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zurück | Fenster schliessen | Drucken | 28.08.2008
 

Der Verleger, Buchdrucker, Schriftreformer und Holzschneider Johann Friedrich Unger

Forschungen zu Publizistik und Verlagswesen um 1800

Bibliographie zum Verlagswesen

Bibliographie zu Berliner Verlegern und Verlagshäusern

Der Verleger, Buchdrucker, Schriftreformer und Holzschneider Johann Friedrich Unger

Biographie
Publikationen Johann Friedrich Ungers und zugehörige Primärliteratur
Publikationen Friederike Helene Ungers
Bei Unger verlegte Periodika
Sekundärliteratur zu Unternehmen und Familie Johann Friedrich Unger
Quellen zu Unternehmen und Familie Johann Friedrich Unger

Berliner Verleger und Verlagshäuser - Kurzbiographien und Sekundärliteratur

Bearb. von Sebastian Panwitz

Johann Friedrich Unger - Biographie

Johann Friedrich Gottlieb Unger kam im August 1753 in Berlin als fünfter Sohn von Johann Georg Unger[1] und Susanna Katharina, geb. Strucken, zur Welt. Der genaue Geburtstag ist unbekannt, überliefert wurde lediglich das Taufdatum: der 26. August 1753. Sein Vater war als Formschneider, also im Holzschnitt-Gewerbe tätig. Seine Ausbildung erhielt Unger in der Firma des Oberhofbuchdruckers Decker, der renommiertesten ihrer Art im Berlin der damaligen Zeit.

In der Folgezeit arbeitete Unger wie sein Vater als Formschneider. 1779 legte er dem Publikum mit drei Veröffentlichungen seine ersten Ergebnisse vor (siehe Verzeichnis der Publikationen). Im selben Jahr beantragte er das Recht zur Einrichtung einer eigenen Buchdruckerei. Obwohl sich alle anderen ansässigen Buchdrucker gegen diese neue Konkurrenz aussprachen, wurde das Privileg im Januar 1780 gewährt. Bald erweiterte Unger sein Unternehmen um einen Verlag, in dem später unter anderem Werke Goethes und Schillers sowie der Brüder Schlegel und Schleiermachers veröffentlicht wurden. Neben Belletristik und Sachliteratur bildete die Herausgabe von insgesamt mindestens zweiundzwanzig Periodika ein Standbein der Firma.

Einen ersten Schritt zur Ausweitung seiner Firma unternahm Unger im Jahre 1784, als er das Recht zur Herausgabe einer Zeitung beantragte. Diese Zeitung sollte täglich erscheinen, was in Berlin ein Novum gewesen wäre. Der Antrag wurde - wie ähnliche, die Unger in den Folgejahren stellte - jedoch negativ beschieden. Die beiden vorhandenen Zeitungen - die Vossische und die Haude & Spenersche - genügten, und eine dritte brächte einen unnötigen erhöhten Arbeitsaufwand für den Zensor mit sich, so der offizielle Bescheid. Erst 1802 konnte Unger seinem Ziel näher kommen. Er wurde Miteigentümer der Vossischen Zeitung und konnte ihr durch verschiedene Veränderungen neuen Auftrieb verleihen.

1785 heiratete Johann Friedrich Unger seine Verlobte Helene Friederike von Rothenburg[2]. Seine Frau war bereits seit Beginn der 1780er Jahren publizistisch tätig und 1784 mit dem Roman "Julchen Grünthal" weithin berühmt geworden. Auch nach der Eheschließung folgten regelmäßig weitere Veröffentlichungen im Verlag Ungers (siehe Verzeichnis der Publikationen). Zudem übersetzte Helene Friederike Werke aus der französischen und englischen Sprache, darunter etliche Schriften Rousseaus.

1788 begann eine langandauernde Verbindung Ungers mit der Akademie der Wissenschaften. Mit der Verleihung der Stellung eines Akademischen Buchhändlers wurde er für den Verlag der akademischen Schriften verantwortlich. 1894 pachtete Unger zudem das Privileg der Akademie zur Herstellung und zum Vertrieb sämtlicher Kalender der preußischen Staaten. Bereits zwei Jahre später führte dieser Kalenderverlag zu einer scharfen Auseinandersetzung mit der preußischen Zensur. Unger hatte in bestimmten Kalendern zusätzlich zum herkömmlichen Kalendarium den neuen französischen Revolutionskalender abgedruckt. Das führte zum Verbot und zur Einziehung der entsprechenden Exemplare. Unger führte daraufhin als Begründung an, daß es für Personen, die in regelmäßigem Kontakt mit Frankreich stehen, wie z. B. Kaufleute, unerläßlich sei, einen französischen Kalender zur Hand zu haben. Nach längeren Verhandlungen durfte das umstrittene Kalendarium in geringer Auflage wieder gedruckt werden.

Die Arbeiten auf dem Gebiet des Holzschnitts führten dazu, daß Unger 1790 Mitglied der Akademie der Künste wurde, bald darauf in den Senat dieser Institution eintrat und 1800 die speziell für ihn geschaffene Professur für Holzschneidekunst übertragen bekam.

Seit seiner Hochzeit hatte das Ehepaar Unger in der Brüderstraße, Ecke An der Stechbahn, im "Devrientschen Haus" gewohnt und dort auch die Firma geführt. Dieses Domizil war mit den Jahren zu klein geworden, so daß die Ungers 1789 das Haus Jägerstraße 43, das zuvor die Königliche Lotteriedirektion beherbergt hatte, kauften. Später kam ein Sommerhaus am Rande des Tiergartens hinzu, in dem von Zeit zu Zeit Musikabende stattfanden.

1789 erwarb Unger von Firmin Didot die Lizenz zur Einführung seiner neuen Antiqua-Lettern in verschiedenen deutschen Staaten. Damit wurde der Verleger zum Akteur in dem bereits seit einigen Jahrzehnten andauernden Streit um die Veränderung der Schrifttypen im deutschen Buchdruck. Diskutierten zunächst Schriftsteller und Publizisten darüber, ob man die nur in Deutschland üblichen Fraktur-Druckbuchstaben ("deutsche Schrift") durch die im Westen, Norden und Süden Europas gebräuchlichen Antiqua-Typen ("lateinische Schrift") ersetzen sollte. Dieses Bestreben stieß zunächst sowohl bei Verlegern als auch im Lesepublikum kaum auf positive Resonanz. Mit der Übernahme der in Fachkreisen sehr geschätzten Didotschen Lettern wollte Unger die Akzeptanz für die Antiqua erhöhen. Doch bald wurde ihm bewußt, daß eine vollkommene Schriftumstellung von der Mehrzahl der Leser abgelehnt wurde. So begann er 1789 unter Hilfe Didots und des Stempelschneiders Johann Christian Gubitz, der vom Leipziger Verleger Breitkopf zu Unger wechselte, eine neue Fraktur zu entwickeln, die der deutschen Druckschrift eine leichtere Form geben und sie der Antiqua annähern sollte. Nach mehreren Versuchen, für die Unger 1791 eine eigene Schriftgießerei einrichtete, konnte er 1794 das Endergebnis präsentieren: die sogenannte "Unger-Fraktur", die ihm durch preußisches Privileg bestätigt wurde. Sie kam bis zur Auflösung des Unternehmens Unger 1810 umfangreich zum Einsatz, geriet dann beinahe vollkommen in Vergessenheit, bevor sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde und eine weite Verbreitung erfuhr.

1798 wandte sich Unger einem weiteren neuen Gebiet zu: dem Aufbau einer eigenen Notengießerei und -druckerei. Die ersten Proben fanden wohlwollende Aufnahme im Publikum. Doch die Arbeiten waren noch nicht abgeschlossen, als Unger am 26. Dezember 1804 verstarb.

Seine Witwe übernahm das Geschäft. Sie mußte aber bald spürbare Rückschläge hinnehmen. So verlor sie 1806 durch Prozeß ihren Anteil an der Vossischen Zeitung und mußte 1807 die Kalenderpacht abgeben. Die wirtschaftliche Krise im Gefolge der Niederlage Preußens gegen Napoleon und die französischen Besetzung machten deutlich, daß das Ungersche Unternehmen in zu hohem Maße auf der Basis von umfangreichen Krediten gewachsen war. Helene Friederike Unger geriet in Zahlungsschwierigkeiten und konnte schließlich nach vergeblichen Umschuldungen das Unternehmen nicht vor dem Konkurs bewahren, der es im Jahre 1811 ereilte.

Johann Friedrich Unger war einer der wichtigsten Verleger Berlins zwischen 1780 und 1804. Mit der "Unger-Fraktur" entwickelte er einen modernen Druckschrift-Typ, der noch im 20. Jahrhundert breite Verwendung fand. Außerdem stattete der Verleger sein Unternehmen im Zusammenhang mit Expansion und Innovation mit neuester Technik und einer Betriebsverfassung aus, die im Bereich von Buchverlag und -druckerei Maßstäbe setzten.

Johann Friedrich Unger Primärliteratur

Veröffentlichungen Ungers

  • Schattenrisse sechs auswärtiger Gelehrten. In Holz geschnitten von Unger, dem jüngeren. Erste Sammlung. Berlin 1779. Rezension: ADB 45 (1781), St. 2, S. 487.
  • Schattenrisse sechs Berlinscher Gelehrten. In Holz geschnitten von J. F. Unger, dem jüngeren. Erste bis dritte Sammlung. Berlin 1779. Nachdruck in Auswahl durch Paul Hoffmann unter dem Originaltitel, Berlin 1928.
  • Sechs Figuren für die Liebhaber der schönen Künste in Holz geschnitten von Johann Friedrich Unger, dem jüngeren, Formschneider zu Berlin und mit einer Abhandlung begleitet, worin etwas von märksichen Formschneidern und in der Mark gedruckten Büchern, in welchen sich Holzschnitte befinden, gesagt wird [von Friedrich Jacob Wippel]. In Commission bei Johann Friedrich Korn, dem älteren in Breslau 1779. Rezension in ADB 45 (1781), St. 2, S. 482-487.
  • Etwas über den Buchhandel, Buchdruckerey und den Druck außerhalb Landes; in: Monats-Schrift der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften Bd. 1 (1788), Berlin 1787, S. 37-48.
    Sonderdruck: Berlin 1787.
    Neudruck: hg. v. G. A. E. Bogeng; Heidelberg / Leipzig 1921.
  • Vier und zwanzig in Holz geschnittene Figuren von Joh. Fr. Unger; Berlin 1787.
  • Etwas über die Holz- und Formschneidekunst, und ihren Nutzen für den Buchdrucker; in: Monats-Schrift der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften Bd. 2 (1788), Berlin 1788, S. 78-89.
    Auch als Sonderdruck erschienen.
  • Einige Gedanken über das Censur-Edikt vom 29. December 1788; Berlin: Verlag der Preußischen Akademischen Kunst- und Buchhandlung 1789.
    Dasselbe in: Berlinisches Journal für Aufklärung 3 (1789), S. 15-26.
  • Prozeß des Buchdrucker Unger gegen den Oberkonsistorialrath Zoellner in Censurangelegenheiten wegen eines verbotenen Buchs. Aus den bei Einem Hochpreißl. Kammergericht verhandelten Akten vollständig abgedruckt; Johann Friedrich Unger Berlin 1791.
    Auszugsweiser Nachdruck, hg. und mit kritischen Anmerkungen versehen von Uwe Otto (= Berliner Handpresse, Reihe Werkdruck, Bd. 14); Berliner Handpresse Berlin 1985.
  • Vorschlag, wie Landkarten auf eine sehr wohlfeile Art können gemeinnütziger gemacht werden. Mit einem Versuche, dies durch die Holzschneidekunst zu bewirken; Berlin 1791.
  • Probe einer neuen Art deutscher Lettern, erfunden und in Stahl geschnitten von J. F. Unger; Johann Friedrich Unger Berlin 1793.
    Verschiedene Nachdrucke im 20. Jh.
  • Die neue Cecilia. Letzte Blätter von Karl Philipp Moritz. Zweite Probe neu veränderter deutscher Druckschrift; Johann Friedrich Unger Berlin 1794.
    Verschiedene Nachdrucke im 20. Jh, u. a.: Enschede Haarlem 1910.
  • Denkmahl eines berlinischen Künstlers und braven Mannes von seinem Sohne; in: Jahrbücher der Preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III., Dezember 1798, S. 362-373.
    Auch als Sonderdruck erschienen.
    Neudruck: Mit einem Nachwort von Flodoard von Biedermann; Berlin 1926.
  • Innere Verfassung der Ungerschen Buchdruckerei. Anerkannt von sämmtlichen Mitgliedern derselben; Unger Berlin 1802.
    Verschiedene Nachdrucke, u. a.: Keip Frankfurt (Main) 1979.

Veröffentlichungen anderer Personen

  • Archenholz, J. W. v.: Zur Geschichte des deutschen Bücherwesens; in: Minerva 7 (1793), S. 186-192.
  • Neuber, Christian Ludwig: Bibliotheca Ungeriana seu catalogus librorum, tum manuscriptorum, tum impressorum, ob gravitatem argumentorum, aetatem, raritatem, puberitudinem quam maxima commendabilium quos summa cura magnoque pretio collegit Jo. Frid. Unger, Professor regius, socius Academiae regiae Artiam elegantiorum, Xylographus et Typographus celeberrimus, Berlin 1805.
  • Neuber, Christian Ludwig: Bibliotheca Ungeriana seu catalogus librorum, manuscriptorum et impressorum, maximam partem rarissimorum, quos collegit Jo. Frid. Unger, Professor regius, Xylographus et Typographus celeberrimus, divendendorum publica auctionis lege die 11 et seqq. Augusti anni 1806. Digessit, praefatus est et notas nonnullas literarias addidit Chr. Ludov. Neuber, J. V. D. Berolini 1806.

Friederike Helene Unger Publikationen

1781 Die Damen dürfen doch ein Wort mitreden, oder etwas über das neue Gesangbuch; o. O., o. J.

Broschüre im Rahmen des Gesangbuchstreits 1781ff.

1782
Uebersicht der Geschichte Ludwig des funfzehnten; aus les fastes de Louis XV; in. Berlinisches Magazin der Wissenschaften und Künste 1782, St. 3, S. 90-164.

Artikel erschien anonym. Autorschaft laut Lehmstedt. Dieser nennt außerdem noch einen Aufsatz Ungers mit dem Titel "Ueber den Ursprung der Sprache", der im gleichen Jahrgang derselben Zeitschrift erschienen sein soll, dort jedoch nicht zu finden ist.

1783
Vermischte Erzählungen und Einfälle zur allgemeinen Unterhaltung, Bd. 1-4 (= St. 1-24); 1783-86.

1784
Julchen Grünthal. Eine Pensionsgeschichte; Berlin 1784.
2., verbesserte Auflage 1787.
2., nichtautorisierter Teil von J. E. Stutz 1788.
3. Auflage und 2. Teil von Unger selbst 1789.
Nachdruck der 3. Aufl.: Olms Hildesheim/Zürich/New York 1991, hg. v. Susanne Zantop (= Frühe Frauenliteratur in Deutschland, Bd. 11).

1785
Das neueste Berliner Kochbuch, Bd. 1-2, 1785-89 bzw. Bd. 1-3, 1796-98.

1787
Karoline von Lichtfeld, Bd. 1-2; Berlin 1787.

1788
Etwas über das weibliche Gesinde. Von einer Hausfrau; in: Berlinische Monatsschrift 1788, H. 1, S. 676-684.

1789
Naturkalender zur Unterhaltung der heranwachsenden Jugend; Berlin 1789.

1798
Briefe über Berlin aus Briefe einer reisenden Dame an ihren Bruder in H.; in: Jahrbücher der Preußischen Monarchie 1798, Bd. 2, S. 17-33, 133-143, 287-302.

1799
Vaterländisches Lesebuch für Land- und Soldatenschulen; Berlin 1799.

1800
Journal der Romane, Bd. 1-11; 1800-02.

1800
Gräfin Pauline (= Journal der Romane, Bd. 1-2); Berlin 1800.

1801
Rosalie und Nettchen (= Journal der Romane, Bd. 5); Berlin 1801.

1802
Prinz Bimbam. Ein Märchen für Alt und Jung; 1802.

1804
Albert und Albertine; Unger Berlin 1804.
Nachdruck Olms Hildesheim/Zürich/New York 1996, mit einem Nachwort von Susanne Zantop (= Frühe Frauenliteratur in Deutschland, Bd. 14).

1804
Auguste von Friedersheim; in: Berliner Kalender für Damen auf das Jahr 1804, Berlin: Unger 1804, S. 1-67.

1804
Melanie oder das Findelkind; 1804.

1804
Todesanzeige Johann Friedrich Unger; in: Vossische Zeitung NR. 155, 27.12.1804.

1805
Todesanzeige Johann Friedrich Unger; in: Königlich Privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen Nr. 1, S. 8, 01.01.1805.

1806
Bekenntnisse einer schönen Seele, von ihr selbst geschrieben; Unger Berlin 1806 (Pseudonym: Ferdinand Friedrich Buchholz).
Nachdruck Olms Hildesheim/Zürich/New York 1991, mit einem Nachwort von Susanne Zantop (= Frühe Frauenliteratur in Deutschland, Bd. 9).

1809
Die Franzosen in Berlin oder Serene an Clementinen in den Jahren 1806, 1807, 1808. Ein Sittengemälde; Darnmann Leipzig/Züllichau/Freystadt 1809.

1810
Der junge Franzose und das deutsche Mädchen. Wenn man will, ein Roman; Benjamin Gottlob Hoffmann Hamburg 1810.

1810
Verzeichnis der Verlagsbücher, welche bei J. F. Unger in Berlin verlegt und in allen Buchhandlungen Deutschlands um beigesetzte Preise in Brandenburger Courrant zu haben sind; Berlin 1810.

Bei Unger verlegte Periodika

Die Periodika sind nach dem Datum ihres ersten Erscheinens geordnet. Die Liste enthält auch eine Reihe von Zeitschriften, die nur über eine gewisse Zeit im Verlag Unger erschienen.
Die einzelnen Datensätze sind wie folgt aufgebaut: Erscheinungszeitraum, Titel, Kirchner-Nummer, Herausgeber, Verlag, Erscheinungsumfang (Anzahl der Bände, Teile o. ä.), eventuell Erscheinungsweise (wöchentlich, monatlich o. ä.) und Anmerkungen, Bibliotheksstandorte (Siglenverzeichnis: siehe hier).

1781-1785.
Historische politisch-geographisch- statistisch- und militärische Beyträge die Königlich-Preußische und benachbarte Staaten betreffend (KI-Nr. 1112)
Hg.: Friedrich Ludwig Joseph Fischbach.
Dessau: Buchhandlung der Gelehrten (T. 2 Berlin: Johann Friedrich Unger; T. 3 Berlin: Joachim Pauli).
T. 1-3 (T. 2-3 zu je 2 Bänden).
BER 1: St 152a bzw. 50 MF 25, Lfg. 4

1782-1784.
Berlinisches Magazin der Wissenschaften und Künste (KI-Nr. 364)
Hg.: Friedrich Ludwig Joseph Fischbach.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
T. 1-3 (T. 2-3 zu je 2 Bänden).
BER 1: Ad 140a : R (Jg. 2) bzw. 50 MF 25, Lfg. 5,1
SAH 3: AB 68782

1783-1796.
Berlinische Monatsschrift (KI-Nr. 369)
Hg.: Friedrich Gedike (bis Bd. 16) u. Johann Erich Biester.
Berlin: Johannes Fr. Unger (nach wenigen Monaten Haude & Spener).
Bd. 1-28 (pro Jahr Bd. 1-2 zu je H. 1-6).
BER 1: Ad 150a bzw. 50 MF 25, Lfg. 3
BER 1a: Zsn 22365 MF
BER 11: 134 w

Internet-Edition

1785-1787.
Militärische Monatsschrift (KI-Nr. 3973)
Hg. von Bd. 5: August Ludwig v. Massenbach.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1-5 (zu je 6 St.).
In Bd. 5 kündigt Hg. ein Periodikum u. d. T. Militärische Quartalschrift als Nachfolge-Zs. im Verlag Unger an.
BER 1: Hu 2239 : R

1786-1788.
Denkwürdigkeiten, aufgezeichnet zur Beförderung des Edlen und Schönen (KI-Nr. 5129)
Hg.: Karl Philipp Moritz und Karl Friedrich Pockels.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1-2.
BER 1: 50 MF 25, Lfg. 3

1789.
Theater-Zeitung für Deutschland (KI-Nr. 4228)
Hg.: Christian August Bertram.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
St. 1-26.
BER 11: Yf 26071

1791.
Annalen der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin (KI-Nr. 4093)
Hg.: Karl Philipp Moritz.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
H. 1.
Vorg.: Monats-Schrift der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin, Berlin 1788-89 (KI-Nr. 4091).
BER 1: Nr 1167a Rara

1792-1858.
Minerva, ein Journal historischen und politischen Inhalts (KI-Nr. 1723)
Hg.: H. W. v. Archenholz, später K. N. Röding sowie Alexander und Fr. Bran.
Berlin: Johann Friedrich Unger (Bd. 1-2), Verlag des Hg. und Hamburg: B. G. Hoffmann in Komm. (ab Bd. 3; später Jena: Bran).
Bd. 1-263 (zu je St. 1-4).
BER 1: Qe 3369a (fehlt: Bd. 8, 3/1813, 1-4/1814, 1/1815; ansonsten komplett bis 1820)

1793-1794.
Politische Annalen (KI-Nr. 1726a)
Hg.: Christoph Girtanner.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1-8 (zu je St. 1-24).
BER 1: 50 MF 25, Lfg. 3

1795-1842.
Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst (KI-Nr. 3696)
Hg.: Christian Wilhelm Hufeland und C. Himly.
Jena: Akademische Buchhandlung (später Berlin: Unger u. a.).
Bd. 1-96.
Register zu Bd. 1-80.
Ab 1799 u. d. T. Neues Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst.
Ab 1837 u. d. T.: C. W. Hufelands Neues Journal.der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst.
BER 1: J 3656a bzw. J 3656a Ind

1796.
Deutschland (KI-Nr. 4608)
Hg. Johann Friedrich Reichardt.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1-4 (= St. 1-12).
Forts.: Lyceum der schönen Künste, Berlin 1797 (KI-Nr. 4615).
BER 1: Mus B 500 bzw. 50 MF 25, Lfg. 1

1797-1806.
Sammlung nützlicher Aufsätze und Nachrichten die Baukunst betreffend. Für angehende Baumeister und Freunde der Architektur (KI-Nr. 4101)
Hg.: Mehrere Mitglieder des Königl. Preuß. Ober-Bau-Departements (Jg. 6: D. Gilly).
Berlin: Johann Friedrich Unger; ab Jg. 3, Bd. 2 Berlin: Gottfried Hayn; ab Jg. 4, Bd. 2 Berlin: Friedrich Maurer.
Jg. 1-6 (zu je Bd. 1-2).
BER 83: 4 Z 1402 / Rara

1797.
Lyceum der Schönen Künste (KI-Nr. 4615)
Hg.: Johann Friedrich Reichardt.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1 (= T. 1-2).
Vorg.: Deutschland, Berlin 1796 (KI-Nr. 1796).
BER 1: Mus. B 505 bzw. 50 MF 25, Lfg. 3
BER 1a: Zsn 44841

1798-1801.
Jahrbücher der preußischen Monarchie unter der Regierung Friedrich Wilhelms des Dritten (KI-Nr. 1767)

Hg.: Fr. E. Rambach.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Jg. 1798-1801 (zu je Bd. 1-3 bzw. H. 1-12).
BER 1: Sw 1424 : R (vermißt: 1800/3)
BER 11: Rf 52102 8° (vermißt: 1800/3 und 18001/3)

1799-1836.
Bibliothek der practischen Heilkunde
Hg.: Christian Wilhelm Hufeland (später andere).
Jena (Jg. 1-2); Berlin: Johann Friedrich Unger (ab Jg. 3, später andere).
Bd. 1-76.
Bd. 32 nicht erschienen.
BER 188/876 (fehlt: Bd. 51-52)

1800-1801.
Annalen des preußischen Schul- und Kirchenwesens (KI-Nr. 753)
Hg.: Friedrich Gedike.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1 (= St. 1-3) und 2 (St. 1).
BAW 122: Kz 105

1800-1805.
Geschichte und Politik. Eine Zeitschrift (KI-Nr. 1783)
Hg.: Karl Ludwig v. Woltmann.
Berlin: Johann Friedrich Unger; 1805 Berlin: Realschulbuchhandlung.
Jg. 1-6. (zu je Bd. 1-3 bzw. St. 1-12).
BER 1: P 6964a bzw. 50 MF 25; Lfg. 2

1800-1820.
Journal für die Chirurgie, Arzneykunde und Geburtshülfe (KI-Nr. 3735)
Hg.: Christian Ludwig Mursinna.
Berlin: Felischische Buchhandlung; Bd. 2, St. 3 Berlin: Johann Wilhelm Schmidt/Leipzig: Johann George Mittler; Bd. 3 Berlin: Johann Friedrich Unger; Bd. 4 Berlin: J. W. Schmidt; Bd 5 Berlin: Achenwall & Co. bzw. August Rücker.
Bd. 1-5 (dabei Bd. 1-3 zu je St. 1-3).
Bd. 3 u. d. T.: Neues Journal für die Chirurgie, Arzneykunde und Geburtshülfe.
Bd. 5 u. d. T.: Neuestes Journal für die Chirurgie, Arzneykunde und Geburtshülfe.
BER 11/55: Zs Med f 6

1801-1805.
Irene. Deutschlands Töchtern geweiht (KI-Nr. 6545)
Hg.: Gerhard Anton v. Halem.
Berlin: Johann Friedrich Unger; 1803-04 Münster i. Westf.: Peter Waldek; 1805 Oldenburg: Schulzensche Buchhandlung.
Jg. 1801-1805 (zu je Bd. 1-3).
Ab 1802 u. d. T.: Irene. Eine Monatsschrift.
Forts.: Die neue Irene, Oldenburg 1805f.
BER 11: Ae 51101 8°

1803.
Spanische Miscellen (KI-Nr. 1352)
Hg.: Christian August Fischer.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
St. 1.
NRW 6: 1E 4174 / Rara

1803-1804.
Italien, eine Zeitschrift von zweien reisenden Deutschen (KI-Nr. 1349)
Hg.: Philipp Josef Rehfues und Johann Friedrich Tscharner.
Berlin: Johann Friedrich Unger.
H. 1-11.
BAY 70: T I 5/4 (H. 1-7, 9-11)

1809-1811.
Museum für Altdeutsche Literatur und Kunst (KI-Nr. 4708)
Hg.: Fr. Heinrich v. d. Hagen, Bernhard Joseph Docen und Johann Gustav Gottlieb Büsching. (Bd. 2 außerdem: B. Hundeshagen).
Berlin: Johann Friedrich Unger.
Bd. 1 (= St. 1-2) und 2.
Forts.: Sammlung für altdeutsche Literatur und Kunst. Breslau 1812.
Zs. teilweise in Latein.
BER 1a: Yd 376

Unternehmen und Familie Unger Sekundärliteratur

Barge, Hermann: Johann Friedrich Unger, der Erneuerer des deutschen Holzschnitts; in: Buch und Schrift N. F. 4 (1941), S. 120-152.
BER 1: Am 5509/80a

Bauer, Konrad Friedrich: Zur Geschichte der Unger-Fraktur; in: Gutenberg-Jahrbuch 1929, S. 287-296.
BER 1: An 3600/175 (HA 2 Sa 155)

Bauer, Konrad Friedrich: Zur Geschichte der Unger-Fraktur; in: Imprimatur 8 (1938), S. 164f.
BER 1: Am 5509/124 : KD

Beiträge zur Lebensgeschichte Johann Friedrich Ungers (= Bertholddruck 7); H. Berthold Berlin 1924.
BER 1: An 9570-7 : R

Bogeng, G. A. E.: Johann Friedrich Unger; in: Altmeister der Druckschrift, Frankfurt (Main) 1940, S. 149-160.
BER 1: An 2975/5b

Bogeng, G. A. E.: Die Unger-Fraktur (= Berühmte Druckschriften, Bd. 1); R. Weißbach Heidelberg 1922.
BER 1: An 1200/40-1; ZBS: A 747/8

Ein Denkmal im Tiergarten; in: Der Bär von Berlin 4 (1878), S. 79-80.
ZBS: 13,2/13 (demnächst vermutl.: B 1 23/1878)

Geiger, Ludwig: Unger, Friederike Helene; in: ADB 39 (Duncker & Humblot Leipzig 1895), S. 293-296.

Geiger; Ludwig: Unger, Johann Friedrich; in: ADB 39 (Duncker & Humblot Leipzig 1895), S. 291-293.

Hanebutt-Benz, Eva-Maria: Studien zum deutschen Holzstich im 19. Jahrhundert; in: Archiv für Geschichte des Buchwesens 24 (1983).
BER 1a: 8/29 PB 3969 (HsLS GW); BER 11: Allg. Abt. P. 514 4°

Hölscher, Eberhard: Johann Friedrich Unger; in: Imprimatur 6 (1935), S. 121-137.
BER 1: Am 5509/124 : KD

Killius, Christina: Die Antiqua-Fraktur-Debatte um 1800 und ihre historische Herleitung (Schriftenreihe: Mainzer Studien zur Buchwissenschaft, Bd. 7); Wiesbaden: Harrassowitz 1999.
Rezension
BER 1a: 1 A 377 898

Körner, Josef: August Wilhelm Schlegel und Johann Friedrich Unger; in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 46 (1929), H. 1, S. 25-27.
BER 1: Tc 6580a

Kutzsch, Gerhard: Die Ungers - ein Künstler- und Verlegerehepaar vor 200 Jahren. Zwei Randfiguren der Berliner Kulturgeschichte; in: Der Bär von Berlin. Jb. des Vereins für die Geschichte Berlins 37 (1988), S. 101-113.
ZBS: B 1/23 - 37.1988

Lange, G. G.: J. F. Unger; in: Imprimatur N. F. 6 (1969), S. 91-102.
BER 1: Am 5509/124 NFa : KD

Lehmstedt, Mark: "Ich bin nun vollends zur Kaufmannsfrau verdorben". Zur Rolle der Frau in der Geschichte des Buchwesens am Beispiel von Friederike Helene Unger (1751-1813); in: Leipziger Jb. zur Buchgeschichte 6 (1996), S. 81-154.
BER 1: Zsn 85212 (HA 2 Sb 624)

Lühmann, Frithjof: Buchgestaltung in Deutschland 1770-1800; Diss. Univ. München 1981.
BER 1: 44 MA 714; BER 1a: Hsn 264 598

Original Unger-Fraktur. Die historische Frakturtype der deutschen Klassiker- und Romantiker-Zeit (= Bertholdheft, Nr. 222); H. Berthold Berlin 1925.

Potthast, August: Geschichte der Buchdruckerkunst in Berlin im Umriß, hg. v. E. Craus, Berlin 1920.
BER1: An 6075 (HA 2: Sm 5282); ZBS: B 852/30

Unger, Johann Friedrich; in: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, hg. v. U. Thieme und F. Becker, Bd. 33 (Leipzig 1939), S. 573.

Unger, Johann Friedrich; in: Naglers Künstlerlexicon, Bd. 19, München 1849.

Enthält Verzeichnis von J. F. Ungers Holzschnitten.

Vaterländischer Nekrolog. Johann Friedrich Unger; in: Preußisch-Brandenburgische Miszellen, Jg. 1805, Bd. 1, H. 4, S. 304-306.

Voigt, Christoph: Ein altes Grabmal am Landwehrkanal (Johann Friedrich Unger); in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 33 (1916), S. 3-4.
BER 1: Tc 6580a

[1] Johann Georg Unger
Geboren am 26. Oktober 1715 in Goes bei Pirna/Sachsen. Von Beruf Holzschneider, siedelte er 1740 nach Berlin über, wo er sich auf die Herstellung von Tabak-Etiketten und Vignetten für den Buchdruck spezialisierte. Johann Georg Unger starb am 15. August 1788 in Berlin.

Publikation: Fünf in Holz geschnittene Figuren nach Zeichnungen J. W. Meil, wobey zugleich eine Untersuchung der Frage, ob Albrecht Dürer jemals Bilder in Holz geschnitten ? Von Unger dem Älteren, Formschneider in Berlin 1779 in Commission bey G. G. Lange, Buchhäändler.

[2] Friederike Helene Unger
Geboren wurde Friederike Helene 1751 in Berlin als uneheliches Kind eines Herrn von Rothenburg. 1785 heiratete sie Johann Friedrich Unger, der soeben begann, sein Verlagsfirma aufzubauen. Sowohl durch ihre Mitgift als auch durch ihre Tätigkeit als Übersetzerin und Publizistin unterstützte sie das Unternehmen ihres Mannes. Da die Ehe kinderlos blieb, übernahm Friederike Helene nach dem Tode Johann Friedrichs 1804 selbst die Leitung des Verlages und der Druckerei. Aufgrund der hohen Schuldenlast, die ihr ihr Mann hinterlassen hatte, und der einsetzenden Wirtschaftskrise im Gefolge der Napoleonischen Kriege mußte die Witwe 1811 Konkurs anmelden. 1812 bekam sie vom König eine kleine Rente zugesprochen, um ihr notdürftig das Überleben zu gewährleisten. Am 21. September 1813 starb Friederike Helene Unger.

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