James Gillray und Baudelaire
25. Januar 2008
Christina Oberstebrink (Berlin)
James Gillray und Baudelaire. Klassizismus und die Muster der modernen Künstlerbiographik
Die englische Karikatur, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts
ihren Höhepunkt erreichte, verdankte ihre Entstehung der normativen
klassizistischen Kunstauffassung. Im Einklang mit der akademischen
Kunstkritik erfuhren die englischen Karikaturisten eine ganz eigene
Rezeption, die sich besonders in der Biographik niederschlug. Dabei
vollzog sich eine Vermengung von zwei Künstlertypen: dem niederen
Künstler und dem imaginativen bzw. exzentrischen Künstler. Das dadurch
entstandene biographische Musterbild weist eine enge Verwandtschaft mit
Baudelaires Beschreibung vom Künstler des modernen Lebens auf. Diese
Kongruenz soll ebenso Thema des Vortrags sein wie die Frage nach dem
Prototyp des modernen Künstlers, der in der Auseinandersetzung mit der
klassizistischen Tradition seine Prägung fand.