Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Julius Eduard Hitzig - Jurist, Verleger und Schriftsteller

Hitzig wurde als Issak Elias Itzig am 26. März 1780 in Berlin geboren. Sein Vater war der Potsdamer jüdische Lederfabrikant Elias Daniel Itzig (1755-1818), sein Großvater der Bankier und Oberlandesälteste der sämtlichen Judenschaften der Preußischen Staaten, Daniel Itzig (1723-1799), der 1791 ein Naturalisationspatent verliehen bekam, welches ihm und allen seinen Nachkommen die Rechte christlicher Staatsangehöriger verlieh. Isaak Elias' Mutter hieß Marianne, geb. Herz (1758-1827).

Itzig studierte Rechtswissenschaften in Halle und Erlangen. Nach dem Tode des Großvaters 1799 trat der junge Jurist in Wittenberg zum Luthertum über und nahm den Namen Julius Eduard Hitzig an. Daraufhin stand konnte er in den Staatsdienst eintreten, den er als Auskultator[Bis 1869 Titel der preußischen Gerichtsreferendare.] in Warschau begann. 1801 folgte das Referendariat am Berliner Kammergericht. In der preußischen Hauptstadt schloß er Freundschaft mit den Romantikern Varnhagen v. Ense, Chamisso, Wilhelm Neumann, Ferdinand Koreff, Franz Theremin und Fouqué, mit denen gemeinsam er den "Nordsternbund", eine Literatenvereinigung, gründete.

1804 folgte die Heirat mit Johanna Bartenstein, geschiedener Meyer (1782-1814). Der Ehe entstammt unter anderem der spätere Architekt und Erbauer der Berliner Börse, Georg Heinrich Friedrich Hitzig (1811-1881). Im selben Jahr folgte die Berufung als Regierungsassessor nach Warschau.

1807 wurde nach der preußischen Niederlage gegen Napoleon und dem Frieden von Thorn das formell eigenständige Großherzogtum Warschau gegründet. Hitzig mußte aus dem Amt scheiden und kehrte nach Berlin zurück, wo er bei Andreas Georg Reimer eine kurze Buchhändlerlehre durchlief und 1808 einen eigenen Verlag begründete, in dem unter anderem zeitweise Heinrich von Kleists "Berliner Abendblätter" erschienen.

Nach dem Sieg über Napoleon verkaufte Hitzig seinen Verlag an Ferdinand Dümmler und trat wieder in den preußischen Staatsdienst ein. Er wurde 1815 Kriminalrat, 1827 Direktor des Inquisitionsrats, gab mehrere juristische Zeitschriften heraus und bekam 1832 von der Universität Tübingen den juristischen Doktortitel h. c. verliehen.

Daneben betätigte sich Hitzig schriftstellerisch, schrieb Biographien E. T. A. Hoffmanns, Zacharias Werners, Adalbert von Chamissos und Fouqués und war 1824 an der Wiederbegründung der "Mittwochsgesellschaft" beteiligt.

Julius Eduard Hitzig starb am 26. November 1849.

Publikationen

1823
"Lebens-Abriß Friedrich Ludwig Zacharias Werners"; Berlin 1823.

1823
"E. T. A. Hoffmanns Leben und Nachlaß; Berlin 1923.

1825-33
Herausgabe der "Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen. Mit Genehmigung und Unterstützung des Königl. Justizministerii aus amtlichen Quellen hg. von J. E. H., Königl. Preußischem Criminal-Rath im Criminalsenate des Kammer-Gerichts zu Berlin usw." bei Ferdinand Dümmler, Berlin.

1826
Herausgabe von "Gelehrtes Berlin im Jahre 1825" gemeinsam mit Karl Büchner bei Ferdinand Dümmler, Berlin.

ab 1827
Herausgabe der "Annalen der deutschen und ausländischen Criminalrechtspre–chung" bei Ferdinand Dümmler, Berlin (später übernommen von W. S. Demme und Karl S. E. Kluge, dann: Hermann Th. Schletter - bis 1853).

1828-37
Herausgabe der "Annalen für preußische und ausländische Strafrechtspflege", 17 Bde.

1834
"Gelehrtes Berlin. Biographische und literarische Nachrichten von den in Berlin lebenden Schriftstellern und Schriftstellerinnen"; Berlin 1834.

1836-39
Herausgabe von "Adalbert von Chamisso’s Werken" bei Weidmann, Leipzig.
Bd. 1-2. Reise um die Welt; Bd. 3. Gedichte; Bd. 4. Gedichte. Adelberts Fabel. Peter Schlemihl; Bd. 5-6. Leben und Briefe von Adelbert von Chamisso.

ab 1842
Herausgabe von "Der neue Pitaval. Eine Sammlung der interessantesten Criminalgeschichten aller Länder aus älterer und neuerer Zeit" bei Brockhaus, Leipzig gemeinsam mit Willibald Alexis (später übernommen von Willibald Alexis (Wilhelm Häring) / Anton Voller - bis 1890), 60 Bde.