Friedrich August Calau: Der Opernplatz, um 1810, Aquatinta Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Carl Wilhelm Graf Fink von Finckenstein, Kabinettsminister

Geb. 11. Februar 1714 in Berlin; gest. 3. Januar 1800 in Berlin.
Konfession: reformiert.

I. Genealogie

Vater:

Albrecht Konrad Reinhold (1660-1735), preußischer Generalfeldmarschall und Prinzenerzieher

Mutter:

Susanna Magdalena (1676-1752), geb. von Hoff (Hoven)

Geschwister:

4 Schwestern, 4 Brüder

Ehefrau:

Sophie Henriette Susanne (1723-1762), geb. F. a. d. H. Gilgenburg

Kinder:

3 Töchter, 3 Söhne, darunter


Karl (1745-1818), Präsident der Neumärkischen Regierung


Elisabeth Amalie Charlotte (1749-1813), verh. mit Alexander Friedrich George von der Schulenburg (1745-1828), preußischer Staatsminister


Marie Susanne Karoline (1751-1828), verh. mit Otto Carl Friedrich von Voß (1755-1823), preußischer Staatsminister

II. Adressen in Berlin

Wilhelmstraße 78

IV. Kurzbiographie

1710er-30er

Aufgrund des engen Verhältnisses der Finckensteins zur Familie des Königs wächst Carl Wilhelm mit dem Kronprinzen Friedrich auf; das Freundschaftsverhältnis zwischen beiden besteht lebenslang.
Studium in Genf.
Kavalierstour durch Frankreich und Holland verhilft Finckenstein zu seiner französischer Bildung und festigt die Grundsätze des reformierten Glaubens.

1735

Der 21jährige Legationsrat erhält die erste außerordentliche Gesandtschaft: Finckenstein geht nach Schweden.

1740-42

Der neue König Friedrich II. entsendet Finckenstein als bevollmächtigten Minister an den dänischen Hof.

1743

Finckenstein wird mit einer diplomatischen Mission nach Hanau zum im Feld stehenden König von England geschickt.

1744

Finckenstein geht als Gesandter an den schwedischen Hof in Stockholm und gewinnt Einfluß auf die Innen- und Außenpolitik Schwedens. Er erreicht die Lockerung der schwedischen Bindungen an Rußland und bereitet das Bündnis mit Preußen vor.

1747

Ernennung zum Staatsminister; Übertragung der Gesandtschaft in St. Petersburg.

1749

Geheime Mission in Frankreich (Frühjahr); im selben Jahr Ernennung zum Kabinettsminister. Finckenstein dominiert im Kabinett in Fragen der auswärtigen Politik und drängt seinen Kollegen Graf Podewils (bis 1760) in den Hintergrund. Dessen Nachfolger v. Hertzberg gewinnt zwar größeren Einfluß, doch genießt Finckenstein weiterhin das besondere Vertrauen Friedrichs II.

1786

Friedrich Wilhelm II. behält den "letzten großen Vertreter des echten Friderizianismus'" (Lothar Graf zu Dohna) zwar im Amt, doch die engen Beziehungen zum Monarchen und zu den Ministerkollegen bestehen nicht mehr.

1797

Anläßlich des 50jährigen Ministerjubiläums bittet Finckenstein um Entlassung, doch Friedrich Wilhelm III. beläßt ihn weiterhin im Amt, das Finckenstein bis zu seinem Tod innehat.

V. Literatur und Quellen

Literatur

Dohna, Lothar Graf zu: Artikel "Finck v. Finckenstein" in: NDB, Bd. 5, Berlin 1961, S. 152-154.

Klinkenborg, M.: Materialien zur Geschichte des Geheimen Staatsministers Graf Karl Wilhelm von Finckenstein, in: Forschungen zur brandenburgisch-preußischen Geschichte 28 (1915), S. 563-574.

Quellen

Finckenstein selbst hat keine Aufzeichnungen hinterlassen. Persönliche Dokumente beinhaltet der Briefwechsel mit Friedrich II. (Politische Korrespondenz Friedrichs des Großen, 46 Bde., 1879-1931).

Das Familienarchiv der Finck von Finckensteins umfaßt 12,00 lfd. m. und befindet sich (1957) im Polnischen Staatsarchiv Allenstein.

Briefe Finckensteins befinden sich zudem im Nachlaß Johann Eustach Gf. zu Schlitz genannt v. Görtz.

Portrait

Ölgemälde (Bonn, H. W. Gf. v. Finckenstein).