Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Georg Jakob Decker - Geheimer Oberhofbuchdrucker und Verleger

Georg Jakob Decker wurde am 12. Februar 1732 in Basel geboren. Seine Eltern gehörten der reformierten Kirche an, der Vater war Rats- und Universitätsdrucker in Basel und Colmar sowie französischer Parlamentsdrucker. Decker siedelte 1750 nach Berlin über, wo er zunächst beim Hofbuchdrucker Christian Friedrich Henning Arbeit fand. Durch die Ehe mit Catharina Louisa Grynäus, der Tochter des Oberhofbuchdruckers Jean Grynäus, wurde er Mitinhaber der Firma des Schwiegervaters, 1763 Alleininhaber. Decker druckte für Verlage, Behörden und die Akademie der Wissenschaften und erhielt nach dem Ableben Hennings 1765 dessen Rechte als Hofbuchdrucker. 1769 folgte die Gründung eines eigenen Verlages, in dem unter anderem Autoren wie Iffland, Jung Stilling, Klinger, Lavater, Pestalozzi und Karschin publizierten. Nach dem Tode Friedrichs II. war es Decker, der gemeinsam mit Christian Friedrich Voß das Recht erhielt, die erste Gesamtausgabe der Werke des verstorbenen Königs zu verlegen.

Der Ehe Deckers entstammten fünf Töchter und ein Sohn. Zwei der Töchter heirateten die Brüder Christian Sigismund und Karl Philipp Spener, beide ebenfalls im Buchgewerbe tätig, eine weitere Heinrich August Rottmann, der ab 1789 die Deckersche Verlagsbuchhandlung leitete.

Der Sohn, der wie sein Vater den Namen Georg Jacob führte (1765-1819), wurde 1788 als Teilhaber in die Firma aufgenommen. 1792 trat Georg Jacob der Ältere sein Unternehmen aus Altersgründen ganz an den Sohn ab und verstarb am 17. November 1799 in Berlin.

Georg Jacob Decker der Jüngere wiederum konzentrierte sich bald vollkommen auf die Buchdruckerei und verkaufte der Verlag an seinen Schwager Rottmann.