Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Georg Andreas Reimer - Verleger

Reimer wurde am 27. August 1776 in Greifswald (Schwedisch-Vorpommern) als Sohn des Schiffers und Brauereibesitzers Carl Christoph Reimer (1734-1786) und der Eva Christina, geb. Wien geboren. Der Ausbildung bei der Greifwalder Filiale der in Berlin und Stralsund ansässigen Buchhandlung Gottlob August Lange folgte 1795 der Wechsel zum Langeschen Hauptsitz nach Berlin, wo Reimer bis 1798 zum leitenden Prokurator und Miteigentümer aufstieg. Hier lernte er auch seine spätere Frau Wilhelmine Philippine Charlotte Susanne Reinhardt (1784-1864), eine Pfarrerstochter aus Magdeburg, kennen, die er 1800 heiratete und die ihm 16 Kinder gebar.

Sowohl privat als auch beruflich erfuhr Reimer große Unterstützung durch Johann Daniel Sander. Dieser hatte sich 1798 als Verleger selbständig gemacht. 1800 folgte Reimer seinem Beispiel und übernahm die Buchhandlung und den Verlag der Berliner Realschule in Erbpacht. Ein Standbein des Unternehmens waren und blieben die Schulbücher. Daneben wurde Reimer zu dem Verleger der Berliner Romantiker. So erschienen in seinem Unternehmen die Schriften der Brüder Schlegel, Johann Gottlieb Fichtes und Daniel Schleiermachers.

Den Erfolg der Firma verdeutlichte im Oktober 1816 der Kauf des "Schwerinschen Palais", Wilhelmstraße 73 durch Reimer. 1819 wurde Reimer, der unter anderem mit dem "Turnvater" Jahn befreundet war, Gegenstand polizeilicher Untersuchungen "wegen Verdachts der Theilnahme an demagogischen Umtrieben und revolutionären Verbindungen". Verhöre und die Beschlagnahme von Privat- und Geschäftspapieren erfolgten, erst 1821 wurde das Verfahren eingestellt. 1823 ging die Realschulbuchhandlung endgültig in Reimers Eigentum über, das Unternehmen trug von nun an ausschließlich seinen Namen. In den Folgejahren expandierte Reimer, indem er andere Verlage teilweise oder komplett aufkaufte. So erwarb er 1822 die Weidmannsche Buchhandlung in Leipzig, die anschließend sein ältester Sohn Karl führte, und 1836 das Unternehmen Sander, letzteres für seinen Sohn Georg Ernst, der nach dem Tode des Vaters auch das Hauptgeschäft übernahm.

Ab 1825 arbeitete Georg Andreas Reimer in der Berliner Stadtverordnetenversammlung, 1831 wurde er zudem zum Stadtrat gewählt. Er starb am 26. April 1842 in Berlin.