Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Anne Raschke

Carrousel de Berlin. Ein fast vergessenes Berliner „Mega-event“ im Jahre 1750

Carousels waren repräsentative Hoffeste, bei denen das Pferd im Mittelpunkt stand. Diese "Pferdefeste" mit Roßballetten, Makeraden u.s.w. dienten, vor allem in der Friedenszeit, als Machtdemonstration.

1750 erleuchteten 30.000 Kerzen den Lustgarten, ca. 100.000 Taler machte Friedrich der Große aus seiner Privatschatulle locker, und selbst der geizige Herr von Zieten ließ sich nicht lumpen und bezahlte für sein Kostüm 462 Taler. Das für Berlin unbekannte Vergnügen begeisterte so sehr, dass es wiederholt werden musste.

Unter den mehr als hundert Teilnehmern befanden sich viele Prinzen und Personen von hohem Range, die sich durch Aufwand und Pracht den Vorrang streitig machten.

Friedrich Eyssenhardt war beauftragt, die Kostüme herzustellen, Melchior Kambly die Bronzen, Carl Friedrich Mollard (Juwelier) die Verzierungen.

Begleiten Sie uns auf den Spuren dieses fast vergessenen Festes zum Besuch der Prinzessin Wilhelmine von Bayreuth im August 1750.