Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Eberhard Friedrich Christoph Ludwig Freiherr von der Reck(e), Justizminister

Geb. 1744 im Mindenschen, gest. 1816.
Konfession: evangelisch.

I. Genealogie

Sohn:

Karl (geb. 1793), preußischer Kammerherr und Erbmarschall des Fürstentums Minden

II. Adressen in Berlin

1786ff.

Haus des Obristen Zechlin, Potsdamer Straße

ab 1794

Haus des Grafen Reuß, Potsdamer Straße

1801

Leipzigerstraße 5

Herbst 1806

zunächst (?) Verbleiben in Berlin

IV. Kurzbiographie

1767

Anstellung als Referendar bei der Mindenschen Regierung (24. März).

1768

Versetzung an das Kammergericht am 12. Februar.

1770

Stellung als Geheimer Regierungsrat in Cleve am 6. Februar.

1771

Beförderung zum Präsidenten der Regierung in Minden (4. Mai).

1780

Rückversetzung zur Cleveschen Regierung am 28. März.

1784

Am 30. Dezember folgt von der Reck dem verstorbenen Freiherrn von Münchhausen als Geheimer Staats- und Justizminister auf die Stelle des Präsidenten des Obertribunals und des Lehensdirektors. Zudem werden ihm die Justizangelegenheiten der Landesteile Neu- und Altmark, Pommern, Schlesien, Magdeburg, Halberstadt und der Westfälischen Provinzen übertragen.

1785

Am 26. Februar übernimmt er das Crimialdepartement und gibt die Zuständigkeit für die Zivilgerichtssachen für Westfalen sowie das Präsidium beim Obertribunal ab.

1788

Als eine Kabinettsorder vom 3. Juli die Übertragung des Lehensdepartements an Zedlitz anordnet, bittet Reck darum, daß dieser Bereich weiterhin in seiner Zuständigkeit verbleibt. Friedrich Wilhelm II. kommt diesem Gesuch nach. Die Privatgerichtssachen für die Provinzen Magdeburg, Halberstadt und Pommern fallen jedoch an Zedlitz.

1789

Nach der Entlassung Zedlitz' aus dem Staatsdienst gehen diese Bereiche zurück an Reck, der dafür das Criminaldepartement an Goldbeck abgibt.

1793

Wahl zum Probst des Fräuleinstiftes zu Levern (im Mindenschen).

1798

Erhalt der Zuständigkeit der Privatgerichtsangelegenheiten für Ansbach und Bayreuth am 2. April; Ernennung zum königlichen Kommissar des landschaftlichen Kreditwesens in Schlesien.

1802

Reck tritt als Präsident des Obertribunals zurück, erhält aber die nun vom auswärtigen Departement getrennten "Königlichen Haus- und Landeshoheitssachen". Weiterhin verantwortlich ist er für die Justizangelegenheiten der Provinzen Alt- und Neumark, Schlesien, Magdeburg, Pommern, Ansbach, Bayreuth, Halberstadt, Minden, Ostfriesland, Ravensburg, Recklenburg, Lingen und Quedlinburg.

1803

Erhalt des Schwarzen Adlerordens am 22. März.

V. Literatur und Quellen

Literatur

Klaproth, C. A. L.: Verzeichnis der Wirklichen Geheimen Staats-Minister und der Geheimen Staats-Sekretairen, in: Ders: Der Kgl.-Preußische und Churfürstlich Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath, Berlin 1805, S. 478-483.

Nachlaß

Fast ausschließlich Lehnssachen (1700) 1766-1803; 1934 GStA Berlin; 1954 Dt. Zentralarchiv, Abt. Merseburg.