Gerrit Walczak
Luise von Preußen und ihre Portraitisten: Künstler, Hof und Kunstmarkt in Berlin um 1800
Luise von Preußen (1776-1810) wirkte als Sympathieträgerin der Monarchie und konnte als eine der am häufigsten portraitierten Frauen Europas gelten. Die Initiative zur Entstehung immer neuer Bildnisse der jungen Kronprinzessin und Königin von Tischbein, Schadow, Weitsch, Vigée-Lebrun und vielen anderen ging freilich selten von ihr selbst aus. Stattdessen waren der staatliche Dirigismus des Ministers von Heinitz und das unternehmerische Handeln von Portraitmalern, Bildhauern, Kupferstechern und Verlegern eng miteinander verflochten. Entstehung und Verbreitung dieser Portraits widersprechen der Annahme einer stringenten höfischen Bildpolitik. Sie gewähren stattdessen Einblick in die komplexeren Beziehungen zwischen Hof und Künstlern, Kunstadministration und Kommerzialität, Ausstellungswesen und Öffentlichkeit in Berlin um 1800.