Christian Geyer
- 1788 wurde seine Berufung als Hofbildhauer erwogen.
- 1798 äußerte sich Canova zu Kunstwerken und Künstlern, die er bei seinem Aufenthalt in Berlin/Potsdam wahrgenommen hatte.
- 1803-1806 führten Schadow, Hagemann, Kotzebue auf der einen und W. Humboldt und Fernow auf der anderen Seite anhand seines Gesamtwerks eine kontroverse publizistische Diskussion über ästhetische Normen und das Deutungsmonopol der "Kunstrichter".
- 1810 hintertrieb Wilhelm Humboldt die vom König erwogene Erstellung des Grabmals für Königin Luise durch Canova bzw. Thorvaldsen.
- 1826 erwarb König Friedrich Wilhelm III. die Hebe, die bald im Alten Museum aufgestellt wurde. König und Kronprinz beauftragten Schinkel mit der Erstellung je eines Tafelaufsatzes unter Verwendung von Canova Motiven.
Wenig bekannte Fakten zu diesen Ereignissen, ergänzt um neue Forschungsergebnisse, erlauben, Berliner Positionen am externen Maßstab des bedeutenden europäischen Künstlers zu messen. Dabei lässt sich ein grundlegender Wertewandel seit den Befreiungskriegen feststellen. Kritik am angeblich französisierten Canova wurde – beispielsweise bei Schinkel und Kugler - zum Synonym für die Ablehnung der Welt der ihn protegierenden Reichen und Mächtigen, sowie des französischen Wesens.
Diese negative Kanonisierung Canovas wirkte bis Ende des 20. Jahrhunderts fort. Trotzdem fanden in Berlin seine Werke große Zustimmung beim Publikum, insbesondere im 19. Jh. in Gestalt der massenhaft produzierten Reproduktionen. Die Bewusstmachung der Entstehung dieser kontroversen Bewertungen ermöglicht einen neuen Blick auf die Werke.