Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Mende

Jan Mende Stadtmuseum Berlin

Die Ofenfabrik Höhler & Feilner
Technischer Fortschritt und kunsthandwerkliche Erneuerung in der Zeit der frühen Industrialisierung

Die Werkstatt des Berliner Töpfermeisters Höhler setzte in den 1790er Jahren durch exklusive Kachelöfen weit über Preußen hinaus Achtungszeichen. Zeitgemäßes Produktdesign und moderne Vermarktungsformen erschlossen dem unglasierten „Bisquitofen“ neue Absatzmöglichkeiten. Mit der Erfindung der so genannten enkaustischen Malerei und der weißen Schmelzglasur schuf wenig später der Werkmeister und Teilhaber Tobias Christoph Feilner die Basiskomponenten für eine grundlegende Erneuerung des Berliner Kachelofens, an der auch Karl Friedrich Schinkel Anteil hatte. Der sich zwischen 1793 und 1818 vollziehende Aufstieg der kleinen Meisterwerkstatt zum 120 Arbeiter beschäftigenden Fabrikunternehmen steht exemplarisch für die Widersprüchlichkeit der frühen Industrialisierung Berlins, blieben doch Firmenleitung und Belegschaft dem traditionellen Zunftgedanken verhaftet.