Rita Unfer Lukoschik
Italienische Kulturschaffende im Kontext der Berliner Klassik (1786-1815)
Anhand ausgewählter Beispiele geht der Vortrag auf die Rolle von italienischen Kulturschaffenden im Kontext der Berliner Klassik ein. Unter den Engagiertesten findet sich Girolamo Lucchesini (1751 – 1825), von 1779 bis 1807 in preußischen Diensten. Zum Kammerherrn Friedrichs II. avanciert, war der toskanische Edelmann in kulturellen und politischen Leben Preußens stark involviert. Besonders nach dem Tod Friedrichs nahm er immer wichtigere politische Aufgaben wahr, u. a. als Preußischer Gesandte in Petersburg, in Polen, in Wien und in Paris. Nicht weniger bedeutend war Carlo Giovanni Maria Denina (1731 – 1813). Von 1782 bis 1804 in preußischen Diensten, kann der Piemonteser als der este Germanist Deutschlands betrachtet werden. Ab 1782 ordentliches Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften wurde Denina mit seinen vielen der deutschen Literatur gewidmeten Abhandlungen zu einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Verbreiter deutscher Literatur in Europa. Unter den vielen Italienerinnen und Italiener, die das musikalische Theaterleben Berlins durch ihr Wirken prägten, zählt schließlich Bartolomeo Verona (1744 –1813) zu den Erfolgreichsten. 1773 nach Berlin gekommen, blieb er bis zu seinem Tod für das königliche Hoftheater tätig, und vertrat in seinen Werken die ganze stilistische Bandbreite der Zeit, denn, als Meister der spätbarocken Bühne, entwickelte er in seinen späteren Werken hochklassizistische und romantische Stilelemente.