruierbar. Mit Sicherheit handelt es sich um eine Doppelautorschaft. Danach sind Paulines Wildheit und resignative Selbstbetäubung, der jähe Wechsel von Selbstbehauptung und Selbstpreisgabe das Resultat einer seelischen Verbildung durch Elternhaus und Ehe (was im letzteren Fall wohl zutrifft). Ebenso fest steht freilich, daß sich hinter diesem Stigma ein großes, freies Herz und eine tiefe, ganzheitliche Liebesfähigkeit verbirgt: Dein Eigentliches Herz Liebe ich weil ich es troz seiner Verzerrungen, und Verstümlungen erkenne, ich kenne auch die Leeren in deinem Wesen, weis genau was versiegt, was vertroknet, und was dir noch blühen kann; [...] ich kenne das Gebiet deiner Ideen, ich weis [...] daß das schönste in dir verborgen ist weil Umstände Verderbtheit anderer und vielleicht auch die deine es in dir zurückgeschrekt haben. Du hast das Vertrauen glücklich zu seyn und glücklich zu machen verloren. [...] Unsere Lage war unrein, sie wird anders Pauline!23 Louis Ferdinands therapeutische Anläufe beginnen stets mit der Anamnese des beschädigten Lebens, die vermutlich deshalb so rücksichtslos ausfällt, weil in ihr die Bezichtigung des Zeitalters und seiner selbst mitschwingt. »Unsere Lage war unrein.« Darauf folgt stets die Beschwörung eines hohen Gemeinsamen, das die Rückgewinnung des Wahren und Authentischen im Grunde garantiert. Es ist »das Kraftvolle positive gepräge das die Natur dir gegeben.«24 Dieser ständig wiederkehrende Kraftbegriff, der die Liebenden charakterlich verbindet und mit dem Schatten eines Heldenpaars versieht, weist den Schreiber sichtbarlich als Schüler von Engel und Moritz aus. Ganz abwegig ist seine Beschwörung nicht. Kraftvoll ist sicher die Art, wie Louis Ferdinand sein Idealisierungsprojekt verfolgt, und von Kraft zeugt auch, wie er seine Idiomatik des Authentischen unermüdlich auf- und umbaut. Dazu gehört die Verklärung einer (nicht eintretenden) Schwangerschaft, das Rührbild "Pauline unter den Kindern" und schließlich die sukzessive, in den letzten Briefen vor seinem Tod fast gänzliche Revision seiner Kritik: Wie innig ich dich liebe, sehe ich selbst daraus, daß ich dir selbst deine Fehler nicht wegwünschte, alles in dir trägt ein unverkennbares Gepräge von Wahrheit, deine Aufwallungen, deine Ungerechtigkeiten, alles lieb' ich, obwohl es mich quält, so wie ich es dir sagte und es fühle, nichts könnte ich dir wünschen, nichts möchte ich anders wißen [...] Der unendliche Reiz, den du hast, ist unbeschreiblich, - du kennst ja die Wunder unserer Liebe, und so, wie wir aus dem Kelche der Wollust tranken, thaten es wenige.25 Und kraftvoll ist auch die Art, wie Pauline bis zum Schluß seinen Suggestionen widersteht und seinen Idealismus in Frage stellt: Der Krieg - du Krieger, du Jäger, du Musikus - So viel geht mich ab, Louis - und denn erst kömt die Liebe - Nein Louis erst die Liebe und denn daß Ubrige - bei mich Aber fäld keine Theilung vor ich liebe nur dich Allein auf der Weld dich und Pauline [ihre kleine Tochter] du haßt Alles in mir getötet ich weiß nicht ob mich daß glücklich machen soll oder ob es nicht vieleicht besser währe es währe Anders nein Louis es kann nun mal nichts anders Seinn.26 All das hat natürlich kaum mehr etwas mit der Sprachenfrage zu tun. Tatsächlich bleibt der Briefwechsel, nach der Rückholung ins Deutsche durch den gekränkten Prinzen, ganz in der Landessprache befangen. Ja, es scheint nachgerade, als könne der Intimitätsgrad des Verhandelten nur in diesem Idiom bestehen. Nur selten, fast versehentlich, fließt in die einschlägigen Briefpassagen Louis Ferdinands ein französischer Ausdruck ein (etwa fastidieuser oder embaras), was kaum erwähnenswert wäre, wenn nicht überall dort, wo Louis Ferdinand über seinen gesellschaftlichen oder militärischen Alltag berichtet, die Gallizismen wesentlich zahlreicher wären, etwa: »Promenaden, Dejeuner, Visiten, Etourderie, complaisante, confusion, Estafette, route, menagement, preveniren, inquiettiren, ingenereuse« etc., aber auch Formulierungen wie: »eine Menge relais, du bist invisible, die depensen deiner Reise, mein Sejour in Berlin, eine surprise machen, daß du dich nicht so sehr in Soireen faufilirest« - Formulierungen, die der täglichen Zweisprachigkeit eines Mannes entsprungen scheinen, der seine Kinderbriefe so gut wie sein letztes Kriegstagebuch in einer Fremdsprache schrieb, die ihm keine gewesen sein kann. Anders als Pauline, die gleichbleibend ein paar französische Wörter in ihr Berlinerisch mischte, kannte Louis Ferdinand unterschiedliche Intensitätsgrade in seinem Gebrauch des Deutschen. Blickt man auf das Ganze seines Briefdiskurses, dann stellt sich der Eindruck ein, daß mit dem idealistischen Anspruch, und d. h. in diesem Fall: mit der Authentizitätsfrage, auch die Überantwortung an das Deutsche steigt. Je schwärmerischer seine Argumentation, um so reiner und befaßter sein Deutsch. Selbstverständlich ist das nicht. Denn die sprachlichen und argumentativen Mittel, mit denen er seinen späten "amour fou" zur schicksalshaften Liebeserfüllung umgedeutet hat, stehen einerseits in der Tradition des europäischen Petrarkismus, andererseits in der der Mirabeauschen oder Heinseschen Bacchanale. Er selbst hätte solche Zuordnungen freilich weit von sich gewiesen - bestand er doch darauf, er liebe nicht so wie die meisten Menschen Lieben, die so ein Ideal von einer Frau im Roman von Rousseau oder in Werther - oder in irgend einen franzosischen oder Englischen buche sich gemacht haben; und nun ihre Geliebte da hinein zwängen dieses in ihr beßern wollen, um daß sie so wie Werthe[r]s Lotte oder Julie sind - das alles ist Liebe nicht - Sondern wie ich dich Liebe [...] weil ich es muß.27 Dem Topos der gegenseitigen Vorbestimmung, mit dem er dieses »muß« erwartungsgemäß begründet, sind wir bereits begegnet. Gegenüber Rahel hat er ihn auf bezeichnende Weise dramatisiert: Oftmals ist mir als Liebte ich sie ewig - Lange schon hatte ich sie im Herzen und im Kopfe - ich sah sie wieder! Allein da war es als wäre eine Mauer zwischen uns, und ich suchte und doch fürchtete ich sie - alsdann lernten wir uns kennen. 28 Es ist das »Eigentliche«, das erkannt sein muß, bevor "es auflodern" kann. Damit ist das stärkste Authentizitätssignal gesetzt, das in der Folge fast beliebig ausgestaltet werden kann: als Geheimnis, als Wunder, als Zauber, als edel, als rein, als heilig, als Prüfung, als Überforderung. Es spricht für das Format dieses idealistischen Liebeskonzepts, daß es am Ende die Geborgenheit des Topos preisgeben und zu einem relativierten Standpunkt finden kann. Wenige Monate vor seinem Tod gesteht sich Louis Ferdinand ein, daß der Traum vom Gleichklang der Liebe zwar unvermeidlich, aber höchst zweideutig ist. Hinterläßt er doch als Realentsprechung die »Unruhe« des Herzens, die im Sinn von Goethes »Glück ohne Ruh« zu akzeptieren die höchste Aufgabe der wahrhaft Liebenden ist. Dieses innere Gefühl von Vertrauen, mit jener unbeschreiblichen Unruhe [...] verbunden, beweißt mir wie wenig eigentliche Ruhe, bey dem besitz eines [...] Großen Guthes möglich ist, ich halte es für die schönste beglaubigung deiner und meiner Liebe!29 Damit ist eine neue Version von Authentizität gewonnen, von der Louis auch nicht mehr abgerückt ist. Im vorletzten seiner Briefe steht die Anekdote vom »liebenden Weib«, das, als es nach langer Trennung den einstigen Geliebten wiedersieht, nur zu sagen vermag: »Wo sind die seligen Zeiten, wo wir so unglücklich waren!«30 IV. FazitDaß sich die zweisprachigen Berliner Louis Ferdinand und Pauline Wiesel-Cesar in deutscher Sprache liebten, hat, wie wir sahen, mancherlei Gründe: die Distanzierung von der Konvention und vom eigenen Vorleben, die größere Freiheit und Intimität der Umgangssprache, den Code des Rahel-Salons und den Code des philosophischen Idealismus. Ob und inwieweit bei Louis Ferdinand noch anderes im Spiel ist, vor allem seine Verachtung für die Frankreichpolitik des Königs und für die Person Napoleons, bleibt Spekulation. Louis Ferdinand fiel am 10. Oktober 1806 bei Saalfeld, angeblich mit dem Ausruf »Est-il possible!« auf den Lippen.31 Pauline ging 1808 nach Paris, wo sie zwischen Deutschen und Franzosen lebte und bis zu Rahels Tod (1831) die briefliche Verbindung nach Berlin aufrecht erhielt, mitunter in einer abenteuerlichen Mischsprache. Rahel Levin, die 1801 ein dreiviertel Jahr in Paris verbracht und 1804, kurz vor ihrer Betreuungsmission für das Liebespaar, selbst eine (französischsprachige) Liebesaffaire beendet hatte, gab über ihr Vertrauensverhältnis zu Louis Ferdinand nur zögernd Auskunft. Die einzige längere Reminiszenz, die überliefert ist (1811, an Fouqué), läßt die Vermutung, daß sie mit ihrem Zweit-Ich Pauline auch deren Liebe zu ihm teilte, kunstvoll im Dunklen.32 Pauline hingegen blieb im Gespräch. 1815 berichtete Wilhelm von Humboldt aus Paris: Im Wesen ist sie wie sonst. Sie spricht noch ganz berlinisch, wirklich zur Verwunderung. Man hätte den schönsten Dialekt nicht sorgfältiger in seiner Reinheit erhalten können.33 Rahel hätte das mit Gefallen gelesen. Auf das wiederkehrende Männerurteil, Pauline habe den freien Geist einer Griechin, erwiderte sie 1805: Griechisch find ich sie gar nicht: sie wißen daß sie mir lieb ist. Aber nichts drükt mir so Berlin aus! Und ich behaupte sogar, nur ein eingefleischter Berliner vermag sie ganz aufzufaßen, obgleich es nicht 3 thun. Dies hab ich ihr oft selbst gesagt: manches andere aber nicht.34 Doch auch das bedarf einer Ergänzung. In einem sehr viel späteren Brief schrieb Rahel: »sie liebt nur Paris, wie wir Alle. Ist aber frei, wie wir nicht.«35 BibliographieFontius, Martin 2001: Privilegierte Minderheiten als Instrument königlicher Kulturpolitik? In: Martin Fontius (Hg.), Französische Kultur - Aufklärung in Preußen. Akten der Internationalen Fachtagung vom 20./21. September 1996 in Potsdam, Berlin: Arno Spitz, S. 17-30. Geißler, Rolf 1988: Die Hugenotten im literarischen Leben Berlins. In: Gottfried Bregulla (Hg.), Hugenotten in Berlin, Berlin: Union, S. 363-391. Heilborn, Ernst 1927: Zwischen den Revolutionen. Der Geist der Schinkelzeit (1789-1848), Berlin: Volksverband der Bücherfreunde. Hess, Nina 1994: Der Schwan. Das Leben der Pauline Wiesel 1778-1848, Berlin: Weidler. Königin Luise von Preußen 1995: Briefe und Aufzeichnungen 1786-1810. Mit einer Einleitung von Hartmut Boockmann hg. von Malve Gräfin Rothkirch, München/Berlin: Deutscher Kunstverlag. Levin Varnhagen, Rahel 1997: Briefwechsel mit Pauline Wiesel, hg. von Barbara Hahn unter Mitarbeit von Birgit Bosold, München: Beck. Mendelssohn, Moses 1985: Brautbriefe. Mit einer Einführung von Ismar Elbogen, Königstein/Ts.: Jüdischer Verlag athenäum. von Mühler, Heinrich 1846: Geschichte der evangelischen Kirchenverfassung in der Mark Brandenburg, Weimar: Landes-Industrie-Comptoir. Oppeln-Bonikowski, Friedrich von / Volz, Gustav Berthold (Hg.) 1919: Gespräche Friedrichs des Großen, Berlin: Hobbing. Rosenstrauch, Hazel 2003: Varnhagen und die Kunst des geselligen Lebens. Eine Jugend um 1800, Berlin: Arsenal. Sagave, Pierre-Paul 1980: Berlin und Frankreich 1685-1871, Berlin: Haude & Spener. Schadow, Johann Gottfried 1987: Kunstwerke und Kunstansichten. Ein Quellenwerk zur Berliner Kunst- und Kulturgeschichte zwischen 1780 und 1845. Kommentierte Neuausgabe der Veröffentlichung von 1849, hg. von Götz Eckardt, Band 1, Berlin: Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft. Schleiermacher, Friedrich 2000: Versuch einer Theorie des geselligen Betragens. In: Friedrich Schleiermacher, Texte zur Pädagogik. Kommentierte Studienausgabe, Band 1. Hg. von Michael Winter und Jens Brachmann, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 15-34. Schlich, Jutta 2002: Literarische Authentizität. Prinzip und Geschichte, Tübingen: Niemeyer. Wahl, Hans (Hg.) 1916: Der Adjutant des Prinzen Louis Ferdinand. Ein Lebensbild aus den Befreiungskriegen, Weimar: Kiepenheuer. Wiesel, Pauline 1998: Pauline Wiesels Liebesgeschichten. Briefwechsel mit Karl Gustav von Brinckmann, Prinz Louis Ferdinand, Friedrich Gentz und anderen. Hg. von Barbara Hahn, Birgit Bosold und Ursula Isselstein, München: Beck. Wilke, Jürgen 1988: Einflüsse französischer Sprache und Alltagskultur auf das Berlinische. In: Gottfried Bregulla (Hg.), Hugenotten in Berlin, Berlin: Union, S. 392-419.
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