Rüdiger v. Treskow
Rüdiger v. Treskow, Regensburg
Berlin in Posen: Die Gutsanlage Owinsk 1799-1806
"Nirgends sah ich in Pohlen und Litauen eine Anlage, ja selbst in meinem Vaterlande, die sich mit dieser hätte gleich stellen können!"
Der Berliner Besucher des Jahres 1812 beschreibt hier eine Gutsanlage, die in der Modernität ihrer Architektur zumindest in den preußischen Ostprovinzen einzigartig war: seit 1799 hatte David Gilly drei seiner Schüler nach Owinsk bei Posen entsandt, um für den Berliner Kaufmann Otto Sigismund v. Treskow eine Gutsanlage nach neuestem Muster zu entwerfen. Ernst Konrad Peterson, Louis Catel und Karl Friedrich Schinkel errichteten in Owinsk bis zum September 1806 Wirtschaftsgebäude, Brennereien, Verwaltungsbauten und ein Landschloss mit Park nach den ästhetischen Prinzipien der Berliner Bauakademie. Peterson, der 1799/1800 parallel zu seiner Tätigkeit in Owinsk gemeinsam mit Schinkel die Ausbildung der Bauakademie durchlief, entwarf Scheunen, Ställe und repräsentative Gutsgebäude, Louis Catel -- bis April 1803 an der Baustelle des Weimarer Stadtschlosses beschäftigt -- übernahm die Konzeption des Schlossbaus. Schinkel entwarf nach seiner Rückkehr aus Italien im Sommer 1805 die Schlosserweiterung, die Gartenanlagen, Parkgebäude und Innenräume. Besonders die nach Schinkels Vorgaben ausgemalten Räume -- etwa ein runder Gartensaal mit Schirmdecke und Sternenhimmel - und die Ausstattung des Festsaals mit Stuckarbeiten der musivischen Fabrik in Berlin begründeten früh die Bedeutung der Anlage. Owinsk ist heute ein einzigartiges Beispiel für den Berliner Klassizismus Gillyscher Prägung und nimmt eine besondere Stellung im Schinkelschen Frühwerk ein. Die Hamburger Hermann-Reemtsma-Stiftung hat 2010 damit begonnen, die erhaltene Bausubstanz von Schloß Owinsk zu dokumentieren. In einem ersten Schritt wird derzeit ein Baugutachten erstellt und eine Publikation vorbereitet. Der Vortrag (mit Bildern) wird die Konzeption der Anlage und den aktuellen Forschungsstand zur Baugeschichte vorstellen.
Berlin in Posen: Die Gutsanlage Owinsk 1799-1806
"Nirgends sah ich in Pohlen und Litauen eine Anlage, ja selbst in meinem Vaterlande, die sich mit dieser hätte gleich stellen können!"
Der Berliner Besucher des Jahres 1812 beschreibt hier eine Gutsanlage, die in der Modernität ihrer Architektur zumindest in den preußischen Ostprovinzen einzigartig war: seit 1799 hatte David Gilly drei seiner Schüler nach Owinsk bei Posen entsandt, um für den Berliner Kaufmann Otto Sigismund v. Treskow eine Gutsanlage nach neuestem Muster zu entwerfen. Ernst Konrad Peterson, Louis Catel und Karl Friedrich Schinkel errichteten in Owinsk bis zum September 1806 Wirtschaftsgebäude, Brennereien, Verwaltungsbauten und ein Landschloss mit Park nach den ästhetischen Prinzipien der Berliner Bauakademie. Peterson, der 1799/1800 parallel zu seiner Tätigkeit in Owinsk gemeinsam mit Schinkel die Ausbildung der Bauakademie durchlief, entwarf Scheunen, Ställe und repräsentative Gutsgebäude, Louis Catel -- bis April 1803 an der Baustelle des Weimarer Stadtschlosses beschäftigt -- übernahm die Konzeption des Schlossbaus. Schinkel entwarf nach seiner Rückkehr aus Italien im Sommer 1805 die Schlosserweiterung, die Gartenanlagen, Parkgebäude und Innenräume. Besonders die nach Schinkels Vorgaben ausgemalten Räume -- etwa ein runder Gartensaal mit Schirmdecke und Sternenhimmel - und die Ausstattung des Festsaals mit Stuckarbeiten der musivischen Fabrik in Berlin begründeten früh die Bedeutung der Anlage. Owinsk ist heute ein einzigartiges Beispiel für den Berliner Klassizismus Gillyscher Prägung und nimmt eine besondere Stellung im Schinkelschen Frühwerk ein. Die Hamburger Hermann-Reemtsma-Stiftung hat 2010 damit begonnen, die erhaltene Bausubstanz von Schloß Owinsk zu dokumentieren. In einem ersten Schritt wird derzeit ein Baugutachten erstellt und eine Publikation vorbereitet. Der Vortrag (mit Bildern) wird die Konzeption der Anlage und den aktuellen Forschungsstand zur Baugeschichte vorstellen.