Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Carl Joseph Maximilian Fürst von Kupferberg, Großkanzler (Justizminister)

Geb. 12. April 1717 in Albrechtsdorf bei Breslau, gest. 29. März 1790 in Berlin.

I. Genealogie

Vater:

Maximilian (geb. 1679), Ratsherr in Breslau

Mutter:

Louise Marg., geb. v. Senitz

Ehefrau:

Sophie Friedrike Albertine (1722-1796), geb. v. Podewils, verw. v. Dewitz (Heirat 1756 in Berlin)

Kinder:

keine

II. Adressen in Berlin

1786ff.

Haus der Maurermeisterin Wend, Am Kupfergraben, hinter dem Gießhaus

IV. Kurzbiographie

1740

Eintritt in den preußischen Staatsdienst als Geheimer Justizrat.

1746

Ernennung zum Mitglied des Berliner Oberappellationsgerichts durch Großkanzler v. Cocceji. Mitarbeit an der Justizreform in Pommern.

1747

Mitarbeit an der Umgestaltung von Tribunal und Kammergericht.

1750-51

Fürst v. Kupferberg begleitet v. Cocceji auf Revisionsreisen durch Schlesien und Preußen.

1752-55

Diplomatische Mission in Wien. Die Verhandlungen haben die Regelung des schlesischen Schulden- und Kommerzienwesens zum Gegenstand.

1755

Ernennung zum Präsidenten des 2. Kammergerichtssenats.

1763

Ernennung zum Staats- und Justizminister und Oberpräsidenten des Kammergerichts. Kurz darauf erfolgt die Ernennung zum Tribunalpräsidenten und Lehensdirektor. Unter seiner Ägide wird das Edikt über die Schriftlichkeit von Pacht- und Mietverträgen erlassen, das der Ordnung der Besitzverhältnisse bei Lehngütern dient.

1770

Ernennung zum Großkanzler. Die von ihm erwartete Durchsetzung einer umfassenden Justizreform kann der Großkanzler nicht erfüllen. "F.s Verdienste lagen mehr im Organisatorischen und in der Verwaltungsarbeit als in systematischen Reformprojekten." (L. Knabe)

1775

Die von Carmer initiierten und von Svarez ausgearbeiteten Reformpläne veranlassen Fürst v. Kupferberg, einen Plan zur Ausarbeitung eines allgemeinen deutschen Gesetzbuches aufzustellen.

1779

Im Prozeß um den Müller Arnold verweigert Fürst v. Kupferberg die Unterschrift unter die Verurteilung der vom König gemaßregelten Kammergerichtsräte. Er fällt damit beim Monarchen in Ungnade. Am 11. Dezember wird er als Großkanzler entlassen. Er verliert seine juristischen Ämter, bleibt aber Staatsminister und Mitglied des Geheimen Staatsrats. Mit Wagenkolonnen und vom königlichen Schloß aus sichtbaren Versammlungen erweist eine Öffentlichkeit dem gestürzten Großkanzler ihre Sympathien.

V. Literatur und Quellen

Literatur

Knabe, Lotte: Artikel "Fürst v. Kupferberg" in: NDB, Bd. 5, Berlin 1961, S. 693-694.
Darin weitere Angaben zu Literatur und Quellen (Dt. Zentralarchiv II Merseburg).

Portrait

Kupferstich von M. Haas.