Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Breysach

Barbara Breysach, Berlin

Rahel Levin Varnhagens Buch des Andenkens - ‚erweiterte Ausgabe’

Das Buch des Andenkens (1833/34) enthält einen Querschnitt aus Rahel Levin Varnhagens (1771 – 1833) Briefwechseln und Tagebüchern. Es dokumentiert nur Rahels Briefe, häufig in gekürzter Form, nicht aber die der Empfänger und Empfängerinnen. Anders als lange angenommen, geht die Konzeption zu dieser Veröffentlichungsform auf die Brief- und Tagebuchautorin selbst zurück, nicht auf Karl August Varnhagen und artikuliert folglich ihre Publikationsutopie als eine Art von Gedächtnismontage. Anders verhält es sich mit der ungedruckten, von Karl August Varnhagen nach dem Tod seiner ersten Frau erweiterten Ausgabe, in die dieser zusätzliche Briefe aufgenommen hat, Briefe vollständiger abgedruckt und in einigen Fällen bisher anonymisierte Namen zugunsten der Angabe der tatsächlichen Empfänger aufgegeben wurden. Dieses Verfahren wird am Beispiel von Briefen an Ludwig Robert (1778 - 1832 ) und Regina Frohberg dokumentiert.

Das Buch des Andenkens wird im Vortrag den Anlass geben, die Autorschaft Rahel Levin Varnhagens und die Publikation ihres Briefwerkes noch einmal zu überdenken und das Montageprinzip des Buch des Andenkens als ein Gedächtniskonzept zu würdigen.