Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Bernhard von Barsewisch

Carl August v. Struensee, vom Mathematik-Professor zum preußischen Finanzminister

Es wird der erstaunliche Lebensweg des Ministers Carl August Struensee (1735 - 1804, seit 1789 Struensee v. Carlsbach) dargestellt.  Als Professor der Ritterakademie in Liegnitz richtete sich sein tätiger praktischer Geist bald auf die angewandte Mathematik, das Artillerie-Wesen und die Kriegsbaukunst.  Da er hier gute Lehrbücher vermisste, verfasste er sie selber und erlangte damit erste Berühmtheit. 1771 holte ihn sein berühmt-berüchtigter Bruder Johann Friedrich (Graf) Struensee (1737 - 1772), der in Dänemark allmächtige Minister, als Finanzrat nach Kopenhagen. Doch bevor Carl August noch eine Wirksamkeit entfalten konnte, wurde sein Bruder gestürzt und hingerichtet. So zog er sich auf das seiner Frau gehörende Gut Matschdorf bei Frankfurt zurück und verfasste volkswirtschaftliche Abhandlungen. Seine nächste öffentliche Aufgabe erhielt er 1777 als Leiter des Banco Contors in Elbing, bis er 1791 als Chef der Seehandlung und Minister im Generaldirectorium nach Berlin berufen wurde. Aus dieser Zeit gibt es viele Portäts von ihm, so dass sein markantes Äußeres gut dargestellt werden kann, verbunden mit Texten zu seiner Lebensweise, seinen Anschauungen und Äußerungen.