Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Silke Siebrecht

Die Berlin-Brandenburgische Malerin und Predigerfrau Suzette Henry.

Die Malerin und Predigerfrau Suzette (Susanne) Henry, geb. Chodowiecki (1763-1819) wurde 1789 als erste Frau zum ordentlichen Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie u. a. durch ihren Vater, den Berliner Kupferstecher Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801), sowie die Maler Anton Graff (1736-1813) und Johann Christian Frisch (1738-1815). Ihr Gesamtwerk umfasst über 120 nachweisbare Zeichnungen, Pastelle und Gemälde, die erfolgreich in den öffentlichen Kunstausstellungen der Berliner Akademie gezeigt wurden. Sie lebte gemeinsam mit ihren Kindern und ihrem Ehemann, dem französisch reformierten Prediger und späteren Leiter der Berliner Kunstkammer und Altertumssammlung Jean Henry (1761-1831), in Brandenburg, Potsdam und Berlin. Von Brandenburg aus besuchte sie mehrmals das Gutsherrenpaar von Rochow und die Reckahner Musterschule.

Der Vortrag über die Malerin Suzette Henry stellt Forschungsergebnisse vor, die im Rahmen der Reckahner Sonderausstellung „Tugend, Treue, Eigenständigkeit. Schloss Reckahn als geselliger Treffpunkt aufgeklärter Frauen“ (Herbst 2010) und des gleichnamigen Begleitbuches entstanden. Die biographisch-künstlerische Lebensskizze beleuchtet sowohl die familiären Hintergründe und die künstlerische Ausbildung als auch die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste und das Gesamtwerk der Malerin.