Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Sheila Dickson, Stefan Goldmann, Christof Wingertszahn u. Oliver Walkowski

Das "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" als Internet-Ausgabe

Das "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" (1783-1793) war die erste psychologische Zeitschrift in Deutschland. Herausgegeben von Karl Philipp Moritz, unterstützt von Moses Mendelssohn und Markus Herz, versammelte diese Quartalsschrift eine Fülle von psychologischen Fallgeschichten über Mörder und Selbstmörder, religiöse Schwärmer und die Opfer einer "schwarzen Pädagogik". Als ein Forum für Fachleute und Laien konzipiert, entfaltete es mit Beiträgen zur Traumtheorie und Sprachpsychologie sowie zum Inhalt von Kindheitserinnerungen eine internationale, weit in das 19. Jahrhundert hineinreichende Wirkungsgeschichte.

Das Berliner "Magazin zur Erfahrungsseelenkunde" steht heute im Zentrum interdisziplinärer Forschung. Da es noch immer an einer textkritischen Ausgabe mangelt, haben sich mit Unterstützung der British Academy und der Telota-Gruppe der BBAW Sheila Dickson (Glasgow), Stefan Goldmann (Berlin) und Christof Wingertszahn (Berlin) verbunden, eine mit komfortablen Suchmöglichkeiten strukturierte Volltextausgabe im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Zwei erste Bände liegen nun vor und gehen demnächst online.

Im Anschluß an einen Vortrag zur Bedeutung und Wirkungsgeschichte des "Magazins zur Erfahrungsseelenkunde" präsentieren die Herausgeber ihre Internet-Ausgabe, die der Forschung neue Perspektiven und neue Fragestellungen eröffnen wird.

Im Zusammenhang dieser Vorführung wird die Leiterin des Archivs der BBAW, Frau Dr. Vera Enke, die kürzlich erworbene Moritz-Büste enthüllen.