Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Heinrich Julius von Goldbeck und Reinhart, Großkanzler (Justizminister)

Geb. 2. August 1733 in Stendal, gest. 10. Juni 1818 in Berlin.
Konfession: evangelisch.

I. Genealogie

Vater:

Karl Friedrich (1675-1759), preußischer Obergerichtsrat

Mutter:

geb. v. Reinhart

Ehefrau:

Henriette Dorothea (1742-1816), geb. Seegebarth

Kinder:

Karl Friedrich (geb. 1768), preußischer Präf. d. Gen.-Komm. für die Provinz Brandenburg


Wilhelmine (1771-1804), verh. m. Wilhelm Gf. v. Carmer, preuß. Landrat und Kammergerichtsrat

II. Adressen in Berlin

1786ff.

Haus der Witwe Caquet, Unter den Linden

ab 1790

Haus der Witwe Baudesson, Unter den Linden

ab 1791

Syburgsches Haus, am Brandenburger Tor

1800

Wilhelmstraße 3

1801

Wilhelmstraße 74

Herbst 1806

zunächst (?) Verbleiben in Berlin

III. Teilnahme an Formen bürgerlicher Öffentlichkeit

Mitgliedschaft in der Loge "Zu den drei Weltkugeln"

IV. Kurzbiographie

1750er

Studium in Frankfurt/Oder.

1755

Beschäftigung als Referendar in Stendal (29. Juni).

1758

Wechsel als Referendar zum Kammergericht (11. Dezember).

1763

Einstellung als Kammergerichtsrat (20. April).

1774

Ernennung zum Geheimen Tribunalsrat.

1778

Beförderung zum Präsidenten des Kammergerichts; Ernennung zum Direktor des General-Postamtes, zum Condirektor der allgemeinen Witwen-Verpflegungssocietät und des Kur- und Neumärkischen Kreditwesens (28. März).

1789

Ernennung zum Staats- und Justizminister (11. Dezember). Goldbeck ist betraut mit dem Justizdepartement von Westfalen, ist Chefpräsident des Kammergerichts, der Oberregiegerichte in Aczise- und Zollangelegenheiten und hat die Leitung des Kriminaldepartements.

1795

Ernennung zum Großkanzler und Chefpräsidenten der Gesetzgebungskommission (7. Januar).

1797

Erhalt des Roten Adlerordens.

1798

Das Kriminaldepartement gibt Goldbeck ab an Arnim und übernimmt gemeinsam mit Thulemeier das Pfälzer Koloniedepartement und - ebenfalls gemeinschaftlich - das Militärjustizdepartement.

1802

Nach dem Tod des Ministers Arnim wird Goldbeck erneut zuständig für das Kriminaldepartement (15. Juli); zudem wird er zum zweiten Direktor und Verordneten der Kurmärkischen Landschaft und der Städtekassen und überwacht die Justizangelegenheiten in Ost- und Westpreußen.

1803

Verleihung des Schwarzen Adlerordens (22. März).

V. Literatur und Quellen

Literatur

Hengst, Hermann: Art. "Goldbeck", in: DBA I.

Klaproth, C. A. L.: Verzeichnis der Wirklichen Geheimen Staats-Minister und der Geheimen Staats-Sekretairen, in: Ders: Der Kgl.-Preußische und Churfürstlich Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath, Berlin 1805, S. 504-506.

Sydow, Wolfgang v.: Zur Genealogie der altmärkischen Familie von Goldbeck, Berlin 1977.