Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Richter

Werkschau der Lackmanufaktur Stobwasser im Deutschen Historischen Museum

Führung durch die Ausstellung durch den Kurator Detlev Richter


Die einzigen deutschen Lackkunstmanufakturen von Weltgeltung waren die von Johann Heinrich Stobwasser in Braunschweig und Berlin. Der Name Stobwasser ist eine Markenbezeichnung für höchste handwerkliche und künstlerische Qualität.

Das Deutsche Historische Museum zeigt die Werkschau zu Stobwasser vom 22. September bis 30. Dezember 2006 in der Ausstellungshalle von I. M. Pei Unter den Linden.

Im Jahr 1763 in Braunschweig gegründet und schon bald darauf mit einer Zweitniederlassung in Berlin und einem Verkaufsgeschäft Unter den Linden vertreten, hatte die Firma bedeutenden Anteil an der Blütezeit der europäischen Lackkunst, die bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts währte.

Ihren Erfolg verdankte die Manufaktur vor allem den aus hochwertigem Papiermaché gefertigten und mit feinster Malerei versehenen Schnupftabaksdosen sowie einem breiten Sortiment reich dekorierter Möbel, Spiegel, Gemälde, Tabletts, Vasen und vieler anderer Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Dekore mit romantischen Landschaften, beschaulichen Genreszenen, Darstellungen aus der Mythologie, Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten oder zeitloser Schönheiten sowie Karikaturen und erotische Szenen, vervollkommnet durch herausragende kunsthandwerkliche Verarbeitung begründen den Ruhm und die Marktführerschaft der Lackmanufaktur Stobwasser.

Dank einer perfekt auf die aktuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Produktion erfreuten sich die Erzeugnisse aus dem Hause Stobwasser vorwiegend beim Adel und dem wohlhabenden Bürgertum – bei Einzelanfertigungen besonders am preußischen Königshaus und den Braunschweiger und Weimarer Herzoghäusern großer Wertschätzung.

Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Leihgaben aus Museums und Privatbesitz, die in dieser Vielfalt noch nie gezeigt wurde. Sie bietet so einem breiteren Kreis von Interessierten die Möglichkeit, die historische und künstlerische Entwicklung der vormals berühmten Fabrik nachzuvollziehen.

Der begleitende, opulent bebilderte Katalog beschreibt detailliert die Geschichte der Familie Stobwasser und ihrer Manufaktur, der ergänzende Dokumentarband enthält eine Vielzahl unveröffentlichter Archivalien, eine Malerliste mit Kurzbiographien und das Verzeichnis von Stobwassers Vorlagensammlung. Der Autor Detlev Richter ist ein durch zahlreiche Publikationen und Vorträge ausgewiesener Kenner der Materie.

AUSSTELLUNGSORT UND AUSSTELLUNGSZEIT

22. September bis 30. Dezember 2006

Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2

Ausstellungshalle von I.M. Pei

10117 Berlin

++49/30/203040

www.dhm.de/ausstellungen

Geöffnet 10 - 18 Uhr

Eintritt: wird noch bekannt gegeben

Jugendliche bis 18 Jahre frei