Christin Grohn-Menard u. Dr. Ullrich Scheideler
Konnte man in der preußischen Hauptstadt also relativ wenig (bedeutende) Berliner Musik hören, so gab es gleichwohl ein überaus reichhaltiges Musikleben, das keinen Vergleich mit den führenden Städten zu scheuen brauchte. Musik in Berlin hieß dabei: mit einheimischen Kräften die Musik aus anderen deutschen Städten, die neuesten Produkte aus Paris und Italien aufzuführen und sich darüber zu verständigen.
Anlässe gab es genug:
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Oper wurde im Königlichen Opernhaus und im Nationaltheater gegeben, dazu die neuesten Schauspiele mit Musik;
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Konzerte konnte man entweder mit durchreisenden Virtuosen hören – so war im Januar 1810 der Geigenvirtuose Louis Spohr mit seiner Frau nach Berlin gekommen – oder im Rahmen der Abonnementskonzerte, die z. B. der Berliner Komponist Georg Abraham Schneider im Winter organisiert hatte;
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wer es lieber intimer mochte, konnte etwa im Salon der Henriette Herz oder in der Liedertafel Zelters, für die sein Freund Goethe Gedichte beigesteuert hatte, auf seine Kosten kommen, oder er kaufte bei den in Berlin ansässigen Verlagen und Musikalienhandlungen die neuesten Werke, um sie zu Hause aufs Klavier zu legen;
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der Bildungsbürger hingegen ging zur (noch heute existierenden) Sing-Akademie oder las die Rezensionen und Berichte in der Vossischen Zeitung, der Allgemeinen musikalischen Zeitung oder des Journals des Luxus und der Moden.