Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Leopold Otto von Gaudy, Minister beim Generaldirektorium

Geb. 4. Februar 1728 in Spandau, gest. 11. September 1789 in Berlin.

I. Genealogie

Vater:

Andreas Ernst von Gaudy (gest. 1745), königlich preußischer Oberst

Mutter:

Maria Elisabeth, geb. v. Grävenitz

II. Adressen in Berlin

1786f.

von Grappendorffsches Haus, Charlotten-, Ecke Kochstraße

ab 1788

Haus der Hofmarschallin von Naumeister, Letzte Straße

IV. Kurzbiographie

1750er

Eintritt in das Garnisonsregiment von Puttkamer (Königsberg), dann in das Regiment von Schlichting.

1757

Abschied von der Armee; widmet sich fortan der Bewirtschaftung seines Gutes Pellen. Vergebliche Bemühungen um Aufnahme in den Staatsdienst.

1768

Ernennung zum Direktor der Brandenburgisch-Neuhausenschen Feuersocietät.

1770

Gaudy geht nach Berlin und arbeitet an der Pépinière. Ende des Jahres wird er zunächst interimistischer, später festangestellter Präsident der Magdeburgischen Kammer.

1775

Ernennung zum Geheimen Staats- und Kriegsrat (15. November); Chef des Departements von Ost- und Westpreußen, Litauen, zuständig für alle Kassen-Sachen. Gaudy tritt besonders für die Förderung der Domänenbauern ein. Er erweist sich als Gegner des merkantilistischen Systems, verlangt die Aufhebung der Monopole und möglichste Freiheit für den Handel. Er zählt zu den altpreußischen Vorläufern der Reformzeit.

1789

Erhalt der Amtshauptmannschaft zu Fischhausen.

V. Literatur und Quellen

Literatur

Baczko, L. v. in: Preußisches Archiv 5, S. 164ff.

Klaproth, C. A. L.: Verzeichnis der Wirklichen Geheimen Staats-Minister und der Geheimen Staats-Sekretairen, in: Ders: Der Kgl.-Preußische und Churfürstlich Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath, Berlin 1805, S. 464.

Krollmann: Art. "Gaudy" in DBA.

Nachlaß

1770-1780: Handakten, insbesondere über Bereisung des ostpreußischen Departements; 1934 GStA Berlin; 1954 Dt. Zentralarchiv, Abt. Merseburg.