Axel Gampp (Basel): Sammelwut und Kennerschaft
Bildersammeln im grossbürgerlichen Milieu des 18. Jahrhunderts
Die Sammlung des Basler Ratsherrn Samuel Heussler-Burckhardt
war aus literarischen Quellen schon lange bekannt. Insbesondere Johann
Friedrich Reiffenstein, der Agent der Markgräfin von Baden-Durlach und Johann
Jakob Wilhelm Heinse haben im 18. Jahrhundert detailliert davon berichtet. Im
Prinzip findet sich in jedem Reisehandbuch der Zeit der Hinweis auf die
ausserordentliche Qualität der Kollektion, zu deren Beständen Werke der
französischen, deutschen und italienischen Schule zählten.
Erst jüngst wurde durch einen Zufall das gesamte Inventar der Sammlung entdeckt. Damit konnte sie vollständig rekonstruiert werden. Nun erst ist zu erkennen, nach welchen Kriterien ein grossbürgerlicher Sammler des 18. Jahrhunderts seine Auswahl traf. Im Falle von Heussler weiss man, dass er sich Kunstagenten bediente, um an auserlesene Stücke auf dem Internationalen Markt heranzukommen. Von ihnen liess er sich Zeichnungen der angebotenen Gemälde schicken, um darauf basierend seinen Entscheid zu fällt. Der Zufall will es, dass sich in einem konkreten Fall, einem Werke Pietro da Cortonas, Vorzeichnung und erworbenes Werk erhalten haben. Der Vortrag bemührt sich, die Sammelstrategien dieses grossbürgerlichen Sammlers des 18. Jahrhundert zu erhellen und im lokalen wie im internationalen Umfeld zu verankern.