Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Hans Ernst Dietrich von Werder, Minister beim Generaldirektorium

Geb. 23. September 1740 auf Gut Rogäsen (im Magdedeburgischen),
gest. 22. Juni 1800 auf Rogäsen.

I. Genealogie

Vater:

Hans Christoph (1705-1741), Sekondeleutnant

Mutter:

Eleonora Sophia (1708-1757), geb. v. Schi(e)ck

Schwester:

Sabina Dorothea Christiana (1734-1787), verh. m. d. Justizrat Johann Christian Tiesel

Ehefrauen:

Sophie Charlotte (1743-1775), geb. v. Werder a. d. H. Kade (Heirat 1764)


Wilhelmine Johanne (1759-1782), geb. v. Witzleben (Heirat 1776)


Elisabeth Luise Sophie (1742 ?-1811), geb. v. Printzen, verw. Gräfin v. Wartensleben. (Heirat 1783 im Berliner Dom; Scheidung "infolge erwiesener Untreue der Gattin" nach 1790)

Kinder:

5 Söhne, 9 Töchter aus erster und zweiter Ehe; dritte Ehe: kinderlos

II. Adressen in Berlin

1786

eigenes Haus, Lindenstraße (1784 Kauf vom Minister v. Blumenthal)

ab 1787

Regie-Accise-Haus, am Zeughaus

ab 1792

Schwerinsches Palais, Dönhoffscher Platz

1800

Dönhoffscher Platz 55

IV. Kurzbiographie

1740er/50er

V. Werder verbringt seine Kindheit und frühe Jugend in Genthin, wo er unter der Vormundschaft des Hauptmanns Albrecht Ludwig von Britzke von seiner Mutter erzogen wird.

1754

Besuch der Ritterakademie in Brandenburg.
Eintritt in das Leib-Karabinier-Regiment in Rathenow und Teilnahme am Siebenjährigen Krieg bis zum Frieden von Hubertusburg 1763.

1764

V. Werder nimmt seinen Abschied von der Armee und widmet sich der Bewirtschaftung seines Gutes Rogäsen.
V. Werder wird zum Landrat des Kreises Ziesar gewählt.

1774

Ernennung zum Domherrn des Stiftes zu Brandenburg. In den folgenden Jahren erweitert v. Werder seinen Landbesitz durch den Erwerb angrenzender Liegenschaften.

1777

Die Magdeburger Provinzialverwaltung überträgt ihm die Aufsicht der Urbarmachung des Finower Bruchs. Das Vorhaben entsprangt der Überlegung Friedrichs II., die von Magdeburg über Rogäsen und Ziesar nach Berlin führende Heerstraße zu befestigen.

1781

Ernennung zum Geheimen Finanzrat im Generaldirektorium und Berufung nach Berlin (September).
Ernennung zum Staats-, Kriegs- und dirigierenden Minister im Generaldirektorium (31. Dezember). Dem Minister sind zunächst die Kurmark, später Magedeburg, Halberstadt und die Altmark unterstellt.

1783

Dritte Ehe mit der Witwe des Grafen v. Wartensleben.

1786

Erhebung in den Freiherrenstand durch Friedrich Wilhelm II. (2. Oktober; nach Wolfgang u. Albert v. Werder hingegen ist der bei Klaproth zu findende Hinweis auf die Standeserhöhung ein Irrtum); Ernennung zum Chef des General-Accise- und Zolldepartements. Nach dem Regierungswechsel ist v. Werder mit der Überprüfung der Steuergeschäfte und der Abschaffung der französischen Akzise-Verwaltung betraut.

1790/91

Vorsitz der Immediatkommission zur Untersuchung des Fabrikenwesens.

Ende 1791

Unfreiwilliger Wechsel vom Finanz-Ressort zum Provinzial-Departement. Die Leitung der Akzise übernimmt Struensee. V. Werder übernimmt die Verwaltung der Kurmark sowie die Zuständigkeit für die Kassen-Sachen. Das Salzdepartement hat er zuvor an Heinitz abgegeben.
Werder war Ritter des Roten Adlerordens und Amtshauptmann zu Fischhausen.

V. Literatur und Quellen

Literatur

Klaproth, C. A. L.: Verzeichnis der Wirklichen Geheimen Staats-Minister und der Geheimen Staats-Sekretairen, in: Ders: Der Kgl.-Preußische und Churfürstlich Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath, Berlin 1805, S. 476f.

Werder, Albert von: Nachrichten über die Familie von Werder aus den Häusern Woltersdorf, Brettin, Kade und Rogäsen, Merseburg 1864, S. 59-65.

Werder, Wolfgang v.: Geschichte des märkisch-magdeburgischen Geschlechts von Werder, verbunden mit Nachrichten von den übrigen adligen Sippen Werderschen Namens, Bd. 4, Görlitz 1941, S. 738-751.

Quellen

Lebenslauf in: GStA, I. HA, Rep. 125, Nr. 5275.

Portrait

Kupferstich von Hause nach einem Gemälde von Bardou; Abb. in: Werder, Wolfgang v.: Geschichte des märkisch-magdeburgischen Geschlechts von Werder, verbunden mit Nachrichten von den übrigen adligen Sippen Werderschen Namens, Bd. 4, Görlitz 1941, Bildtafel 99.

Kupferstich (zusammen mit den Bildnissen der elf anderen damaligen Minister) im Berliner historisch-genealogischen Kalender auf das Jahr 1792, 12 Nummern, hier Nr. 10.

Kupferstich von Berger (1786).