Mende
Jan Mende Stadtmuseum Berlin
Die Ofenfabrik Höhler & Feilner
Technischer Fortschritt und kunsthandwerkliche Erneuerung in der Zeit der frühen Industrialisierung
Die Werkstatt des Berliner Töpfermeisters Höhler setzte in
den 1790er Jahren durch exklusive Kachelöfen weit über Preußen hinaus
Achtungszeichen. Zeitgemäßes Produktdesign und moderne Vermarktungsformen
erschlossen dem unglasierten „Bisquitofen“ neue Absatzmöglichkeiten. Mit der
Erfindung der so genannten enkaustischen Malerei und der weißen Schmelzglasur
schuf wenig später der Werkmeister und Teilhaber Tobias Christoph Feilner die Basiskomponenten
für eine grundlegende Erneuerung des Berliner Kachelofens, an der auch Karl
Friedrich Schinkel Anteil hatte. Der sich zwischen 1793 und 1818 vollziehende
Aufstieg der kleinen Meisterwerkstatt zum
120 Arbeiter beschäftigenden Fabrikunternehmen steht exemplarisch für die Widersprüchlichkeit
der frühen Industrialisierung Berlins, blieben doch Firmenleitung und
Belegschaft dem traditionellen Zunftgedanken verhaftet.