Friedrich August Calau: Der Gendarmenmarkt mit dem alten Schauspielhause, um 1820, Aquatinta (Laurens und Thiele sculp.), Berlin bei L.W. Wittich, 17 x 12 cm Besitz und Fotografie: Stiftung Stadtmuseum Berlin
 

Hahn

Matthias Hahn

„Ein Hauptgegenstand der Verzierung“ – Der Ofen und seine Sonderstellung im Kontext der Dekoration von Innenräumen um 1800


Kamine bzw. Öfen waren nahezu unentbehrliche Gegenstände für eine Raumausstattung. Sie erhielten bereits bei der Konzeption einer Innenraumdekoration eine Schlüsselposition. So war der Ort ihrer Aufstellung maßgeblich für das Gliederungssystem der Wandflächen, und es mußte entschieden werden, ob sie als subordinierte Elemente in die Gestaltung integriert werden oder ob ihnen ein Solitärstatus zugebilligt wird. Am Ende des 18. Jahrhunderts wird der Ofen ein gestalterischer Problemfall. Die tradierte Form widersetzte sich dem klassizistischen Dekorationsideal, und man befand sich in dem Dilemma, daß es für Öfen kein antikes Vorbild gab. Um diesen Konflikt zu lösen, wurden verschiedene Lösungsmodelle entwickelt, die im Vortrag am Beispiel einiger Ofentypen erörtert werden sollen.